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No Man's Sky für PS4: Tausend Sterne und kein Ende

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Test zu No Man's Sky für PS4| Weltraum-Simulation | Playstation 4  

Tausend Sterne und kein Ende

11.08.2016, 08:07 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

No Man's Sky für PS4: Tausend Sterne und kein Ende. In der Weltraum-Simulation No Man's Sky für PS4 und PC kann man mehr als 28 Trillionen prozedural generierte Planeten besuchen. (Quelle: Hello Games)

In der Weltraum-Simulation No Man's Sky für PS4 und PC kann man mehr als 28 Trillionen prozedural generierte Planeten besuchen. (Quelle: Hello Games)

Zwischen Sonnensystemen reisen, Planeten erforschen und ins Herz der Galaxie vorstoßen: Diesen Traum kann in die Tat umsetzen, wer das Weltraum-Abenteuer "No Man's Sky" ab dem 10. August in seine PS4 einwirft. Die Produktion des englischen Indie-Entwicklers Hello Games setzt beim Weltraumreisenden allerdings Geduld voraus: Wer Planeten erforschen und Laserschlachten schlagen möchte, muss dafür mit stetem Rohstoffe-Grinding bezahlen. Das kann nervtötend sein. 

Auf zu Trillionen Planeten 

Schenkt man der Pressemeldung Glauben, handelt es sich bei No Man's Sky um das größte Game aller Zeiten. Von einer prozedural generierten, auf Formel basierenden Galaxis mit zig Milliarden Planeten ist da die Rede. Von noch nicht dagewesen Möglichkeiten zur Erforschung fremder Welten und Kulturen. Von spannungsreichen Weltraumgefechten mit Piraten und der Weltraumpolizei - und das alles ohne jede Ladepause. Der feuchte Traum jedes Science-Fiction-Fans.

Gestrandet im Weltraum

Die Reise beginnt auf der Oberfläche eines fremd aussehenden Planeten, eigentlich ein karger Fels mit wenig Bewuchs. Auf einer Hochebene parkt ein kleines Raumschiff. Aufsteigender Qualm lässt erahnen, was eine Bildschirmanzeige kurz darauf bestätigt: Antrieb defekt, kein Start möglich. Der Spieler sieht das alles aus der Ich-Perspektive und sich mittendrin im Schlamassel - als einsamer Pilot, gestrandet auf kahler Welt ohne Rettungsmöglichkeit.

Was also tun? Ein kurzes Herumprobieren mit der Steuerung zeigt: Steine und Pflanzen reagieren auf Beschuss mit einem Bergbau-Laser. Sie spenden Kohlenstoff, Eisen und andere Materialien - all das wandert automatisch ins Inventory. Praktisch. Eine halbe Stunde suchen und sammeln, dann sind alle Rohstoffe zusammen. Der Antrieb nimmt den Dienst wieder auf, das Raumschiff hebt ab. Es durchdringt die äußeren Schichten der Atmosphäre und schwebt plötzlich unter dem Sternenzelt - ein Moment voller Schönheit und Eleganz, der sich durch den Verzicht auf jede Ladepausen vollkommen ungestört entfalten kann.

Keine Rahmenhandlung

Die Kampagne ist dagegen eher aus dem Groben geschnitzt. Ein bis zwei kurze Sätze geben jeweils das nächste Etappenziel vor. Das Ziel wird gleichzeitig per Symbol im HUD-Kompass markiert, so dass die Marschrichtung immer klar erkennbar ist. Soweit so gut. Aber Charaktere oder nennenswerte Rahmenhandlung fehlen. Nennenswerte Unterstützung bei der Navigation ebenfalls.

Ob man den Weg am besten zu Fuß, per Jetpack oder an Bord des Raumschiffs erreicht, das obliegt jedermann selbst - konkrete Vorschläge unterbreitet No Man's Sky zu keiner Zeit. Der Spieler darf und muss selbst entscheiden, auf welche Weise er Aufgaben meistern mag. Es geht vorrangig ums Erforschen. Über Planeten reisen, Höhlen erkunden, Alienartefakte entdecken, Pflanzen und Tiere erforschen? Das klingt reizvoll, ist es aber nicht immer.

Immer am Sammeln

Das liegt daran, dass der Hunger nach Ressourcen den Spielfluss häufig ausbremst. Praktisch alles, was man tut, verschlingt Rohstoffe. Selbst bloßes Betrachten einer Planetenoberfläche löst nach kurzer Zeit ein Alarmsignal aus, weil die Atemluft knapp wird oder der Radioaktivitätsschild zu versagen droht. Ständig hängt einem der Tod im Nacken und / oder die Sorge, ob man den Planeten ohne weiteres verlassen kann. Denn ohne Elektronendampf, Zink und Heridium keine Antimaterie. Ohne Antimaterie keine funktionierende Warpzelle. Ohne Warpzelle kein Hyperantrieb. Und ohne Hyperantrieb keine Reise zwischen den Sonnensystemen.

Suche nach Rohstoffen

Die stetig notwendige Beschaffung von Rohstoffen bildet demnach kein zusätzliches Parallel-Entertainment, dem sich Planetenerforscher nach Lust und Laune hingeben. Es ist vielmehr ein Überlebens-Muss. Wer derart fleißiges Grinden mag, dem winkt großes Glück. Beinahe jede Pflanze, jedes Tier, jeder Stein auf jedem Planeten birgt Erze, Metalle oder Mineralien. Außerdem finden sich jede Menge Container mit Inhalten, die sich für das Craften neuer Technologien und das Tuning von Raumschiff und Exo-Schutzanzug eignen. Größeres Inventory, höhere Laufgeschwindigkeit, Powerlaser und Superschutzschild, sowas nimmt man doch immer gerne.

Schießt man im Weltraum einen Frachter schrottreif, purzeln ebenfalls Rohstoffe heraus. Setzt man sich gegen die sogleich heranrückende Weltraumpolizei durch und lasert anschließend dem Piratengeschmeiss eine vor den Latz, löst auch das einen reichen Segen an Erzen und Mineralien aus.

Exotische Tierdeko

Begleitet von meist betulichen Ambientklängen bereist der Spieler eine rohstoffreiche, aber ereignisarme Umgebung. Nur hin und wieder trifft man einen Alienhändler am Computerterminal irgendeiner Minikolonie oder eines Weltraumbahnhofs. Ansonsten machen sich höhere Lebewesen oder interessante Begegnungen rar.

Zwar kreuchen, fleuchten und fliegen Tiere und tierähnliche Kreaturen in den verschiedensten Gestalten über die Planeten. Aber sie reagieren kaum auf die Anwesenheit des Spielers, sind somit eher Dekoration und leisten keinen entscheidenden Beitrag zur Kampagne. Nach zwei langen Abenden mit No Man's Sky reift daher die Erkenntnis, dass die wesentliche Aufgaben unverändert bleibt: Suche Rohstoffe A, B und C und betreibe damit Technologie D, auf dass du deine Sternenreise fortsetzen kannst. Gut, dass gelegentlich spannende Spacefights das Tempo steigern. Ohne sie würde sich das Ganze allzu langweilig anfühlen.

Was uns gefällt

Im Vergleich mit der thematisch ähnlichen Spaceoper "Elite" gibt sich No Man´s Sky deutlich einsteigerfreundlicher. Spaziergänge über Planeten und Flüge durchs Weltall fühlen sich unkompliziert an. Das Andocken an Weltraumstationen beispielsweise geht vollautomatisch vor sich. Etwas mühselig gestaltet sich wiederum das Hantieren mit dreierlei Inventorys für Schiff, Schutzanzug und Waffen beziehungsweise Technologien und das Hin- und Herjonglieren von Rohstoffen zwischen diesen drei virtuellen Zwischenlagern. Nach ein bis zwei Stunden der Eingewöhnung geht aber auch das gut von der Hand. 

Was uns nicht gefällt

Die Diskversion ist unfertig. Wer sie einlegt und startet, wird zum Download eines rund 900 MB großen Day-One-Patchs aufgefordert. Der Patch ändert laut Hersteller-Angaben große Teile des Spiels: Handelssystem und Steuerung sind überarbeitet, Planeten kommen neu dazu oder wurden umstrukturiert, Tiere verhalten sich anders. Hier sind alle Änderungen aufgelistet. Trotz Patch sind aber immer noch Fehler zu beobachten. Beim Warpflug fransen Pixel aus, und bei Texteinblendungen laufen - übrigens äußerst stilsicher eingedeutschte - Sätze über den Bildschirmrand hinaus. 

Fazit

Die Reise ins Zentrum der Galaxie kann und will nicht jedem gefallen. Wer sich gerne von durchchoreographierten Actionproduktionen durch eine fixfertige Abfolge von Ereignissen und Actionszenen lotsen lässt, fliegt vollkommen verkehrt. Man muss offene Welten und freie Entscheidungen schätzen, um an No Man´s Sky Gefallen zu finden. Außerdem geht das stete Grinden nach Rohstoffen einher mit anspruchsvoller Handhabung und stetem Druck im Nacken: Ohne beständigen Rohstoff-Nachschub droht der Heldentod und die Rückversetzung an den letzten Speicherpunkt. Richtig entspannend ist No Man´s Sky also nicht. Fortschritte sind hart erarbeitet und aber auch dementsprechend erfüllend. 

Infos zum Spiel

Titel: No Man's Sky
Genre: Weltraum-Abenteuer
Hersteller: Hello Games
Publisher: Sony
Release: 10. August 2016 (PS4-Version) / 12. August 2016 (PC-Version)
Preis: zirka 60 Euro / zirka 80 Euro (Limited Edition)
System: PC, PS4 
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Wertung: Gut

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