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World of Final Fantasy im Test: Die Metamorphosen der Miragen

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Test zu World of Final Fantasy | Rollenspiel | PS4, PS Vita  

Die Metamorphosen der Miragen

11.11.2016, 15:37 Uhr | Sven Wagener (jr / ams), Medienagentur plassma

World of Final Fantasy im Test: Die Metamorphosen der Miragen . World of Final Fantasy bietet eine märchenhafte Spielwelt, eine fesselnde Story und reichlich Humor (Quelle: Square Enix)

World of Final Fantasy bietet eine märchenhafte Spielwelt, eine fesselnde Story und reichlich Humor (Quelle: Square Enix)

Man nehme die bisherigen "Final Fantasy"-Titel und werfe sie zusammen mit einer ordentlichen Prise Humor, einer spannenden Geschichte, sammelbaren Monstern à la "Pokémon" und neuen Charakteren in einen Mixer. Nun nur noch kräftig schütteln - und schon kommt als Ergebnis das Rollenspiel "World of Final Fantasy" für PS4 und Playstation Vita heraus. Gut, ganz so einfach ist es nicht - die Methode beschreibt aber ganz gut, was einen im neuen Ableger der Rollenspiel-Reihe von Square Enix erwartet.

Mysteriöser Einstieg

Nach einer kurzen Einstiegssequenz findet man sich zu Spielbeginn in Neunwaldbergen wieder. Auf den ersten Blick handelt es sich hierbei um eine recht große Stadt, von der aber nur ein kleiner Teil begehbar ist. Sie steuern einen gewissen Lann zu dessen Arbeit in ein Café, in dem bereits die erste Kundin wartet. Doch warum trifft er auf dem Weg dorthin keine anderen Personen? Warum sind die Straßen und die Einkaufsmeile menschenleer? Das erfährt man erst, nachdem Lanns Schwester Reynn ebenfalls im Café auftaucht.

Mysteriös: Bei Neunwaldbergen handelt es sich nur dem Anschein nach um eine Stadt, es stellt aber vielmehr eine Kulisse dar, die dem Spieler als Ausgangsort für die Abenteuer dienen, die ihn in den kommenden knapp 100 Spielstunden erwarten. Dabei taucht auch sehr schnell das erste merkwürdige Wesen auf, eine sogenannte Mirage. Bei Reynn und Lann handelt es sich nämlich um Mirage-Hüter, doch davon weiß das Geschwisterpärchen nichts mehr. 

"Pokémon" lässt grüßen

Reynn und Lann wird nun mitgeteilt, dass sie sich auf die Suche nach weiteren Miragen begeben sollen und so vielleicht ihre Erinnerung und auch ihre vermisste Familie wiederfinden können. Die beiden zögern nicht lange und machen sich auf die Suche nach ihren ersten Monstern. Bei diesen knuffigen Wesen muss man gleich an die "Pokémon"-Serie und deren Leitspruch "Schnapp sie dir alle" denken. Denn in World of Final Fantasy gibt es über 200 unterschiedliche Miragen, die allesamt fangbar sind. Einmal gesammelt, greifen sie aktiv ins Geschehen ein.

Kämpfe werden in World of Final Fantasy nicht von großen Heldengruppen ausgetragen, stattdessen stehen dem Geschwisterduo bis zu vier Miragen zur Seite. Die können zwar allesamt getrennt voneinander agieren, ihr volles Potenzial schöpft man aber erst aus, wenn man sogenannte Kampfstapel bildet. Ein Kampfstapel besteht dabei aus einem Geschwisterteil und bis zu zwei Miragen. Ergo setzt sich Ihr Kampfteam nach kurzer Zeit aus zwei Kampfstapeln zusammen.

Interessanter Kniff: Die Fähigkeiten, die der Spieler einsetzen kann, sind von denen abhängig, die die einzelnen Miragen mitbringen. Und davon gibt es jede Menge - angefangen bei Heilzaubern über Eis- und Feuerattacken bis hin zu speziellen Schlagangriffen. Je nachdem, wie der Spieler seinen Stapel formt, erhält er zudem Bonusfertigkeiten. Besitzen zum Beispiel zwei Miragen den Zauber Feuer, wird daraus die nächsthöhere Variante.

Murkel oder Hüne?

Hinzu kommt, dass die beiden Geschwister zwei "Formen" annehmen können. Zum einen die der Hünen, in der sie in normaler, menschlicher Gestalt unterwegs sind, außerdem die Form der Murkel. Murkel sind kleinere Versionen der Menschen, die mehr als putzig daherkommen. Jede Form hat Auswirkungen darauf, welche Miragen zum Stapeln genutzt werden dürfen, denn die Monsterchen gibt es in den Größen S, M, L und XL. Letztere wird jedoch bei den Stapeln ausgeschlossen.

Zudem können sich viele der Miragen weiterentwickeln, wenn sie spezielle Metamorphose-Bedingungen erfüllen. Dazu reicht es bei einigen, auf dem Mirage-Bord alle Fähigkeiten zu erlernen, bei anderen gilt es jedoch, bestimmte Aufgaben im Spiel zu erfüllen. Mal muss zum Beispiel eine besondere Mirage gefangen werden, ein anderes Mal muss sie ein gewisses Level erreichen. Leider kann man nicht unendlich viele Miragen mit sich herumtragen, sondern maximal zehn verschiedene. Alle anderen kommen zur Verwahrung in den sogenannten Mira-Tresor erhalten dann aber keine Erfahrungspunkte.

Das alles klingt in der Theorie erst einmal reichlich kompliziert, ist es glücklicherweise aber nicht. Schon nach wenigen Spielminuten gehen die Erklärungen, die Ihnen das Spiel liefert, in Fleisch und Blut über. Bei den Kämpfen setzen die Macher auf das bewährte "Active Time Battle"-System. Ob dieses stoppt, wenn Sie an der Reihe sind und so lange pausiert, bis sie eine Aktion auslösen, oder ob es gnadenlos weiterläuft, auch wenn Sie in den Kampfmenüs unterwegs sind, entscheiden Sie selbst. Dazu stehen in den Optionen verschiedene Menüpunkte zur Verfügung, mit denen man das Spiel seinen eigenen Wünschen anpasst.

Märchenhafte Spielwelt mit vielen alten Bekannten

World of Final Fantasy besteht jedoch nicht nur aus Kämpfen und dem Fangen der vielen Miragen, sondern in erster Linie aus einer märchenhaften Spielwelt und einer spannenden Geschichte, die durch wohlplatzierten Humor auch immer wieder zum Lachen anregt. Sei es nun, dass sich Reynn mit dem Kaktor-Schaffner in die Haare bekommt oder Lann mal wieder nichts von dem versteht, was um ihn herum passiert - für spaßige Einlagen hat der Entwickler ausreichend gesorgt.

Toll für Fans: Während ihres Abenteuers treffen die beiden Helden auf zahlreiche bekannte Charaktere aus dem Final-Fantasy-Universum. Ob Cloud und Tifa aus "Final Fantasy 7", Squall aus "Final Fantasy 8", Vivi aus "Final Fantasy 9" oder Tidus aus "Final Fantasy 10" - ständig begegnen einem Protagonisten aus nahezu jedem Vorgängerspiel. Auf die treffen sie aber nicht in altbekannter Form, sondern sie alle treten in ihrer Murkel-Form auf. Das gilt auch für bekannte Monster, die in alten Teilen der Serie teils wichtige Rollen innehatten. Ehemalige Guardian Forces wie etwa Ifrit oder Kaktor, Chocobos oder Kupos - in World of Final Fantasy versammelt sich so gut wie alles, was in dem japanischen Rollenspiel-Universum Rang und Namen hat.

Zahlreiche Nebenbeschäftigungen

Neben der Hauptgeschichte und dem Fangen der Miragen stehen dem Spieler etliche weitere Aufgaben zur Verfügung, um sich die Zeit zu vertreiben. In einem Kolosseum etwa können unzählige Kämpfe bestritten werden, dann wiederum bittet Sie ein namenloses Mädchen um Hilfe, und auch die vielen Einwohner der Spielwelt haben hier und da Wünsche, die es zu erfüllen gilt. Selbst ein Mehrspielermodus ist in World of Fantasy vorhanden. In diesem lassen Sie Ihre Miragen gegen die Monster anderer Spieler antreten oder tauschen Ihre Exemplare gegen andere, um Ihre Kollektion zu komplettieren.

Was uns gefällt 

World of Final Fantasy bietet eine märchenhafte Spielwelt, eine fesselnde Story und reichlich Humor. Das Fangen der Miragen ist teils anspruchsvoll, viele Monster können aber auch ohne stundenlanges Suchen geschnappt werden. Somit erzielen einerseits Einsteiger schnell erste Erfolge, Profis haben aber ebenfalls genug zu tun. Es liegt immer am Spieler, welche Miragen er für seine Kampfstapel bevorzugt und ob er lieber in Murkel- oder in Hünenform durch die Spielwelt läuft.

Ein weiterer Pluspunkt: World of Final Fantasy vereint die Spielwelten nahezu aller bisher erschienenen Final-Fantasy-Teile miteinander. Ob bekannte Schauplätze, liebgewonnene Helden oder Gegner, die einem schon früher Kopfzerbrechen bereitet haben, hier ist einfach alles vertreten. Abgerundet wird das Rollenspiel mit sehr guten englischen (oder wahlweise japanischen) Sprechern und passablen deutschen Untertiteln.

Eine kluge Idee ist auch das Portalsystem, das Neunwaldbergen mit allen übrigen Bereichen des Spiels verbindet. Auf diese Weise kann der Spieler alle Gebiete schnell und wiederholt aufsuchen, um - untermalt vo einem gtroßartigen Soundtrack - noch fehlende Miragen zu ergattern.

Was uns nicht gefällt

Viele Gebiete sind sehr linear aufgebaut, alternative Wege sind gerade in der ersten Spielhälfte eher Mangelware. Auch ist es schade, dass statusverändernde Zauber bei vielen Monstern nur dann wirken, wenn man sie hierdurch fangen kann. Zu oft widerstehen die Gegner sonst solchen Attacken. Im Mira-Tresor kann man sich die Miragen nach bestimmten Vorgaben sortiert anzeigen lassen. Leider merkt sich jedoch der Tresor die bevorzugte Einstellung nicht, sodass man diese immer und immer wieder vornehmen muss - das nervt.

Fazit

Vom schicken Look und der abwechslungsreichen Spielwelt über die mehr als gelungenen Musikstücke und den gewaltigen Umfang bis hin zu Humor und Handlung - Fans der Rollenspiel-Reihe kommen in World of Final Fantasy voll auf ihre Kosten. Neueinsteiger dürften zwar mit so mancher Anspielung nichts anfangen können, den Spielspaß mindert das aber nicht. Der wird wesentlich durch das ausgefeilte Kampf- und besonders durch das Mirage-System geprägt. Wer Rollenspiele japanischer Machart im Allgemeinen und die Final-Fantasy-Reihe im Speziellen mag, wird dieses Spiel lieben. 

Infos zum Spiel

Titel: World of Final Fantasy
Genre: Rollenspiel 
Hersteller / Publisher: Square Enix
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 50 Euro 
System: PS4, PS Vita
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Sehr gut 

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