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Paper Mario Color Splash für Wii U: Mario bringt Farbe ins Spiel

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Test zu Paper Mario Color Splash | Action-Abenteuer | Wii U  

Nintendos Superheld bringt Farbe ins Spiel

07.10.2016, 16:14 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Paper Mario Color Splash für Wii U: Mario bringt Farbe ins Spiel. Paper Mario Color Splash ist geprägt durch schönen Spielfluss, intelligente Unterhaltung und unbeschwerten Spielspaß. (Quelle: Nintendo)

Paper Mario Color Splash ist geprägt durch schönen Spielfluss, intelligente Unterhaltung und unbeschwerten Spielspaß. (Quelle: Nintendo)

Nintendos Jump'n'Run-Star Mario kann mehr als nur laufen, hüpfen und Goldmünzen sammeln. Das zeigt er eindrucksvoll im neuen Action-Abenteuer "Paper Mario Color Splash" für die Wii U-Konsole. Mit Köpfchen, Esprit und einem Haufen Kampfkarten befreit Mario eine bedrohte Welt und rettet geklaute Farbe aus den Fängen böser Strolche. Angenehmes Tempo, motivierende Herausforderungen und enorm viel Humor heben Color Splash an die Spitze der Spielspaß-Skala.

Behutsamer Einstieg

Als Marios Schiff anlegt, scheint zunächst noch alles in Ordnung auf der idyllischen Insel Prisma. Der Spieler führt Nintendos Superstar über den Steg und den Kai, verlässt des Hafen Richtung Hauptplatz und macht sich gefahrlos mit der Steuerung vertraut: Hier eine Kiste mit dem Hammer zerschlagen, dort Sprungtiming und Navigation in die Tiefe im räumlichen Areal trainieren - soweit nichts Ungewöhnliches in einem Jump'n'Run starring Mario. Nur dass Color Splash keines ist, sondern ein um Jump'n'Run-Elemente ergänztes Taktik-Abenteuer.

Abenteuer statt Jump'n'Run

Der wahre Charakter des Gameplays entlarvt sich sehr bald anhand der Menge an Dialog. Mario spricht mit seiner Begleiterin Prinzessin Peach über Gott und die Welt und bald auch darüber, dass irgendetwas auf dieser Insel nicht stimmt. Mysteriöse Dinge geschehen hier.

Damit ist nicht gemeint, dass Figuren und Kulissen ungewöhnlich aussehen, so wären sie aus Papier geschnitten - das gehört bei Games aus der Paper-Mario-Reihe zum Konzept. Das gilt aber nicht für ausgeblichene Flecken in den Kulissen. Bald gibt sich der Grund zu erkennen: Gemeine Shy-Guy-Strolche patrouillieren die Straßen der beschaulichen Insel. Mit Strohhalmen saugen sie die Farbe aus Kulissen und sogar den Bewohnern der Insel - wehrlose Toads, die ohne ihre Farbe leblos zu Boden sinken - heraus. Diesem Treiben muss jemand Einhalt gebieten.

Berührende Geschichte und Figuren

Für Nintendo-Verhältnisse gibt sich Color Splash erzählstark. Dass die Dialoge Nintendo-typisch in Sprechblasen statt via Sprachausgabe stattfinden, ist schade. Aufgefangen wird dieses Manko durch enorm viel Wortwitz - dazu später mehr.

In der ersten Spielstunde entwickelt sich tatsächlich sowas wie Empathie für die betroffenen Figuren und deren Geschichten. Wenn einer von Prismas Toad-Einwohnern unter Begleitung dramatischer Video- und Audioeffekte seiner Farbe beraubt wird und als welkes Blatt Papier zu Boden sinkt, dann  berührt einne  das. Im Lauf der Zeit verliert sich leider die emotionale Note, weil sich Charaktere und Ereignisse wiederholen und damit austauchbar werden.

Jetzt erst recht 

Dennoch macht sich Mario zielstrebig auf den Weg. Er soll allen Regionen der Insel bereisen und ihnen sowie ihren Bewohnern die Farbe zurückgeben.

Auf der Weltkarte öffnen sich dazu nach und nach Pforten zu den Arealen. In Kisten, Gebüschen und Bäumen liegen Goldmünzen und andere Extras versteckt, das spornt zum wiederholten Besuch an. Eine der ersten Errungenschaften ist der eingangs kurz angesprochene Hammer. Einfach die X-Taste antippen, und Mario haut Kisten und dergleichen kaputt. Per B-Taste holt er aus und tunkt die getroffene Stelle in rote, gelbe oder blaue Farbe. Trifft er einen von Prismas Einwohnern, kehrt der ins Leben zurück.

Dabei spitzt die Farbe spritzt nur so, das Spiel tunkt den Bildschirm in rot, gelb und blau. Insgesamt eine herrlich erfüllende Sauerei und ein wunderbar infantiler Spaß auch für Erwachsene.

Rundenkampf mit Kartenpower

Aus den Dialogen ergibt sich eine Staffette von Aufgaben, die auf Mario warten. Pilzköpfe retten, Bösewichte besiegen - also keine ungewöhnlichen Jobs, aber abwechslungsreich arrangiert. Die Kampagne folgt einer geradlinig angelegten Route von Region zu Region. Mario könnte sich aber auch frei bewegen - wie und wohin er geht, obliegt der Entscheidung des Spielers.

Wie zu erwarten, stellen sich einem dabei reihenweise Hindernisse in den Weg, vorrangig Bowser und Co., die Nintendo-typischen Fieslinge. Nur werden sie diesmal nicht per Kopfsprung weggefegt. Diesem Zweck dient vielmehr ein Kampfkarten-Minispiel vergleichbar dem 3DS-Game "Paper Mario: Sticker Star", nur in ausgebauter Variante.

Bei Feindberührung kommt es hier also zum Kampf, und das zentrale Geschehen verlagert sich vom TV-Gerät auf den Touchbildschirm des Controllers. Der Spieler entscheidet per Touchgeste, ob er einen Angreifer hauen oder kicken möchte, per einfachem oder doppeltem Angriff. Das anfänglich simple System wächst mit dem Spielfortschritt. Hiebe lassen sich mit Farbe aufladen und so in der Wirkung verstärken, Taktikfüchse kombinieren Karten und vieles mehr.

Angenehmer Spielfluss

Garniert wird das Taktikabenteuer mit Jump'n'Run-Prüfungen und Logik-Puzzles. Objekte suchen, Schalter finden, Schlüssel kombinieren: Nichts davon erfindet das Rad neu. Im Zusammenhang mit den anderen Gameplay-Elementen und jeder Menge Abwechslung ergibt sich dennoch ein vertieftes und verdichtetes Erlebnis, das Jüngere und Erwachsene motivierend finden werden.

Die handwerkliche Umsetzung verdient Anerkennung. Auf subtile Weise integriert das Spiel immer neue Möglichkeiten und Facetten in den Ablauf, steht mit Tipps und visuellen Hinweisen parat wenn es hakt. So ergibt sich über weite Strecken ein steter Fortschritt und angenehmer Spielfluss.

Selten so gelacht

Ein Extrakompliment verdient der allgegenwärtige Humor. Wenn Mario mit dem Hammer verbündete Figuren trifft - egal ob versehentlich oder weil es so lustig ausschaut - dann plumpsen sie zerknüllt zu Boden. Angreifer fragen schon mal höflich nach, ob ein Angriff gelegen käme, bevor sie zur Tat schreiten. Flache Wortspiele mit den Begriffen Altpapier und Knüllen sind an der Tagesordnung.

Hut ab außerdem für den Mut der deutschen Übersetzer: Sie trauen sich, halten dem Sprachwitz die Stange und taufen eine der zentralen Figuren um - ein seltener Vorgang. Paper Marios lebender Farbeimer heißt jetzt Farbian, nicht mehr Huey wie im englischen Original. Wir finden das passt wie Pinsel zum Strich.

Was uns gefällt

Nintendo zieht den Paper-Mario-Look konsequent durch: Wände, Bäume und die Figuren sehen aus, als wären sie aus Karton geschnitten, gefaltet und gerollt. Einige Puzzles basieren darauf, dass der Spieler Teile der Kulisse per Touchscreen ausschneidet und sich so Wege öffnet - keine Hammeridee, aber eine von vielen charmanten Facetten im Spielablauf.

Bravo für die Begleitmusik: In dramatischen Situationen spielt ein lautstarkes Orchester auf; wenn's unheimlich wird,  zupft der Bass am Nervenkostüm, und in fröhlichen Momenten hebt Brassband-Musik die Stimmung.

Was uns nicht gefällt

Fans des Gamecube-Klassikers "Paper Mario: Die Legende vom Äonentor" werden Rollenspiel-Elemente vermissen. Auch nehmen die Sprechblasen-Dialoge stellenweise überhand - das häufige weg- und weiterschalten kann lästig sein.

Im Kampf muss der Spieler seine Aufmerksamkeit vom TV-Gerät auf den Controller-Bildschirm umlenken, dort Kampfkarten mit den Augen erfassen, gedanklich sortieren, per Touchgeste aktiv schalten, mit einer weiteren Geste farblich aufpowern und schließlich per Wischgeste in Richtung TV-Gerät feuern, wo das weitere Kampf-geschehen halbautomatisch abläuft. Dieses Umschalten des Blickes reißt den Betrachter doch spürbar aus dem Geschehen heraus. 

Fazit 

Es sieht so aus, als näherte sich Nintendos Wii U-Konsole bereits dem Ende ihres Lebenszyklus - mit dem NX-System steht ein potentieller Nachfolger bereits für das Frühjahr 2017 in den Startlöchern. Nintendos taktisches Actionabenteuer Paper Mario Color Splash zeigt nochmal, was die Wii U auszeichet: Nämlich Games, die geprägt sind durch schönen Spielfluss, intelligente Unterhaltung, herzliches Wesen und unbeschwerten Spielspaß.

Infos zum Spiel 

Titel: Paper Mario Color Splash
Genre: Action-Abenteuer 
Publisher / Hersteller: Nintendo
Release-Termin: 7. Oktober 2016 
Preis: zirka 60 Euro 
System: Wii U
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Sehr gut

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