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Wieder auf Dämonenjagd: Test zum Ego-Shooter Shadow Warrior 2 für PC

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Test zu Shadow Warrior 2 | Ego-Shooter | PC  

Wieder auf Dämonenjagd

17.11.2016, 14:12 Uhr | Manuel Fritsch (jr / tz), Medienagentur plassma

Wieder auf Dämonenjagd: Test zum Ego-Shooter Shadow Warrior 2 für PC. Shadow Warrior 2 nimmt sich zu keiner Sekunde ernst, und das ist auch gut so. (Quelle: Devolver Digital)

Shadow Warrior 2 nimmt sich zu keiner Sekunde ernst, und das ist auch gut so (Quelle: Devolver Digital)

Im Ego-Shooter "Shadow Warrior 2" schlüpfen PC-Spieler in die Rolle des Antihelden Lo Wang und zerlegen en masse böse Dämonen und Cyborg-Ninjas. Klingt ein wenig nach "Doom", nimmt sich dabei aber deutlich weniger ernst. Das Spiel ist ein Fest für Shooter-Fans, die auf eine Story nun wirklich keinen Wert legen.

Spaß ohne Vorwissen 

Man muss das erste "Shadow Warrior" aus dem Jahr 1997 - damals noch von "Duke Nukem"-Entwickler 3D Realms - und dessen Remake aus dem Jahr 2013 (vom polnischen Studios Flying Wild Hog) nicht gespielt haben, um Spaß mit dem zweiten Teil zu haben. Zwar knüpft die Geschichte nahtlos an den Vorgänger an, aber der redselige Protagonist Lo Wang findet immer die richtigen Worte, um die Situation auch für Neulinge in einen verständlichen Kontext zu setzen.

Grob gesagt geht es darum, dass der Ninja-Held in einen Konflikt hineingerät, bei dem einem Wissenschaftler, der Anführer eines Kults sowie die neue Droge "Shade" eine Rolle spielen. Die Geschichte ist hier aber wirklich nebensächlich und dient lediglich dazu, einen Kontext für neue Gegnertypen und Gebiete zu liefern.

Dennoch: Die toll eingesprochenen Dialoge und Zwischensequenzen mit dem respektlosen Antihelden sind unterhaltsam und sorgen immer wieder für einen Lacher - immer vorausgesetzt, dass man der englischen Sprache mächtig ist und auch über schlechte Witze über männliche Geschlechtsorgane und Fäkalien lachen kann. Zwar gibt es deutsche Untertitel, aber diese können den flapsigen und äußerst zweideutigen Humor des Charakters nur schwer einfangen.

Spaß mit Freunden

Der größte Pluspunkt gegenüber dem aktuellen und in vielen Punkten sehr ähnlichen Action-Hit Doom: Die Kampagne von Shadow Warrior 2 kann komplett kooperativ mit bis zu vier Spielern erlebt werden. Das gestaltet sich noch dazu völlig unkompliziert. Die Weiterentwicklung des eigenen Charakters und der Fortgang der Kampagne werden sowohl im Einzelspieler- als auch im Koop-Modus nahtlos fortgesetzt.

Neue Mitspieler dürfen jederzeit in eine laufende Kampagne einsteigen. Im Hauptmenu kann man auswählen, ob man auch wildfremden Spielern über das Internet erlauben will, der eigenen Partie beizutreten, oder ob dafür eine direkte Einladung über die Freundesliste nötig ist. Bis zu drei Begleit-Ninjas können so das eigene Spiel bereichern. Dabei sieht sich jeder selber als der Hauptdarsteller und erlebt die Zwischensequenzen aus dessen Sicht.

Den Schwierigkeitsgrad lässt sich an Neigung und Können anpassen. Dabei gilt: Je schwerer die Gegner sind, desto höher fallen die Belohnungen für alle aus. Ein klassischer Versus-Modus (PvP) fehlt dagegen in Shadow Warrior 2. Wer gerne gegen andere menschliche Spieler spielt, ist bei Doom und Co. besser aufgehoben.

Spaß bei jedem Durchlauf

Shadow Warrior 2 bietet eine Vielzahl von unterschiedlichen Settings. In der zirka zwölf bis 15 Stunden umfassenden Kampagne erforscht der Spieler saftig bewachsene Wälder, futuristische, vom Neonlicht durchflutete Häuserschluchten, asiatische Bergdörfer und dunkle Dämonenhöhlen. Diese Levels werden stets aus handgebauten Versatzstücken bei jedem Start zufällig zusammengesetzt und generiert. Das bedeutet, dass ein erneuter Durchgang mit höherem Schwierigkeitsgrad oder ein Besuch in der Kampagne eines Freundes sich jedes Mal frisch anfühlt und man die Struktur des Levels nicht auswendig lernen kann.

Auch wenn sich die Missionsziele oft ähneln, überwiegt der Spaß am Erkunden und den neuen Belohnungen. Die erkämpfte Beute - Waffen, Skills, eingesetzte Upgrades - stehen einem im weiteren Spielverlauf zur Verfügung. Diese eher aus Action-Rollenspielen wie "Diablo" bekannte Vorgehensweise ist ungemein motivierend, weil sich jeder gespielte Level lohnt und man sich ständig weiterentwickeln und neue Dinge ausprobieren kann. Versteckte Truhen, Gegenstände und sogar Zwischenbosse sind in den zufällig generierten Welten überall zu finden und laden zu Abstechern und Erkundungstouren abseits der hauptsächlichen Missionsziele ein.

Miteinander verknüpfte Spielgebiete 

Die Levels sind großflächig angelegt und mit mehreren "Hubs" verbunden. In den Bereichen zwischen den Missionen kann der Spieler sein Geld bei Händlern für neue Waffen, Munition und Skills ausgeben oder durch Gespräche neue Neben- und Hauptmissionen annehmen. Über eine Missionskarte sucht man daraufhin das neue Ziel aus und teleportiert sich direkt zum Anfang der Mission. Ein kurzer Zwischenstopp beim Händler ist auch während Missionen jederzeit auf Tastendruck möglich. Das Austauschen und Verbessern der Waffen oder das Aufleveln von Skills lässt sich ebenfalls ohne Einschränkungen zu jeder Zeit vornehmen.

Besonders gelungen ist die große Bewegungsfreiheit innerhalb der Levels. Mal überrascht Sie eine Gegnergruppe von hinten, dann wiederum nutzen Sie clever Aufzüge in den Stadtabschnitten, um sich in Sicherheit zu bringen und von oben auf die Gegnermassen zu feuern. Zu fast keinem Zeitpunkt ist man in engen Arenen wie noch beim Vorgänger oder besagtem Doom eingesperrt. Damit der Spieler sich nicht verläuft, ist das nächste Missionsziel stets auf einer Miniatur-Karte markiert. Kleinere Abstecher abseits des vorgegebenen Wegs lohnen sich aber trotzdem.

Spaß im Nahkampf

Über 70 unterschiedliche Waffen sind im Spiel zu finden. Kompliment an die Entwickler: Nicht nur die schiere Anzahl ist beeindruckend, sondern auch die Tatsache, dass jede dieser Waffen anders aussieht und sich individuell anfühlt. Von der Dämon-gehörnten Minigun bis zum detailverliebten Steampunk-Scharfschützengewehr bleibt kein Wunsch offen. Selbst innerhalb einer Kategorie von Waffengattungen gibt es stellenweise frappierende Unterschiede. Zusammen mit den jederzeit austauschbaren Upgrades kann jeder Spieler seinen eigenen Stil prägen und seine Lieblingswaffen perfektionieren.

Was uns gefällt

Shadow Warrior 2 nimmt sich zu keiner Sekunde ernst. Der Shooter wird witzig und in einem unterhaltsamen Kontext dargeboten. Dass man in einer Mission von einem Höllendämon auf eine Nebenmission geschickt wird, weil die Teereserven erschöpft sind und seine Chefin dann unerträglich wird, zeigt sehr gut, wie das Spiel tickt. Shadow Warrior 2 polarisiert, stößt aber bei vielen Spielern und Kritikern auf Zustimmung. Lobend muss schließlich noch die Musik erwähnt werden - der rockige Soundtrack passt ausgezeichnet zur der Mischung aus Shooter und First-Person-Action. 

Was uns nicht gefällt

Das Überangebot an neuen Waffen, Skills und Upgrades ist fast schon zu viel des Guten. Klar, ist es toll, dass man ständig neue Waffen findet und diese auf unfassbar viel unterschiedliche Arten erweitern und an seinen Spielstil anpassen kann. Aber das Basteln nimmt gleichzeitig auch viel Schwung aus dem Spiel. Während im Einzelspieler-Modus die kurzen Umbauphasen nach jedem Level-Abschnitt ganz entspannend sind, um den Puls runterfahren zu können, stören diese im kooperativen Modus dann doch eher. Da wäre eine Automatik-Funktion wünschenswert gewesen.

Fazit

Die polnischen Entwickler von Flying Wild Hog haben mit Shadow Warrior 2 im Indie-Games-Bereich einen der  Überraschungshits des Jahres gelandet. Der Ego-Shooter ist hektisch, grell, laut und sicherlich nicht für zart besaitete Spieler geeignet. Und ja, der Humor ist infantil und das Dämonen-Gemetzel extrem übertrieben. Dennoch oder gerade deswegen setzt der Retro-Shooter mit dem schwertschwingenden Antihelden Lo Wang Akzente. So viel Action, Abwechslung, motivierende Mechaniken und tolle Grafik für einen moderaten Preis von rund 40 Euro hat man lange nicht vorgesetzt bekommen. 

Infos zum Spiel

Titel: Shadow Warrior 2
Genre: Ego-Shooter
Hersteller: Flying Wild Hog
Publisher: Devolver Digital
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 40 Euro
System: PC (PS4 im 1. Quartal 2017)
USK-Freigabe: Keine Prüfung (DLC-Version) / Geeiget nur für volljährige Spieler
Wertung: Sehr gut

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