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PES 2017 im Test: Spielstarke Fußball-Simulation

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Test zu PES 2017 | Fußball-Simulation | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Spielstark trotz altbekannter Schwächen

16.09.2016, 16:04 Uhr | Jens-Magnus Krause (tz), Medienagentur plassma

PES 2017 im Test: Spielstarke Fußball-Simulation. Konami hat PES 2017 im Vergleich zum Vorgänger in nahezu allen wichtigen Gameplay-Details verbessert (Quelle: Konami)

Konami hat PES 2017 im Vergleich zum Vorgänger in nahezu allen wichtigen Gameplay-Details verbessert (Quelle: Konami)

"PES 2016" zelebrierte das zwanzigjährige Jubiläum der beliebten Fußballspiel-Serie. Mit Erfolg: Das Spiel kassierte Bestnoten, weil es der ausgereifteste Teil der Serie war - nach kontinuierlichen Steigerungen in den Jahren zuvor. PES 2017 für PC, PS3PS4Xbox 360 und Xbox One tritt also in große Fußstapfen.

Die wichtigste Frage lautet daher: Hat Konami seinen virtuellen Kick erneut verbessert? Die Antwort: Ja und Nein. Warum das so ist, verrät unser Test.

Der Erstkontakt ist entscheidend

Im Fußball entscheiden oftmals individuelle Spielerfähigkeiten über Sieg oder Niederlage. Daran orientiert sich auch die "PES"-Serie, denn die Entwickler tun alles dafür, dass sich Spieler und Mannschaften wie ihre realen Vorbilder steuern. Konami erweitert diesen Ansatz in PES 2017 um zwei Ebenen: Ballannahme und Passspiel.

In den ersten Partien fällt in der Offensive immer wieder auf, dass ein Superstar à la Lionel Messi einen ankommenden Pass aus vollem Lauf locker mit der Fußspitze mitnehmen kann. Ein Zweitliga-Kicker schafft das dagegen nicht, er verstolpert den Ball in den meisten Fällen. Ausschlaggebend dafür sind ab diesem Serienteil die jeweiligen Spielerattribute und die Stellung zum Ball. Soll heißen: Bessere Spieler verarbeiten den Ball geschmeidiger.

Traumpass à la Ronaldo

Gleiches gilt für das überarbeitete Pass-System: Besonders bei Pässen in den freien Raum ist zu spüren, dass neben der Pass-Fähigkeit eines Spielers auch Laufrichtung und Abspielwinkel über den Erfolg entscheiden. Bei idealem Timing gelingt etwa mit Cristiano Ronaldo ein Zuckerpass auf seinen Real-Madrid-Kollegen Benzema, was wiederum auf Seiten des Spielers ein enorm befriedigendes Gefühl hinterlässt.

Durch diese beiden Gameplay-Veränderungen verkommt PES 2017 aber nicht zu Arbeit, es ist schlichtweg noch nachvollziehbarer und besser kontrollierbar. Das kommt dem bereits im letzten Teil nahezu perfekten Aufbauspiel zugute: Gelupfte Pässe in den freien Raum zwischen der Abwehr sind jetzt ein entscheidendes Mittel bei der Chancenerarbeitung. Dazu gesellen sich wuchtige und präzise Flanken, Schüsse und Eckstöße.

Künstliche Intelligenz mit Lerneffekt

Während der Testpartien ist immer wieder aufgefallen, dass sich die gegnerischen Mannschaften dynamisch und adaptiv im Spielverlauf auf die eigene Spielweise einstellen. Wer auf Dauer nur über die Flügel angreift, bekommt es dort plötzlich mit zwei anstatt einem gegnerischen Verteidiger zu tun. Wer nur durch die Mitte vorstößt, trifft schnell auf einen verbarrikadierten Strafraum. Das hat zur Folge, dass sich auch Spiele gegen den Computer auch nach vielen Partien stets realistisch und spannend anfühlen.

Ein Nachteil der gestiegenen KI-Intelligenz: Schonab dem dritten der sechs Schwierigkeitsgrade ist es eine Herausforderung, den Gegner mit mehreren Treffern Unterschied zu bezwingen. Das Herausspielen von klaren Torchancen gelingt gegen Ende eines Spiels stellenweise nur noch mit nahezu perfekten Kombinationen.

Fair dagegen: Auch man selber durchschaut auf Dauer die Spielweise des Gegners und kann darauf gezielt reagieren. Nicht nur mit der nahezu perfekten Defensivsteuerung mit aggressiven Tacklings und schnellen präzisen Grätschen, sondern auch mit den neuen erweiterten Einstellungsmöglichkeiten. Während des Spiels ist es nun nämlich möglich, per Tastendruck den Strafraum komplett zuzustellen. Im Gegenzug kann man auch seine Offensiveinstellungen während des Spiels variieren. Klappt das Tiki-Taka-Spiel nicht, stellt man auf ein Spiel mit hängender Spitze um. Diese neuen Möglichkeiten ermöglichen es, auch verloren geglaubte Partien noch erfolgreich zu beenden.

Fein-Tuning im Tor

Prima: Die Torhüter – die Achillesferse einer jeden Fußball-Simulation – bewegen sich dank neuer Animationen realistischer und fehlerfreier. Nach Paraden sind sie viel schneller wieder auf den Beinen, um Nachschüsse abwehren zu können. Ihre Fußabwehr kommt bei kurzen Schussdistanzen häufiger und sehr erfolgversprechend zum Einsatz. Kurzum: Spieler dürfen sich dieses Jahr über die bis dato besten PES-Keeper freuen. Zwar ärgert man sich gelegentlich über den einen oder anderen Patzer, aber solche Fauxpas kommen schließlich auch in einem echten Fußballspiel vor.

Augen auf!

Einige Worte zur technischen Umsetzung von PES 2017. Auf allen Current-Gen-Plattformen läuft das Spiel flüssig und punktet mit sehenswerter Optik: Die Spielergesichter sehen ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich – auch wenn das leider nur auf die bekanntesten Balltreter zutrifft. Besonders detailverliebt: Bei Spielen im Winter ist der warme Atem der Spieler in der Luft zu erkennen, bei Schüssen fliegen unzählige Grashalme in der Luft umher. Bei Regen fallen nach einem Tor sogar die Wassertropfen vom Tornetz herunter. Ansonsten hat Konami optisch nahezu alles verbessert: Der Rasen besitzt nun Oberflächentiefe, die Fans sehen nicht mehr so verschwommen aus, und die Tornetzspannung variiert je nach Stadion.

Die Spielmodi: Nur wenig Neues

Konami hat das Spielmenü erneut generalüberholt und es sehr übersichtlich gestaltet. Dennoch hinterlässt es nach wie vor einen ziemlich altbackenen Eindruck. Die Hauptspielmodi wie Meister-Liga und myClub enthalten löbliche Detailverbesserungen, gänzlich neu ist dagegen nur der Versus-Modus im Bereich der Freundschaftsspiele. Dieser zeichnet die Historie für Offline-Spiele mit Freunden auf und analysiert den individuellen Spielstil anhand von Statistiken wie Ballbesitz, Tacklings oder dem Abfangen von Bällen.

Altbekannte Schwächen

Gerade im Vergleich zur Konkurrenz in Form von "FIFA" kann PES 2017 beim Thema Lizenzen nicht mithalten. Schlimmer noch: Gegenüber dem Vorgänger fehlen die Lizenzen der ersten und zweiten spanischen Liga. Nur der FC Barcelona ist dank einer separaten Lizenz allumfänglich, inklusive Stadion, enthalten. Gleiches gilt auf Bundesliga-Ebene für Borussia Dortmund. Dafür fehlt im Vergleich zum Vorjahr der FC Bayern München. Was auch bedeutet, dass trotz offizieller Champions-League-Lizenz nicht alle an diesem Wettbewerb teilnehmenden Mannschaften enthalten sind. Das Bundesliga-Trio komplettieren dieses Jahr Leverkusen und Schalke. Aus England sind lediglich der FC Arsenal und der FC Liverpool komplett lizenziert enthalten. In puncto Lizenzen bleibt das neue PES also leider hinter seinem Vorgänger zurück.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Präsentation während der Spiele. Wo sich die Kameraperspektiven aus dem Spielertunnel und das Einlaufen der Mannschaften noch authentisch anfühlen, fehlt es während der Matches an Emotionen. Das Publikum beherrscht nur wenige wiedererkennbare Original-Fangesänge, die Stoffbanner und ihre Aufschriften ("Wir werden siegen") sind leider einfach nur peinlich.

Der größte Minuspunkt ist aber nach wie vor das Kommentatoren-Duo: Marco Hagemann verspielt seinen Welpen-Bonus aus dem Vorgänger. Die Sprachsamples klingen emotionslos, abgehackt und zusammengestückelt - und überlappen sich mit Hansi Küppers Expertenmeinungen. Wie im Vorjahr gilt: Hier muss Konami schleunigst nachbessern. Akustisch ist übrigens auch das Treten gegen den Ball eher mit dem Tritt gegen eine Blechbüchse zu vergleichen.

Was uns gefällt

PES 2017 spielt sich so rund wie keiner seiner Vorgänger. Sowohl die Offensiv- als auch die Defensivaktionen steuern sich jederzeit präzise und sind nachvollziehbar. Dabei vermitteln gerade die Neuerungen wie das angepasste Passsystem und die wuchtigen Schüsse dem Spieler stets ein befriedigendes Gefühl bei gelungenen Aktionen. Und die adaptive KI sorgt dafür, dass auch das 100. Spiel gegen den Computer nicht langweilt. Einsteiger finden dank des Fähigkeitentrainings ebenfalls schnell ins Spiel. Und endlich haben es wöchentliche Live-Updates der Spielerattribute ins Spiel geschafft.

Was uns nicht gefällt

Neben der Lizenzarmut ist die Präsentation das größte Manko von PES 2017. Nahezu in jedem Punkt hinkt das Spiel hier der FIFA-Konkurrenz einen Schritt hinterher: Angefangen beim neuen, aber gleichzeitig altbacken wirkenden Menü, über schlechte Kommentatoren, peinliche Stadion-Stoffbanner und den Soundtrack mit nur zwölf Songs über wenig bekannte Original-Fangesänge bis hin zum Publikum, das stellenweise grundlos akustisch ausrastet. Der Spannungsfunke, den ein echtes Fußballspiel, aber auch ein "FIFA 17" erzeugt, will hier nicht überspringen. Dazu gesellen sich zu lockere Schiedsrichter und wenige Wettereinstellmöglichkeiten.

Fazit

Konami hat PES 2017 im Vergleich zum Vorgänger in nahezu allen wichtigen Gameplay-Details verbessert – es ist damit aus spielerischer Sicht der bisher beste Teil der Serie. Die optische Qualität auf dem Platz konnten die Entwickler ebenfalls deutlich steigern. Allerdings stagniert die Gesamtpräsentation trotz Neuerungen, und der Lizenzumfang sowie die Kommentatoren verschlimmbessern sich dieses Jahr sogar. Somit bleibt unterm Strich eine spielstarke Fußball-Simulation, die beim Drumherum und in Sachen Atmosphäre allerdings nach wie vor hinter der FIFA-Reihe von Electronic Arts zurückbleibt.

Infos zum Spiel

Titel: PES 2017
Genre: Fußball-Simulation
Hersteller/Publisher: Konami
Release-Termin: 15. September 2016
Preis: zirka 45 Euro (PC), zirka 55 Euro (Konsole)
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Sehr gut

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