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Echtzeitstrategie im "Halo"-Universum

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Hands-on-Preview zu Halo Wars 2 | Echtzeit-Strategiespiel | PC, Xbox One  

Echtzeitstrategie im "Halo"-Universum

04.01.2017, 14:21 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Echtzeitstrategie im "Halo"-Universum. Einer der größten Trümpfe von Halo Wars 2 ist neben den neuen Einheiten die leicht zu erlernende Steuerung. (Quelle: Microsoft)

Einer der größten Trümpfe von Halo Wars 2 ist neben den neuen Einheiten die leicht zu erlernende Steuerung. (Quelle: Microsoft)

Echtzeitstrategie-Spiele auf Konsole sind selten. Umso mehr freute sich die Xbox-360-Community, als im Februar 2009 "Halo Wars" erschien. Die Mischung aus actiongeladenen Massenschlachten und charmant vereinfachtem Basenbau überraschte mit einer intuitiven Steuerung, einer soliden Solo-Kampagne sowie fordernden Mehrspieler-Duellen. "Halo Wars 2" - eine Koproduktion von Creative Assembly und 343 Industries - soll nun im Februar 2017 auf PC und Xbox One an diese Erfolge anknüpfen.

Neuer Entwickler, altes Spielprinzip

Während Halo Wars von den Ensemble Studios ("Age of Empires") entwickelt wurde, reift Teil zwei bei einem mindestens genauso prominenten Team heran: Creative Assembly, die Erfinder der "Total War"-Reihe. Am grundlegenden Spielprinzip von Halo Wars 2 ändert dies zunächst allerdings herzlich wenig. Noch immer gilt es, aus Vogelperspektive entweder die Truppen des United Nations Space Command oder Außerirdische vom Volk der Covenant - hier Banished genannt - in die Schlacht zu führen. Gleichzeitig müssen sich Halo Wars 2-Generäle um all das kümmern, was die Kriegsmaschinerie am Laufen hält: Ressourcenmanagement, Basenbau und natürlich das Erforschen neuer Technologien.

Weiterhin präsent - wenn auch nicht so umfassend wie im ersten Teil - ist die Schere-Stein-Papier-Mechanik. Die grobe Faustregel: Infanterie lässt sich am effektivsten mit Fahrzeugen bekämpfen, die wiederum sind im Nachteil gegen Einheiten der Luftwaffe. Alles was fliegt, sollte sich derweil vor Bodentruppen in Acht nehmen. Nichtsdestotrotz gilt: Wer die konkreten Vor- und Nachteile einzelner Einheiten kennt, ist klar im Vorteil.

Lässt Fan-Herzen höherschlagen

Seien es nun geländegängige Warthog-Jeeps, zentimeterdick gepanzerte Scorpion-Panzer, wendige Banshee-Flieger oder die bis an die Zähne bewaffneten Krieger vom Typ "Hunter" - so ziemlich jede Militäreinheit, die im "Halo"-Universum Rang und Namen hat, kann früher oder später konstruiert werden. Um das Gleichgewicht der Kräfte zu wahren, ergänzen die Entwickler gleichwohl neue, bis dato unbekannte Truppen. Exemplarisch hierfür steht der Blisterback, eine fliegende Artillerie-Einheit mit durchschlagenden Langstreckenraketen. Um diese abzufeuern, muss der Blisterback jedoch zunächst festen Boden unter seinen sechs Spinnenbeinen haben.

Das Gegenstück auf UNSC-Seite nennt sich Kodiak und bezeichnet ein achträdriges Artillerie-Fahrzeug. Genau wie der Blisterback muss sich auch Kodiak zunächst im Boden verankern, um das mächtige Hauptgeschütz abfeuern zu können. Weitere prominente UNSC-Neuzugänge sind die zweirotorige Unterstützungseinheit Nightingale, der Motorrad-ähnliche Aufklärer Jackrabbit und das schwerbewaffnete Condor Warship. Die Banished wiederum halten mit dem Tarnfeld-generierenden Shroud, dem Flak-Walker Reaver und dem Ausbrems-Munition verschießenden Kampfpanzer Marauder dagegen - um nur je vier der zwahlreichen neuen Kampfeinheiten zu nennen.

Fühlt sich gut an

Gespielt wird wie gehabt mit dem Controller, wobei der linke Analogstick stets den Auswahl-Cursor bewegt, während der rechte die Kamera kontrolliert. Die A-Taste selektiert Einheiten oder Gebäude, die X-Taste schickt Truppen an den ausgewählten Ort beziehungsweise lässt sie angreifen, Y dient dem Einsatz von Spezialfähigkeiten und B bricht den gerade getätigten Befehl ab.

Umgehend einprägen sollte man sich außerdem die Funktionsweise der rechten oberen Schultertaste (RB). Tippt man kurz drauf, werden alle auf dem Bildschirm sichtbaren Einheiten ausgewählt. Hält man RB gedrückt, markiert Halo Wars 2 alle eigenen Einheiten auf dem gesamten Schlachtfeld - äußerst praktisch, um zum Beispiel im Eilverfahren einen Großangriff zu initiieren.

Einen extrem durchdachten Eindruck macht darüber hinaus die Belegung des Digital-Steuerkreuzes: "Oben" legt einen Sammelpunkt für alle neu produzierten Einheiten fest, "Links" wechselt durch die derzeit verfügbaren Basen, "Rechts" ruft den Standort des letzten Warnhinweises auf und "Unten" selektiert die nächste verfügbare Armee.

Zugegeben, alle verbleibenden Steuerungs-Möglichkeiten zu benennen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Unterm Strich und mit ein bisschen Einarbeitung hat man jedoch stets das angenehme Gefühl, Herr der Lage zu sein - selbst in hektischen Situationen.

Cutter gegen Atriox

Noch sind lediglich bruchstückhafte Details zur Solo-Kampagne bekannt. Beispielsweise, dass sie insgesamt 13 Missionen umfasst und 28 Jahre nach dem ersten Halo Wars (sowie ein Jahr nach den Ereignissen von "Halo 5: Guardians") spielt. Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist dabei das Schicksal der "Spirit of Fire" - ein Großkampfschiff der UNSC, das eigentlich vermisst wird, sich in Wirklichkeit aber knapp drei Jahrzehnte im Kryoschlaf befand. Halo Wars 2 beginnt mit dem Erwachen der Crew aus eben diesem Kälteschlaf. Was in all den Jahren geschah, weiß zunächst niemand.

Fest steht nur, dass sich Captain Cutter und seine UNSC-Truppen kurze Zeit später heftige Gefechte mit den Banished leisten - einer Subgattung der Brute, die sich einst von der Alien-Rasse Covenant lossagte und nun vom hochintelligenten Warlord Atriox angeführt wird. Weitere Details? Wollen wir aus Gründen der Spoiler-Gefahr an dieser Stelle nicht verraten. Nur noch soviel: Die bis dato gezeigten Zwischensequenzen sehen schlichtweg atemberaubend aus und dürften ihren Teil dazu beitragen, den Plot adäquat voranzutreiben. Ebenfalls richtig klasse: Die komplette Kampagne lässt sich auch im Koop-Modus mit einem Online-Kumpel angehen.

Abgerundet wird das Paket von einer Handvoll spannender Mehrspieler-Modi, in denen bis zu sechs Spieler gegeneinander antreten. Das klassische Deathmatch etwa kürt denjenigen Spieler zum Sieger, der alle anderen von der Matte fegt und als einziger übrigbleibt. Stronghold und Domination sind etwas komplizierter gestrickt und verlangen geschicktes Basen-Management sowie die gezielte Einnahme von Energiekonten.

Hearthstone trifft Command & Conquer

Abseits der eben skizzierten Mehrspieler-Varianten trumpfen die Ensemble Studios zudem mit einem komplett neuen Spielmodus namens Blitz auf. Hier ist der Name Programm: Statt zunächst zeitraubend Basen hochzuziehen, Einheiten auszubilden, Technologien zu erforschen und Ressourcen zu verwalten, verfügt jeder Spieler über ein Kontingent an Sammelkarten, welches er sich vor Matchbeginn sorgfältig zusammenstellt. Eben diese Karten muss man nun - unter Berücksichtigung von Energieressourcen - clever ausspielen, um sich entweder gegen wellenweise anrückende KI-Gegner oder menschliche Widersacher zu behaupten.

Zücken Sie beispielsweise eine "Hornet"-Karte (kostet 80 Energiepunkte), materialisiert die gleichnamige UNSC-Lufteinheit an der gewünschten Stelle auf dem Schlachtfeld und erwartet Befehle. Das Pendant zu Einheitenkarten sind Booster-Karten, die markierten Truppen Boni verleihen oder Superwaffen zünden. Ergebnis: Aus dem eher klassischen Echtzeitstrategie-Mehrspieler-Geplänkel wird ein rasantes Schlachtengetümmel mit pfiffigem MOBA- und Sammelkarten-Einschlag.

Was uns gefällt 

Schon in der ersten Beta-Phase Mitte Juni 2016 spielte Halo Wars 2 seinen größten Trumpf aus: die vergleichsweise leicht zu erlernende Controller-Steuerung. In der Regel dauert es keine zehn Minuten, bis man die Grundlagen verinnerlicht hat und souverän erste Truppenverbänden ins Feindgebiet beordert. Erfahrene Strategen begrüßen derweil die Tatsache, dass man vor einer Multiplayer-Partie zwischen drei unterschiedlich befähigten Anführern pro Fraktion wählen darf. Die Entscheidung, endlich auch eine PC-Version mit voller Maus-/Tastatur-Steuerung anzubieten, gibt weitere Pluspunkte.

Was uns nicht gefällt

Im Direktvergleich mit dem mittlerweile sieben Jahren alten Vorgängerspiel hält sich der grafische Sprung in Grenzen. Oder kritischer formuliert: Aus einer gewissen Distanz betrachtet sieht Halo Wars 2 im jetzigen Zustand eher aus wie ein "Halo Wars 1.5". Weil die Optik in den letzten Monaten der Entwicklung erfahrungsgemäß aber noch an Qualität dazugewinnt, sind wir recht optimistisch, dass Creative Assembly und 343 Industries visuell noch eine Schippe drauflegen. Abzuwarten bleibt außerdem, ob die Macher weitere spielbare Rassen (kostenlos) ergänzen. Anbieten würden sich zum Beispiel die Flood oder die in "Halo 4" eingeführten Prometheaner.

Fazit

Auch wenn sich die Qualität der Kampagne bisher noch nicht verlässlich beurteilen lässt und optisch noch Luft nach oben bleibt, schlägt Halo Wars 2 eine sehr vielversprechende Richtung ein. Die nochmals optimierte Controller-Steuerung geht nach anfänglicher Eingewöhnung schnell in Fleisch und Blut über, die neuen Einheiten machen einiges her und der erfrischende Blitz-Modus sowie die Koop-Kampagne sind schon jetzt ein Garant für durchzockte Nächte. Kurz gesagt: Halo Wars 2 sollte man auf dem Radar behalten. 

Infos zum Spiel

Titel: Halo Wars 2
Genre: Echtzeitstrategie
Hersteller: 343 Industries / Creative Assembly
Publisher: Microsoft
Release-Termin: 17. Februar  2017
Preis: zirka 65 Euro
System: PC, Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Gut

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