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Adventure-Spaß wie in den 80ern

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Preview zu Thimbleweed Park | Adventure | PC, MacOS, Linux, Xbox One, iOS, Android  

Adventure-Spaß wie in den 80ern

22.11.2016, 14:10 Uhr | Michael Förtsch (jr / ams), Medienagentur plassma

Adventure-Spaß wie in den 80ern. Ironisch und mit viel Humor nimmt Thimbleweed Park das seit Jahren so beliebte Mystery-Genre aufs Korn. (Quelle: Terrible Toybox)

Ironisch und mit viel Humor nimmt Thimbleweed Park das seit Jahren so beliebte Mystery-Genre aufs Korn. (Quelle: Terrible Toybox)

Es brauchte nur sechs Tage, dann hatte Ron Gilbert ("The Secret of Monkey Island", "Maniac Mansion") die Finanzierung für sein neues Videospiel zusammen. Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter hatte Gilbert Ende 2014 seine Fans um 375.000 Dollar gebeten - und mehr als 600.000 bekommen. Damit entwickelt er gerade "Thimbleweed Park", ein Adventure, das ausschaut und sich spielt, als stamme es aus der Boomzeit des Genres in den 80er Jahren. Darin wird der Spieler in ein kurioses Abenteuer um einen Mord, versponnene Stadtbewohner und eine bizarre Verschwörung verwickelt. 

Hommage an berühmte Adventure-Klassiker

Der Anfang von Thimbleweed Park könnte glatt aus einer CSI-Folge stammen: Eine Leiche liegt in einem knöcheltiefen Fluss am Rande einer Stadt, links und rechts von ihr stehen die FBI-Agenten Angela Ray und Antonio Reyes. Das alles erlebt der Spieler einer groben Pixelgrafik, die unweigerlich an Lucas Arts-Klassiker wie "The Secret of Monkey Island" und "Maniac Mansion" denken lässt. Tatsächlich stehen mit Designer Ron Gilbert und Grafiker Gary Winnick jene Männer hinter dem Abenteuer-Game, die diese Legenden einst geschaffen haben.

"Ich liebe diese Spiele und viele andere auch", sagt Gilbert. "Daher spielt alles im Jahr 1987. Wir wollen, dass es so scheint, als hätte hier jemand ein unbekanntes Adventure aus dieser Zeit gefunden." Folgerichtig klickt der Spieler zum Lösen von Rätseln wie dereinst auf einem breiten Steuerbalken auf Worte wie "Öffnen" und "Drücken" und kombiniert Gegenstände aus einem Inventar. Thimblewed Park ist ein klassisches Point'n'Click-Abenteuer - durch und durch.

Krude Typen

Ron Gilbert borgt sich für sein Spiel so einige Elemente aus seinen Klassikern. Denn nach und nach wird der Spieler so etwa nicht nur die beiden FBI-Agenten, sondern auch einen Clown namens Ransome, den Geist des kürzlich verstorbenen Franklin sowie Dolores, die Erbin des Stadtgründers, steuern. Die Figuren werden durch herrlich pixelige Kulissen gelenkt, darunter ein ehrwürdiges Herrenhaus, eine Straße mit lausig laufenden Geschäften, ein heruntergekommenes Edelhotel, ein Friedhof und ein Rummelplatz. Dabei führt der Spieler Multiple-Choice-Dialoge und lernt die Stadt und deren Bewohner kennen. 

"Vor 30 Jahren oder so war das ein florierender Ort", erklärt Gilbert. "Aber jetzt leben dort nur noch ein paar Spinner." So trifft man auf als Tauben verkleidete Klempnerinnen, einen gelangweilten Postmann, einen irren Überlebenskünstler und Teilnehmer eines örtlichen Science-Fiction-Treffens, die als Sturmtruppen und Klingonen umherlaufen.

Da stimmt was nicht

Schnell wird klar, dass der Tote im Fluss nur den Aufhänger einer äußerst bizarren Odyssee darstellt. "Es ist eine Mystery-Geschichte", verrät Gilbert. "Irgendetwas stimmt in dieser Stadt ganz und gar nicht." Die spielbaren Charaktere starten zwar mit ihrer eigenen Geschichte, kommen aber einem Geheimnis auf die Spur und treffen dabei irgendwann auch aufeinander. Einige Bewohner berichten beispielsweise von "merkwürdigen Signalen", es gibt eine Höhle mit Kerzen und Opferaltar, und irgendwer scheint jeden einzelnen Stadtbewohner zu überwachen.

"Es ist sicherlich nicht das, was ihr erwartet", deutet Gilbert das große Geheimnis an. Denn wie Maniac Mansion eine clevere Parodie auf 80er-Jahre-Horror-Klamauk war, soll Thimbleweed Park TV-Serien wie "Akte X", "Twin Peaks" und "True Detective" auf die Schippe nehmen - und dabei an der Nase herumführen.

Alt, aber neu

Trotz des Retro-Charmes ist Thimbleweed Park natürlich kein angestaubtes Abenteuer. Anders als bei den Vorbildern wird es viel Bewegung auf dem Schirm geben. Gräser wiegen sich im Wind, Vögel ziehen über den Himmel und Straßenlampen flackern unstet. Auch beim Erzählen der Geschichte wird auf moderne Stilmittel gesetzt. So springt die Handlung ab und zu in der Zeit zurück.

Die Entwickler lassen den Spieler dann - ähnlich wie in den Erfolgsserien à la "Lost" und "Fringe" - in Rückblenden prägende Momente aus der Vergangenheit der Charaktere erspielen. Man erfährt auf diese Weise etwa, dass Clown Ransome von einer Zigeunerin verflucht wurde und seine Schminke nicht mehr vom Gesicht bekommt. Aber ebenso, wieso wie die Stadt vor die Hunde ging. Das ist teils bissig, und absurd, aber meist albern und furchtbar scharfsinnig. Mit all seinen Zutaten scheint Thimbleweed Park ein Videospiel zu werden, das sich nicht nur an den einstigen Adventure-Größen orientiert, sondern tatsächlich eines von ihnen werden könnte.

Was uns gefällt

Ironisch und mit viel Humor nimmt Thimbleweed Park das seit Jahren so beliebte Mystery-Genre aufs Korn. Dabei könnte das Adventure mit seinem liebevollen Pixel-Look tatsächlich selbst aus der Zeit von Maniac Mansion und Konsorten stammen. Dank wiegenden Gräsern und surrenden Glühwürmchen wirken die Kulissen dennoch dennoch modern und sehr lebendig. Dazu steuert der Spieler nicht nur einen, sondern abwechselnd gleich fünf witzige Helden und lernt die Geschichte von mehreren Seiten kennen. Die deutsche Übersetzung wird übrigens Boris Schneider-Johne übernehmen, der einst auch die "Monkey Island"-Spiele ins Deutsche übertrug.

Was uns nicht gefällt

Bislang gibt’s an Thimbleweed Park nur wenig zu meckern. Jedoch hätte das Spiel eigentlich schon im Herbst 2016 erscheinen sollen, wurde dann aber auf Januar 2017 verschoben. Weiterhin ist bislang unklar, wie umfangreich das Retro-Abenteuer eigentlich ausfallen wird und ob Ron Gilbert wirklich "garantiert einen Scherz alle zwei Minuten" liefern kann.

Fazit

Mit Thimbleweed Park entsteht nicht nur ein weiteres Adventure mit Retro-Optik, sondern ein Werk jener Entwickler, die diese Art Videospiele einst großgemacht haben. Die absurde Verschwörungsgeschichte wirkt bisher überaus spannend, die Heldenriege grotesk charmant und die halbverlassene Stadt unheimlich einladend. In jeder der Kulisse finden sich witzige Details und in jedem Dialog herrliche Anspielungen, die die Historie des Adventures, der Lucas Arts-Videospiele und Serien wie Akte X und Twin Peaks widerspiegeln. Es ist spürbar, dass Thimbleweed Park für seine Macher Ron Gilbert und Gary Winnick nicht nur noch irgendein weiteres Adventure darstellt, sondern ein echtes Herzensprojekt ist. 

Infos zum Spiel 

Titel: Thimbleweed Park
Genre: Adventure
Publisher / Hersteller: Terrible Toybox
Release-Termin: Januar 2017
Preis: Noch nicht bekannt
System: PC, Mac, Linux, Xbox One, iOS, Android
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Gut

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