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Test zu Assoluto Racing | Arcade-Fahrsimulation | iOS, Android  

Das mobile Möchtegern-Gran Turismo

02.09.2016, 16:10 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Das mobile Möchtegern-Gran Turismo. In Assoluto Racing muss man Lust am Kampf gegen die Stoppuhr haben und den Platz an der Spitze des Zeitentableaus erkämpfen wollen. (Quelle: Infinity Vector)

In Assoluto Racing muss man Lust am Kampf gegen die Stoppuhr haben und den Platz an der Spitze des Zeitentableaus erkämpfen wollen. (Quelle: Infinity Vector)

Wenn es groß ist, möchte es gern so sein wie Gran Turismo. Sonys Top-Rennsimulation für die Playstation dient dem Mobile-Racer Assoluto Racing des Indie-Entwicklers Infinity Vector für iOS- und Android-Smartphones ganz klar als Quelle der Inspiration. 

Wo sind die Rennen abgeblieben?

Die edle Aufmachung, der cleane Look und die softe Loungemusik gleichem dem Vorbild wie eine Radmutter der anderen. Bei genauerem Hinsehen fehlt dann aber doch etwas Entscheidendes: Die Positionskämpfe.

Dabei beginnt alles so vielversprechend. Assoluto Racing lädt zunächst zu einer Schnupperrunde in einer detailverliebt modellierten Nachbildung des Peugeot-Coupé RCZ ein. Was es da zu sehen gibt, das sieht ungewöhnlich gut aus für ein Smartphone-Game. Detaillierte Grafik, starker Motorsound und geschmeidiger Bildaufbau mit 60 Frames pro Sekunde machen Lust auf mehr. 

Prima Handhabung

Kurve um Kurve geht einem die Steuerung per Bewegungs-Sensor und Touchscreen ins Blut über. Der Daumen auf der rechten Bildhälfte aktiviert das Gas, der Daumen auf der linken Bildhälfte bremst. Passt. Mit einem Kippen des Smartphones lenkt die Fuhre ein und lässt sich verlässlich durch eine schnelle Links-Rechts-Schikane balancieren.

Derartig in seinem Selbstvertrauen gestärkt wendet sich der angefixte Pilot sehr gerne der Fahrschule zu. Hier sammelt man erste Erfahrungen mit Lizenz-Tests, genau wie das im großen Vorbild Gran Turismo der Fall wäre. Das Auto auf der karierten Fläche punktgenau stoppen oder eine Kurvenkombination in vorgegebener Zeit meistern: das sind die nicht immer ganz leicht zu meisternden Aufgaben, an denen Einsteiger einiges zu knabbern haben werden.

Sieben Rennstrecken

Dass das Game nach Fehlversuchen kurz nachlädt und ein neuer Anlauf also erst nach einigen Augenblicken stattfinden kann, steht dem Spielfluss ein kleines bisschen im Weg. Aber davon abgesehen wirkt das alles sehr erwachsen.

Danach macht man sich auf die Hast nach Bestzeiten. Wechselnde Fantasie-Rundstrecken mit erfundenen Namen wie AR Official Raceway, Blue City, Yamagata Circuit dienen als schön anzuschauende, wenn auch nicht allzu abwechslungsreiche Kulissen. Stimmung und Streckenverlauf erinnern an Hockenheim, Suzuka und Stadtkurse aus anderen Racing-Games.

Wirklich kein Positionskampf?

Je nach Spielmodus wird die Zeit bereits nach einer Runde genommen und in der Online-Tabelle eingetragen, oder die Zielflagge winkt erst nach zehn Runden. Alles eine Frage der Einstellungen. Nach den ersten paar Bronze-, Silber- und Goldmedaillen frägt man sich allerdings: Ja, und wo sind die Computergegner, wann kämpfe ich endlich um Positionen?

Training des Fahrkönnens

Die Antwort lautet frustrienderweise: In dieser Spielversion von Assoluto Racing gar nicht. Nach aktuellem Stand der Dinge ist Assoluto Racing ein reiner Fahrsimulator. Der Spieler trainiert sein Fahrkönnen anhand von Vergleichen mit eigenen Bestzeiten oder mit dem Onlineranking anderer Gamer.

Dass es zu keinen Positionskämpfen kommt, muss nicht grundsätzlich negativ sein - das gesamte Genre der Rallyegames funktioniert so, und nicht eben schlecht. Allerdings wecken Bilder, Fahrzeugsauswahl und eben der Titel halt die Hoffnung auf Wettbewerbe, bei denen der Spieler Gegner aus dem Computer oder solche aus Fleisch und Blut besiegen und Podestplätze oder Meisterschaftspunkte ernten könnte. Diese Erwartungen werden enttäuscht.

Was uns gefällt 

Bei Smartphone-Rennspielen stehen gewöhnlich Fantasiefahrzeuge am Start. Das spart Lizenzkosten. Das Assoluto Racing aber egal. Das Game fährt 13 nicht ganz alltägliche Sportfahrzeuge von Honda, Mitsubishi, Nissan und Peugeot an den Start. Vom Peugeot RCZ über den Nissan GTR bis zum Honda NSX sehen die Fahrzeuge sehr originalgetreu aus - und man meint sogar, gewisse Unterschiede beim Fahrverhalten zu spüren. Fronttriebler schieben in zu schnell angefahrenen Kurven geradeaus, Hecktriebler geraten bei zu hohem Kurventempo aus der Balance und driften ins Abseits. Solche Eigenheiten kennen- und meistern lernen, das ist ein wesentlicher Teil des Spielspaßes.

Was uns nicht gefällt

Die Originaltreue endet allerdings an der Außenhaut der Fahrzeuge: Eine Cockpitperspektive gibt es für kein Geld der Welt, und das, obwohl Assoluto Racing sonst keine Scham in Sachen Handaufhalten kennt.

Ähnlich wie die Free-to-Play-Rennspiele CSR Racing und Real Racing 3 findet Assoluto Racing zwar kostenlos den Weg auf das Smartphone. Zu verschenken hat das Spiel trotzdem nichts: Wer seinen Fuhrpark auf die Schnelle erweitern und nicht zeitaufwendig freispielen möchte, kann tief in die Tasche greifen. Das teuerste In-App-Kaufpaket kostet sage und schreibe 99 Euro. 

Fazit

Lust, die Stoppuhr zu unterbieten und den Platz an der Sonne des Zeitentableaus zu erkämpfen? Bock auf eine Handvoll originalgetreu simulierte Sportautos aus Frankreich und Japan? Wem das reicht, der wird Assoluto Racing vergnüglich finden und Grafik, Motorsound und Steuerung auf höchstem Niveau wahrnehmen.

Irritierend finden wir halt, dass der Titel Racing verspricht. Racing im Zusammenhang mit Sportautos und Rundstrecken bedeutet für die meisten Motorsportliebhaber halt Wettkampf um Positionen. Genau das findet aber nicht statt. Assoluto Racing fokussiert einzig und allein auf die Jagd nach Bestzeiten auf sieben Rennstrecken. Das ist ein bisschen wenig, selbst für ein Free-to-Play-Game. 

Infos zum Spiel 

Titel: Assoluto Racing 
Genre: Arcade-Fahrsimulation
Publisher / Hersteller: Infinity Vector
Release: Im Handel  
Preis: Free-to-Play (finanziert über In-App-Käufe) 
System: iOS, Android
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Befriedigend

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