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Test zu Recore: Gestrandet in einer anderen Welt

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Test zu Recore | Actionspiel | Xbox One, PC  

Gestrandet in einer anderen Welt

14.09.2016, 13:33 Uhr | ams, Richard Löwenstein

Test zu Recore: Gestrandet in einer anderen Welt. Recore für PC und Xbox One im Test (Quelle: Microsoft)

Recore für PC und Xbox One im Test (Quelle: Microsoft)

Ein neues Actiongame der Schöpfer von Metroid Prime: Wer sich angesichts dieser Prämisse den Third-Person-Shooter Recore auf seine Xbox One oder seinen Windows 10-PC holt und erneut faszinierende Abenteuer auf fremdartigen Planeten erhofft – nun, der wird eine herbe Enttäuschung erleben. Konfuse Steuerung und konzeptloses Gamedesign machen vieles kaputt.

Hinter Recore stehen große Namen. Als geistiger Schöpfer gilt Comcept, das japanische Studio des Mega-Man- und Onimusha-Erfinders Keiji Inafune. Der Entwickler: das US-Studio Armature – eine Neugründung, an der Leute des Metroid-Prime-Entwicklers Retro Studios mitwirken. So steht es in Microsofts Produktbeschreibung zu lesen. So wurde Recore auf diversen Fachmessen verkauft. Das Ergebnis muss sich daran messen lassen. Eine hohe Hürde.

Mit dem Roboter-Vierbeiner unterwegs

Im Mittelpunkt steht eine Heldin namens Joule Adams. Mit großen Augen blickt Joule auf einen fremden Planeten namens Neu-Eden – eine felsige, sandige, nahezu verlassene Welt im Sternenmeer. Joule soll den nahezu menschenleeren Planeten erkunden und Technik sammeln, die ihr Überleben sichern. Gesellschaft erhält sie durch einen fröhlich hin- und hersprintenden Roboterhund namens Mack - ein treuer Begleiter, der auf Tastenkommando versteckte Schalter erschnüffelt und böse Buben attackiert.

Einladender Beginn

Die ersten zwei bis drei Stunden spielen sich halbwegs einladend und entspannend. Joule findet sich in sandiger Einöde wieder und soll den Eingang zu einer Höhle finden. Sie wird im Spielverlauf noch etliche Grotten entdecken. Der treue Mack läuft automatisch voraus und weist den Weg. Subtil platzierte Flaggen dienen als Etappenmarkierung. Ein bisschen laufen, ein paar Hüpfer,  gelegentlich per Jetpack eine Schlucht überfliegen, ein Felsentor öffnen und kleine Robotermücken abschießen - alles kein Problem. Eine halbe Stunde lang macht man sich mit Neu-Eden vertraut und lernt zum Beispiel, dass die Welt vorrangig von robotischen Angreifern bewohnt wird. Nur wenige dieser sogenannten Kern-Bots sind Joule freundlich gesonnen. Die meisten gehen auf Angriffskurs.

Der Schwierigkeitsgrad steigt schnell an

Recore versteht sich als Actiongame alter Schule. Kamerafahrten, Dialogszenen und andere cineastische Elemente kommen selten zum Einsatz. Wie das Schicksal von Joules Vater und anderer Kolonisten mit dem Treiben eines machthungrigen Ober-Roboters zusammen hängt, das erschließt sich eher nebenbei durch Audiofiles und Lektüre von Texttafeln im Inventory. Die anfangs strikt geradlinig strukturierte, später sich öffnende Singleplayer-Kampagne fokussiert sich auf´s Gameplay – ein Test für Timing und Reaktionsvermögen. Der Spieler sollte außerdem ordentlich Durchhaltevermögen mitbringen. Denn nach dem erstem, freundlichem Empfang gibt sich Neu-Eden knüppelhart. Kleine Robotermücken weichen Horden mächtiger Eisenkäfer und Cyborgskorpionen. Der Schwierigkeitsgrad schießt gewaltig in die Höhe.

Steuerung mit zu vielen Funktionen

Etappe für Etappe erhält Joule Zugriff auf Waffensysteme. Die Basiswaffe lenkt schnelle Salven automatisch ins Ziel, ein Sekundärsystem richtet mit aufladbaren Schüssen großen Schaden an. Ein drittes System namens Extraktor reißt den robotischen Angreifer ihr Herz aus Eisen heraus. Dieser Vorgang dauert einige Augenblicke, währenddessen setzen Angreifer ihre Attacken munter fort. Da muss das Timing sitzen. Im Spielverlauf erfahren Joules Schusswaffen Upgrades: Sie verfeuern Projektile in verschiedenen Farben. Der Spieler wählt die Farbe per D-Pad. Das ist keine Möglichkeit, sondern Voraussetzung zum Überleben. Denn nur wenn rote Projektile auf rote Angreifer treffen, oder blaue auf blau, richtet das ernsthaften Schaden an. Andernfalls verpufft die Wirkung.

Dramatische Bossgegnerkämpfe

Langer Rede kurzer Sinn: Als Spieler hat man alle Hände voll zu tun, um in oft chaotischen Szenen den Überblick zu behalten und die Steuerung in den Griff zu bekommen. Statt Angreifer und darauf abgestimmte Waffensysteme wohldosiert ins Gameplay zu integrieren, tritt Recore sehr bald voll aufs Gas. Eigentlich beginnt das schon beim ersten Bossgegner, einem XXL-Spinnengetier namens Eisenreißer. Joule trifft ihn am Ausgang der ersten Höhle. Der Beißer verschießt Shuriken-Sterne, entflammt die Umgebung mit Lasersalven, springt hin und her. Unter Kommando des Spielers muss Joule ausweichen, die Schilde des Angreifers mit Powerschüssen schwächen, sich ihm beizeiten nähern und per Extraktor des Eisenherz heraußreisen. Man wünscht sich in solchen Momenten mehr Hilfestellung: Automatiken oder zumindest besser funktionierende Erklärungen. Auch hier wirkt das Gamedesign nicht zu Ende gedacht.

Mangelhafter Spielfluss

Bloß wenn das Timing und alle Handgriffe präzise stimmen, kann der Kampf siegreich enden. Andernfalls scheitern einzelne Angriffsversuche, der Eisenbeisser regeneriert sich, alles zurück auf Start. Recore schaufelt viele solcher Herausforderungen auf den Bildschirm. Etliche Kern-Bots geben nur nach Einsatz klar definierter Maßnahmen klein bei. Die Projektilfarbe muss passen, die Extraktion im korrekten Moment stattfinden, alternative Taktiken sind selten erwünscht. Welche Maßnahme fatalen Schaden anrichtet, ist manchmal anhand farblicher Markierungen gut zu erkennen, manchmal aber auch nicht. Erneut wirkt das Gamedesign unentschlossen.

Was wir mögen

Recore ist eines der ersten Games aus Microsofts neuem Play-Anywhere-Programm. Das bedeutet: Käufer der digitalen Spielversion dürfen ihr Spiel auf PC oder Xbox One downloaden und spielen, ganz nach Wunsch. Wer über beide Systeme verfügt, kann Recore also auf beiden Systemen installieren, starten und sogar Spielstände übernehmen. Play Anywhere funktioniert allerdings nicht für Käufer der Datenträger-Version für Xbox One. Die Spielversion für Windows 10 wird ohnehin nur als Download angeboten.

Was wir nicht mögen

Es gibt keinerlei Mehrspieler-Modus. Angriffsmuster wiederholen sich sehr bald. Die Eindeutschung ist zwar ordentlich gelungen, aber wenn aber die Heldin Joule spricht – meistens mit ihrem Partner Mack  oder zu sich selbst - dann klingt die stetige Betonung einzelner Silben übertrieben. Der hohe Schwierigkeitsgrad und die überkomplizierte Steuerung bringen es mit sich, dass Joule allzu oft ins Gras beißt. Auf jeden Tod folgen aber Ladepausen von ein bis zwei Minuten. Das unterbricht den Spielfluss und nervt auf die Dauer.

Fazit

Dass Microsoft diese Neuerscheinung für Xbox One zum Kampfpreis von 40 Euro verkauft, ist wohl weniger als freundliches Entgegenkommen zu werten denn als Versuch, die Stückzahlen trotz Spielmängel nach oben zu treiben. Der Third-Person-Shooter Recore sieht gut aus und hört sich prima an. Er macht aber beim Zuschauen mehr Spaß als beim Selberspielen. Wesentlicher Grund dafür ist ein Gameplay, das den Spieler mit vielen kritischen Situationen und einer überkomplizierten Steuerung konfrontiert. Beides harmoniert nicht allzu sehr. Nur erfahrene Actiongamer mit Nerven aus Stahl werden das vergnüglich finden.

Infos zum Spiel 

Titel: Recore
Genre: Action-Rollenspiel 
Publisher: Microsoft
Hersteller: Comcept, Armature, Asobo
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 40 Euro 
System: PC, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Ausreichend

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