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Soldatenfriedhof bei Verdun für Pokémon-Go-Spieler ab sofort tabu

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Weltkriegs-Gedenkstätte  

Soldatenfriedhof bei Verdun für Pokémon-Go-Spieler ab sofort tabu

10.08.2016, 09:10 Uhr | jr / ams, AFP

Soldatenfriedhof bei Verdun für Pokémon-Go-Spieler ab sofort tabu. Pokémon Go: Irre Monsterjagd mit Suchtpotenzial und Risiken (Quelle: dpa/Andrea Warnecke)

Pokémon Go: Irre Monsterjagd mit Suchtpotenzial und Risiken (Quelle: Andrea Warnecke/dpa)

Spieler der Online-Monsterjagd Pokémon Go sollen künftig einen Bogen um eine Weltkriegs-Gedenkstätte nahe Verdun im Osten Frankreichs machen. Das Beinhaus von Douaumont dient nicht länger als sogenannte Pokémon-Arena, in der Nutzer der App gegeneinander antreten können, wie die Verwaltung des Soldatenfriedhofs am Dienstag mitteilte.

In der imposanten Anlage ruhen die Knochen von 130.000 während der Schlacht um Verdun im Jahr 1916 getöteten deutschen und französischen Soldaten.

Pokéstop an Gedenkplatte gelöscht 

Die Gedenkplatte, die vor dem Beinhaus an die historische Versöhnungsgeste von Bundeskanzler Helmut Kohl und Frankreichs Präsident François Mitterrand im Jahr 1984 erinnert, diente bislang als sogenannter Pokéstop, wo Spieler virtuelle Hilfsmittel einsammeln können. Nach einer Beschwerde der Friedhofsverwaltung lenkte der Software-Entwickler Niantic am Wochenende ein und löschte beide Orte aus seiner App.

Auch das nahegelegene Kriegsdenkmal in Verdun ist als Pokémon-Arena gelistet, doch können die Spieler dort nicht auf Monsterjagd gehen, da sie dort nach Angaben der Behörden keine Internetverbindung haben. Auch das bei den monatelangen Kämpfen 1916 zerstörte Dorf Fleury-devant-Douaumont taucht in der Pokémon-App auf. Die Stadtverwaltung erklärte, sie werde einen Löschantrag bei Niantic stellen.

Ähnliche Probleme gibt es auch in den USA. Besucher des Holocaust-Museums in Washington und des US-Nationalfriedhofs Arlington wurden aufgefodert, an diesen Orten nicht Pokémon Go zu spielen.

Pokémon Go animiert die Spieler, mit ihrem Smartphone durch die Gegend zu laufen und in der "echten Welt" versteckte Pokémon-Figuren "einzufangen". Dabei werden die GPS-Funktion und das Kartenmaterial des Smartphones genutzt. 

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