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Playstation VR im Test: Das neue Dabeisein

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Test zur Playstation VR | Virtual Reality-Headset | PS4  

Das neue Dabeisein

17.10.2016, 13:42 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Playstation VR im Test: Das neue Dabeisein. Die Playstation VR ist kein autarkes System, sondern funkioniert ausschließlich im Doppel mit der PS4-Konsole. (Quelle: Sony)

Die Playstation VR ist kein autarkes System, sondern funkioniert ausschließlich im Doppel mit der PS4-Konsole. (Quelle: Sony)

Live dabei sein in der Weltraumschlacht. Mittendrin stecken im heißen Positionskampf der Sportwagen-Elite oder als Gestrandeter auf einem exotischen Saurierplaneten hautnah die Gefahr spüren: Mit dem Virtual-Reality-System "Playstation VR" eröffnet sich Videospielern eine neue Dimension des Dabeiseins, ein überwältigendes Mittendrin-Gefühl.

Ein neues Seh-Erlebnis 

Die Fähigkeit des räumlichen Sehens ist für unsen Alltag entscheidend. Unsere Augen nehmen zwei getrennte Bilder auf und übermitteln sie an das Gehirn. Das baut daraus einen plastischen Gesamteindruck, der visuelle und räumliche Informationen enthält: Wie weit sind Objekte entfernt, wie schnell und wohin bewegen sie sich? Zweidimensionalen Bilder fehlen diese Entfernungsangaben. Seit es künstliche Bilder gibt, strebt der Mensch daher die perfekte Nachahmung der räumlichen Wahrnehmung an. Nach Erfindung der Fotografie dauerte es nicht lange bis zu den ersten stereoskopischen Bildern. 1978 saßen die Menschen in Deutschland das erste Mal mit Rotgrün-Brillen vor ihren Fernseh-Apparaten für ein 3D-Versuchsprogramm.

Was ist Playstation VR? 

Und heute haben wir die Playstation VR, das seit dem 13. Oktober 2016 verfügbare Virtual-Reality-Headset von Hersteller Sony für die Playstation-4-Konsole. Dessen 600 Gramm Gewicht liegen hauptsächlich auf der Stirn auf und werden von einem Stirnband zuverlässig am Kopf des Trägers fixiert, was einen sehr guten Tragekomfort ergibt.

Faszination des Dabeiseins

Die Playstation VR ist kein autarkes System, sondern funkioniert ausschließlich im Doppel mit der PS4-Konsole. Das System empfängt Bilder aus der Konsole und verteilt sie auf zwei Displays, die der Betrachter direkt vor seinen Augen trägt. Das Sichtfeld ist deutlich größer als beim Blick auf das TV-Gerät. Da das Headset außerdem jede noch so geringe Kopfbewegung erfasst und verzögerungsfrei den Bildausschnitt anpasst, ergibt sich ein verblüffender Gesamteindruck, ein bisher unbekanntes Live- und Mittendrin-Gefühl.

Überwältigendes Spielerlebnis

Beim Weltraumshooter Eve: Valkyrie zum Beispiel sieht sich der VR-Pilot im Cockpit um oder behält den gejagten Weltraumpiraten im Blick, einfach nur durch simples Drehen und Nicken des Kopfes. Das Nachführen der Kamera per Analogstick entfällt, das Sichtfeld ist riesig. Der Gesamteindruck gleicht fast schon dem realen Seherlebnis. Das wirkt sich auf das Gameplay von VR-Games aus.

Nehmen wir zum Beispiel die für Playstation VR adaptierte Version der Rennsimulation Driveclub. Unter dem Titel Driveclub VR entführt sie den Spieler in das Cockpit wechselnder Supersport-Boliden. Der kann jetzt seine gewohnte Blickführung in das Spiel übernehmen. Er schaut nach links in die Kurve hinein oder blickt ganz kurz nach rechts, ob der Computergegner zum Überholversuch ansetzt. Das Einschätzen von Anlenk- und Bremspunkten gelingt plötzlich instinktiv und nicht mehr nur auf Basis vorher gemachter Erfahrungen. Dasselbe Spiel, aber ein völlig anderes Spielerlebnis. Sehr viel intensiver.

Überzeugende Erlebnis-Qualität

Dass das so gut funktioniert, ist ein bisschen erstaunlich angesichts der Tatsache, dass das Playstation VR-Basissystem mit 399 Euro zwar wahrhaftig kein Schnäppchen ist - aber immer noch deutlich preiswerter ist als die vergleichbaren PC-Headset-Alternativen Oculus Rift und HTC Vive für 699 beziehungsweise 899 Euro. In Sachen Displayqualität scheint uns keines der Systeme einen nennenswerte Vorsprung zu haben. Jedes System zeigt ein ausreichend scharfes Bild und überzeugt mit spontaner Anpassung des Bildes bei schnellen Kopfbewegungen. Womit sie alle das A-und-O-Kriterium für ein überzeugendes Dabei-sein-Gefühl erfüllen.

Komplizierte Verkabelung

Aufbau, Verkabelung und Inbetriebnahme der Playstation VR sind durchaus zeitintensiv. Aus der Verpackung purzeln einem neben dem Headset ein kleiner schwarzer Kasten und insgesamt sieben Kabel entgegen, die alle mit der PS4-Konsole und / oder dem TV-Gerät verbunden sein wollen.

Die Aufgabe des Kästchens: Es empfängt Bild und Ton von der PS4-Konsole und bereitet beides für das VR-Headset auf. Erst so bekommt der Betrachter ein stereoskopisches Bild auf die Augen und räumlichen angepassten Ton auf die beiliegenden Ohrhörer geschickt. Diverse HDMI-, USB- und Stromkabel dienen der Übermittlung notwendiger Video-, Steuer- und Energiesignale. Was wo eingesteckt werden muss, ist immerhin anhand nummerierter Schildchen eindeutig gekennzeichnet, ein Vertun unmöglich. Mit etwas Geduld kriegt das jeder hin.

Nach der richtigen Verkabelung wird das Bild sowohl auf dem Headset-Display (1920 x 1080 Pixel Full-HD-Auflösung) als auch auf dem TV-Gerät ausgegeben, so dass auch Zuschauer etwas vom Geschehen mitbekommen. Die Headset-Framerate liegt bei 120 Hz, während das Spiel auf dem TV mit 60 Hz dargestellt wird.

Erstaunlicherweise fehlt dem Playstation-VR-Paket die zur Inbetriebnahme zwingend notwendige Playstation-4-Kamera. Wer keine hat, muss 60 Extra-Euro auf die 399 Euro Kaufpreis addieren. Ratsam sind auch zwei Playstation Move-Controller (Set-Kosten: zirka 80 Euro), obwohl man auch mit den PS4-Controllern loslegen kann.

Ohne Konsole und Kamera geht nichts

Nach erfolgter Verkabelung folgt noch das Aufsetzen und Anpassen des Headsets, bevor es zur Sache geht. Nach dem Systemstart lässt der erste Aha-Effekt nicht lange auf sich warten: Die eingeblendete  Benutzeroberfläche der PS4 scheint frei im Raum zu schweben, fast wie in einem Science-Fiction-Streifen. Das lädt zu Experimenten ein, beispielsweise mit dem von Sony im letzten Firmware-Update ergänzten Mediaplayer. Er kann nun 360-Grad-Videos in das VR-Headset projizieren. In Kürze sollen VR-Kurzfilme erscheinen, durch die sich der Betrachter hindurch bewegen kann.

Gefahr für die Gesundheit?

Ein Spiel liegt dem Playstation VR-Set nicht bei, dafür eine Demo-Disk mit Schnupperversionen von Driveclub VR, Rigs und sechs weiteren Spielen. Gerade die beiden genannten Spiele sind wegen ihres enorm hohen Tempos allerdings für ein erstes Herantasten an VR-Gaming ungeeignet. Denn die Praxis zeigt, dass empfindliche Menschen bei der ersten Verwendung des Headsets mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben. Ihnen wird übel und schwindelig.

Der Grund für diese sogenannte VR-Krankheit: Die Augen erfassen eine Bewegung, beispielsweise nach oben oder unten. Der Gleichsgewichtssinn kann das jedoch nicht bestätigen. Das Gehirn kommt mit den unsynchronisierten Informationen nicht klar und löst Übelkeit als Warn- und Schutzmechanismus aus. Eine tatsächliche Gefahr für die Gesundheit besteht nach aktuellem Wissensstand aber nicht.

Besser langsam eingewöhnen

Bis der Gewöhnungseffekt einsetzt, empfiehlt sich ein vorsichtiges Herantasten an das VR-Erlebnis. Eher gemächliche Spiele wie zum Beispiel Batman: Arkham VR eignen sich dafür gut.

Fortgeschrittene Besitzer eines Playstation VR-Systems haben die Qual der Wahl. Zum Produktstart umfasst der VR-Spielekatalog bereits knapp 50 Titel. Bis Weihnachten soll er auf 60 Einträge wachsen. Bisher handelt es sich dabei allerdings fast ausschließlich um kurzweilige Reaktions- und Geschicklichkeitstests mit ein bis drei Stunden Spieldauer.

Doch auch die "großen" Titel sind nicht weit weg. Am 9. November kommt mit Cryteks Saurierabenteuer "Robinson" ein erster Fingerzeig für Virtual Reality-Abenteuer. Für Anfang 2017 stehen mit dem Egoshooter "Farpoint" und der komplett per VR-Headset spielbaren Kampagne des Horrorschockers "Resident Evil 7: Biohazard" die ersten Großproduktionen an.

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