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Test zu World of Warcraft: Legion - Mit dem Schicksalshammer gegen Dämonen

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Test zu World of Warcraft: Legion | Online-Rollenspiel | PC, Mac  

Mit dem Schicksalshammer gegen Dämonen

26.09.2016, 14:09 Uhr | Benedikt Plass-Fleßenkämper (ams/tz), Medienagentur plassma

Test zu World of Warcraft: Legion - Mit dem Schicksalshammer gegen Dämonen. WoW Legion (Quelle: Blizzard)

WoW Legion (Quelle: Blizzard)

Die sechste Erweiterung für das Online-Rollenspiel "World of Warcraft" (kurz: "WoW") hört auf den Namen "Legion" und lockt seit dem 30. August zahlreiche Spieler auf PC oder Mac auf die Verheerten Inseln, um es dort mit der Brennenden Legion aufzunehmen. Mit im Gepäck: die legendären Artefaktwaffen, die neue Klasse des Dämonenjägers sowie die frisch hochgezogenen Ordenshallen. Dazu kommen weitere spannende Features wie der virtuelle Kleiderschrank, das überarbeitete PvP-System oder die flexible Stufenskalierung, die beweisen, dass das MMO-Urgestein auch nach elf Jahren nicht zum alten Eisen gehört.

Vom Regen in die Traufe

Als Archimonde im Finale der Vorgänger-Erweiterung "Warlords of Draenor" das Zeitliche segnete, konnten Horde und Allianz zwar einen wichtigen Sieg für sich verbuchen, doch der Krieg gegen Orc-Hexenmeister Guld'dan fing gerade erst an. Der Fiesling entkam vor dem Endkampf in den Wirbelnden Nether, reiste von dort aus auf die Verheerten Inseln und öffnete im Grabmal von Sargeras zahlreiche Portale, aus denen nun die Armeen der Brennenden Legion strömen. Der Plan der Dämonen: Mit uralten Relikten den Dunklen Titanen zu beschwören, um mit geballter Kraft die Völker der Fantasy-Welt Azeroth zu unterjochen.

Klar, dass die beiden WoW-Fraktionen – Allianz und Horde – das verhindern wollen. Doch schlägt der erste Invasionsversuch auf die Verheerte Küste fehl. Die Verluste sind groß und allen Beteiligten wird klar, dass sie Hilfe benötigen, wenn sie der Legion das Handwerk legen wollen. Hilfe in Form der mächtigen Artefakte beispielsweise. Das sind legendäre Waffen wie der berühmte Schicksalshammer von Thrall oder der von Magni Bronzebart geschmiedete Aschenbringer. Jeder erfahrene Kriegsveteran – also alle hochstufigen Spielercharaktere – soll so einen Friedensstifter in der nächsten Schlacht gegen die Dämonen führen. Bevor es soweit ist, müssen die Artefakte jedoch erst einmal beschafft werden.

Rückkehr der Klassenquests

Die legendären Waffen liegen natürlich nicht in der nächstbesten Waffenkammer herum: Manche sind seit langer Zeit verschollen, andere wollen erst im Zuge mehrerer Prüfungen verdient werden. Entwickler Blizzard hat jeder Spezialisierung von WoW – 36 insgesamt, aufgeteilt auf die zwölf Klassen – ein eigenes Artefakt samt zugehöriger Questreihe spendiert. Die Aufgabenketten sind recht kurz, dafür aber auf jede Spielweise zugeschnitten. Heil-Druiden nehmen etwa bei einem Reinigungsritual teil, um den Stab G'Hanir vom Einfluss des Smaragdgrünen Alptraums zu befreien. Gesetzlosigkeits-Schurken schleichen sich dagegen durch eine schiere Übermacht von Feinden, weichen Fallen aus und verteilen Kopfnüsse.

Doch der Aufwand lohnt sich: Die Artefakte sind die stärksten Waffen, die ein WoW-Held während der Legion-Ära in seinen Händen halten wird. Ihre Stärke verdanken die Gegenstände ihrem eingebauten Talentbaum, in dem insgesamt 18 Verbesserungen auf ihre Freischaltung warten. Aktivieren können Sie die meist passiven Boni, indem Sie sich im PvP (Spieler gegen Spieler), beim Questen, in Haustierkämpfen oder über viele weitere Tätigkeiten Artefaktmacht verdienen. Außerdem dürfen Sie in den Prügel bis zu drei Relikte setzen, die jeweils einen Bonus des Baums noch einmal verbessern und gleichzeitig die Gegenstandsstufe des Artefakts erhöhen, was sich wiederum auf dessen Werte positiv auswirkt

Alle Schatten-Priester laufen also mit Xal'ataath, der Klinge des schwarzen Imperiums herum, und Unheilig-Todesritter schwingen im Kampf das Zweihandschwert Apokalypse. Damit die optische Vielfalt dennoch hoch bleibt, dürfen sich Spieler für ihre Artefakte mehrere Skins erspielen, die das Aussehen der Gegenstände teils deutlich verändern. Außerdem ist es möglich, den Look einer anderen Waffe via Transmogging-Service über das legendäre Teil drüber zu kopieren.

Dämonisch guter Jäger

Hilfe erhalten Horde und Allianz auch von der neuen Klasse des Dämonenjägers, der recht gut darin ist, die Reihen der Brennenden Legion zu lichten. Dämonenjäger lassen andere Klassen vor allem ob ihrer hohen Mobilität neidisch ins Zauberbuch schauen. Der dämonische Waidmann wirbelt mit seinen Doppelsprüngen, Rückwärtssaltos und Teleportationen um seine Feinde herum, nur um diese dann mit seinem mächtigen Augenlaser oder den scharfen Klingen seiner Gleven ins Nirwana zu befördern. Und dank den schicken Tattoos, der stylischen Augenbinde und der beeindruckenden Dämonenform, in die er sich auf Knopfdruck verwandeln darf, macht er dabei auch optisch eine prima Figur.

Garnison 2.0

Die Garnison ist zwar nicht mit auf die Verheerten Inseln umgezogen, doch gibt es auf dem neuen Kontinent ebenfalls einen Stützpunkt, von dem aus WoW-Helden ihren Feldzug gegen die Feinde Azeroths organisieren: die Ordenshallen. Dort treiben Sie sich dieses Mal jedoch nicht alleine herum, auch alle anderen Angehörigen ihrer Zunft gehen darin ein und aus. Der regelmäßige Besuch der Hallen lohnt sich, denn nur hier lässt sich die Artefaktwaffe verbessern, nur hier finden Sie die Weltkarte, von der aus Sie NPC-Champions auf Missionen schicken dürfen. Diese Aufträge funktionieren genau wie im letzten Add-on: Sie wählen die Zusammenstellung des Teams aus, schicken diese auf ihr Abenteuer – und sobald die Recken nach einiger Zeit zurückgekehrt sind, erfahren Sie, ob Beute winkt.

Was der neuen Variante der Garnison völlig abgeht, sind die Housing-Elemente des Originals. Sie dürfen weder Gebäude in Auftrag geben, noch welche ausbauen oder sich anderweitig individuell austoben. Stattdessen sammeln Sie Ordensressourcen, um die sogenannten Ordensaufstiege zu bezahlen und so bis zu sechs nützliche Verbesserungen freizuschalten. Die wirken sich etwa auf den Erfolg von NPC-Missionen aus oder verbessern die in der Ordenshalle rekrutierten Truppen, die Ihre Champions während der Aufträge unterstützen.

Keine Macht den Stubenhockern

Nachdem sich viele Helden in der Garnison von Warlords of Draenor in den letzten Monaten die Beine in den Bauch standen, wird es mit Legion wieder an der Zeit, vor die Tür zu gehen und sich ins Abenteuer zu stürzen. Das gilt nicht nur für die Level-Phase auf die neue Maximalstufe 110, sondern auch darüber hinaus. Doch der Reihe nach. Beim Leveln haben Sie die Wahl, in welcher Reichenfolge Sie die vier neuen Zonen Azsuna, Sturmheim, Hochberg oder Val'sharah bereisen wollen – dank Stufenskalierung passen sich alle Quests, Gegner und Beutestücke Ihrem Level an. Einzig Suramar ist Spielern der Maximalstufe vorbehalten.

Ansonsten erinnert der Weg auf Stufe 110 stark an die Level-Phase in Warlords of Draenor. Zum Ersten, weil es überall in den Gebieten Schätze, Auftraggeber und seltene Monster zu entdecken gibt. Zum Zweiten, weil Sie neben den normalen Aufgaben auch auf kleine Bereiche begrenzte Bonusziele angehen können, um zusätzliche Erfahrungspunkte und Ordensressourcen abzugreifen. Und zum Dritten besitzt jedes Gebiet eine eigene Geschichte, die aus mehreren Kapiteln besteht und an deren Ende eine schicke Belohnung auf Sie wartet.

Viel zu tun im Endgame

Wenn Sie die Maximalstufe erreicht und sich bei allen Fraktionen einen freundlichen Ruf erspielt haben, locken Sie dagegen die neuen Weltquests auf die Verheerten Inseln. Diese werden in zahlreichen Varianten angeboten: Mal sollen Sie einen der elf Weltbosse umhauen, mal einen Haustierkampf gewinnen oder einfach nur ein paar Erze besorgen. Hinzu kommen jede Menge Aufträge Ihrer Ordenshalle, Handwerksquests, mit denen Sie neue Rezepte erlernen, oder die zahlreichen Herausforderungen in der bereits erwähnten Endgame-Zone Suramar – so schnell wird es im Endgame nicht langweilig.

Dungeons und Raids

Hochstufige Helden freuen sich auf die zehn neuen 5-Spieler-Dungeons von Legion, die in den bekannten Schwierigkeiten "Normal", "Heroisch" und "Mythisch" angeboten werden. Obwohl, so ganz richtig ist das nicht. Der Arkus und der Hof der Sterne lassen sich nur auf dem schwierigsten der drei Modi angehen. Zudem ist für den 21. September eine Erweiterung von "Mythisch" geplant, die sich über spezielle Schlüsselsteine freischalten lässt. Wenn Sie in der neuen Variante innerhalb der Zeitvorgabe alle Bosse besiegen, erspielen Sie sich neben einer Belohnung auch den Zutritt zur nächsthöheren Schwierigkeit, in der Gegner nicht nur mehr Leben besitzen und härter zu hauen, sondern auch zufällige Affixe erhalten. Dank "Nervös" baut der Tanks ihres Teams beispielsweise deutlich weniger Bedrohung auf, Gegenspieler mit der Eigenschaft "Nekrotisch" sorgen wiederum dafür, dass Heilungen weniger effektiv sind. Je weiter Sie hier kommen, desto besser die Beute am Ende, eine maximale Obergrenze gibt es nicht.

Parallel zu "Mythisch Plus" werden in Kürze auch die Tore der ersten Raid-Herausforderung geöffnet. Im Smaragdgrünen Alptraum wollen insgesamt sieben Bosse bezwungen werden, darunter bekannte Figuren wie Ursoc und Xavius. Etwas später folgt mit der Nachtfestung die zweite Großgruppenherausforderung, einen festen Release-Termin gibt derzeit jedoch noch nicht. Bekannt ist auch, dass Blizzard bereits an den Inhalten von Patch 7.1 arbeitet. Der soll etwa mit Karazhan eine 5-Spieler-Version des beliebten Raids aus dem ersten WoW-Add-on "The Burning Crusade" im Gepäck haben. Außerdem ist eine Fortsetzung der Suramar-Kampagne und ein Mini-Schlachtzug mit drei Bossen geplant.

Neues PvP-System

Wer sich lieber mit anderen Spielern die Schädel einschlägt, der freut sich in Legion über das neue PvP-System. In dem sammeln Sie auf den Schlachtfeldern und in den Arenen Ehrenpunkte, steigen Ehrenstufen auf und schalten so sukzessive Verbesserungen in der neuen Talent-Matrix frei. Auf Stufe 50 dürfen Sie dann entscheiden, ob Sie Ihren Fortschritt zurücksetzen und dafür einen Prestige-Rang hinaufklettern wollen – ähnlich wie bei einem Online-Shooter à la "Call of Duty". Über die Prestige-Stufen erspielen Sie sich dann kosmetische Verbesserungen wie Artefakt-Skins oder besondere Reittiere.

Altes Online-Rollenspiel im modernen Gewand

Technisch sieht man World of Warcraft sein Alter von über elf Jahren nicht an. Blizzard hat erneut an der Grafik-Engine geschraubt und den Modellen und Zaubern einen modernen Look verpasst. Und auch der Detailreichtum der neuen Zonen kann sich absolut sehen lassen, genauso wie die zahlreichen Ingame-Sequenzen, mit denen die Entwickler die Story immer wieder vorantreiben. Schade nur, dass die Dialoge oftmals im Chat ablaufen. Denn die Passagen, die komplett auf Deutsch vertont wurden, sind erstklassig gelungen.

Im Gegensatz zur letzten Erweiterung schnurren die Server von Legion übrigens vom ersten Tag an wie ein zufriedenes Kätzchen. Lags und Verbindungsabbrüche gab es keine, und auch die wenigen aufgetauchten Bugs lassen sich ob der Größe der Erweiterung verschmerzen. Hier macht es sich bezahlt, dass Blizzard die Beta-Phase über mehrere Monate durchgezogen hat.

Was uns gefällt

Das Leveln auf den Verheerten Inseln fällt dank Stufenskalierung und den zahlreichen Klassenaufgaben so abwechslungsreich aus wie lange nicht, der Dämonenjäger macht mit seinen spektakulären Manövern Laune und der Ausbau der Artefaktwaffen bringt eine neue, motivierende Ebene in den Charakterfortschritt. Während sich PvP-Fans über das neue Ehrenpunkte- und Prestige-System freuen, stürzen sich alle PvE-Verrückten in die zahlreichen Schwierigkeitsmodi der zehn neuen Dungeons oder auf die taufrischen Weltquests. Und da für die nächsten Wochen und Monate bereits zahlreiche neue Inhalte angekündigt sind, dürfte Langeweile auf den Verheerten Inseln fürs Erste ein Fremdwort sein.

Was uns nicht gefällt

Der Dämonenjäger ist – wie schon die ebenfalls nachträglich implementierten Todesritter und Mönche – eine Frontsau, die sich bevorzugt in den Nahkampf stürzt. Da in Legion auch die Überlebens-Jäger ihren Bogen gegen eine Stangenwaffe eintauschen, wird es in Raid-Herausforderungen direkt beim Boss ziemlich unübersichtlich. Schade ist zudem, dass es in WoW weiterhin kein echtes Housing gibt – die neue Ordenshalle besitzt im Gegensatz zur bekannten Garnison überhaupt keine Eigenheim-Elemente mehr. Dazu kommen die ersatzlosen Streichungen der Erheblichen Glyphen respektive von Werten wie Mehrfachschlag und Willenskraft. Auch in den Zauberbüchern der Klassen hat Blizzard den Rotstift geschwungen.

Fazit

Während Warlords of Draenor zwar spielerisch stark anfing, aber in den ersten Tagen mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, legt "WoW: Legion" einen geschmeidigen Start der Extraklasse hin. Fans des Online-Rollenspiels genießen also von Beginn an die abwechslungsreich designten Zonen der Verheerten Inseln, mit all ihren Quests und Schätzen, Dungeons und Geschichten. Wer seine Artefaktwaffen komplett ausbauen, bei den Fraktionen einen ehrfürchtigen Ruf erreichen, die neuen PvP-Talente freischalten und sämtliche Gruppenherausforderungen meistern will, ist für Wochen und Monate beschäftigt. Wenn Blizzard es schafft, über Patch 7.1 hinaus regelmäßig neue Inhalte auf die Server zu spielen, hat Legion das Zeug dazu, die beste WoW-Erweiterung seit "Wrath of the Lich King" zu werden.

Infos zum Spiel

Titel: World of Warcraft - Legion
Genre: Online-Rollenspiel
Hersteller/Publisher: Blizzard Entertainment
Release-Termin: Bereits erhältlich
Preis: zirka 45 Euro (plus etwa 13 Euro Abo-Gebühr pro Monat)
System: PC, Mac
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Sehr gut

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