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No Man's Sky im Test: Forscher spielen im großen Weltraum-Sandkasten

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Weltraum-Simulation  

No Man's Sky: Forscher spielen im großen Weltraum-Sandkasten

12.08.2016, 11:16 Uhr | dpa-tmn

No Man's Sky im Test: Forscher spielen im großen Weltraum-Sandkasten. In der Weltraum-Simulation No Man's Sky für PS4 und PC kann man mehr als 28 Trillionen prozedural generierte Planeten besuchen. (Quelle: Hello Games)

In der Weltraum-Simulation No Man's Sky für PS4 und PC kann man mehr als 28 Trillionen prozedural generierte Planeten besuchen. (Quelle: Hello Games)

Hello Games hat mit "No Man's Sky" eines der ambitioniertesten Spiele dieses Jahres geschaffen. Auf die Spieler wartet ein quasi unendliches Universum mit Trillionen Planeten, unzähligen Lebensformen - aber auch einigen enttäuschten Erwartungen.

No Man's Sky: Auf der Suche nach neuen Welten

Der Planet vor der Cockpitscheibe des Raumschiffs kommt schnell näher. Beim Eintritt in die Atmosphäre glüht der Hitzeschild - die Steuerung wird schwammig, Kurshalten fällt schwer. In der Tiefe erscheinen orange leuchtende Inseln in einem hellblauen Meer, langsam werden gelbe Palmen und darunter blaue Büsche sichtbar. Eine neue, bizarre Welt, in der einzigartige Wesen und Artefakte einer außerirdischen Zivilisation warten - das ist No Man's Sky von Hello Games.

Bis zu 18 Trillionen dieser Planeten können Weltraumforscher in der Simulation von Hello Games entdecken. Jeder einzelne ist prozedural generiert - ein Computer erstellt mit einer Art Zufallsgenerator Tiere, Pflanzen, Oberflächengestalten, Umweltbedingungen und Ressourcen. Jeder Planet ist anders. Spieler sollen diese Welten entdecken und erforschen. Lebewesen werden gescannt und in eine Datenbank aufgenommen - wer will, kann sie sogar selbst benennen. 

Zu Beginn des Spiels findet man sich auf einem unbekannten Planeten wieder - das eigene Raumschiff ist kaputt. Mehr Informationen gibt es zunächst nicht. Mit einem an "Minecraft" erinnernden System werden Ressourcen wie Eisen oder Plutonium abgebaut und daraus einfache Gegenstände erstellt - natürlich um das Schiff zu reparieren.

Aber Achtung: Auch das eigene Überleben muss gesichert sein. Die Planeten und ihre Bewohner sind mitunter recht feindselig. Mit Rohstoffen müssen die Lebenserhaltungssysteme und der Schutz gegen Hitze und Strahlung aufgeladen werden. Riesige Saurier-artige Wesen oder kleine Raubtiere wollen gelegentlich ihre Kräfte mit dem Spieler messen. Ein Kampf ist nicht immer die beste Lösung. Sind die ersten Aufgaben jedoch erledigt und der Schiffsantrieb repariert, kann die Erforschung des schier unendlich großen Universums richtig beginnen.

Kein gigantisches Multiplayer-Vergnügen 

Bei der Ankündigung des ehrgeizigen Projekts erregte das kleine Indie-Studio Hello Games viel Aufsehen und sorgte für einen gewaltigen Hype - unter anderem mit der Aussage, dass alle Spieler gleichzeitig im selben Universum unterwegs sein würden. Viele Spieler hofften auf ein Multiplayer-Spiel, in dem sie mit Freunden gemeinsam forschen und kämpfen können. Doch diese Hoffnung bestätigt sich zum Start von No Man's Sky nicht. Studiochef Sean Murray betonte vor dem Release, es sei äußerst unwahrscheinlich, dass sich Spieler in dem gigantischen Universum begegneten. Zwei Twitch-Streamer scheinen jedoch schon am ersten Tag genau das geschafft zu haben. Sie kontaktierten sich und landeten auf demselben Planeten - jedoch ohne sich im Spiel zu sehen oder miteinander interagieren zu können.

An dieser Stelle könnten also Erwartungen enttäuscht werden: Wer sich von No Man's Sky ein gewaltiges Multiplayer-Vergnügen in den Weiten des Weltraums versprochen hat, wird kaum zufrieden sein. Das Indie-Game, an dem gerade mal eine Handvoll Entwickler gearbeitet hat, wird den hohen Erwartungen vieler Spieler nicht gerecht.

Zentrales Spielprinzip: Das Erkunden auf eigene Faust  

Spaß an No Man's Sky werden vor allem jene haben, die gerne fremde Welten für sich selbst erkunden. Zwar gibt es anfänglich einen roten Faden, und auch später soll es nach Entwickler-Angaben eine Story geben. Doch viele Geschichten müssen die Spieler selbst schreiben. Hilfreich wäre dabei, wenn sie auf Karten zurückgreifen könnten - schon auf dem ersten Planeten kann man sich leicht in einer Höhle verirren. Später im Spiel wäre es dann praktisch, seinen eigenen Weg durch die Galaxie nachvollziehen zu können oder sich die Planetenkonstellation in einem Sonnensystem genauer anzusehen.

Darüber hinaus gibt es noch kleinere Fehler - zum Beispiel bleiben Tiere an Kanten hängen oder Gebäude werden zur Hälfte im Wasser platziert, so dass sie der Spieler nicht erreichen kann. Insgesamt aber ist "No Man's Sky" ein echter Hingucker und macht mit seinen bunten Farben und merkwürdigen Wesen auf bizarren Planeten einiges her. Auch der Soundtrack mit Musik der Postrock-Band 65daysofstatic ist gelungen und erinnert an den Film "Interstellar".

Wie groß und spannend das Spiel letztlich ist, liegt an den Spielern selbst. Hello Games hat ihnen einen riesigen Sandkasten gegeben, in dem sich Schätze verstecken - und die Spieler sind gefordert, sie zu finden. Mit Updates werden die Entwickler außerdem weitere Inhalte liefern - der Bau eigener Basen ist angekündigt. Spieler sollen bald auch ihre eigenen Raumfrachter steuern können.

"No Man's Sky" ist freigegeben für Spieler ab zwölf Jahren und kostet rund 60 Euro. Das Spiel ist für Playstation 4 und Windows-PC erhältlich und wurde von der USK mit der Alterseinstufung "Ab 6 Jahren" freigegeben. .

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