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Abenteuer mit ganz viel Herz: Test zu Silence

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Test zu Silence | Adventure | PC, PS4, Xbox One  

Abenteuer mit ganz viel Herz

30.11.2016, 14:00 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Abenteuer mit ganz viel Herz: Test zu Silence. Die wunderschöne Zeichung und liebevolle Animationen fügen sich mit angenehmen Synchronstimmen zu einem wunderbaren Gesamtkunstwerk zusammen. (Quelle: Daedalic Entertainment)

Die wunderschöne Zeichung und liebevolle Animationen fügen sich mit angenehmen Synchronstimmen zu einem wunderbaren Gesamtkunstwerk zusammen. (Quelle: Daedalic Entertainment)

Herzerwärmende Geschichten auf humorvolle Art und Weise erzählen: Wie das geht, hat der Hamburger Game-Developer Daedalic Entertainment schon mehrfach gezeigt, unter anderem mit seinen preisgekrönten Grafikabenteuern aus der "Deponia"-Reihe. Das neue Werk namens Silence greift vereinzelt Figuren und Ereignisse aus der hauseigenen Produktion "The Whispered World" auf, versteht sich ansonsten aber als eigenständiges Erlebnis mit individuellem Grafikstil, bei dem Besitzer von PC, PS4 und Xbox One mitpuzzeln und mitfiebern dürfen.

Zwei Geschwister retten einander

Silence erzählt von der kleinen Renie und ihrem großen Bruder Noah. Zu Spielbeginn - es herrscht Krieg - verschanzt sich das Geschwisterpaar in einem Bunker - gerade rechtzeitig, bevor heranfliegende Bomberflugzeuge die umgebende Stadt in Schutt und Asche legen. So beginnt die Geschichte zwei Menschen, die das Schicksal trennt und die einer geheimnisvolle Fantasywelt namens Silence wieder zueinander finden. Nebenbei tun sie sich mit Kämpfern zusammen, die sich der Bedrohung der kunterbunten Welt durch angriffslustige Kreaturen und deren düstere Anführer entgegen stellen.

Soweit in aller Kürze der erzählerische Rahmen für ein Abenteuer mit ganz klassischem Zuschnitt. Der Betrachter führt Renie, Noah und eine intelligente Raupe namens Spot abwechselnd durch Dutzende bizarre Szenen. Welche Figur aktiv ist, legt mal das Spiel fest und mal der Spieler. Doch bloß keine Hektik bei der Entscheidungsfindung: Timing und Reaktion sind nur in sehr wenigen Momenten notwendig, beispielsweise wenn Noah über einen wackligen Steg in Richtung rettendes Ufer balanciert. Der Spieler löst in diesem konkreten Fall per Tastatur oder Controller ausgleichende Körperbewegungen aus, damit Noah den Balanceakt ausreichend lange fortsetzt.

Schöne Bilder, wenig Inhalt 

An anderen Stellen kann es passieren, dass bedrohliche Kreaturen in das Bild marschieren und eine schnelle Flucht oder Verstecksuche bedingen - ja, tatsächlich, die Heldenfiguren können durch Feindkontakt sterben. Aber das ist die Ausnahme. In aller Regel übt das Spiel keinen Druck aus und überlässt es dem Spieler, wie und in welchen Tempo er sich durch die Abschnitte und damit in der Geschichte vorwärts hangelt.

Kenner dürfen sich gerne intensiv jedem Motiv widmen und alle darin untergebrachten Objekte anklicken. Allzu viel bringt das allerdings nicht - die opulent ausgeschmückten Kulissen erinnern zwar an Wimmelbilder, allerdings sind die meisten Objekte nur schmückende Staffage ohne Nutzwert. Weder reagieren sie auf Mausklicks oder . Tastenkommandos, noch ringen sie Renie, Noah oder Spot einen Kommentar ab. Dadurch wirkt Silence manchmal ein bisschen kalt, trotz der wunderschön animierten Figuren und charmanten Dialoge.

Eine Geschichte für Genießer

Es dürfte Einsteigern entgegen kommen, dass das Spiel auf Wunsch jedes aktive Objekt mit Farbe markiert. Fast jedes davon ist zu irgendeinem Zeitpunkt im Spielverlauf Teil einer Lösung. Diese Tatsache hilft dem Spieler, sich zu fokussieren statt zu verzetteln. Er kann in aller Ruhe den charmant eingedeutschten Dialogen lauschen und darüber sinnieren, wie er Hindernisse aus dem Weg räumt. Die Puzzlestruktur folgt klassischen Mustern. In einer Szene blockiert zum Beispiel ein großer Fels einen Kletterpfad. Renie alleine kann nicht genug Kraft mobilisieren, um den Stein beiseite zu rollen.

Also schaltet der Spieler von Noah zu Spot - der wandlungsfähigen Raupe - um und macht sich einer seiner Spezialkräfte zunutze: Spot kann alle Luft aus seinen Lungen auf einen Schlag herauspusten und wird dadurch zum Keil. Oder er füllt seine Lungen und wird dadurch zum Ball. Angenommen, der Spieler lotst Spot als Keil unter das Felshindernis und lässt dann Spots Körper expandieren: Das sollte ausreichen, um das Hindernis beiseite zu räumen.

Wer auf derlei Ideen nicht gleich kommt, dem wird auf Wunsch geholfen. Ein abschaltbares Tipp-System meldet sich nach einigen Momenten mit sinnvollen Lösungshinweisen zu Wort. Insgesamt sperren sich die Rätsel nicht allzu gegen das Vorankommen. Aus diesem Grund werden Genre-Kenner Silence als wenig komplex wahrnehmen, jedenfalls im Vergleich mit manch anderem Daedalic-Abenteuer.

Was uns gefällt 

Zwischen all den aktuellen AAA-Megagames wirkt Silence angenehm unaufgeregt. Das Spiel hält sich mit Effekten zurück, aber was es an Bildern zeigt, sieht wunderschön aus. Einige Szenen erinnern eher an Gemälde als an ein Game. Außerdem stimmt die Atmosphäre fröhlich. Wenn Renie, Noah und ihre Freunde einander helfen und gemeinsam die bedrohte Welt namens Silence retten, geht die Sonne auf. Die wunderschöne Zeichnung und liebevolle Animationen fügen sich mit angenehmen Synchronstimmen zu einem wunderbaren Gesamtkunstwerk zusammen. Minimale Ladepausen und maximaler Spielfluss runden das Ganze ab. 

Was uns nicht gefällt

In so manchem Bilden scheint die Übersichtlichkeit der Ästhetik zum Opfer gefallen: Aufgrund schlechter Blickwinkel ist manchmal unklar, in welche Richtung eine Figur den Bildschirm verlassen sollte, wenn sie einen benachbarten Ort erreichen möchte. Die Controller-Steuerung auf Konsolen zickt ebenfalls an einigen Stellen. Man muss seine Heldenfigur dann ein paar Mal hin- und herführen, bevor sie einen Pilz, eine Schachtel oder vergleichbare Objekte erkennt und eine Manipulation gestattet.

Fazit

Mit Fantasie, Gefühl und Witz erzählte Abenteuer gibt es nicht allzu häufig auf dem PC. Auf Konsolen sind sie erst recht eine Rarität. Umso schöner, dass Silence den Weg auf PS4 und Xbox gefunden hat. Der Spieler steuert herrlich animierte Figuren durch liebevoll geschmückte Bilder, trifft auf allerlei magische (und ein paar böse) Figuren, puzzelt den Weg frei und lauscht Dialogen und Geschichte. Mit seiner rundum herzerwärmenden Machart spricht Silence den Genießer genauso an wie die gesamte Familie.

Infos zum Spiel

Titel: Silence
Genre: Abenteuer
Hersteller: Daedalic
Publisher: Daedalic / Eurovideo
Release-Termin: 5. Dezember
Preis: zirka 40 Euro 
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Gut 

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