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Bahn frei für das neue Banjo-Kazooie

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Preview zu Yooka-Laylee | Jump'n'Run | PC, Mac, Linux, PS4, Xbox One, Wii U  

Bahn frei für das neue Banjo-Kazooie

03.01.2017, 10:06 Uhr | Sönke Siemens (jr / tz), Richard Löwenstein

Bahn frei für das neue Banjo-Kazooie . "Yooka-Laylee“ kupfert schamlos, aber intelligent bei seinen Retro-Ahnen ab und trifft damit voll ins Schwarze. (Quelle: Playtonic Games)

"Yooka-Laylee“ kupfert schamlos, aber intelligent bei seinen Retro-Ahnen ab und trifft damit voll ins Schwarze. (Quelle: Playtonic Games)

Ende der 90er-Jahre erschuf der britische Entwickler Rare mit "Banjo-Kazooie" für das Nintendo 64 eines der populärsten 3D-Jump'n'Run-Spiele der Spielgeschichte. Darin ging es um die Abenteuer von Honigbär Banjo und Vogeldame Kazooie. Der Titel begeisterte mit fantastischem Leveldesign, toller Grafik, ohrwurmiger Musik sowie jeder Menge Abwechslung. Mit "Yooka-Laylee" soll nun Anfang 2017 der geistige Nachfolger für PS4, Xbox One, WiiU, PC, Mac und Linux erscheinen. 

Neue Helden braucht das Land

Die Helden in Yooka-Laylee sind ein hippes Chamäleon und ein sarkastisches Fledermaus-Fräulein. Kreiert wurde das Ganze von mehr als einem halben Dutzend ehemaliger Rare-Mitarbeiter, die für ihr Herzblut-Projekt auf Kickstarter den stolzen Betrag von über zwei Millionen Pfund zusammentrommelten.

Zwei Helden, eine Mission

Die Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt und passt perfekt zum schrägen, nicht nur optisch bewusst an Banjo-Kazooie angelehnten Cartoon-Setting. Industriemagnat und Super-Bösewicht Capital B - ein ziemlich bierbauchiger Herr mit elegantem Nadelstreifenanzug - treibt den Bau einer teuflischen Maschine voran, die alle Bücher der Welt in funkelnde Münzen verwandelt. Chamäleon Yooka und Fledermaus-Freundin Laylee bekommen Wind von der Sache und holen zum Gegenschlag aus. Der Plan: Die 100 verlorengegangenen Seiten eines magischen Buches - hier liebevoll "Pagies" genannt - finden, dieses wieder zusammenfügen und so die finsteren Pläne von Capital B durchkreuzen.

Perfekt geklont 

Dass Banjo-Kazooie auch im Hinblick auf zahlreiche Gameplay-Mechanismen von Yooka-Laylee Pate stand, wird bereits nach wenigen Spielminuten klar. Aus klassischer Third-Person-Perspektive lotst man das ungleiche Duo durch eine kunterbunte, von allerlei Feindpack gespickte und obendrein sehr offen angelegte Plattformwelt. Man folgt also keinem fest vorgegebenen Pfad, sondern geht nach Lust und Laune auf Entdeckungstour.

Dazu gibt’s genretypisch tonnenweise Sammelkram. Goldene Schreibfedern zum Beispiel repräsentieren die Währung des Spiels und können bei Trowzers - einer geschäftstüchtigen Schlange, die ständig mit einem Uralt-Handy hantiert - gegen neue Fähigkeiten eingetauscht werden.

Für jedes Problem die passende Lösung

Noch steht die finale Anzahl freischaltbarer Talente nicht fest, aber das bisher präsentierte Move-Repertoire kann sich durchaus sehen lassen. Der Kauf von "Sonar Shot" ermöglicht es Laylee beispielsweise, einen Sonar-Impuls abzufeuern, welcher Feinde kurzzeitig lähmt oder alternativ Schaltermechanismen aus der Distanz aktiviert. Ähnlich brillant animiert und überaus praktisch ist "Reptile Roll": Yooka kringelt sich zu einem Ball zusammen und kullert mit Vollgas in die gewünschte Richtung - etwa einen Hügel hinauf, den man sonst nur sehr träge erklimmen würde. Wurde genug Geschwindigkeit aufgebaut, schleudert das Manöver zudem Gegner aller Art wie Bowling-Pins zur Seite. Weitere bestätigte Fähigkeiten umfassen das Spucken von Feuer, das Aktivieren eines Schutzpanzers oder das Absondern einer riesigen Luftblase.

Gemeinsam sind wir stark

Genau wie bei Banjo-Kazooie stehen in Yooka-Laylee auch Team-Manöver auf der Agenda. "Camo Cloak" etwa macht unsere mutigen Weltenretter zeitgleich unsichtbar, während "Buddy Slam" an Marios berühmte Hosenboden-Attacke erinnert. Mit dem Unterschied, dass Laylee hier aus der Luft kommend noch kräftig nachhilft. Stichwort Luft: Geht’s darum, klaffende Abgründe, brodelnde Lavaseen oder riesige Stachelgruben zu überqueren, nimmt Laylee ihren giftgrünen Kameraden einfach ins Schlepptau und flattert los. Doch Obacht: Im Gegensatz zu vielen Standardaktionen sind Team-Manöver ziemlich kräftezehrend und nur dann einsetzbar, wenn Yooka und Laylee Schmetterlinge vertilgen, um einen Power-Balken aufzutanken.

Vorhang auf für Dr. Puzz

Abseits von Schreibfedern sollte man sich außerdem regelmäßig nach sogenannten Mollycools umschauen. Die aufsammelbaren Molekülverbindungen haben stets einen flotten Spruch auf den Lippen und sind gern gesehenes Zahlungsmittel bei Dr. Puzz, einem Hybridwesen aus Mensch und Tintenfisch.

Das Spezialgebiet der Wissenschaftlerin mit Goldfischglas auf dem Kopf sind praktische Transformationen, die Yooka und Laylee in immer neue Dinge verwandeln. Als tuckernder Schneepflug etwa schieben Sie im Level "Glitterglaze Glacier" problemlos Hindernisse aus dem Weg. Im Startlevel "Tribalstack Tropics" dagegen mutieren die Protagonisten nach Berühren bestimmter Spezialfelder zu einer riesigen Zierpflanze. Die wiederum kann anderes Grünzeug bestäuben und so als Verbündete rekrutieren. Lohn der Mühe? Logisch, wertvolle Pagies-Seiten.

Spaßige Geisterjagd

Im Laufe ihrer Odyssee treffen das sensible Reptil und seine quirlige Wegbegleiterin natürlich noch auf viele weitere, nicht minder schräge Persönlichkeiten wie zum Beispiel die "Ghost Writer". Um sie zum Smalltalk und letztendlich zur Herausgabe von Pagies-Seiten zu überreden, ist besondere Raffinesse gefragt. Geister-Schlange Evadey etwa weicht den Protagonisten kontinuierlich aus, muss also schleichend, mit einer Sprintattacke oder aus der Luft kommend zu Fall gebracht werden. Hungry hilft nur, wenn Sie ihn mit seltenen Frostbeeren füttern. Angry will erst im Kampf bezwungen werden und den unsichtbaren Hidey finden Sie nur, wenn Sie über die bereits skizzierte Fähigkeit "Sonar Shot" verfügen.

Motivierend: Mit jedem befreiten Ghost Writer tauchen weitere Kampf- und Sammelherausforderungen im jeweiligen Level auf, die sich auch dann noch angehen lassen, wenn die Story längst abgeschlossen wurde.

Was uns gefällt 

Wer die N64-Ära selbst erlebt hat, wird immer wieder herzhaft schmunzeln, denn an praktisch jeder Ecke konfrontieren uns die britischen Entwickler mit Anspielungen auf die damalige Videospiel-Szene. Die wilden Lorenfahrt kreuz und quer durch die wunderbar weitläufigen Level sind ganz klar von "Donkey Kong 64" inspiriert. Die ständigen Begegnungen mit dem knuffigen Dinosaurier Rextro Sixtyforus könnten durchaus als witzige Hommage an "Turok" durchgehen. Brillant: Selbst ein „N64 Shader Modus“ wurde integriert, der das Spiel auf Knopfdruck so aussehen lässt, als würde es auf betagter Nintendo-64-Hardware laufen. Geht’s nach Playtonic Games, dürfen sich Fans zudem - "Banjo-Kazooie“ winkt erneut zum Gruß - auf ein ausuferndes Quizduell kurz vor dem finalen Endgegnerkampf freuen.

Was uns nicht gefällt

So witzig und N64-inspiriert das ständige Blubbern und Piepsen der zahlreichen Charaktere in Dialogsequenzen zunächst auch klingen mag - nach spätestens drei bis vier Stunden Dauerschleife geht es einem doch ziemlich auf den Senkel, und man wünscht sich nichts sehnlicher als eine optionale Sprachausgabe. Dass Playtonic Games die auf den letzten Metern noch einbaut, halten wir allerdings für unwahrscheinlich. Es würde die potenzielle Fanbasis des Titels aber zweifelsohne noch einmal deutlich erweitern.

Fazit

Fröhlich, frech und von Kopf bis Fuß auf Nostalgie getrimmt. Yooka-Laylee kupfert schamlos, aber intelligent bei seinen Retro-Ahnen ab und trifft damit voll ins Schwarze. Die Charaktere überzeugen mit viel Charme und Wortwitz, und das kunterbunte Leveldesign reiht einen Wohlfühl-Moment an den nächsten. Die Musik bleibt umgehend im Ohr und die Ergänzung verschiedener Koop- und Versus-Modi dürfte selbst den letzten Jump’n’Run-Miesepeter dafür erwärmen, doch mal den Controller in die Hand zu nehmen. Unser Tipp: Unbedingt auf dem Radar behalten - denn Yooka-Laylee könnte Mario, Sonic und Co. noch den einen oder anderen Fan streitig machen. 

Infos zum Spiel

Titel: Yooka-Laylee
Genre: Jump'n'Run
Hersteller: Playtonic Games
Publisher: Team 17
Release-Termin: 1. Quartal 2017
Preis: Noch nicht bekannt
System: PC, Mac, Linux, PS4, Xbox One, Wii U
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Sehr gut

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