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"Call of Duty: Infinite Warfare": Griff nach den Sternen

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Test CoD: Infinite Warfare (Singleplayer) | Ego-Shooter | PC, PS4, Xbox One  

Griff nach den Sternen

07.11.2016, 10:22 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

"Call of Duty: Infinite Warfare": Griff nach den Sternen. Die Kapagne von Infinite Warfare ist inhaltlich so aufregend und grafisch so spektakulär inszeniert, dass man vom Prolog bis zur Schlusssequenz gern am Ball bleibt. (Quelle: Activision)

Die Kapagne von Infinite Warfare ist inhaltlich so aufregend und grafisch so spektakulär inszeniert, dass man vom Prolog bis zur Schlusssequenz gern am Ball bleibt. (Quelle: Activision)

Auf Wiedersehen Erde, hallo Weltraum. "Call of Duty: Infinite Warfare" - der mittlerweile dreizehnte Teil der weltbekannten Ego-Shooter-Reihe von Activision - wagt einen mutigen Ortswechsel und ebnet damit den Weg für viele abwechslungsreiche Schauplätze, kreatives Kriegsspielzeug, temporeiche Weltraumschlachten und packende Action in voller Schwerelosigkeit. Was das ab dem 4. November für PC, PS4 und Xbox One verfügbare Ego-Shooter-Feuerwerk aus der Feder von Entwickler Infinity Ward noch zu bieten hat, erfahren Sie im Folgenden.

Revolte der Kolonisten

Der neueste Ego-Shooter aus der Call of Duty-Reihe nimmt sich keinen tatsächlichen Krieg zum Vorbild, sondern skizziert vielmehr einen fiktiven Konflikt in ferner Zukunft. Hauptaggressor ist die Settlement Defense Force (SDF), ein Zusammenschluss machthungriger Weltraum-Kolonien, die ihrem Heimatplaneten Erde den totalen Krieg erklären. Call of Duty-typisch erleben Sie all das aus erster Hand - in diesem Fall aus der Perspektive von Nick Reyes, seines Zeichens Leutnant der United Nations Space Alliance (UNSA). Er ist hautnah dabei, als SDF-Truppen eine UNSA-Flottenparade in Genf überfallen und zehntausende Menschen ins Verderben reißen.

Für Ehre und Heimatwelt

Bereits in den ersten 45 Minuten wird klar, dass auch Infinite Warfare eine Marschrichtung einschlägt, die Fans spätestens seit den letzten beiden Serienteilen nur allzu gut kennen. Zusammen mit zwei bis drei KI-Mitstreitern kämpfen Sie sich in einem modernen Kampfanzug durch sehr hübsche, größtenteils linear angelegte Level und schalten Dutzende menschliche und mechanischen Gegnern aus. Zwischendurch meistern Sie den ein oder anderen Quicktime-Event und nutzen jede Menge pfiffige Hightech-Gadgets, um Widersachern möglichst trickreich eins auszuwischen.

Futuristische Krabbelminen etwa rennen am Boden entlang, springen Feinden ins Gesicht und explodieren wenige Sekunden später. Oder nehmen wir das Hacking-Modul. Kaum angeknipst, zeigt eine Wärmekamera die nähere Umgebung und alle sich dort befindlichen Roboter. Jetzt noch eine gegnerische Blechbüchse auswählen, bestätigen, und schon stiften Sie aus seiner Perspektive hinter feindlichen Linien Chaos. Später dürfen Sie sogar Spezialgranaten werfen, die einen Schutzwall aus kugelabweisendem Schaum erzeugen.

Call of Duty erobert den Weltraum

Das Neue an Infinite Warfare: Kaum hat sich Reyes in Genf  dem ersten großen Storylevel nach dem Prolog - bis zu einem zentralen Platz vorgekämpft, flieht er an Bord eines wendigen 1-Mann-Raumgleiters namens Jackal in den erdnahen Orbit. Dort angekommen geht die Action sofort weiter mit einer bombastischen Raumschlacht, vor der selbst Star Wars-Virtuose George Lucas den Hut ziehen würde. Die Erde? Hat ab diesem Zeitpunkt als Szenario vorerst für viele Stunde ausgedient.

Das neue Setting mag zunächst befremdlich klingen, vor allem, weil alle zwölf vorangegangenen Serienteilen immer auf dem blauen Planeten spielten. Es erweist sich in der Praxis jedoch als Keimzelle für viele spannende Ideen. Den Anfang macht die UNSA Retribution, ein gigantischer Raumkreuzer, der Reyes und seinen Leuten nach dem dramatischen Auftakt als Schaltzentrale dient. Egal ob Brücke, Crew-Quartiere, Waffenkammer oder Hangar - fortan dürfen Sie zwischen einzelnen Missionen wichtige Bereiche des Raumschiffs frei erkunden. Das ist gut für die Scif-Fi-Atmosphäre und hilft dabei, die zahlreichen Charaktere besser kennenzulernen. Ganz nebenbei kehrt etwas Ruhe in den hektischen Shooter-Alltag ein.

Schwerelos schwebt der Krieger 

Aber auch die eigentliche Action profitiert vom Baustein Weltall. In der Hauptmission "Operation Port Armor" zum Beispiel liefern Sie sich wilde Schusswechseln in einem SDF-besetzten Raumhafen auf dem Mars. Treffen Querschläger dabei die zahlreichen Panoramascheiben der Anlage, saugt der außen herrschende Unterdruck Freund und Feind gnadenlos ins Nirwana. Fantastisch gemacht.

Spiele-Videos 
Call of Duty: Infinite Warfare - Ankündigungstrailer

Activision kündigt neuen Teil und eine handfeste Überraschung an. Video

In einer der insgesamt neun Nebenmissionen hingegen müssen sich Reyes und seine Kollegin Salter mit Hilfe der Schubdüsen ihrer Raumanzüge einen Weg durch ein Asteroidenfeld bahnen. Ein ziemlich verrücktes Unterfangen, auch spielerisch gesehen, denn ein klassisches Oben und Unten gibt es hier nicht. Stattdessen gilt es, die eigene Körperlage clever der Situation anzupassen und sich mittels eines Enterhakens von einem Asteroiden zum nächsten vorzuarbeiten.

Gelungene Fusion aus alt und neu

Zugegeben, solche Abschnitte - und die zahlreichen Raumschlachten - fühlen sich frisch und neu an und passen perfekt zum Setting. Nichtsdestotrotz schafft Infinity Ward den schwierigen Spagat, das vielzitierte und von der Community immer wieder vehement eingeforderte "Stiefel am Boden"-Gameplay beizubehalten. Wenn Sie also auf Saturn eine Treibstoffraffinerie sprengen, lautlos schleichend einen SDF-Zerstörer infiltrieren oder auf einem Bergbau-Asteroiden vor einer Horde Sicherheitsroboter fliehen, spielt sich das im Kern trotzdem noch, wie man es von Call of Duty gewohnt ist - butterweiche 60 Bilder pro Sekunde inklusive.

Reizvolle Extras im Spiel

Die Kampagne stellt mit neun bis zehn Stunden Spielzeit – Nebenmissionen eingerechnet – sicher keinen Marathon-Rekord auf. Diverse Extras halten trotzdem die Langzeitmotivation aufrecht: Dazu zählen die üblichen, an bestimmte Herausforderungen gebundenen Trophäen. Wer die Kampagne einmal abschließt, schaltet zudem den Schwierigkeitsgrad „Specialist“ frei. Hier wird insbesondere die automatische Lebensregeneration komplett abgeschaltet. Immer noch nicht schwierig genug? Dann sollten Sie sich den fünften Schwierigkeitsgrad „Only One Live“ vormerken. Wie der Name bereits ankündigt, verfügt man dort über ein einziges Bildschirmleben. Ist dieses verwirkt, beginnt die Kampagne von vorn. Heftig.

Was uns gefällt 

Die gesamte Kampagne über lässt sich Infinity Ward immer wieder spannende Tricks einfallen, damit der Spieler eine emotionale Bindung zu den Charakteren aufbaut. In einer Szene zum Beispiel müssen wir die klaffende Wunde eines gefallenen Kameraden zupressen, während wir im selben Moment seinen Herzschlag dank clever eingesetzter Vibrationseffekte im Controller spüren. Anderenorts rettet der humorvolle Roboter-Sidekick Ethan einer zentralen Spielfigur aufopferungsvoll das Leben - in einer Zwischensequenz, die fast eine Minute lang mit einer Kameraperspektive auskommt und uns aufgrund eines unter die Haut gehenden Dialogs emotional wunderbar abholt.

Ebenfalls top: Ladepausen sind praktisch nicht existent. Alles geht nahtlos ineinander über und erzeugt einen fantastischen Spielfluss, der von Anfang bis Ende mitreißt.

Was uns nicht gefällt

Leider krankt das Missionsdesign noch immer an der Schlauchlevel-Problematik. Wurde diese in "Black Ops 3" zumindest im Ansatz aufgebrochen, folgen Sie hier wieder in acht von zehn Fällen einem sehr geradlinigen Pfad. Außerdem störend: Bösewicht Salen Kotch wird bekanntlich von Kit Harrington verkörpert. An sich eine gute Wahl, denn spätestens seit "Game of Thrones" wissen wir, welches schauspielerische Talent der Brite in die Waagschale wirft. In „Infinite Warfare“ jedoch bleibt er über weite Strecken hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Hauptgrund hierfür: Kotch kommt im Skript viel zu selten vor und wird zudem sehr häufig in bröseligen Videostreams gezeigt. Wie man’s besser hätte machen können, zeigt "Advanced Warfare", wo Kevin Spacey bekanntlich den omnipräsenten Superschurken mimt. 

Fazit

Lineares Leveldesign hin und blasser Bösewicht her - unterm Strich macht die Kampagne verdammt viel Laune und ist inhaltlich so aufregend und grafisch so spektakulär inszeniert, dass man vom Prolog bis hin zur Schlusssequenz am Ball bleibt. Prima zudem, wie harmonisch sich die Elemente Weltraumschlachten und Schwerelosigkeit einfügen und wie unterbrechungsfrei alles ineinander übergeht. Abgerundet wird das Story-Paket von zwei wirklich kniffligen Profi-Schwierigkeitsgraden und der Möglichkeit, das Sci-Fi-Popcorn-Kino auf PS4 Pro in 4K-Auflösung zu erleben. 

Infos zum Spiel

Titel: Call of Duty Infinite Warfare
Genre: Ego-Shooter
Hersteller: Infinity Ward
Publisher: Activision
Release-Termin: 4. November 2016
Preis: zirka 55 Euro (PC) / zirka 65 Euro (Konsolen)
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Gut 

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