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Preview zu The Surge | Action-Rollenspiel | PC, PS4, Xbox One  

Überlebenskampf im Exo-Anzug

19.10.2016, 14:06 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Überlebenskampf im Exo-Anzug. The Surge glänzt mit atmosphärischem Szenario, schicker Optik, durchdachten Crafting-Mechaniken und einem komplexen Kampfsystem. (Quelle: Focus Home Interactive)

The Surge glänzt mit atmosphärischem Szenario, schicker Optik, durchdachten Crafting-Mechaniken und einem komplexen Kampfsystem. (Quelle: Focus Home Interactive)

Spätestens seit "Lords of the Fallen" zählt Deck 13 zu den Shooting-Stars der deutschen Entwicklerszene - schließlich fuhr das Action-Rollenspiel nicht nur sehr ordentliche Verkaufszahlen ein, sondern sahnte obendrein eine Medaille beim Deutschen Computerspielpreis 2015 ab. Mit dem für 2017 geplanten "The Surge" für PC, PS4 und Xbox One zimmern die Frankfurter nun bereits an ihrem nächsten Action-Kracher. t-online.de/spiele hat sich den "Dark Souls"-Nachfolger mit Sci-Fi-Touch ganz genau angesehen.

Weltenretter Warren 

Überbevölkerung, globale Erwärmung, Massenarbeitslosigkeit: Das in nicht allzu ferner Zukunft angesiedelte "The Surge" zeichnet eine Welt am Abgrund. Wer trotzdem einen Job hat, darf sich glücklich schätzen - so wie Warren.

Erst kürzlich heuerte er bei CREO an, einem Megakonzern mit hochgesteckten Zielen in Sachen Umweltschutz. Doch schon am ersten Arbeitstag geht einiges mächtig schief. Kurz nachdem man ihm einen mächtigen Exo-Anzug anlegt, verliert Warren das Bewusstsein. Als er wieder aufwacht, ist nichts wie vorher. Kollegen liegen verstümmelt am Boden oder sind zu widerwärtigen Kreaturen mutiert; einst friedliche Robotereinheiten wenden sich gegen ihre Schöpfer. Die Aufgabe des Spielers? Logisch: In Erfahrung bringen, was hier vor sich geht.

Knackpunkt Ausdauer

Genau wie bei Lords of the Fallen liegt der Gameplay-Fokus einmal mehr auf einem ausgeklügelten Nahkampfsystem. Wichtigste Maxime: Egal ob Warren nun angreift, blockt, am Boden entlang schlittert, Kombos einleitet oder zum Ausweichmanöver ansetzt - jede Aktion kostet Ausdauer, im Spiel signalisiert durch den gelben Balken oben links im Bild. Wurde dieser komplett verbraucht, muss der Held eine kurze Verschnaufpause einlegen, um anschließend weitere Manöver abfeuern zu können.

Vielschichtiges Kampfsystem

Zusätzlich zur Ausdauer-Komponente sowie der klassischen Lebensenergie-Leiste implementiert Deck 13 einen hellblau gefärbten Kampfenergie-Balken. Dieser füllt sich immer dann, wenn der Protagonist einen erfolgreichen Treffer landet. Ausreichend vollgetankt, dürfen Sie auf Knopfdruck unter anderem nützliche Implantate zuschalten. Das "Live Audit"-Implantat etwa zeigt die Lebensenergie von Feinden in der näheren Umgebung. Der "Vigor Emergency Boost" hingegen transformiert Kampfenergie in Lebenspunkte. Wieder andere Implantate steigern Warrens Lebensenergie - und so weiter.

Interessanter taktischer Aspekt: Bevor sich Warren neue Implantate an sogenannten "Medbay-Stationen" einpflanzen darf, muss er über einen ausreichend starken Energiekern verfügen. Reicht der Saft nicht aus, rüstet man entweder den Kern auf oder schaltet bestimmte Implantate vorläufig wieder ab - "Deus Ex: Mankind Divided" lässt grüßen.

Auf die Schnittrichtung kommt es an

Klingt soweit alles sehr durchdacht - aber eben auch ziemlich vertraut. Dass das Kampfsystem von The Surge dennoch aus der Masse vergleichbarer Genre-Vertreter heraussticht, liegt in erster Linie am pfiffigen Trefferzonen-System. Konkret: Wurde ein Gegner mit dem Lock-on-Modus aufgeschaltet, können Sie mit Hilfe des rechten Analogsticks exakt festlegen, welche Körperzone Warren attackieren soll. Visieren Sie beispielsweise das rechte Bein an, platziert die Spielfigur alle weiteren Schläge eben dort.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Trägt ein Feind zentimeterdickes Rüstzeug im Torso- und Kopfbereich, nicht aber an Armen und Beinen, macht es Sinn, letztgenannte Zonen zu schädigen. Sind primär Arme, Kopf und Beine mit Panzerplatten übersät, sollten Sie umgekehrt den weniger geschützten Torso beharken.

Risiko zahlt sich aus

Tiefgang erhält das Konzept durch die Tatsache, dass Warren seinen Gegnern wertvolles Rüstzeug nur dann abknüpfen kann, wenn er das dazugehörige Körperglied abtrennt. In der Gamescom-Demo etwa müssen wir einem Exo-Anzug-Krieger gezielt die Birne vom Rumpf schlagen, damit wir seinen seltenen Helm erhalten.

Was bleibt ist ein ständiges, erstaunlich motivierendes Abwägen: Lasse ich mich auf ein langwieriges Duell ein und erbeute im Gegenzug wirklich hochwertige Ausrüstung? Oder wähle ich den einfachen Weg und konzentriere meine Attacken auf leicht verwundbare Stellen des Gegners, wohl wissend, dass diese Herangehensweise deutlich schlechtere Dinge abwirft?

Erst schmieden, dann einkleiden

Wichtig: Nach einem Kampf erhält Warren zunächst immer nur die Blaupausen neuer Beutestücke. Erst wenn er eine der überall verteilten Werkbänke aufsucht und die zum Bau benötigten Ressourcen mitbringt, kann er eine Kopie des gewünschten Gegenstands anfertigen.

Prima: Das Crafting-System selbst überzeugt schon jetzt mit viel Übersicht und größtenteils selbsterklärenden Menüpunkten. Dazu gesellt sich ein drehbares 3D-Modell des Helden, welches sich je nach angelegter Bewaffnung und Kleidung in Echtzeit verändert.

Augen auf statt Dauerlauf

Erkundung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Um diesen Aspekt zu unterstreichen, legt Deck 13 viel Wert auf verwinkelte Areale mit verschiedenen Routen zum jeweils nächsten Missionsziel. In der Regel gilt auch hier: Manche Pfade sind leicht zu meistern, werfen dafür aber kaum nennenswerte Beute ab. Andere verlangen einem alles ab, belohnen den Spieler dann aber auch entsprechend. Eine automatische Karte? Kam uns bisher nicht zu Gesicht. Wegweiser ist vielmehr die Umgebung selbst - oder besser gesagt das, was Schilder, Wandzeichnungen, Laufsprecher-Durchsagen und so weiter über sie verraten.

Groß, laut, zäh

In der Disziplin Bosskämpfe gibt The Surge richtig Gas. Den Anfang macht ein fordernder Schlagabtausch mit einem hundeähnlichen, äußerst sprunggewaltigen Wachroboter. Der Blech-Wauwau sieht harmlos aus, kann aber gewaltig austeilen - zumindest bis man seine Schwachstelle am Auge lokalisiert hat.

Noch nervenaufreibender ist der Showdown mit einem drei Stockwerke hohen Sicherheitsroboter. Denn so fest Warren auch draufschlägt, in den anfänglichen Minuten nimmt der Koloss keinen Schaden. Der Trick? Den Robo-Riesen solange attackieren, bis dessen "Bedrohungsan-Analyse“-Anzeige den Maximalwert erreicht und die Bestie eine Salve Zielsuch-Raketen gen Himmel abfeuert. Jetzt noch schnell auf das Ungetüm losrennen, die Flugkörper in seine Richtung umlenken, und schon hat man den wunden Punkt ausgenutzt.

Was uns gefällt

Spätestens wenn mutierte Arbeitskollegen begleitet von markerschütternden Kampfschreien auf Warren zu stürmen, Drohnen regelmäßig seltsame Systemgeräusche von sich geben und eine weibliche KI-Stimme Warrens Handlungen mal wieder trocken kommentiert, steht fest: Die Soundabteilung von Deck 13 hat ganze Arbeit geleistet und trägt maßgeblich zur knisternden Sci-Fi-Atmosphäre bei.

Ebenfalls beachtenswert: Zwischensequenzen sind Teil des Gameplays und unterbrechen den Spielfluss nicht - die Hauptfigur lässt sich jederzeit frei bewegen. Wer mag, kann auf Wunsch trotzdem die sogenannte Kontextkamera zuschalten und in ausgewählten Momenten eine besondere cineastische Einstellung genießen. 

Was uns nicht gefällt

Mit den Slow-Motion-Phasen innerhalb der Kämpfe übertreibt es der Entwickler derzeit noch. Zu häufig eingesetzt, bremsen sie den Spielfluss eher, als dass sie ihm förderlich sind. Abzuwarten bleibt außerdem, wie gut Deck 13 die Spielbalance hinbekommt. Die entscheidende Frage: Haben Spieler, die wertvolles Rüstzeug komplett ignorieren, überhaupt eine Chance, erfolgreich bis ans Ende zu kommen, oder sind sie von vorn herein benachteiligt?

Fazit

Atmosphärisches Szenario, sehenswerte Optik, durchdachte Crafting-Mechaniken und ein überraschend komplexes Kampfsystem mit interessanten eigenen Ideen. The Surge birgt gewaltiges Potenzial. Wenn Spielbalance, Storytelling und Abwechslung auf ähnlich hohem Niveau rangieren, könnte das hier zum nächsten Kassenschlager der Frankfurter avancieren.

Infos zum Spiel 

Titel: The Surge
Genre: Action-Rollenspiel
Publisher: Focus Home Interactive
Hersteller: Deck 13
Release-Termin: 2017
Preis: Noch nicht bekannt
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Gut

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