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Schriller, größer, abwechslungsreicher: Test zu Watch Dogs 2

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Test zu Watch Dogs 2 | Action-Abenteuer | PC, PS4, Xbox One  

Schriller, größer, abwechslungsreicher

16.11.2016, 13:44 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Schriller, größer, abwechslungsreicher: Test zu Watch Dogs 2. Nebst den sehr unterhaltsamen Missionen ist es vor allem die Spielwelt selbst, die in Watch Dogs 2 begeistert. (Quelle: Ubisoft)

Nebst den sehr unterhaltsamen Missionen ist es vor allem die Spielwelt selbst, die in Watch Dogs 2 begeistert. (Quelle: Ubisoft)

Für das am 15. November erschienene Action-Abenteuer "Watch Dogs 2" wechselt Entwickler Ubisoft Montreal nicht nur den Protagonisten aus, sondern auch das Szenario. Statt im düsteren Chicago sind Spieler nun in und um die kalifornische Metropole San Francisco unterwegs - ein kunterbunter und betriebsamer Schauplatz, der ganz hervorragend zur Hacker-Thematik des Spiels passt. Doch kann das Open-World-Spiel für PC, PS4 und Xbox One auch in Sachen Gameplay-Mechanik, KI-Schläue, Story und Charaktere punkten? Unser Test gibt Antworten. 

Hochmotivierter Hacktivist

Im Mittelpunkt des Geschehens steht Marcus Holloway, ein junger Hacker, dem das Schicksal schon vor dem eigentlichen Beginn der Geschichte übel mitspielt. Denn die Verbrechensvorhersage-Routinen von ctOS 2.0, einem hochmodernen Stadt- und Bürgerüberwachungssystem, beschuldigen ihn einer Gaunerei, die er nie begangen hat. Die gute Nachricht: Ein freundlicher Richter lässt Milde walten - die Strafe fällt deutlich geringer aus als ursprünglich angenommen. Das Misstrauen und die Abscheu gegenüber ctOS 2.0 jedoch hinterlassen tiefe Narben bei Marcus und führen schließlich dazu, dass er sich dem hippen Hacker-Kollektiv "DedSec" anschließt. Mit dessen Hilfe will er das System und die korrupten, im Hintergrund intrigierenden Persönlichkeiten zu Fall bringen.

Die erste Aufwärmübung

Die knapp 30-stündige Geschichte beginnt mit einer Art Dedsec-Aufnahmeprüfung. Marcus soll in den Server-Raum des Tech-Konzerns Blume - dem Erfinder von ctOS 2.0 - eindringen, um sein eigenes Verbrecherprofil zu löschen. Ein nicht allzu spektakulärer Auftakt, der einen jedoch geschickt in die grundlegenden Spielmechaniken einführt.

Im Mittelpunkt des Gameplays steht dabei Marcus’ Super-Smartphone. Damit manipuliert der Held wie schon Aiden Pearce aus dem ersten "Watch Dogs" eine Vielzahl von elektronischen Objekten in seiner Umgebung. Klinken Sie sich beispielsweise in den Video-Stream einer Kamera ein, dürfen Sie diese nun manuell steuern und die Laufwege von Wachpersonal ausspionieren.

Viel mehr Möglichkeiten 

Doch das ist erst der Anfang. Im direkten Vergleich zu Teil eins wurde die Anzahl an "hackbaren" Gerätschaften um ein Vielfaches erhöht. Fahrzeugmotoren, Baukräne, Lautsprechersysteme, Rampen und so weiter - die Liste ist lang und resultiert in einer Fülle an neuen Möglichkeiten, Probleme in Angriff zu nehmen und die nun noch offener angelegten Missionsareale zu infiltrieren. Die vielerorts zum Einsatz kommenden Sicherheitsroboter etwa lassen sich so hacken, dass sie einige Sekunden an Ort und Stelle "tanzen" und Musik abspielen. Im richtigen Moment eingesetzt, lockt man Wachen mit dieser Methode fix in eine dunkle Ecke und schleicht sich unbemerkt an ihnen vorbei.

Wer mag, kann natürlich weiterhin die Waffe zücken und viele Herausforderungen mit der Haudrauf-Methode lösen. Weil die Feind-KI in solchen Fällen allerdings ziemlich aggressiv reagiert und Hacken ohnehin viel besser zum vergleichsweise sanften Gemüt von Marcus passt, kommt man als Leisetreter deutlich effektiver voran.

Das dynamische Duo 

Untermauert wird die im Vordergrund stehende nicht-aggressive Spielweise von zwei praktischen Fernlenk-Gehilfen. Den Anfang macht Jumper, eine zweirädrige Drohne mit hoher Sprungkraft. Mit ihr ist es ein Leichtes, durch Lüftungsschächte oder enge Passagen in Gebäude einzudringen, um dort beispielsweise manipulierte USB-Stick in PC-Terminals zu stöpseln und Sicherheitssysteme lahmzulegen.

Zweiter Gehilfe: eine wendige, simpel zu steuernde Quadcopter-Drohne – Marcus' erste Wahl, wenn es darum geht, Gebäudekomplexe in aller Ruhe aus der Luft auszuspionieren oder Interaktionsobjekte an schwierig zu erreichenden Stellen zu hacken.

Superheld Marcus

Wann welche Hilfsmittel und Hacks verfügbar werden, hängt in erster Line von der Anzahl der bereits freigespielten Fähigkeiten ab. Über 40 stehen im Spielverlauf zur Auswahl, müssen allerdings erst durch den Einsatz sogenannter Forschungspunkte aktiviert werden. Letztere wiederum kredenzt das Spiel immer dann, wenn Sie bestimmte Follower-Zahlen erreichen – die Belohnung für erfolgreich absolvierte Storymissionen und Nebenaktivitäten.

Was bleibt, ist ein durchdachtes Progressions-System, das Marcus jedoch im letzten Spieldrittel fast schon zu mächtig macht. Auf den ersten Blick kein Beinbruch – weil sich die Gegner-Intelligenz vergleichsweise einfach hinters Licht führen lässt, fehlt Schleich-Fans zum Ende der Geschichte dennoch ein bisschen die Herausforderung.

Motivierende Missionen

Das stört aber nicht allzu sehr, denn ein Großteil der 15 Haupt- sowie 22 Nebenmissionen macht - auch wenn es in der Mehrzahl der Fälle darum geht, in gesicherte Areale vorzudringen und heikle Daten zu entwenden - richtig Laune. Hauptgrund hierfür sind die abwechslungsreichen Örtlichkeiten, darunter der schwer bewachte Hightech-Tempel einer betrügerischen Sekte und die Firmenzentrale von Suchmaschinen-Gigant "Nudle".

Besonders charmant: In einer Nebenmission gilt es, brisantes Videomaterial aus dem Hauptquartier von Ubisoft San Francisco zu stibitzen. Was genau darauf zu sehen ist, sei an dieser Stelle freilich nicht verraten. Die Grundidee jedoch begeistert und zeigt, dass sich die Entwickler auch gerne mal selbst auf die Schippe nehmen.

Vielversprechende Online-Modi
Wie so oft bei Ubisoft-Titeln der jüngeren Vergangenheit, steht auch hier eine nahtlose Online-Erfahrung im Mittelpunkt. Heißt: Beim Erkunden der Spielwelt laufen Ihnen immer wieder andere "Watch Dogs 2"-Spieler über den Weg, die man dann kinderleicht in eine Koop- oder PvP-Mission einladen kann. Zumindest in der Theorie. Aufgrund technischer Ungereimtheiten funktionierte der Online-Part zu Spielstart leider noch nicht vernünftig – ein Problem, das der Hersteller hoffentlich mit dem nächsten Patch behebt. .

Was uns gefällt

Nebst den sehr unterhaltsamen Missionen ist es vor allem die Spielwelt selbst, die begeistert. Sei es nun eine Spritztour über die gigantische Golden Gate Bridge, ein Drohnenrennen auf der Gefängnisinsel Alcatraz, ein Spaziergang durch die Innenstadt des nordöstlichen gelegen Oakland, der Besuch der unzähligen Sehenswürdigkeiten in Downtown San Francisco oder ein Abstecher auf dem Campus der Stanford University im südlichen gelegenen Silicon Valley - "Watch Dogs 2" fängt der Flair der Bay Area hervorragend ein. Heulende Seehunde und verrückte Pantomime an Pier 39 inklusive.

Spannend für Sightseeing-Fans: Direkt nach der Einführungsmission ist die komplette Welt frei erkundbar. Tonnenweise Schnellreise-Ziele kürzen zudem allzu lange Autofahrten effektiv ab.

Was uns nicht gefällt

Größter Knackpunkt aus Gameplay-Perspektive ist die viel zu durchschaubare Feind-KI. Die meisten Wachen vergessen zum Beispiel komplett, was um sie herum geschieht, wenn man ihr Smartphone hackt und lautstark klingeln lässt. Das Problem: Das Manöver klappt beliebig oft hintereinander, was in vielen Spielsituationen einfach unglaubwürdig wirkt. Im Gegensatz zu beispielsweise "Metal Gear Solid 5" lernt die KI hier leider nicht aus ihren Fehlern und ergreift keine Gegenmaßnahme, wenn der Spieler bestimmte Tricks immer wieder anwendet.

Als etwas befremdlich dürfte der ein oder andere zudem die konstant zelebrierte Hipster-Tonalität empfinden. Manche Zwischensequenz kommt für Außenstehende schon arg seltsam oder vulgär rüber, was der Story zuweilen den Wind aus den Segeln nimmt. Und: Eine Art Karma-System hätte Watch Dogs 2 sichtbar gutgetan. Stattdessen aber bleibt anrückende Polizei die einzige Konsequenz, wenn der Spieler in der Öffentlichkeit Passanten über den Haufen fährt oder andere Verbrechen begeht. Dauerhafte Konsequenzen sind nicht zu befürchten. .

Fazit

Zugegeben, die lasche KI, die oft übertriebene Hipster-Tonalität, die noch nicht richtig funktionierende Online-Komponente sowie kleinere Balance-Durchhänger drücken hier und da auf die Spielspaß-Bremse. Als Ganzes betrachtet überflügelt Watch Dogs 2 seinen Vorgänger jedoch deutlich. Die abwechslungsreiche Spielwelt begeistert, die neuen Gameplay-Möglichkeiten überzeugen, die Nebenaktivitäten spornen an, der Held wächst einem nach anfänglicher Skepsis ans Herz und die stets mitschwingende Kritik an Themen wie allgegenwärtiger Bürgerüberwachung fügt sich gelungen ein. Nicht zu vergessen zahlreiche wirklich verrückte Überraschungen und Easter Eggs. Alles in allem somit ein nicht fehlerfreier, aber doch sehr unterhaltsamer Open-World-Ausflug.

Infos zum Spiel

Titel: Watch Dogs 2
Genre: Action-Abenteuer
Hersteller: Ubisoft Montreal
Publisher: Ubisoft
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 60 Euro
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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