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Test zum Landwirtschafts-Simulator 2017: Bauer sucht Farm

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Test zum Landwirtschafts-Simulator 2017 | Simulation | PC, Xbox One, PS4  

Bauer sucht Farm

27.10.2016, 15:03 Uhr | (tz / ta), Richard Löwenstein

Test zum Landwirtschafts-Simulator 2017: Bauer sucht Farm. Die technischen Mängel beeinflussen den Erlebniswert nach der ersten Ernte nicht nennenswert. (Quelle: Astragon Entertainment)

Die technischen Mängel beeinflussen den Erlebniswert nach der ersten Ernte nicht nennenswert. (Quelle: Astragon Entertainment)

Wie nennt man einen Landwirt mit karierter Bluse und getuschten Wimpern? Der neue Landwirtschafts-Simulator 2017 aus dem Hause Giants verrät die Antwort. Erstmals in der Seriengeschichte bestimmen Agrarökonomen auf PC, PS4 und Xbox One nämlich das Geschlecht ihres Alter Ego, bevor sie den Hof bewirtschaften. Das ist nicht die einzige Neuerung.

So mancher Hardcore-Gamer mag eine Augenbraue heben beim Gedanken an unspektakuläre Stunden auf dem Feld mit dem Landwirtschafts-Simulator 2017. Fakt ist aber, dass die Wirtschafts-Simulation des Schweizer Developers Giants seit Wochen einen Spitzenplatz in den Vorbesteller-Charts einschlägiger Online-Händler hält. Die ausgeprägte Lust auf Landleben mag damit zusammen hängen, dass es keine 2016er-Edition gab und die lange Pause Neuerungen erhoffen ließ. Vielleicht suchen die Leute auch einfach nur nach gut gemachten Alternativen zu hektischen Reaktionstests und bedeutungslosen Egoshootern.

GTA für Landwirte

Grundsätzlich macht der aktuelle LaWi alles genau wie die Vorgängerspiele. Es handelt sich nach wie vor um ein Openworld-Game, dessen Singleplayer-Kampagne den Spieler zum Bauer / zur Bäuerin ernennt und mit Erhalt sowie Erweiterung des Hofs beauftragt. Eine kleine Farm und ein paar Felder im neuen US-Örtchen Goldcrest Vally oder im vertrauten, russischen Sosnovka bilden den Ausgangspunkt für alles weitere.

Der Spieler entscheidet weitgehend selbst, welchen Aufgaben er nachkommt. Er könnte in den bereitstehenden Traktor klettern, die Egge ankoppeln und damit das Feld für die Aussaat von Weizen, Gerste, Raps, Sonnenblumen, Soja, Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben vorbereiten. Er könnte zu Fuß in den Wald laufen, mit der Kettensäge Bäume fällen, entasten und per Kran auf den Baumhänger verladen.

Wirtschafts-Simulation

Wen es nicht zur Feldarbeit hinzieht, der könnte sich auf den Weg zum Viehmarkt machen und nach guten Angeboten für Schweine oder Kühe Ausschau halten. Könnte theoretisch sogar den bereitstehenden Traktor entern, ins Weizenfeld fahren und Kornkreise mähen, einfach weil es halt lustig ist. Das wird aber nur begrenzte Zeit gutgehen. Denn der LaWiSi versteht sich nicht als Just-for-fun-Entspannung, sondern als Wirtschafts-Simulation. Traktor, Hänger, Erntehelfer, Saatgut, automatische Treckerfahrer und vieles mehr: Das alles kostet Geld. Getreide, Heu, Hackschnitzel aus Pappelanbau: Das alles bringt Geld und will also erarbeitet sein, damit die Bank nicht irgendwann das Darlehen für den neuen Supertrekker kündigt.

Simple Karrierestruktur

Im Hintergrund des Spiels jongliert ein ausgefuchstes Warenwirtschafts-System mit Zahlen, und stellt Geldzufluss und -abfluss auf mehreren Bildschirmen umfassend dar. Es ist am Spieler, Einnahmen und Ausgaben im Blick, und den Betrieb am laufen zu halten. Wer erfolgreich haushaltet, kauft im Umfeld Land zu und bereitet so den Boden für wirtschaftliches Wachstum. Ob der Spieler das Kapital für die Anschaffung schicker Traktoren ausgibt oder in die Viehzucht investiert, ist wiederum seine Entscheidung. Der Erfolg ist keine allzu große Herausforderung auf dem niedrigsten der drei Schwierigkeitsgrade. Sehr wohl aber auf dem höchsten.

Gut funktionierende Bedienung

Die Singleplayer-Kampagne kommt ohne Rahmenhandlung oder klar vorgegebene Aufgabenstrukturen aus. Die offene Herangehensweise mag reizvoll für Kenner sein, aber Einsteiger fassen nur schwer Tritt. Das ist schade, gerade wo das in Etappen gegliederte Tutorial so vorbildlich die wichtigsten Handgriffen lehrt: zum Beispiel Traktorfahren, Hänger rangieren und Werkzeugwechsel. Die durchdachte Bedienung gibt jedenfalls kaum Rätsel auf: Die kontextsensitive Steuerung gestattet nur sinnvolle Tastenkommandos und veranschaulicht die meisten davon symbolisch am Bildschirm. Wer das alles schon kennt, widmet sich sofort den Neuerungen: Beispielsweise gestatten Züge schnellen Transport großer Warenmengen von A nach B.

Was wir mögen

Gemessen am Zwei-Jahres-Abstand zwischen dem letzten LaWiSi und diesem hier hätten wir mehr Neuerungen erwartet. Zum Beispiel eine deutlich überarbeitete Engine-Technologie, die Jahreszeiten realistisch darstellen kann. Dieser Wunsch wird leider nicht erfüllt. Inhaltlich verändert sich trotzdem einiges, gerade im Detail. Die Möglichkeit, Geräte zu mieten statt zu kaufen erweitert den finanziellen Spielraum. Wer keine Lust auf Feldarbeit hat, kann außer Kühen, Schafen und Hühner neuerdings Schweine als Nutztiere halten. Konsolenbesitzer dürfen einige Modifikationen aus der LaWiSi-PC-Community in ihre Spiel integrieren und so - zumindest im kleinen Rahmen - gratis ihre landwirtschaftlichen Geräte individualisieren. Schönes Detail am Rande: Per D-Pad sind integrierte Radiosendern wählbar, am PC lassen sich sogar Onlinesender empfangen.

Was wir nicht mögen

Dass Fendt 900, Valtra T und drei weitere Traktoren vom ersten Tag an als kostenpflichtiger DLC im Onlineshop zu kaufen und nicht ab Werk freigeschaltet sind - das duftet kräftig nach Kunden melken. Die Grafikengine leistet ähnliches wie in vorangegangenen Editionen des Spiels: Bei der Fahrt durch hohes Getreide schieben sich die Polygonfrüchte nach wie vor unbeeindruckt durch die Karosserie des Traktors statt ihm zu weichen. Auch die Physikengine leistet sich ein paar lustig anzuschauende Klopse - sie hebt den Bauern beispielsweise einen Baum empor, wenn der die Kettensäge hochkant statt quer am Stamm ansetzt. Das lässt sich heutzutage besser umsetzen. Generell wirkt das Ambiente statisch und wenig lebendig.

Fazit

Nach einem langen Arbeitstag gemütlich in den Traktor steigen und das Feld bestellen: Der Landwirtschafts-Simulator 17 wirkt angenehm unhektisch zwischen den weitverbreiteten Reaktionstests, gerade auf Xbox One und Playstation 4. Technisch wirkt die Produktion aus der Schweiz zwar nicht auf Höhe der Zeit, aber das beeinträchtigt den Erlebniswert und das Erfolgsgefühl nach der ersten erfolgreichen Ernte nicht nennenswert.

Titel: Landwirtschafts-Simulator 17
Genre: Wirtschafts-Simulation
Publisher: Astragon Entertainment
Hersteller:  Giants Software
Release: Im Handel
Preis: zirka 35 Euro
System: PC/Mac, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren

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