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Markt erfolgreich besetzt  

Pokémon Go dürfte Nintendo noch lange Freude machen

12.08.2016, 10:26 Uhr | jr / ams, rtr

Pokémon Go dürfte Nintendo noch lange Freude machen. Spiele-App Pokémon Go (Quelle: imago)

Spiele-App Pokémon Go (Quelle: imago)

Nintendo kann auf einen langanhaltenden Erfolg seines weltweit begeistert aufgenommenen Smartphone-Spiels Pokémon Go hoffen. Bisher scheint die Konkurrenz jedenfalls wenig zu tun, um den Japanern schnell mit eigenen Angeboten auf den Leib zu rücken.

Pokémon Go: Keine unmittelbaren Konter von der Konkurrenz

Mit Nintendo rivalisierende Firmen wie Sony und Electronic Arts haben nach eigenen Angaben derzeit keinen Pokemon-Klon in Arbeit. Es sei sehr schwer, gegen die Marke Pokemon anzukommen, sagt Sony-Manager Richard Marks und ergänzt, es werde schon ein Pikachu für den Erfolg benötigt. Damit spielt er auf die bekannteste Figur aus der mehr als 140-köpfigen Pokemon-Welt an, die ihre Entstehung bereits vor 20 Jahren mit einer Serie von Videospielen feierte.

Pokemon Go habe den Markt erstmal besetzt, analysiert der Chef des Spiele-Entwicklers N3twork, Neil Young. Er rechne deswegen nicht damit, dass andere Konzerne bald mit einer Kopie folgten. Neben Sony winkte auch schon der finnische Angry-Birds-Entwickler Rovio ab.

Offenbar tut sich die Konkurrenz auch schwer, mit einem Spiel aufzuwarten, dass wie Pokemon Go ständig zwischen der echten und der virtuellen Welt wechselt. Die gesuchten bunten Fantasie-Tierchen erscheinen über die Kamera-Funktion auf dem Bildschirm des Smartphones und verstecken sich gern dort, wo viele Touristen anzutreffen sind. Dies führt schon mal zu Aufläufen von Menschen mit Handys in der Hand. Der ADAC warnte bereits vor Unfällen im Straßenverkehr, weil Spieler nur auf ihr Smartphone schauen und nicht mehr auf ihre Umgebung achten.

Cash-Cow Pokémon Go 

Seit dem Start im Juli wurde das zunächst kostenlose Nintendo-Spiel häufiger heruntergeladen als jedes andere Handyspiel. Die Aktie des Wii- und DS-Konsolenanbieters kletterte seit dem Debüt um mehr als die Hälfte. Geld verdient Nintendo vor allem mit kostenpflichtigen Angeboten für Fans, etwa Glücks-Eier oder Münzen. Analysten schätzen, dass das Spiel auf einen Jahresumsatz zwischen 200 und 500 Millionen Dollar kommen könnte. Um den Erfolg wirklich in bare Münze umzuwandeln, ist Nintendo auf die Tochter Pokémon Go angewiesen, die die Lizenzrechte besitzt. Darüber hinaus sind die Japaner auch am Spiele-Erfinder Niantic beteiligt. Die Google -Abspaltung wird das tragbare Zusatzgerät Pokemon Go Plus vertreiben, das Spieler auf die Monstertierchen hinweisen soll, die sich in der Nähe befinden.

Noch sei nicht überschaubar, welches Potenzial solche Spiele hätten, die zwischen der realen und virtuellen Welt wechselten, sagt Warner-Bros-Manager David Haddad. Bei der Time-Warner -Tochter steckt die Entwicklung eines solchen Spiels derzeit noch in den Kinderschuhen. Konkurrent Zynga - bekanntgeworden mit Facebook -Spielen - prüft derzeit, ob der Einstieg Sinn macht. Lediglich in China - bekannt für seine schnellen Kopien - soll es bereits einen Pokemon-Go-Klon geben.

Anderen Nachmachern dürfte es vor allem schwer fallen, es mit den Landkarten-Kenntnissen des Entwicklers Niantic aufzunehmen. Dessen Chef hat den weltbekannten Geodaten-Dienst Google Earth mitentwickelt. Und Rovio-Manager Wilhelm That, dessen Firma mit dem Computerspiel Angry Birds berühmt wurde, merkt bewundernd an, Pokemon Go habe es geschafft, die Spieler von ihren Sofas loszueisen.

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