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Hearthstone: Test zum Add-on Eine Nacht in Karazhan

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Test zu Hearthstone: Eine Nacht in Karazhan | Sammelkartenspiel | PC, Android, iOS  

Boogie Nights in Karazhan

13.09.2016, 14:08 Uhr | Heinrich Lenhardt (tz), Medienagentur plassma

Hearthstone: Test zum Add-on Eine Nacht in Karazhan. Trotz Spielwitz und Kartenknüllerdichte kommt Hearthstone: Eine Nacht in Karazhan nicht ganz an das vorherige Abenteuer heran.  (Quelle: Blizzard)

Trotz Spielwitz und Kartenknüllerdichte kommt Hearthstone: Eine Nacht in Karazhan nicht ganz an das vorherige Abenteuer heran. (Quelle: Blizzard)

Der Magierturm Karazhan ist in der "Warcraft"-Welt eine eher ernste Angelegenheit, "WoW"-Spieler kennen ihn als verwunschene Ruine. Doch wenn das kecke Kartenstrategiespiel "Hearthstone" sich des Themas annimmt, ist das Grund zum Schmunzeln. Da bittet Magier Medivh zu einer rauschenden Party und wird von einem ungebetenen Gast entführt. Um den Hausherren zu retten, legen wir uns mit 13 Computergegnern an und erbeuten dabei 45 neue Spielkarten.

Night Fever

Die Menümusik klingt etwa so, als hätten sich die Bee Gees in eine Taverne von Azeroth verirrt und nach dem dritten Donnerbräu eine Jamsession mit der Hausband angezettelt. Fast erwarten wir, dass John Travolta in seinem "Nur Samstag Nacht"-Outfit antanzt, doch unser charmanter Gastgeber ist ein gewisser Medivh. Richtig, der Wächter von Tirisfal, eine der tragischeren Figuren der Warcraft-Geschichte. Doch bevor er in seiner Isolation depressiv wurde und sich mit zwielichtigen Orc-Hexenmeistern einließ, war Medivh auch mal ein lebenslustiger junger Hüpfer, dessen Partys zu den gesellschaftlichen Highlights in Azeroth gehörten.

Der ehrwürdige "Bewahrer der Geheimnisse" als Disco-Platzhirsch mit hedonistischem Augenzwinkern – auf so eine wunderbar bescheuerte Idee können ja nur die Scherzkekse des Entwicklerteams von Hearthstone kommen. Das digitale Sammelkartenspiel macht sich seit gut zwei Jahren mit den Charakteren und Schauplätzen der Fantasywelt seinen Spaß. Warum also nicht Karazhan in Partylaune mit 70er-Jahre-Vibes und juxigen Raid-Bossen?

Verlässlicher Kartenzuwachs

Hearthstone-Veteranen kennen das Spielchen mittlerweile: Blizzard veröffentlicht abwechselnd Erweiterungen mit um die 130 neuen Karten und sogenannte Abenteuer, bei denen es nur 45 Karten gibt, dafür aber auch kleine Storyelemente und Duelle gegen Computergegner. Das Schöne an den Abenteuern ist ihre Berechenbarkeit: Welche Karten in Erweiterungspäckchen stecken, bestimmt der Zufall – doch bei Abenteuern sind konkrete Belohnungen garantiert. Zwar müssen wir die auf vier Flügel verteilten Gegner besiegen und zusätzliche Klassenherausforderungen meistern, um die Schätze abzustauben. Aber der Schwierigkeitsgrad ist niedrig angesetzt, damit auch Einsteiger mit kleiner Sammlung eine Chance haben.

Das neue Abenteuer "Eine Nacht in Karazhan" hat eine kostenlose Prolog-Mission, für die es bereits zwei Karten gibt. Für den Rest der Feierlichkeiten ist eine Teilnahmegebühr fällig, damit sich Medivh auch Discokugel, Schaumwein und Salzstangen leisten kann. Wie von Hearthstone gewohnt, können wir mit gespartem Spielgold zahlen oder rund 18 Euro hinblättern, um alle vier Flügel zu betreten.

Scherben, Schach und zarte Liebe

Kaum hat uns Turmwärter Moroes in Karazhan begrüßt, wird Medivh von Prinz Malchezaar entführt: Der WoW-Schlachtzugsboss hatte keine Einladung erhalten und ist entsprechend stinkig. Wir müssen uns bis zur Turmspitze vorkämpfen, um den Gastgeber und damit die Party zu retten. Bosse und Schauplätze des klassischen Karazhan-Dungeons von World of Warcraft werden dabei liebevoll aufgegriffen, aber Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Spielerisch erwarten uns Variationen der Hearthstone-Grundregeln, bei denen wir die richtigen strategischen Antworten auf die Sonderfähigkeiten der Computergegner finden müssen.

Schon in der Küche bekommen wir es mit magischem Geschirr und Besteck zu tun, das sich mit den richtigen Zaubersprüchen schnell bändigen lässt. Der Salon-Auftaktflügel enthält auch eine Hommage an das Karazhan-Schachspiel aus WoW. Ausgespielte Diener attackieren am Ende einer Runde automatisch ihr Gegenüber; sind sie zwischen zwei Gegnern platziert, bekommen beide den Schaden ab. Dieses originelle Duell ist ein früher Höhepunkt der Erweiterung, die nicht immer mit derart einfallsreichen Spielmechaniken glänzt.

Im Theater-Flügel ist die Hearthstone-Interpretation von "Romeo und Julia" am Witzigsten: Solange Diener Romulo auf dem Spielfeld weilt, ist die von ihm beschützte Julianne immun – und für vier Manapunkte ruft sie den abservierten Süßen erneut herbei. In der Menagerie kann Terestian Siechhuf nicht direkt angegriffen werden, nur die Vernichtung seiner widerlichen Wichtel tut ihm weh. Die interessanteste Herausforderung in der abschließenden Turmspitze ist das Duell mit dem Drachen Nethergroll. Hier spielt die Dienerplatzierung eine große Rolle, damit wir die Wirkung von zwei Portalen für uns beanspruchen.

Nicht immer sexy, aber solide Karten

In spielerischer Hinsicht ist die Nacht in Karazhan nett, aber nicht ganz so unvergesslich, wie uns die Einladung glauben ließ. Etwa die Hälfte der 13 Bosskämpfe wirkt etwas uninspiriert, ist schnell gewonnen und ähnlich schnell wieder vergessen. Das Schachspiel im ersten Flügel setzt die Messlatte hoch, dem restlichen Abenteuer fehlt es etwas an solchen Highlights. Wenigstens trösten witzige Texte über die aufkommende Routine hinweg. Die neuen Karten wirken auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär. Es fehlen auffällige Wirkungsknaller wie Brann Bronzebart oder Reno Jackson aus dem vorherigen Abenteuer "Die Forscherliga". Doch man sollte die Ausbeute von Eine Nacht in Karazhan nicht unterschätzen. Es gibt eine Reihe sinnvoller Ergänzungen für die Sammlung, die vom Wildtier-Druiden bis zum Kartenabwurf-Hexenmeister alle möglichen Decktypen unterstützen.

Lassen Sie sich überraschen

Der Zufall spielt weiterhin eine gut spürbare Rolle bei Hearthstone, Karazhan hat einige Karten mit unberechenbaren Nebenwirkungen auf Lager. Neue Zauber beschwören willkürliche Diener einer bestimmten Manaklasse, und es gibt auch manchen Kampfschrei, deren Wirkungswucht vom Zufall bestimmt wird. Die neue legendäre Karte Barnes kostet gerade mal 4 Mana und ruft die 1/1-Kopie eines zufälligen Dieners aus unserem Deck herbei. Kommt dabei ein extra Ragnaros oder eine schöne Sylvanas aufs Brett, ist die Freude natürlich groß.

Interessant ist auch der legendäre Kurator, der auf einen Schlag je einen Murloc, einen Drachen und ein Wildtier unseres Decks aufs Spielbrett befördert. Wer einfach mehr legendäre Spielsachen haben möchte und dabei der Glücksfee vertraut, sollte Prinz Malchezaar berücksichtigen: Der mischt zu Beginn der Partie drei (natürlich zufällige) legendäre Karten ins Deck.

Was uns gefällt

Die Karazhan-Komödie bietet eine sichere Kartenausbeute zum fairen Preis und bringt neuen Schwung in jede Decksammlung. Angenehm entspannter Schwierigkeitsgrad, optionaler heroischer Modus für Könner. Sehr charmante und witzige Präsentation. Bei den 13 Computergegnern gibt es manchmal einfallsreiche neue Spielmechaniken...

Was uns nicht gefällt

... doch clevere Ideen wie das Schachduell sind eher die Ausnahme als die Regel, einige Bosse wirken etwas bieder. Auch bei den 45 Karten gibt’s ein paar Ausfälle wie den vielfach kritisierten Priester-Zauber "läutern".

Fazit

Eine Nacht in Karazhan hat den witzigsten Hearthstone-Trailer, doch Spielwitz und Kartenknüllerdichte kommen nicht ganz an das vorherige Abenteuer Die Forscherliga heran. Dennoch lohnt sich der Besuch bei Disco-Medivh für Einsteiger und Veteranen. Die neuen Karten lassen sich leicht erspielen und im Gegensatz zum Päckchenerwerb ist man nicht auf den Zufall angewiesen.

Infos zum Spiel

Titel: Hearthstone - Eine Nacht in Karazhan
Genre: Online-Sammelkartenspiel
Hersteller: Blizzard Entertainment
Publisher: Activision Blizzard
Release-Termin: Bereits veröffentlicht
Preis: zirka 6 Euro oder 700 Spiel-Gold pro Abschnitt / zirka 18 Euro für alle vier Abschnitte
System: Windows-PC, iOS, Android, Mac,       
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Gut

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