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Test zu Deus Ex: Mankind Divided

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Test zu Deus Ex: Mankind Divided | Rollenspiel | PC, PS4, Xbox One  

Science-Fiction-Thriller für Schleich-Fans

19.08.2016, 14:38 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zu Deus Ex: Mankind Divided. Deus Ex: Mankind Divided kommt langsam in Fahrt, aber dann packt es einen so richtig. (Quelle: Square Enix)

Deus Ex: Mankind Divided kommt langsam in Fahrt, aber dann packt es einen so richtig. (Quelle: Square Enix)

Die hochgelobte "Deus Ex"-Saga startete im Jahr 2000 unter der Federführung von Entwickler-Legende Warren Spector und hat bislang zwei Nachfolger sowie den Mobile Games-Ableger "The Fall" hervorgebracht. Nun wagt sich Eidos Montreal mit "Deus Ex: Mankind Divided" an den nächsten Teil der beliebten Spiele-Reihe. Das Action-Rollenspiel erscheint am 23. August 2016 für PC, PS4 und Xbox One und beweist einmal mehr, dass Games aus der Ego-Perspektive nicht zwangsläufig lineare Ballerorgien sein müssen

Eine Geschichte von Hass und Intoleranz 

Deus Ex: Mankind Divided entführt den Spieler in eine finstere Zukunft. Im Jahr 2029 steht die Menschheit am Scheideweg, die Auswirkungen des technologischen Fortschritts spalten die Bevölkerung. Menschen mit kybernetischen Gliedmaßen - sogenannten Augmentierungen - sind Ausgestoßene und werden in Ghettos eingepfercht. Zu Beginn des Spiels erschüttert ein Bombenanschlag die tschechische Hauptstadt Prag. Doch wer steckt dahinter? Waren es Terroristen oder gar eine viel größere Macht? 

Der bereits aus den früheren Teilen der Deus-Ex-Serie bekannte Agent Adam Jensen erlebt die Explosion am eigenen Leib mit und geht als Ermittler für Interpol auf Spurensuche. Mankind Divided jongliert in den umfangreichen Dialogsequenzen geschickt mit Intrigen, Gerüchten und Verschwörungen. Der Spieler kann niemandem trauen, denn letztlich verfolgen selbst Verbündete wie die patente Alex Vega vom Janus-Kollektiv oder Jensens Boss Jim Miller ihre eigenen Ziele. 

Spiele-Videos 
Deus Ex: Mankind Divided - Launch Trailer

Adam Jensen im Kampf für Gerechtigkeit im Jahr 2029. Video

Erfolge, aber auch Misserfolge haben in diesem Abenteuer handfeste Konsequenzen, und so wird man immer wieder vor wichtige Entscheidungen gestellt. An einer Stelle muss man sich gar überlegen, wem man wichtige Informationen aushändigt - Vega oder Miller.

Der Weg ist das Ziel

Nicht nur in punkto Erzählweise gönnt einem das Action-Rollenspiel viele Freiheiten, auch die Spielwelt selbst präsentiert Eidos Montreal offener und umfangreicher als noch im Vorgänger. Adam Jensen ermittelt beispielsweise in verschiedenen Vierteln Prags, in einer verstecken Forschungsstation in den Alpen und in einem Bürokomplex in London. Die Areale sind dabei angenehm weitläufig, auch wenn Deus Ex: Mankind Divided kein traditionelles Open-World-Spiel à la "Assassin's Creed: Unity" oder "GTA 5" ist. 

Trotzdem sind gerade die Gebiete in Prag mehr als groß genug, um darin Haupt- und Nebenaufgaben zu verpacken. Letztlich müssen Sie nur die markierten Story-Missionen zwingend absolvieren. Alles andere kann man erledigen, obligatorisch ist es aber nicht. Wer allerdings die Spielwelt in ihrer Gänze ergründen möchte, wird nicht um Detektivarbeit und reichlich Lesestoff herumkommen. Die Details hinter den Gruppierungen, den Charakteren und der Geschichte selbst baut man sich mit der Zeit aus gesammelten Informationen mit Hilfe von PDAs, Zeitungen oder sogar TV-Nachrichtensendungen zusammen.

Wir müssen reden 

Ähnlich vielfältig zeigen sich auch die Missionen. Wie üblich entscheidet man selbst, wie man vorgehen möchte. In einem der ersten Einsätze muss Jensen etwa für den Tüftler Koller einen Kalibrator besorgen. Dieser befindet sich allerdings in den Händen des machthungrigen Gangster-Bosses Otar. Wie geht man nun vor? Friedfertige Naturen suchen das Gespräch, stehen dann aber in der Schuld des Schurken. Aggressive Spieler greifen direkt zur Waffe und schießen sich den Weg frei. Dadurch gehen aber auch zusätzliche Aufträge verloren. Schleicher suchen sich gar einen alternativen Weg in die Büros des Möchtegern-Paten und stibitzen das Gerät. Leises Vorgehen wird übrigens stärker belohnt: Wer clever agiert, bekommt mehr Erfahrungspunkte und kann so Jensens Fähigkeiten besser aufwerten. 

Klasse: Die Missionsarchitektur ist darauf ausgelegt, dass jeder Spieler Einsätze so angehen kann, wie es ihm beliebt. Wenn beispielsweise die Hacking-Fertigkeiten nicht ausreichen, um eine Tür zu knacken, dann gibt es garantiert irgendwo einen Lüftungsschacht. Schaut man sich nur geduldig genug in der Umgebung um, wird man den Lösungsweg finden. Obwohl Deus Ex: Mankind Divided auf Bildern wie ein Shooter anmutet, ist hier doch viel Kalkül und Taktik gefragt. Selbst mit guter Ausrüstung hat Jensen nämlich gegen die clever agierenden KI-Soldaten keine Chance. 

Ebenfalls sehr schön: Man kann Konflikte mit wichtigen Persönlichkeiten ausdiskutieren. In solchen Situationen muss man entweder die gut umgesetzten Gesichtsausdrücke er der Kontrahenten deuten, oder man verlässt sich auf eine weiterführende Augmentierung, welche die Körperwerte des Gegenübers anzeigt.

Die Mensch-Maschine

Geplantes Vorgehen und das Benutzen von Jensen Augmentierungen sind daher unbedingt notwendig. Auf Tastendruck klemmt sich der Agent an Wände. Mit Hilfe des Digitalkreuzes auf den Konsolen-Pads oder der Hotkeys in der PC-Version aktiviert man die elektronischen Helfer. Diese reichen von passiven Verbesserungen der Lebensenergie bis hin zu experimentellen Fertigkeiten wie dem Hacken aus der Distanz oder einem Tesla-Schocker. Besagte experimentelle Augmentierungen können zumindest in der ersten Hälfte des Spiels nur begrenzt eingesetzt werden. Später fällt diese Barriere, wodurch man Jensen gegen Ende zum wahren Hightech-Panzer aufgerüstet hat. 

Das Handling von Deus Ex: Mankind Divided ist trotz verschiedener Steuerungsmodelle komplex. Und gerade die Deckungsmechanik funktioniert nicht immer tadellos, da Jensen nur hinter vorgefertigten Deckungsmöglichkeiten, nicht aber hinter beweglichen Hindernissen Stellung beziehen kann. Auch die Waffen- und Augmentierungsnavigation über das Auswahlrad ist nicht immer handlich. 

Trotzdem spielt sich das Action-Rollenspiel angenehm fordernd und motiviert mit seinen abwechslungsreichen Aufgaben. Nicht alle Quests zünden sofort, und speziell in der Anfangsphase des Spiels stochert man im Dunkeln. Erst mit der Zeit nimmt das Spiel an Fahrt auf, bietet dann aber viele denkwürdige Momente. 

Als Abwechslung zu der vergleichsweise gemächlichen Story bietet Deus Ex: Mankind Divided den launigen "Breach"-Modus, in dem Spieler in einer VR-Umgebung Daten hacken und exfiltrieren müssen. Hier geht es deutlich flotter zu, allerdings rückt die Geschichte in den Hintergrund. 

Was uns gefällt 

Die Entwickler präsentieren Deus Ex: Mankind Divided als das erwartet ernste Science-Fiction-Abenteuer mit vielen spielerischen und erzählerischen Freiheiten. Ähnlich wie die Vorgänger glänzt auch der aktuelle Ableger durch seine komplex verwobene Story und die zahlreichen spielerischen Möglichkeiten. Entscheidungen haben hier eine gewisse Tragweite und die eigene Art zu spielen, hat mitunter spürbare Konsequenzen. Ob man nun als Leisetreter, Hacker oder Ballermann unterwegs ist, bleibt jedem selbst überlassen - das neue Deus Ex gibt sich gewohnt facettenreich. Das Charaktersystem wiederum unterstützt diese Grundausrichtung und erlaubt das gezielte Aufwerten bestimmter Funktionen. 

Was uns nicht gefällt 

Trotz allen Lobes läuft Deus Ex: Mankind Divided leider nicht immer rund: Die Konsolenversionen kranken unter gelegentlichen Rucklern. Darüber hinaus ist die Deckungsmechanik nicht vollends kalkulierbar, was gelegentlich zu Problemen führt. Die Steuerung bleibt weiterhin komplex und benötigt einige Einarbeitung. Im Test fielen zudem Kleinigkeiten wie Übersetzungsfehler und eine nicht immer lippensynchrone Sprachausgabe auf. 

Fazit 

Deus Ex: Mankind Divided erinnert an eine spannende Science-Fiction-Serie: Es kommt langsam in Fahrt, aber dann packt es einen so richtig. Dank vielfältiger Möglichkeiten und echter Konsequenzen ist das Action-Rollenspiel ein echter Sommer-Hit. 

Infos zum Spiel

Titel: Deus Ex Mankind Divided 
Genre: Action-Rollenspiel  
Hersteller: Eidos Montreal
Publisher: Square Enix   
Release-Termin: 23. August 2016   
Preis: zirka 50 Euro (PC) / zirka 70 Euro (Konsole
System: PC, PS4, Xbox One 
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren  
Wertung: Sehr gut 

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