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Mafia 3 Test: Vom Kriegsveteran zum Großkriminellen

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Test zu Mafia 3 | Actionspiel | PC, PS4, Xbox One  

Vom Kriegsveteran zum Großkriminellen

11.10.2016, 13:36 Uhr | jr / ams, Richard Löwenstein

Mafia 3 Test: Vom Kriegsveteran zum Großkriminellen. Nur wenige Spiele erzählen Geschichten so menschlich und spannungsreich wie Mafia 3. (Quelle: 2K Games)

Nur wenige Spiele erzählen Geschichten so menschlich und spannungsreich wie Mafia 3. (Quelle: 2K Games)

Das Open World-Gangster-Actionspiel "Mafia 3" von 2K Games fasziniert mit interessanten Figuren, spannender Handlung, dramatischen Schusswechseln und begeisternder Technik. Wer als Kriegsheimkehrer zum Großkriminellen aufsteigen möchte und die notwendige Hardware - PC, PS4 oder Xbox One - mitbringt, muss aber auch mit Enttäuschungen rechnen.

Auf den Spuren von GTA 

Es möge sich bitte niemand wegen des Titels Mafia 3 eine Aufsteiger-Story mit krimineller Prägung und italienischer Note erwarten, sagen wir im Stil von Der Pate oder Scarface. Aufsteiger stimmt zwar, kriminell auch, aber weder füllt ein Italiener die Hauptrolle aus noch steht die Cosa Nostra im Mittelpunkt. Den Dreh- und Angelpunkt bildet vielmehr der dunkelhäutige Kriegsveteran Lincoln Clay. Er kehrt 1968 aus Vietnam in seine US-Heimat zurück, präzise in die Südstaaten-Metropole New Bordeaux - eine fiktive Kopie des real existierenden New Orleans.

Ein Gangsterimperium aufbauen

Schicksalsschläge und äußere Einflüsse formen den symphatischen Kriegsheimkehrer von nebenan zum Chef eines Kriminellen-Clans, der sich mit diversen organisierten Gangstersyndikaten anlegt. Lincoln Clays Lebensgeschichte dient als Aufhänger für ein Open-World-Actiongame, das im Stil des Genre-Urvaters Grand Theft Auto Schießereien, Schleichereien und Autoverfolgungs-Szenen verknüpft. Cineastische Verdichtung erfahren die einzelnen Missionen durch eine ganze Menge dazwischengeschaltete Dialoge von handwerklich enorm hoher Qualität.

Überzeugende Erzählstruktur

Sprache, Timing, Schnitt und Zeichnung der Figuren erreichen ein für Videospiel-Verhältnisse außergewöhnlich hohes Niveau. Menschen aus Lincolns Clays Umfeld erzählen in periodischen Unterbrechungen einzelne Episoden aus Clays Lebenslauf und leiten so zur passenden Mission über. Rückblenden, Orts- sowie Perspektivenwechsel betonen dramaturgische Höhepunkte und bilden Spannungsspitzen, genau wie es bei einem guten Film der Fall wäre.

So kommt es, dass die cineastischen Momente nicht die Geduld des Betrachters auf die Probe stellen, sondern vielmehr Neugier und Mitgefühl entfachen. Dass deutschsprachige Zuschauer das unbeschwert genießen können, liegt an der Synchronisation. Das überhaupt eine deutsche Sprachspur vorhanden ist, verdient angesichts des diesbezüglich gar nicht vorbildlichen Grand Theft Auto eine Extra-Hervorhebung. Zudem treffen Stimmen und Übersetzung genau den richtigen Ton - Kompliment.

Vom Schicksal getrieben

In Mafia 3 wird der Betrachter Zeuge, wie Clay bei einer Armenspeisung in seinem Viertel Essen verteilt. Als jedoch eine Bande "Haitianer" das Gebäude betritt und zu randalieren beginnt, wenden sich die Ereignisse.

Durch die gelungene Verknüpfung mit erzählerischen Elementen stellt sich ein Verständnis dafür ein, wieso Clay nach dem unvermeidlichen Handgemenge zum blutigen Rachefeldzug gegen die Drahtzieher aufbricht und letztlich deren Boss killt. Clays Heimatviertel namens French Ward bildet den Ausgangspunkt für eine Aneinanderreihung von Kapiteln und Missionen, die Clay mit anfänglich sehr abwechslungsreichen Aufgaben versorgen: Frühmorgens räubert er mit dem Propellerboot durch die Sümpfe rund um das Bayou Fantom, abends mischt er Jazzbars in der Bourbon Road auf.

Taktisch geprägte Schusswechsel

Die häufigen Schießereien lassen sich präzise kontrollieren. Schusswechsel sind in Mafia 3 stark taktisch geprägt. Selbst auf dem niedrigsten von drei vor Spielbeginn zur Disposition stehenden Schwierigkeitsgraden steckt Clay Treffer nur begrenzt weg. Im Todesfall erfolgt die Wiederbelebung erst nach kurzer Ladepause am zuletzt erreichten Etappenziel - wobei der Respawn-Punkt durchaus auch einige Minuten entfernt sein kann.

Dieses Störelement motiviert den Spieler umso mehr zu umsichtiger Vorgehensweise: Clay muss zwingend Wände, Fässer oder Palettenstapel als Deckung nutzen. Schrotflinten, Pistolen und automatische Waffen liegen nebst passender Munition am Boden, auch mal Granaten oder Molotov-Cocktails. Aber alles in begrenzter Menge, was zum Waffeneinsatz mit Köpfchen anspornt.

Dabei hat man ordentlich zu tun, denn die Computergegner rennen nicht komplett planlos von A nach B, sondern ducken sich hinter Zäune, umlaufen Clay und forcieren so eine aktive Herangehensweise. Immerhin sorgt die Third-Person-Perspektive dabei für guten Überblick über die Situation.

Aufgaben wiederholen sich

Ortswechsel erfolgen wahlweise zu Fuß oder mit dem Auto, seltener auch mal mit Booten. Oft bekommt Clay die Fahrzeuge gestellt. Einem ungeschriebenen Genregesetz folgend darf Clay jederzeit aussteigen. Er stoppt auf Tastenkommando ein x-beliebiges anderes Vehikel, reißt den KI-Fahrer vom Steuer, nimmt selbst Platz und folgt dem roten Faden der Handlung - oder eben nicht.

Im Anschluss an den sehr geradlinigen Einstieg überlässt es die offene Spielstruktur vollkommen dem Spieler, ob er Clays Karriere vorantreiben, frei Schnauze Stadt und Umgebung erkunden oder in Nebenmissionen Trophäen sammeln möchte. Das Treiben wird stimmungsvoll von einem fantastischen Soundtrack untermalt. Über 100 Songs der späten 60er Jahre verbreiten gute Stimmung. Das ist alles wunderbar anzuschauen und anzuhören, enorm gut spielbar und spannend inszeniert.

New Bordeaux ist der Star

Trotzdem beginnen sich die Aufgaben nach einigen Abenden zu wiederholen. Hier einen Bruch abziehen, dort einen Konkurrenten ausschalten, hinfahren, zuschlagen, flüchten - irgendwann wechseln nur noch die Namen der Beteiligten, und wie bei jedem Open-World-Game verlieren sich Spannung und Dramatik in der Größe des Areals.

Ebenfalls typischerweise ist nicht so sehr die Kampagne, sondern vielmehr die Welt der eigentliche Star. Es ist eine Lust, an den Häusern der Hilltop Estates im hohen Norden vorbei zu gondeln und den schönen Ausblick von River Island im Osten zu genießen. Allein das Erkunden der von Passanten belebten und mit wechselnden Tageslicht-Stimmungen gezeichneten Umgebung garantiert mehrere lange Abende beste Unterhaltung.

Was uns gefällt

Nur wenige Spiele erzählen Geschichten so menschlich und spannungsreich wie Mafia 3. Die Figuren sind wiedererkennbar, die Dialoge von sachkundiger Hand getextet, Schnitte und Timing arbeiten Hand in Hand.

Großes Kompliment auch an die Bedienung: Missionsziele sind klar und deutlich gekennzeichnet. In die Kulissen eingeblendete Icons weisen deutlich auf wichtige Objekte hin und mit welcher Taste auf dem Controller sie manipulierbar sind. Heutzutage ungewöhnlich: Sogar die Standard-Diskversionen von Mafia 3 enthalten neben dem Datenträger eine sinnvolle Beilage, nämlich einen für die Orientierung hilfreichen Faltplan von New Bordeaux und Umgebung.

Was uns nicht gefällt

Das Spiel installiert vor dem erstem Start rund eine halbe Stunde lang Daten, auch bei der Diskversion. Mehrspieler-Komponenten spart sich Mafia 3 komplett - es gibt nur eine Singleplayer-Kampagne. Einige PC-Besitzer haben sich direkt nach Release des Spiels darüber beschwert, dass die Bildwiederholrate auf 30 Frames pro Sekunde voreingestellt ist, wie bei PS4 und Xbox One. Inzwischen ist ein Patch erschienen, der diesen sogenannten Framelock aufhebt und detaillierte Einstellungen gestattet.

Fazit

Das Open-World-Gangstergame Mafia 3 verknüpft ungewöhnlich gut inszenierte Erzählszenen und spannend spielbare Actionmomente zur erlebenswerten Kriminellenkarriere. Sehr ansprechende Bilder und Musik bilden das i-Tüpfelchen.

Infos zum Spiel 

Titel: Mafia 3
Genre: Actionspiel
Hersteller: Hangar 13
Publisher: 2K Games
Release: 7. Oktober 2016
Preis: zirka 40 Euro (PC) / zirka 50 Euro (PS4, Xbox One)
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahre
Wertung: Sehr gut

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