Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Defend your Crypt im Test: Tod den Grabräubern

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Test zu Defend your Crypt | Strategie/Tower Defense | PC, Wii U, 3DS  

Tod den Grabräubern

29.08.2016, 16:38 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Defend your Crypt im Test: Tod den Grabräubern. Die liebevolle Pixelgrafik macht einen großen Teil des morbiden Charmes von Defend your Crypt aus. (Quelle: Ratalaika Games)

Die liebevolle Pixelgrafik macht einen großen Teil des morbiden Charmes von Defend your Crypt aus. (Quelle: Ratalaika Games)

Monat für Monat erscheinen im "Nintendo eShop" preiswerte 3DS-Download-Perlen, die oft niemand auf dem Schirm hat. "Defend your Crypt" vom Indie-Entwickler Ratalaika Games ist eine davon. Die Grundidee der Fünf-Mann-Truppe aus Spanien: Das hektische Gewusel des Puzzlespiel-Klassikers "Lemmings" mit den Grundprinzipien eines Tower-Defense-Games vermischen. Was bleibt, ist mitreißende Strategie-Unterhaltung, die Spieler wahlweise auch auf PC und Wii U erleben dürfen

Eindringlinge nicht erwünscht 

Das Grundprinzip von Defend your Crypt ist so simpel wie genial: Sie sind der emsige Geist des Pharao und müssen gierige Grabräuber davon abhalten, die Schatzkammern Ihrer letzten Ruhestätte zu erreichen. Mittel zum Zweck sind tödliche, an fest vorgegebenen Stellen installierte Fallen: Einbrechende Gruben, nach oben schießende Stacheln, seitwärts heranschnellende Speere, fiese Wasserkammern - die findigen Ingenieure haben wirklich ganze Arbeit geleistet, um das in schicker 2D-Pixelgrafik präsentierte Pyramiden-Labyrinth vor Feinden zu schützen. 

Ohne Schädel geht gar nichts 

Bevor eine Falle einsatzbereit ist, muss sie jedoch zunächst einmal scharfgemacht werden. Das wiederum geschieht mit einer jeweils vorgegebenen Anzahl von Schädeln. Die kleinste Version der Stachelfalle etwa kostet vier Schädel. Wer exquisitere Todbringer wie Stampf-, Skorpion- oder Flammenwerfer-Fallen verwenden will, muss deutlich tiefer ins Schädel-Portemonnaie greifen.

Wichtig: Damit eine Falle ihren Zweck erfüllt und Sie neue Schädel dazuverdienen (einer pro Leiche), müssen Sie die Falle genau dann anklicken, wenn ein Feind drüber beziehungsweise daran vorbeiläuft. In der Aufwärmrunden ein Kinderspiel. Je mehr Räuber gleichzeitig und in schneller Abfolge in Richtung Grabkammer preschen, desto schwieriger wird es jedoch, alle verfügbaren Fallen effektiv zu koordinieren.

Mal flink, mal stämmig 

Apropos Räuber: Die stürmen in verschiedenen Varianten heran. Der Standardscherge ist verhältnismäßig träge, kann dafür aber über Abgründe springen und Leitern erklimmen. Deutlich gefährlich wird es, wenn sich die ebenso befähigten Runner auf den Weg machen. Sie rennen mehr als doppelt so schnell wie ihre Kollegen. Wer sie nicht zeitnah ins Nirwana schickt, hat ein echtes Problem und bald keine Schätze mehr.

Im letzten Drittel der Kampagne gesellen sich dann noch Kraftprotze dazu. Sie sind stark wie ein Stier und zäh wie eine Kakerlake. Um sie zu Fall zu bringen, sind mindestens zwei Pfeile nötig. Stampffallen wiederum drücken sie einfach wieder nach oben, und auch plötzlich auftauchende Löcher im Boden können ihnen nichts anhaben. Bestes Gegenmittel: Gut getimte Stachel-, Speer- oder Feuerfallen.

Gutes Timing ist alles 

Im Gegensatz zum klassischen Tower-Defense-Spiel mit Draufsicht-Perspektive können Sie Verteidigungsanlagen bei Defend your Crypt übrigens weder aufrüsten noch verkaufen. Stattdessen sind vor allem Übersicht und präzises Timing beim Anklicken der Fallen gefragt. Aktiviert man beispielsweise eine Bodenfalle zu früh, erkennt der betroffene Dieb die List und springt keck hinüber. Wird die Falle zu spät in Gang gesetzt, schießen Stachelspitzen, Flammenschlund und so weiter am Ziel vorbei.

Erschwerend kommt hinzu, dass einmal aktivierte Fallen erst nach Verstreichen einer bestimmten Abklingzeit wieder zur Verfügung stehen. Wie lange Sie Däumchen drehen müssen, zeigt ein hellblaues Balkendiagramm neben der jeweiligen Falle. Wundern Sie sich allerdings nicht, wenn der Timer bei besonders mächtigen Exekutionswerkzeugen wie Wasserfallen oder Skorpion-Käfigen nur ganz langsam runterzählt.

Pausieren ist nicht gestattet 

Eine taktische Pause-Funktion, wie man sie etwa aus Lemmings kennt, gibt es hier nicht. Man darf das Spiel zwar auf Knopfdruck anhalten, der Blick aufs Spielfeld wird dabei jedoch verwehrt. Zusätzlicher Nervenkitzel in der 3DS-Fassung: In späteren Levels erstreckt sich das Spielfeld über mehrere Bildschirme, zwischen denen man mit Hilfe von zwei Pfeiltasten rechts unten im Bild beliebig wechseln darf.

Entspannter Einstieg 

Klingt unterm Strich alles ziemlich komplex? Keine Sorge. In einem kurzen Tutorial vor Spielbeginn fasst das knochige Abbild des Pharaos noch einmal alle Grundlagen zusammen. Werden neue Fallen und Einheiten eingeführt - was erfreulicherweise recht regelmäßig geschieht - macht sich der verweste Tipp-Onkel ebenfalls bemerkbar. In der 3DS-Fassung haben Sie zudem jederzeit Zugriff auf das Handbuch, welches allerdings nur in Englisch und Spanisch vorliegt.

Was uns gefällt 

Seien es nun die witzigen Gurgelgeräusche, wenn ein Dieb in einer Wasserfalle jämmerlich ersäuft, die ulkigen Gedankenblasen, die den Gemütszustand der Grabräuber anzeigen, oder die übertriebenen Blutspritzer, wenn eine Falle zuschnappt - die liebevolle Pixelgrafik macht einen großen Teil des morbiden Charmes von Defend your Crypt aus. Nicht zu vergessen: die präzise Steuerung und der prima ausbalancierte Schwierigkeitsgrad. Schön zudem, dass die Indie-Entwickler einen besonders kniffligen Hard-Modus integriert haben. Um diesen freizuschalten, wollen allerdings erst 54 Schädel gesammelt werden.

Ebenfalls vorbildlich: Das Spiel ist - zumindest auf dem PC - in acht verschiedenen Sprachen synchronisiert. Und: Die Hardware-Anforderungen auf PC sind vergleichsweise moderat. Ein Zwei-Kern-Prozessor mit 2 Gigahertz, 512 MB RAM, eine Grafikkarte auf dem Niveau einer Geforce 8600 sowie elf MB Festplattenspeicher genügen. 

Was uns nicht gefällt 

So motivierend das Spielprinzip auch sein mag, die Musik geht einem etwa nach einer Dreiviertelstunde auf den Geist. Nicht etwa, weil sie langweilig klingt, sondern weil letztendlich kaum unterschiedliche Musikstücke vorliegen. Dass die Macher auf Nintendo-Systemen keinen 3D-Modus implementieren, sorgt genauso für Punktabzüge wie die klägliche Anzahl von gerade einmal 16 (Steam-)Errungenschaften. 75 Prozent davon hat man bereits nach zwei Stunden freigeschaltet. 

Fazit 

Defend your Crypt fühlt sich an wie eine durchgeknallte Mischung aus Lemmings und Tower-Defense-Spiel. Es macht einfach unglaublich Laune, den putzig animierten Pixel-Grabräubern mit immer neuen Fallen die Lebenslichter auszublasen. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich kontinuierlich, gleichzeitig finden auch Einsteiger dank regelmäßiger Hilfe-Bildschirme schnell rein. Einziger Wermutstropfen: die insgesamt 30 Level sind viel zu schnell durchgespielt. Zum Sparpreis von gerade mal drei Euro stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis hier jedoch allemal. 

Infos zum Spiel

Titel: Defend your Crypt 
Genre: Strategie/Tower Defense 
Hersteller / Publisher: Ratalaika Games   
Release-Termin: Im Handel 
Preis: zirka drei Euro 
System: PC, Wii U, 3DS 
USK-Freigabe: Nicht geprüft   
Wertung: Gut 

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal