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Preview zu Prey | Action-Abenteuer | PC, PS4, Xbox One  

Futuristischer Psycho-Thriller

20.10.2016, 15:18 Uhr | Sönke Siemens (jr / tz), Richard Löwenstein

Futuristischer Psycho-Thriller. Technisch reißt einen Prey noch nicht vom Hocker, narrativ und spielerisch aber stimmt die Marschrichtung. (Quelle: Bethesda Softworks)

Technisch reißt einen Prey noch nicht vom Hocker, narrativ und spielerisch aber stimmt die Marschrichtung. (Quelle: Bethesda Softworks)

Mehr als fünf Jahre ist es nun schon her, dass Bethesda einen Nachfolger zum Shooter-Hit "Prey" ankündigte. Doch das ambitionierte Projekt der Human Head Studios wurde einfach nicht fertig. Dazu kamen Probleme mit der inhaltlichen Ausrichtung. Ende Oktober 2014 zog Bethesda schließlich den Stecker. Hinter den Kulissen werkelte da Arkane Studios Austin bereits an einer Re-Interpretation des ersten Teils. Was eben diese, für 2017 auf PC, PS4 und Xbox One geplante Wiedergeburt der Marke auf dem Kasten hat, erfahren Sie im Folgenden.

Foto-Serie mit 14 Bildern

Murmeltiertag mal anders

In der Komödie "Und täglich grüßt das Murmeltier" spielt Bill Murray einen zynischen Wetterfrosch, der eines Tages entsetzt feststellt, dass er in einer Zeitschleife festhängt. Jedes Mal, wenn er morgens aufsteht, wiederholen sich der Vortag. Was das mit „Prey“ zu tun hat? Ganz einfach: Auch hier steckt der Protagonist zu Beginn der Geschichte in einer Zeitschleife fest. Tagein, tagaus wacht Morgan Yu am 15. März 2032 um 7:56 Uhr auf und blickt von seinem Bett auf die Skyline einer Millionenmetropole. Kurz darauf schlüpft Morgan in seine futuristische Arbeitsuniform, schnappt sich eine Tasse Kaffee und macht sich auf in Richtung Badezimmerspiegel, um sein rechtes Auge zu inspizieren.

Der Wahnsinn beginnt

Der große Unterschied zum eingangs erwähnten Spielfilm: Mit jedem Neubeginn der Zeitschleife werden die Szenen immer verstörender und Morgans rechtes Auge bei der morgendlichen Inspektion immer röter. Doch das ist erst der Anfang des sich kontinuierlich zuspitzenden Wahnsinns. Bereits nach der dritten Wiederholung der Zeitschleife steht Morgan plötzlich drei Schattengestalten gegenüber.

Spätestens jetzt wird klar: Der Held ist das zentrale Versuchskaninchen in einem seltsamen Experiment. Ein Experiment, welches - Zitat aus dem Pressetext - "die Menschheit für immer verändern soll", dann allerdings gehörig aus dem Ruder läuft. Denn Außerirdische überrennen die Versuchsanlage, eine gigantische Raumstation namens Talos-1, und vernichten jeden, der sich ihnen in den Weg stellt.

Überleben um jeden Preis

Das aus diesen Grundkomponenten resultierende Spielprinzip präsentiert sich als cleverer Hybrid aus Ego-Shooter, Rollenspiel und First-Person-Survival-Action. Anfangs ausgerüstet mit gerade mal einem Schraubenschlüssel und dem Basismodell eines Raumanzugs, müssen Sie nun herausfinden, was an Bord der Talos-1 tatsächlich vorgeht.

Gibt es noch andere Überlebende? Wer sind die in Form von wandelnden Rauchschwaden auftretenden Außerirdischen? Wie kann man die Katastrophe effektiv eindämmen, ohne gleich die komplette Station in die Luft zu jagen? Und vor allem: Ist die eingangs skizzierte Zeitschleifen-Problematik eventuell ein Hinweis darauf, dass Morgans Verstand ihm letztendlich nur einen riesigen Streich spielt?

Ein Hoch auf die Kleberkanone

Dass Prey nach der Gamescom-Präsentation einen bleibenden Eindruck hinterlässt, liegt aber nicht nur an der interessanten, mit zahlreichen Psycho-Thriller-Elementen durchtränkten Geschichte. Auch in Sachen Gameplay schimmert viel Raffinesse durch.

Ein schönes Exempel hierfür ist das kreative Waffenarsenal. Mit der schon bald verfügbaren Gloo Gun etwa versprühen Sie eine rasend schnell aushärtende Flüssigkeit. Die klebrigen Masse fügt Gegnern zwar keinen Schaden zu, eignet sich jedoch hervorragend dazu, flinkes Alien-Pack binnen Sekundenbruchteilen in starre Körper zu verwandeln. Jetzt noch einige kraftvolle Hiebe mit dem Schraubenschlüssel und die einst tödlichen Widersacher zerbröselt wie eine Sandburg am Nordsee-Strand. Witzig: Je nach Spielsituation dichtet die Klebepaste zudem gefährliche Gaslecks ab, formt provisorische Treppenstufen oder hält Levelobjekte in Position.

Eingesaugt und abserviert

Nicht minder praktisch sind die "Recycler Charges" - eine Art Anti-Materie-Granaten. Einfach zielen, dann abwerfen, und schon saugt ein Strudel alle Objekte und Gegner in nächster Nähe ein, um sie sodann in Form von harmlosen Crafting-Materialen wieder auszuspeien.

Stichwort Crafting: Die nötigen Ressourcen und die entsprechende Blaupause vorausgesetzt, schmieden Sie an futuristischen 3D-Druckern neue Munition, zusätzliche Medkits und anderes nützliches Rüstzeug. Wer gewissenhaft seltene Materialen sammelt, darf später sogar ein Jetpack herstellen und den gesamten Außenbereich der weitläufigen Station frei erkunden - packende Gefechte in  der Schwerelosigkeit inklusive.

Vielseitiges Feindpack

Seien es nun hoch sensible Geschütztürme, durch düstere Korridore schwirrende Drohnen, brennende Gasleitungen oder die knappen Sauerstoffvorräte bei Weltraumspaziergängen - Gefahren lauern in Prey an jeder Ecke.

Die größte geht jedoch von den Aliens selbst aus, allen voran von den Mimics. Wie es der Name bereits suggeriert, sind sie in der Lage, die Form von ganz gewöhnlichen Umgebungsobjekten anzunehmen. Stühle, Aschenbecher, Kaffeetassen, Gaskanister - streng genommen kann sich in fast jedem beweglichen Gegenstand ein Mimic befinden, der nur darauf wartet, brutal über Morgan herzufallen. Faszinierendes Detail: Für welche Transformation sich ein Mimic entscheidet, ist nicht geskriptet, sondern etwas, das die KI je nach Situation immer wieder aufs Neue festlegt.

Die Phantoms hingegen zeichnen sich durch überragende Schnelligkeit aus. In einem Moment stehen sie noch einige Meter entfernt von Morgan, im nächsten tippen sie ihm bereits auf die Schulter und beißen sich sprichwörtlich in seinem Nacken fest.

Schließlich wären da noch die Wandschrank-großen Nightmare-Einheiten. Sie stehen ganz weit oben in der intergalaktischen Nahrungskette und protzen mit gewaltiger Kraft. Kommt man einer dieser Bestien zu nahe, ist der Exitus meist schon vorprogrammiert.

Fähigkeitendieb am Werk

Eine weitere spannende Gameplay-Komponente: Sofern Morgan die zahlreichen extraterrestrischen Bedrohungen regelmäßig mit einem speziellen Gerät scannt, kann er sich nach und nach ihre Talente aneignen.

Die praktische Umsetzung sorgte während der Präsentation für regelmäßiges Raunen im Publikum. Nicht zuletzt, weil sich Morgan zum Erlernen einer Fähigkeit zunächst einmal spitze Nadeln in den Augapfel rammen muss. Anschließend selektiert man eine sogenannte Neuromod und aktiviert sie. Mit "Mimic" etwa schlüpfen Sie in die Rolle alltäglicher Gegenstände. Veranschaulicht wurde dies unter anderem am Beispiel einer leeren Kaffeetasse, die der Vorspieler sogleich durch eine winzige Öffnung kullerte, um einen sonst nicht zugänglichen Ort zu erreichen.

Was uns gefällt

Schon die mehrdeutige "Und täglich grüßt das Murmeltier"-Sequenz macht unmissverständlich klar: Prey lässt keine Gelegenheit aus, den Spieler an der Nase herumzuführen. Was ist real und was nur Einbildung? Dese Frage scheint sich wie ein roter Faden durch das komplette Spiel zu ziehen.

Viel Lob zudem für die bedrückende Atmosphäre, die hinterlistigen Aliens und das allgegenwärtige Bestreben der Entwickler, eine möglichst offene, nicht lineare Spielwelt zu schaffen. Der Spieler entscheidet, wann es wo mit welchen Hilfsmittel entlanggeht und wie er auf die Forderungen von Überlebenden reagiert. Dass letztgenannter Aspekt unterschiedliche Spiel-Enden zur Folge hat, dürfte dem Gebotenen weitere Nervenkitzel einimpfen.

Was uns nicht gefällt

Prey versteht sich als vollständige Re-Interpretation des Originalspiels aus dem Jahre 2006. Dennoch stößt es sauer auf, dass - mal abseits von der Grundformel "Protagonist wird von Aliens gejagt" - keinerlei andere Elemente aus dem Ursprungsspiel auftauchen. Insbesondere Indianer Tommy und die zahlreichen Bezüge zur Indianerkultur trafen damals den Nerv der Shooter-Community. Dass sie jetzt komplett fehlen, können viele Fans zurecht nicht ganz nachvollziehen.

Fazit

Technisch reißt uns das auf Basis der Cry-Engine inszenierte Sci-Fi-Spektakel noch nicht vollends vom Hock. Narrativ und spielerisch aber stimmt die Marschrichtung. Was bleibt ist eine vielversprechende Fusion aus Spielen wie "Dead Space", "Half-Life" und "Bioshock". Könnte mit dem nötigen Feinschliff zu einem echten Geheimtipp heranreifen.

Infos zum Spiel

Titel: Prey
Genre: Action-Abenteuer
Publisher: Bethesda
Hersteller: Arcane Studios
Release-Termin: 2017
Preis: Noch nicht bekannt
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Gut

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