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Nichts wie weg mit den Insekten

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Test zu Galaga Wars | Arcade-Shooter | Android, iOS  

Nichts wie weg mit den Insekten

21.11.2016, 13:56 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Nichts wie weg mit den Insekten. Die Action geht binnen weniger Minuten in Fleisch und Blut über, spielt sich schön fordernd und sieht einfach hinreißend aus. (Quelle: Bandai Namco)

Die Action geht binnen weniger Minuten in Fleisch und Blut über, spielt sich schön fordernd und sieht einfach hinreißend aus (Quelle: Bandai Namco)

Mit der Arcade-Ballerei "Galaga" verewigte sich Namco Anfang der 80er Jahre in den Geschichtsbüchern der Videospielwelt. Am 3. November 2016 - und damit zeitnah zum 35-jährigen Jubiläum der Marke - ist nun "Galaga Wars" für iOS- und Android-Geräte auf den Markt gekommen. Die grafisch aufwendige Free-to-Play-Variante stammt aus der Feder des talentierten holländischen Mobile-Games-Entwicklers Paladin Studios. Ob die Kombination aus Mikrotransaktionen und Retro-Gameplay am Ende wirklich zusammenpassen, verrät unser Test.

Insekten-Invasion abwehren

Das Spielprinzip von Galaga Wars ist denkbar einfach und im Kern nah dran an der in Ehren gealterten Retro-Variante. Der Spieler steuert ein wendiges Raumschiff, um die Erde in typischer Vertikal-Shooter-Manier vor einer Invasion außerirdischer Killer-Insekten zu schützen. Letztere surren in immer neuen, spektakulären Formationen ins Bild und nehmen den mutigen Weltenretter regelmäßig unter Feuer. Wurden bestimmte Level-Abschnitte erreicht, bekommt man es zudem mit fiesen, besonders hartnäckigen Bossgegnern zu tun. So weit, so bekannt.

Im Gegenzusatz zum Original-Galaga hat Paladin Studios jedoch an der ein oder Gameplay-Stellschraube gedreht. Beispielsweise hat der Spieler hier eigentlich nur ein Leben - ein weiteres kann durch Sammel-Münzen oder das Anschauen von Werbeclips "erworben" werden. Auch neu: Der Raumgleiter folgt der Fingerposition des Spielers auf dem Touch-Bildschirm, kann also das komplette Spielfeld zum Navigieren nutzen und nicht nur den unteren Bildrand. Weil dies natürlich die Gefahr birgt, dass Aliens seitlich in das eigene Schiff hineinkrachen, führen die Holländer eine hilfreiche Warnanzeige ein, die den jeweiligen Bildrand rot aufleuchten lässt, kurz bevor neue Feinde anrücken.

Power-ups und Münzen als Salz in der Suppe

Weitere interessante Neuerung: In bestimmten Abständen - etwa wenn eine Insektenwelle komplett vernichtet wurde - tauchen praktische Power-up-Symbole auf. Das blaue erhöht die Schussfrequenz, das grüne aktiviert nach dem Zufallsprinzip eines der insgesamt vier Spezialfähigkeiten des aktuellen Raumschiffs. Sammelobjekt Nummer drei sind die bereits angerissenen Goldmünzen - die Freischaltwährung in Galaga Wars. Genügend auf der hohen Kante, verbessern Sie damit unter anderen die Effektivität einzelner Power-ups, kaufen sich zum Wucherpreis von 100 Münzen ein weiteres Bildschirmleben oder schalten einen Warp-Punkt frei, mit dessen Hilfe man schneller in bereits freigespielte Ebenen gelangt.

Eins umsonst, drei gegen harte Euros

Nach dem Herunterladen des 156 Megabyte großen Free-to-Play-Spiels steht zunächst nur ein Fluggefährt zur Verfügung: der typische, weiß-rot-blaue Galaga-Raumgleiter namens Fighter. Die übrigen drei Schiffe aus anderen bekannten Namco-Shoot’em-Ups (Galaxip aus "Galaxian", FX-01 aus "Starblade" und Solvalou aus "Xevious") kosten jeweils 99 Cent - diverse Münzgeschenke und das Ausbleiben von statischen Werbeanzeigen inklusive. Andere Wege, um die drei letztgenannten Schiffe freizuschalten, stehen leider nicht zur Verfügung. Da jedes Raumschiff allerdings vier eigenständige, aufrüstbare Waffensysteme mit sich bringt und diese jeweils unterschiedliche Spielstile begünstigen, geht der geforderte Unkostenbeitrag noch in Ordnung.

Die vier Reiter der Insekten-Apokalypse 

Galaxip etwa erzeugt eine Plasma-Barriere, an der Feinde und Projektile zerschellen. Taktisch mindestens genau wertvoll ist das sogenannte Querschläger-Power-up. Dabei handelt es sich um eine grünfarbene Spezialmunition, die an Gegnern und am Bildrand abprallt und die Insekteneindringlinge auf diese Weise mit einem wahren Kugelhagel eindeckt. Trumpfkarten beim FX-01 sind hochexplosive Minen und ein sehr leistungsstarker, nach vorne gerichteter Doppellaser. Solvalou wiederum begeistert mit kreisförmig abgefeuerten Speerfeuer-Salven und einer Schildramme - um nur zwei der jeweils vier Extras zu nennen.

Doch keine Sorge, auch Fighter, der für jedermann freigeschaltete Standard-Flieger lässt sich nicht lumpen. Speziell sein Magnetsystem macht ihn zur ersten Wahl für alle jene, die wirklich jede Münze aufsammeln möchten. Ganz wichtiger Tipp an dieser Stelle: Münzen in der Anfangsphase immer in den Ausbau der Power-up-Wirksamkeit stecken und nicht in ein weiteres Bildschirmleben. Sind die vier Power-ups des bevorzugten Schiffes dann erst einmal stark genug, kommt man auch im Spiel spürbar flotter voran.

Doppelt hält besser

Nicht komplett neu, aber im Vergleich zum Klassiker sinnvoll uminterpretiert: Immer wieder sausen kleine Alien-Raumschiffe mit einem Verbündeten im Schlepptau durchs Bild. Gelingt es Ihnen, den Entführer in die ewigen Jagdgründe zu schicken, dockt ein Fighter-Raumschiff an Ihrem Vehikel an und leistet für etwa 15 Sekunden Feuerunterstützung i in hektischen Situationen ist das ein wahrer Segen. Geht der Verbündete in Flammen auf, spielt man anschließend ganz normal weiter.

Erwähnung verdient zudem die Pausefunktion, denn anders als zu vermuten pausiert das Spiel nicht komplett. Vielmehr läuft es im Hintergrund in Superzeitlupe weiter. Der Nachteil: Wurde das eigene Schiff beim Pausieren ungünstig positioniert, kann es schon mal passieren, dass es sich in Pixelstaub auflöst, während man in der Küche etwas zu trinken holt. Der Vorteil: Weil ein Großteil des Spielgeschehens im Hintergrund noch sehen ist, kann man sich die Pausefunktion auch zunutze machen, um die Situationen - etwa in chaotischen Bossduellen - kurz zu analysieren und dann entsprechend auszuweichen.

Was uns gefällt 

Das Gameplay geht einem binnen weniger Minuten in Fleisch und Blut über. Galaga Wars spielt sich schön fordernd und sieht einfach hinreißend aus. Während im Vordergrund die Laser glühen und immer neue Alien-Formationen für einen steigenden Blutdruck sorgen, erspähen aufmerksame Spieler im Level-Hintergrund zum Beispiel regelmäßig witzig animierte Details wie vorbeifliegende Raumjägerstaffeln. Eine weltweite Bestenliste, diverse Erfolge-Herausforderungen und die taktischen Möglichkeiten der zahlreichen Power-Ups spornen ebenfalls zum Weiterspielen an. 

Was uns nicht gefällt

Dass sich weitere Raumschiffe - trotz offensichtlichem Free-to-Play-Fokus - nicht durch den Einsatz von Ingame-Münzen freischalten lassen, ist eigentlich ein No-Go. Gleiches gilt für die Tatsache, dass sich die optionale Werbefilmchen - die den Spieler mit Münzen oder Extraleben belohnen - kaum abwechseln und man innerhalb von 30 Minuten nicht selten drei bis viermal den gleichen Werbespot zu Gesicht bekommt.

Aber auch einige Gameplay-Mechanismen wirken unausgereift. Warum zum Beispiel darf man nach dem Aufsammeln einer grünen Power-up-Kapsel nicht ganz gezielt wählen, welches Power-up dadurch aktiviert wird? Stattdessen entscheidet der Zufall. Und wieso bieten die Macher eigentlich nicht weitere Steuerungsschemata an - etwa eines, bei dem der Zeigefinger des Benutzers nicht ständig Teile des Bildschirms verdeckt. Schelte ernten die Entwickler ferner für die sich ständig wiederholende Musik. 

Fazit

Der schweißtreibende Shoot’em-up-Spaß in kunterbunten Weltraum-Welten wird nur leicht durch etwas unausgegorene Design-Entscheidungen getrübt - wie etwa das Ausbleiben weiterer Steuerungsschemata. Die Tatsache, dass man neue Schiffe nur kaufen nicht durch spielerische Erfolge freischalten kann, mag dem einen oder anderen vielleicht sauer aufstoßen. Die zu investierenden Beträge aber halten sich mit einem Euro pro Raumgleiter doch sehr in Grenzen.

Infos zum Spiel 

Titel: Galaga Wars
Genre: Vertikal-Shooter
Publisher: Bandai Namco
Hersteller: Paladin Studios
Release: Im Handel  
Preis: Free-to-Play (finanziert duch optionale Ingame-Käufe)
System: Android, iOS
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Wertung: Gut

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