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Preview zu Kingdom Come: Deliverance | Rollenspiel | PC, PS4, Xbox One  

Das Mittelalter zum Mitspielen

11.01.2017, 13:54 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Das Mittelalter zum Mitspielen. Kingdom Come: Deliverance setzt voll auf Realismus und kassiert damit fleißig Pluspunkte. (Quelle: Warhorse Studios)

Kingdom Come: Deliverance setzt voll auf Realismus und kassiert damit fleißig Pluspunkte. (Quelle: Warhorse Studios)

Die Auswahl an Fantasy- oder Sci-Fi-Rollenspielen ist groß. Will man sich jedoch auf eine historisch halbwegs akkurate Umsetzung des Mittelalters einlassen, wird die Luft dünner. Mit dem ambitionierten "Kingdom Come: Deliverance" wollen die Warhorse Studios 2017 nun genau diese Lücke auf PC, PS4 und Xbox One schließen. Ein Plan, der - sofern am Ende der Feinschliff stimmt - durchaus aufgehen könnte.

Die Geschichte schreibt die Geschichte

Schon ein Blick auf die Hintergrundgeschichte zeigt sehr deutlich, wie wichtig den Entwicklern aus Prag das Thema Realismus ist. Denn Kingdom Come: Deliverance spielt in einer historischen Epoche, die es so tatsächlich gegeben hat. Genauer gesagt im Jahr 1403. Wenzel IV - Sohn von Kaiser Karl IV - wurde gerade zum König ernannt. Doch das passt seinem Halbbruder Sigismund gar nicht, weshalb der Wenzel kurzerhand gefangen nimmt.

Schlimmer noch: Mit einer riesigen Söldner-Streitmacht überrennt Sigismund die Lande und stiftet Chaos und Verwüstung. Leidtragender ist unter anderem Heinrich, Sohn eines Schmieds und Protagonist des Spiels. Sein Heimatdorf wird kurz nach Spielbeginn von Wenzels Truppen dem Erdboden gleichgemacht - bis auf Heinrich überlebt niemand. Die Aufgabe des Spielers ab diesem Zeitpunkt? Vergeltung üben - bis ganz hinauf in die höchsten Ränge der Angreifer.

16 Quadratkilometer historische Freiheit

Was folgt, ist ein episches First-Person-Abenteuer in einer komplett offenen, knapp 16 Quadratkilometer großen Spielwelt, die Warhorse Studios einem tatsächlich existierenden Landstrich in Böhmen mithilfe von Satellitendaten, Gemälden und historischen Blaupausen so exakt wie möglich nachempfunden hat. Schönes Beispiel hierfür sind vor allem die zahlreichen Burgen und Kirchen in der Region - noch heute sehen viele davon so aus wie vor zirka 600 Jahren. Doch auf dieser Ebene hört der Realismus noch längst nicht auf. Seien es nun Bürgerhäuser, Holzkarren, Brücken, Kleidungsstücke, Rüstungen oder Waffen - Warhorse Studios betrieb einen unglaublichen Rekonstruktionsaufwand und verpflichtete zu diesem Zweck sogar eine Historikerin sowie zeitgenössische Maler.

Lebendige Spielwelt

Spielerisch wird Kingdom Come: Deliverance ebenfalls voll auf Realismus getrimmt - auch wenn die Entwickler immer wieder betonen, am Ende des Tages keine staubtrockene Simulation abliefern zu wollen. Vielmehr geht es den Tschechen um eine Welt, in welcher die einzelnen Bausteine - getragen von interessanten Dialogen, einer spannenden Geschichte und realistischen Tagesabläufen - glaubhaft und nachvollziehbar ineinandergreifen.

Bauern etwa marschieren morgens raus aufs Feld, um dort zu arbeiten und dann bei Sonnenuntergang zurückzukehren. Der Müller hingegen verarbeitet Korn in der Mühle zu Mehl, die Stadtwachen patrouillieren entlang der Befestigungsanlagen, Jäger pirschen im Wald Wildtieren hinterher und so weiter. Besonders cool: Findet in der Stadt ein großes Ritterturnier statt, lassen viele Menschen ihre derzeitigen Tätigkeiten ruhen, um dem Spektakel beizuwohnen.

Eine Schatztruhe voller Möglichkeiten

Aber nicht nur die Welt als solches fasziniert, auch das Gameplay macht Lust auf mehr. In einer bereits vom Entwickler angerissenen Mission besteht die Aufgabe des Spielers beispielsweise darin, eine Person zu fassen, die in ein Kloster flüchtete. Wie genau Sie dieses Ziel erfüllen, wird dabei - wie so oft im Spiel - nicht konkret vorgegeben. Die eleganteste Methode besteht sicherlich darin, sich selbst als Mönch zu verkleiden, um sich dann in besagtem Kloster einzuschreiben. Damit genau das klappt, müssen Sie jedoch zunächst einmal einem Jüngling ein Empfehlungsschreiben abluchsen. Klingt simpel, wird aber spätestens dann kompliziert, wenn der Bodyguard des Jungen in Erscheinung tritt.

Die Lösung? Nun, wer lieber geschickt kommuniziert statt zu kämpfen, könnte dem örtlichen Kneipenschläger die Information stecken, dass der lästige Bodyguard etwas gegen seine Mutter gesagt hat. Resultat: Eine zünftige Schlägerei, bei der der Bodyguard den Kürzeren zieht. Mit dieser List ist es allerdings noch längst nicht getan, denn um die Zielperson zu finden, müssen Sie sich im Anschluss geschickt unters Mönchsvolk mischen – unter anderem, indem Sie beten, gemeinsam mit den Glaubensbrüdern speisen und in den Gartenanlagen kleinere Dienste verrichten.

Viele Wege führen nach Rom

Alternativ können Sie die Klostermission natürlich auch ganz klassisch als Leisetreter angehen, sprich sich klammheimlich ins Gemäuer schleichen - vorzugsweise im Schutz der Dunkelheit und mit einer möglichst leichten Lederrüstung. Schwere Plattenrüstungen nämlich reflektieren jedwede Art von Licht und klappern obendrein ganz gewaltig.

Lösungsweg Numero drei? Die Waffe zücken und direkt ins Kloster stürmen. Das kostet zwar am wenigsten Vorbereitungszeit, zieht jedoch aller Wahrscheinlichkeit massives Blutvergießen und dementsprechend einen dramatischen Reputationsverlust nach sich - was wiederum dazu führen wird, dass man plötzlich überall im Land nach Ihnen sucht.

Apropos Reputation: Die spielt in Kingdom Come: Deliverance eine besonders wichtige Rolle und wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Wer beispielsweise einen Händler ständig im Dialog über den Tisch zieht, muss sich nicht wundern, wenn dieser einem irgendwann keine Waren mehr verkauft oder Gespräche sogar komplett verweigert. Umgekehrt gilt: Verrichten Sie selbst gute Taten – über welche die Menschen dann natürlich auch sprechen – steigt ihre Reputation.

Nervenaufreibendes Säbelrasseln

Einen vielversprechenden Eindruck hinterlässt darüber hinaus das Echtzeit-Kampfsystem. Das Grundprinzip hier: Kommt es zum Duell mit einem Nichtspieler-Charakter, können Sie aus fünf verschiedenen Schlagrichtungen wählen. Kopftreffer etwa gelingen, wenn Sie von oben angreifen; Körpertreffer wenn Sie von links oder rechts auf Ihr Gegenüber einschlagen - natürlich immer unter Berücksichtigung der Art und Weise wie der Feind im Moment ihres Angriffs seinen Schild und seine Waffe hält und wo am Körper Rüstungsteile getragen werden.

Berücksichtigen müssen Sie darüber hinaus die aufeinanderprallenden Materialen. Schwerter zum Beispiel sind weniger effektiv gegen feste Plattenrüstungen, richten dafür allerdings schwere Schäden bei weicherem Material an. .

Was uns gefällt 

Angefangen bei der famosen Landschaftsdarstellung über das nachvollziehbare Kampfsystem und bis hin zu den penibel ausgearbeiteten geschichtlichen Details - Kingdom Come: Deliverance setzt voll auf Realismus und kassiert damit fleißig Pluspunkte. Verrückt: Laut Tobias Stolz-Zwilling, dem Pressesprecher bei Warhorse Studios, sollen sogar die meisten der zentralen Nichtspieler-Charaktere damals tatsächlich gelebt haben.

Schön zudem, wie schick das Spiel vielerorts bereits aussieht. Einige Wandmalereien zum Beispiel sind so filigran gezeichnet, dass man minutenlang davorstehen kann, bis man sämtliche Informationen vollständig absorbiert hat. Oder nehmen wir die Darstellung des Waldes, die aus einer gewissen Distanz kaum mehr von ihrem realen Vorbild zu unterscheiden ist.

Was uns nicht gefällt

Zahlreiche Elemente des Spiels lassen sich im aktuellen Zustand noch recht schwierig bewerten. Das gilt im Speziellen für die Sprachausgabe, die Gesichtsanimationen sowie sämtliche Zwischensequenzen. Warhorse Studios versprach jedoch, dass solche Wehwehchen in naher Zukunft der Vergangenheit angehören und verwies in diesem Zusammenhang auf aufwändige Motion-Capturing-Aufnahmen mit über 50 professionellen Schauspielern. Des Weiteren prahlt man mit über 25 Stunden professioneller Sprachausgabe und einem Skript, welches selbst die Länge des Alten Testaments in den Schatten stellt.

Fazit

Obwohl in einigen technischen Bereichen noch kräftig Feintuning nötig ist, offenbart Kingdom Come: Deliverance bereits gewaltiges Potenzial. Die auf echten Begebenheiten basierende Geschichte macht unglaublich neugierig, das Kampfsystem hinterlässt einen sehr durchdachten Eindruck und die glaubhaft simulierte Sandbox-Spielwelt verspricht viel Freiraum für kreative Problemlösungen. Das Spiel könnte, sofern den Entwicklern auf den letzten Metern nicht die Puste ausgeht, einer der ganz großen Rollenspiel-Erfolge des Jahres 2017 werden. 

Infos zum Spiel

Titel: Kingdom Come Deliverance
Genre: Rollenspiel
Hersteller: Warhorse Studios
Publisher: Koch Media
Release-Termin: 2017
Preis: Noch nicht bekannt
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Gut

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