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Gears of War 4: Grafikmonster schießt auf die Xbox One

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Test zu Gears of War 4 | Actionspiel | Xbox One, PC  

Grafikmonster schießt auf die Xbox One

07.10.2016, 16:14 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Gears of War 4: Grafikmonster schießt auf die Xbox One. Spektakulär inszeniert und abwechlungsreich choreografiert: Gears of War 4 ist das erwartete Third-Person-Actionspektakel geworden. (Quelle: Microsoft)

Spektakulär inszeniert und abwechlungsreich choreografiert: Gears of War 4 ist das erwartete Third-Person-Actionspektakel geworden. (Quelle: Microsoft)

Unter Beschuss? Dann immer schön in Deckung bleiben! Der vierte Third-Person-Shooter aus der "Gears of War"-Reihe vertraut auf die bewährte Überlebensformel für Frontschweine, die sich im Kampf gegen schießwütige Alieninvasoren durchsetzen wollen. Weitere Attribute der Microsoft-Produktion für PC und Xbox One sind die spektakuläre Grafik, das Tempo, die furiose Waffen und ein tolles Koop-Erlebnis.

Das erste Gears of War gilt als Urvater moderner Deckungs-Shooter. Zum Schutz vor Projektilen hinter eine Deckung ducken, im passenden Augenblick heraus hechten und aus der geduckten Position heraus den Angreifer unter Beschuss nehmen: Gears of War hat das Genre der Third-Person-Actiongames durch die Perfektionierung dieser Spannungselemente befruchtet. Zehn Jahre ist das jetzt her. Seitdem hat sich die Formel nicht entscheidend verändert. Teil vier tickt genauso, ergänzt ein paar Facetten und erzählt eine neue Geschichte.

Auftritt Marcus Fenix

Das Zentrum der Singleplayer-Kampagne bildet ein kantiger Haudrauf namens James Dominic "JD" Fenix. Nicht schwer zu erraten, dass es sich um den Filius von Marcus Fenix handelt, der treibenden Kraft hinter dem ersten Gears of War. Teil vier gibt sich erneut cineastisch und untermischt geradlinig strukturierte und aneinander gereihte Actionszenen mit reichlich Kamerfahrten nebst Dialogszenen.

So ergibt sich unterm Strich tatsächlich eine spannungsreiche und verfolgenswerte Geschichte: 25 Jahre nachdem die Bedrohung durch die Locust-Aliens besiegt scheint, finden die Menschen des geschundene Planeten Sera in ein halbwegs normales Leben zurück. Es bleibt die Regierung als innerer Dämon, die mit harter Hand das Volk unter Kontrolle hält.

Sturm und Gewitter

Einige Menschen entziehen sich dem Druck und bilden Kolonien außerhalb der großen Städte. Hier treffen wir JD und seine Kameraden das erste Mal, in sehenswertem Umfeld. Sera ist ein sturmumtoster Planet, den regelmäßig mächtige Gewitter und Orkane überrollen. Wenn sich Bäume biegen und Schutt von Ruinendächern regnet, dann sieht das gut aus und reichert  außerdem das Gameplay an. Beispielsweise, weil Windhosen Holzbarrikaden mit sich reißen, der Sturm die Flugparabel einer Granate beeinflusst oder JD einen Weg durch ein Blitzschlag-Labyrinth finden soll.

Überraschend bunte Grafik

Marcus Fenix´ Filius ist schmaler gebaut und gibt sich weniger griesgrämig als sein Vater. Das gibt dem Ganzen einen weniger martialischen Anstrich als dass im Originalspiel der Fall ist. Gears of War 4 fühlt sich dadurch minimal leichter und zugänglicher an. Dazu trägt bei, dass sich JD mit KI-Begleitern umgibt, die mit losem Mundwerk und ironischen Wortmeldungen die Stimmung auflockern. Das verstärkt die menschliche Note zusätzlich. Da außerdem Kulissen etappenweise in erstaunlich bunte und helle Farben getunkt sind, ergibt sich eine für Gears of War-Verhältnisse überraschend einladende Stimmung.

Der Kampf beginnt

Zu Beginn bildet JD den sozialen Gegenpol zum seinem Vater, dem vielfach dekorierten Supersoldaten und Überhelden. JD kämpft sich auf Seiten der Siedler durch und soll in der ersten Mission gemeinsam mit seinen Kameraden einen Generator aus der reichen Stadt klauen. Dauert freilich nicht lang, bis humanoide Wachroboter der Regierung - oder Zinnsoldaten, wie einer von JDs Begleitern spottet - einschreiten und heiße Gefechte entbrennen. Erst attackieren einzelne leicht bewaffnete Einheiten, dann zunehmend schwerer bewaffene Einheiten mit dicken Maschinenkanonen, kaum zu ortende Scharfschützen, massiv gedeckte Artilleristen und zielsuchende mobile Minen.

Spektakuläre Inszenierung 

Das Game sperrt häufig Arenen ab und rollt dem Spieler minutenlang Angreifer-Welle um Welle entgegen. Die Attacken werden oft begleitet von spektakulären Choreographien, Explosionen und Inszenierungen. Kräne explodieren, Bäume stürzen, Bauten versinken in Schutt und Asche - die Unreal-Engine leistet Schwerstarbeit.

Zwischendurch werden die Karten neu gemischt: Beispielsweise im Rahmen eines etappenweise gegliederten Bosskampfes, bei dem man vorgegebene Extremitäten einer wild um sich schießenden Kreatur abwechselnd unter Dauerfeuer nimmt. Oder man soll im Rahmen einer Beschütz-die-Flagge-Mission Positionen innerhalb der Arena wechseln und automatische Geschütze sinnvoll platzieren, da wo sie möglichst großen Schaden anrichten. Das bringt etliche Spannungsspitzen mit sich, kann sich nach der x-ten Wiederholung allerdings ermüdend anfühlen.

Nach drei Stunden ändert sich alles 

Ein Kompliment verdient sich die gelungene Erzählweise. Die Figuren sind einprägsam gezeichnet, geben sich symphatisch und sind sinnvoll mit den Action-Ereignissen verknüpft. Dadurch entstehen Verbindungen zwischen den Beteiligten untereinander und mit dem Spieler. Treffend eingedeutschte Zurufe und Dialoge bilden das i-Tüpfelchen auf einer atemlosen Abfolge von Kämpfen gegen Regierungstruppen in den ersten drei Stunden.

Dann plötzlich verändert sich die Lage ohne Vorwarnung, von einem Moment zum anderen. Inmitten einer alten Ruine wachsen eitrige Riesenkokons aus Böden und Wänden, und ehe man sich versieht, mischt eine dritte Fraktion mit: der sogenannte Schwarm. Was das ist, woher diese entstellten Kreaturen kommen und inwiefern ihr Tun mit dem mysteriösen Verschwinden einiger Menschen zusammen hängt - das sind die spannenden Frage, deren Antwort man tatsächlich entgegen fiebert. Ja, so gut funktionieren Figuren und Rahmenhandlung.

Ausgereifter Multiplayer

Spätestens nach dem Singleplayer-Finale ist es an der Zeit für einige Partien im sehr ausgereiften Multiplayer-Part. Der gestattet zum Beispiel das komplette Durchspielen der Kampagne gemeinsam mit einem Mitspieler, online und an einer Konsole. Wettbewerbsorientierte Gamer bilden Gruppen und kämpfen online in wechselnden Versus-Modi mit anders ausgeprägten Regeln um Punkte und das Überleben. Mindestens ebenso spannungsreich: Im Horde 3.0-Modus gemeinsam mit Mitspielern ein Team bilden und gemeinsam Welle um Welle Angreifer vom Erdboden tilgen.

Was uns gefällt

Hier ist der gute Spielfluss durch kurze Ladepausen und die vier Schwierigkeitsgrad zu nennen, die alle Könnensstufen abdecken. Der unterste Schwierigkeitsgrad gestattet - unterstützt durch ausreichend Munition, tatkräftige KI-Kameraden und jederzeit abrufbare Heilung - mehr oder weniger einen Spaziergang durch die Kampagne.

Man kann sogar etappenweise den Controller zu Seite legen und die KI-Kameraden machen lassen. Dann säubern sie schon mal eine Arena alleine, ohne dass der Spieler einen Finger krumm macht. Wer eine Herausforderung sucht, wählt bei Spielstart einen höheren Schwierigkeitsgrad. Dann braucht es spürbar mehr Köpfchen und taktisches Gespür, um die Angriffswellen abzufangen.

Was uns nicht gefällt

Handwerklich ist nicht alles perfekt. Der Prolog - tatsächlich ein spielbares Tutorial - mit seinem namenlosen, komplett verschalten Helden harmoniert nicht mit dem anschließenden charakterstarken Gameplay rund um JD Fenix. Das Spiel sieht etappenweise sehr spektakulär aus, nur ausgerechnet die erste Viertelstunde ist durch visuelle Langeweile geprägt.

Wir hätten uns außerdem einen Bildaufbau mit 60 statt 30 Frames pro Sekunde auf der Xbox One gewünscht. Das würde der Präzision der Steuerung gut tun. Die Eindeutschung ist prima gelungen und fängt die Stimmung prima ein, aber warum schmuggeln sich englische Sprach- und Wortfetzen dazwischen? 

Fazit 

Gears of War 4 ist das erwartete Third-Person-Actionspektakel. Das Gameplay ist weitgehend überraschungsfrei, dafür aber spektakulär inszeniert und abwechlungsreich choreografiert. Die symphatische Heldenfigur JD Fenix und ihre Kameraden durch eine acht bis zehn Stunden umfassende Kampagne begleiten, das fesselt. Viel Feuerwerk, große Explosionen und mitreißende Soundeffekte unterstützen den Überlebenskampf nach Kräften. Das etwas behäbige Tempo passt zum Deckungs-Gameplay. Es erlaubt gezielte Reaktion auf vielen abwechslungsreiche Herausforderungen.

Infos zum Spiel 

Titel: Gears of War 4
Genre: Third-Person-Actionspiel 
Publisher: Microsoft
Hersteller: The Coalition
Release-Termin: 11. Oktober 2016 
Preis: zirka 65 Euro 
System: Xbox One (Disk und DLC) / Windows 10 (nur DLC)
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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