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Test zu Phantastische Tierwesen: Fälle aus der magischen Welt

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Test zu Phantastische Tierwesen: Fälle aus der magischen Welt | Wimmelbild | iOS, Android  

Der Mammon regiert die Magie

08.12.2016, 14:34 Uhr | Jürgen Kroder (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zu Phantastische Tierwesen: Fälle aus der magischen Welt. Die Levels von "Phantastische Tierwesen: Fälle aus der magischen Welt" sind schön und detailreich gezeichnet, so kommt Stimmung auf (Quelle: Warner Bros. Games)

Die Levels von "Phantastische Tierwesen: Fälle aus der magischen Welt" sind schön und detailreich gezeichnet, so kommt Stimmung auf (Quelle: Warner Bros. Games)

Die Spiele-App "Phantastische Tierwesen: Fälle aus der magischen Welt" für iOS und Android versetzt den Spieler in die fantastische Welt der britischen Star-Autorin J.K. Rowling ("Harry Potter"), in der er als Ermittler nach mysteriösen Kreaturen sucht. Das klingt spannend und könnte grundsätzlich lange unterhalten. Doch leider erstickt das missglückte Free-to-Play-Prinzip ziemlich schnell den Spielspaß.

Mystery und Fantasy vermischt

Ein Quidditch-Sportler wurde verwundet - ein Tier mit scharfen Klauen hat ihn niedergestreckt. In einem Zelt wurden seltsame Schlammspuren gefunden, und in den Bergen hat man ein großes und starkes Wesen gesichtet. Sorgten bekannte Tiere für diese Geschehnisse oder stecken etwa seltene Kreaturen dahinter? Natürlich sind Letztere der Grund.

Der Film "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" und das Drehbuch von "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling sind derzeit bei Fantasy-Fans in aller Munde. Auf dieser Erfolgswelle will die iOS- und Android-App mitsurfen. Sie ist zwar im gleichen Universum angesiedelt, bietet aber eine eigenständige Story. Um diese zu verstehen, muss man weder die Bücher, noch die Verfilmungen von Rowlings Meisterwerken genossen haben. Doch zur Lösung mancher Aufgaben ist etwas Hintergrundwissen durchaus vonnöten.

Worum geht's?

Der Spieler beginnt als neuer Rekrut im Zauberministerium und arbeitet im Bereich "Bestien". Diese sind der Grund für die zahlreichen Fälle, die man als Schnüffler lösen muss. Hauptsächlich gilt es, in Wimmelbild-Szenarien unter Zeitdruck eine bestimmte Anzahl von Objekten zu suchen. Hierbei muss der Spieler ein echtes Adlerauge beweisen, denn die Teekannen, Federn, Messer oder Blumen sind auf den ersten und den zweiten Blick ziemlich schwer zu finden. Zwischen den recht belanglosen Gegenständen, deren Suche eigentlich keinen Sinn für die Ermittlungen geben, findet man gelegentlich auch Objekte, die einen wirklich in der Geschichte voranbringen.

Diese Objekte - zum Beispiel zerbrochene Flaschen oder eine Muggelkamera - müssen nun genauer untersucht werden. Dies geschieht, indem man Bruchstücke zusammensetzt, die Fundstücke durch wildes Wischen säubert oder kleine Kombinationsrätsel löst. Zudem unterhält man sich mit zahllosen, in der Mehrzahl recht verschroben wirkenden Personen.

"Phantastische Tierwesen: Fälle aus der magischen Welt" bietet also die gewohnte Kost, die man bereits aus zahlreichen anderen Wimmelbild-Abenteuern kennt. Das ist einerseits gut, denn das Spielprinzip ist einem vertraut. Doch bei der Umsetzung haben sich Entwickler Mediatonic und Hersteller Warner Bros. Games einen gewaltigen Lapsus erlaubt.

Verwirrendes Währungssystem

Im Laufe des Abenteuers erspielt man sich verschiedene Arten von "Währungen". Einerseits gibt es Erfahrungspunkte (XP) und Goldmünzen, andererseits verdient man sich Energie, Edelsteine und Sterne. Was all das bringt? Mit den XP schaltet man neue Abschnitte frei, und mit dem Geld kauft man sich Verbesserungen, die einen zum Beispiel noch leichter Gold verdienen lassen.

Die wichtigste Währung stellt die Energie dar - jeder Start einer Wimmelbild-Szene kostet etwas magischen Äther. Durch das erfolgreiche Auffinden der Objekte verdient der Spieler sich Sterne. Diese setzt man wiederrum ein, um wichtige Fundstücke zu untersuchen. Da die Energie meist schnell aufgebraucht ist, benötigt man zur Erneuerung Edelsteine.

Konnten Sie uns folgen? Wenn nicht - verständlich, denn das System ist gerade zu Beginn ziemlich verwirrend und bessert sich auch nicht wirklich. Vereinfacht gesagt läuft das Ganze darauf hionaus, dass man genug man Edelsteine besitzt. Da man diese im normalen Spielverlauf aber nur recht selten erhält, wird man erst nachdrücklich und dann immer mehr dazu ermuntert, diese für reales Geld zu kaufen.

Gib' mir Dein Geld!

"Phantastische Tierwesen: Fälle aus der magischen Welt basiert" somit auf dem Free-to-Play-System. Das heißt: Das Herunterladen der App und das Spielen sind kostenlos. Wer aber vorankommen will, muss sich die diversen "Währungen" erspielen. Dafür benötigt man sehr viel Zeit, denn daran herrscht stets Knappheit. Diese lässt sich nur durch Abwarten (beispielsweise füllt sich dann die Energie langsam wieder auf) oder durch Echtgeld-Investitionen beheben. Wer die App wirklich ohne Kosten spielen will, benötigt ziemlich viel Geduld. Man kann das Spiel kaum länger als zehn Minuten am Stück spielen, oft sogar nur kürzer, und schon mangelt es an einer wichtigen Ressource.

Eine Geschichte mit Showstoppern

"Phantastische Tierwesen: Fälle aus der magischen Welt" ist ein Adventure, das den Spieler theoretisch mit seiner netten Story mehrere Stunden an den Smartphone- beziehungsweise Tablet-Bildschirm fesseln könnte. Doch leider wird alle paar Minuten die gerade genannte Handbremse reingehauen. Und die repetitiven Aufgaben steigern auch nicht gerade die Spannung.

Das heißt: Das Free-to-Play-Prinzip entpuppt sich als spielerischer Showstopper, der schon bald ziemlich nervt. Selbst wenn man ein paar Euro springen lässt, wird früher oder später wieder eine "Währung" knapp - und die nervenzehrende Warterei beginnt von vorne. Es sei denn, man gibt ständig Geld aus.

Was uns gefällt 

Die Levels sind schön und detailreich gezeichnet, so kommt Stimmung auf. Die Geschichte gewinnt zwar keinen Pulitzer-Preis, aber für ein mobiles Abenteuer-Game geht sie in Ordnung. Sie lebt von den skurrilen Charakteren, die einem immer wieder mal ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern.

Was uns nicht gefällt

Das "Währungssystem" wirkt ziemlich aufgesetzt und dient eigentlich nur einem Zweck: dem Spieler sein Geld aus der Tasche zu ziehen. Hierunter leidet die gesamte Motivation, das Abenteuer länger spielen zu wollen. Selbst wenn man Geld ausgibt, hat man immer das leise Gefühl, dass schon bald wieder ein "Kaufen"-Button aufpoppt. 

Fazit

Stellen Sie sich vor, Sie schauen sich einen spannenden Film an. Doch aller paar Minuten gibt es eine Unterbrechung, die länger als die Filmsequenz ausfällt. Zudem müssen Sie ständig die gleichen Ausschnitte sehen. Würde Sie das lange unterhalten? Wahrscheinlich nicht. Genauso zerhackt und Spielspaß-bremsend ist "Phantastische Tierwesen: Fälle aus der magischen Welt" gestaltet.

Es ist verständlich, dass die Entwickler mit ihrer Arbeit Geld verdienen wollen. Doch bei diesem Wimmelbild-Abenteuer wurde das Free-to-Play-Prinzip in einer so penetranten Art und Weise implementiert, das es kaum noch tolerabel ist. Deshalb: Nur hartgesottene Fans des "Wizarding World"-Universums tun sich diese App an. Alle anderen sollten lieber schnell Ausschau nach einem besseren Wimmelbild-Spiel halten.

Infos zum Spiel 

Titel: Phantastische Tierwesen - Fälle aus der magischen Welt
Genre: Wimmelbild-Abenteuer
Publisher: Warner Bros.
Hersteller: Mediatonic
Release: Im Handel  
Preis: Free-to-Play (finanziert durch Item-Selling)
System: iOS, Android
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Ausreichend

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