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Test zu Civilization 6: Der Aufbau einer neuen Welt

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Test zu Civilization 6 | Runden-Strategiespiel | PC, Mac  

Aufbau einer neuen Welt

31.10.2016, 14:45 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zu Civilization 6: Der Aufbau einer neuen Welt. Civilization 6 bedeutet keinen Umbruch für die Serie, allerdings wagen Sid Meier und seine Kollegen durchaus einige lohnenswerte Veränderungen. (Quelle: 2K Games)

Civilization 6 bedeutet keinen Umbruch für die Serie, allerdings wagen Sid Meier und seine Kollegen durchaus einige lohnenswerte Veränderungen (Quelle: 2K Games)

Seit nunmehr 25 Jahren bauen Spieler ihre eigene Zivilisation auf, paktieren mit anderen Nationen, führen Krieg und tragen am Ende hoffentlich einen epischen Sieg davon. Die von Entwicklerlegende Sid Meier erdachte Strategiespiel-Reihe ist ein Phänomen und hat auch nach einem Vierteljahrhundert nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Der sechste Teil ist seit dem 21. Oktober 2016 für PC und mittlerweile auch für Mac erhältlich und setzt die Tradition gewohnt souverän fort.  

Kluge Köpfe 

An der Grundrezeptur von Sid Meier ändert sich im aktuellen Civilization-Ableger nichts: Man startet weiterhin mit einer von nunmehr 18 Fraktionen (plus eine weitere für Vorbesteller) und strebt sogleich nach der Weltherrschaft. Die Wahl eines passenden Anführers ist daher enorm wichtig. Sie beschert dem Spieler nämlich verschiedene Extras wie spezielle Einheiten und Distrikte, die gerade zu Beginn des Endlosspiels den Unterschied ausmachen können.

Wählen Sie beispielsweise Deutschland mit Kaiser Barbarossa, kämpfen Sie besonders effektiv gegen Stadtstaaten und bauen etwa den produktiven Hanse-Distrikt. Ferner sind die Deutschen emsig und können selbst bei kleiner Bevölkerungszahl einen Bonus-Distrikt anbauen. In puncto Schlachtführung setzen sie auf ein U-Boot, das gerade in tiefen Gewässern für Angst und Schrecken sorgt.

Damit die Computergeneräle nicht zu berechenbar werden, erhalten sie zwei Agenden. Eine davon würfelt das Spiel stets zufällig aus. Wer diese herausfinden möchte, muss im späteren Verlauf Spione oder Diplomatie einsetzen. Letztlich sind die Grundsätze eine sehr passende Erweiterung der Anführer, die für mehr Tiefe und Persönlichkeit sorgt.

Städtebau für Fortgeschrittene

Kaum ist die Wahl der Startnation erledigt, landet man schon auf der nun deutlich hübscheren Weltkarte. Prima: Entwickler Firaxis Games hat viel Liebe in eine anschauliche und vor allem abwechslungsreiche Grafik im sympathischen Comic-Look investiert. Sandstrände werden gelegentlich mit Felsklippen aufgepeppt, und die Metropolen entwickeln sich gemäß dem aktuellen Entwicklungsstand auch optisch ständig weiter.

Beim Städtebau müssen sich "Civ"-Veteranen indes umstellen. Denn mit dem Fortschritt breiten sich einstmals kleine Dörfer nun aus. In den sogenannten Distrikten platziert man nun gezielt Modernisierungen. Vom einfachen Bauernhof bis hin zu Theatern ist hier so gut wie alles möglich. Die sich ausbreitenden Ortschaften erfordern allerdings frühzeitiges Planen: Wo befinden sich die besten Ressourcen? Stört eine allzu große Stadt womöglich eine andere Nation? Und wo bringe ich am besten Weltwunder unter?

Schließlich wären da auch noch die Distrikte. Die erweitern nicht nur das Hoheitsgebiet, sondern sind leider auch extrem anfällig für Überfälle von Barbaren oder verfeindeten Parteien. Die Schurken plündern Gebiete nämlich allzu gerne und hinterlassen dann ein Trümmerfeld. Entsprechend sollten Sie stets einige Armeen an der eigenen Stadtgrenze aufstellen anstatt nur im Zentrum.

Sieg des Geistes

In der ersten Spielstunde jeder Partie sind die diesmal etwas klüger als in den Vorgängerspielen agierenden Barbaren das größte Übel. Wer seine Hauptstadt nicht sichert, wird schnell von marodierenden Truppen genervt.

Während das Spiel in der Anfangsphase noch recht wenig Tiefgang bietet, entfaltet Civilization 6 im Lauf der Zeit seine volle Komplexität und Optionsfülle. Durch Forschen aktiviert man neue Technologien, Einheiten und Möglichkeiten. So legt man beispielsweise seine eigene Staatsform fest und ergänzt diese in einem etwas unübersichtlichen Spielkartensystem um zusätzliche Erlässe in den Bereichen Diplomatie, Wirtschaft und Militär. Beim Umgang mit anderen Staatsoberhäuptern ist wieder mehr Fingerspitzengefühl gefragt. Aufgrund der Agenda stellen Gandhi, Roosevelt und Co. schneller Forderungen und erklären Ihnen fix den Krieg, wenn ihnen etwas nicht passt.

Löblich, aber nicht optimal gelöst: Civilization 6 bietet beim Ausbau des eigenen Staatsapparats weitaus mehr Möglichkeiten als sein Vorgänger. Speziell der Forschungssektor protzt mit gewaltigem Umfang und gleich zwei Technologiebäumen jeweils für Natur- und Geisteswissenschaften. Allerdings versteckt das Spiel derartige Übersichten auch sehr gut. Wer sich wirklich tief in die Materie einarbeiten möchte, der muss sich mit teils fummelig kleinen Menüpunkten auseinandersetzen.

Für jeden etwas

Wie gewohnt gibt es auch in Civilization 6 gleich mehrere Siegbedingungen. Spieler entscheiden selbst, ob sie auf militärischem, religiösen, technologischem oder diplomatischem Weg die Partie für sich entscheiden. Speziell die Gefechte steuern sich durch übersichtlicheres Einheiten-Management besser. Im Spielverlauf lassen sich Truppen aufrüsten und sogar zu Gruppen zusammenfassen. Das sorgt für mehr Übersicht auf den Karten.

Grundsätzlich steuert sich Civilization 6 trotz komplexer Menüstrukturen ordentlich und motiviert erneut mit seiner leichtgängigen und dennoch komplexen Globalstrategie. Wer keine Lust auf Computer-Widersacher hat, der probiert sich mit bis zu zwölf Spielern online aus oder aktiviert Freunde im LAN oder Hotseat-Modus. Praktisch: Dank vielfältiger Anpassungsmöglichkeiten muss man nicht unbedingt Stunden und Tage mit einer Partie verbringen. In der kürzesten Variante mit 50 Runden ist man kaum länger als eine Stunde beschäftigt.

Was uns gefällt 

Civilization 6 wirkt mitunter wie ein "Best of" seines Vorgängers. Das ist in diesem Fall aber als Kompliment gemeint - der aktuelle Ableger überzeugt mit zeitgemäßer Technik und aufgefrischter Spielbarkeit. Obwohl das Globalstrategiespiel enorm komplex daherkommt, so fühlt man sich doch niemals überfordert. Speziell Neuerungen wie der ausgedehnte Städtebau ergänzen das Grundprinzip ausgezeichnet, und zusätzliche Komfortfunktionen - etwa bei der Kontrolle der eigenen Truppen - sorgen für besseren Spielfluss.

Was uns nicht gefällt

Ganz perfekt ist aber auch Civilization 6 nicht. Die Menüführung ist mitunter zu kleingliedrig, wichtige Informationen muss man sich oftmals selbst in den allzu fummeligen Optionen heraus kramen. Dazu bleiben die KI-Generäle weiterhin sehr brav und stehen damit im Kontrast zu den aggressiven Barbaren. Darüber hinaus fallen Kleinigkeiten wie etwa das aufgesetzte Kartensystem für das Regulieren der Staatsform auf.

Fazit

Die alte Civilization-Sucht ist zurück: Auch der sechste Teil der legendären Strategiespiel-Reihe entpuppt sich als echter Zeitfresser. Genre-Fans bekommen ein komplexes und technisch ausgewogenes Taktikspiel für ihr Geld - perfekt für lange Herbst- und Winterabende. 

Infos zum Spiel

Titel: Civilization 6 
Genre: Strategiespiel 
Hersteller: Firaxis  
Publisher: 2K Games 
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 50 Euro 
System: PC, Mac
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Sehr gut 

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