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Test zu Gravity Rush 2 | Action-Adventure | PS4  

Die Welt steht Kopf

16.01.2017, 14:24 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Die Welt steht Kopf. Das Experimentieren mit der Gravitation und den damit verbundenen Möglichkeiten sorgt in Gravity Rush 2 für ein ungewöhnliches Spielerlebnis (Quelle: Sony)

Das Experimentieren mit der Gravitation und den damit verbundenen Möglichkeiten sorgt in Gravity Rush 2 für ein ungewöhnliches Spielerlebnis (Quelle: Sony)

Das Action-Adventure "Gravity Rush" gilt auf der Playstation Vita als Geheimtipp. Die später veröffentlichte Neuauflage "Gravity Rush Remastered" ging jedoch im Spiele-Dschungel der Playstation 4 unter. Das neue "Gravity Rush 2" setzt nicht nur die Geschichte des ersten Teils fort, sondern baut auch spielerisch auf diesem auf. Im Test erweist sich das Spiel als gelungenes Open-World-Abenteuer, das Anime-Freunde nicht nur mit seiner liebenswerten Heldin überzeugen wird.

Alle Macht den Katzen

Die blonde Kat wirkt auf den ersten Blick wie ein normales Mädchen. Doch wenn ihre magische Katze Dusty in ihrer Nähe ist, verwandelt sich Kat in eine Superheldin. Dann setzt sie die Schwerkraft außer Gefecht und saust wie eine Rakete durch die Luft.

Gravity Rush 2 spielt in einem bunten Anime-Universum, in dem Menschen in schwebenden Siedlungen hausen und nach wertvollen Kristallen schürfen. Die Geschichte von Ungerechtigkeit und Rebellion kommt in dem Action-Abenteuer aber leider nur langsam in Fahrt. Zwar gehört Kat mit zu den sympathischsten und menschlichsten Games-Charakteren der jüngeren Vergangenheit, doch insgesamt mangelt es dem Plot an Spannung und vor allem an Überraschungen.

Gelegenheitsspieler stören sich zudem an den mit Standbildern dargestellten Zwischensequenzen. Gravity Rush 2 mutet dadurch wie ein japanischer Comic an, wirkt aber zuweilen zu nüchtern präsentiert. Auch die japanische Sprachausgabe dürften wohl nur Freunde von "Dragon Ball" und Co. begrüßen. Alle andere ärgern sich über die fehlende Synchronisation und die teils holprigen Übersetzungen. Gerade die Missionsbeschreibungen fallen oftmals arg kryptisch aus und sind alles andere als hilfreich.

Fliegen oder fallen?

Gravity Rush 2 öffnet seine offene Spielwelt nach etwa zwei Stunden. Kats Talente sorgen dafür, dass Sie die Gebiete aus ungewöhnlichen Blickwinkeln sehen können. Die Steuerung funktioniert durchaus ordentlich: Auf Tastendruck hebt Kat ab und katapultiert sich nach vorne, mithilfe des linken Analog-Sticks bestimmt man die Richtung. Trifft man auf ein Hindernis, bleibt die Heldin automatisch daran kleben. So flüssig sich die Flugeinlagen mit der Zeit spielen, so geht doch aufgrund der häufigen Richtungswechsel bisweilen die Übersicht verloren. Manchmal weiß man nicht, wo oben und unten ist.

Im Vergleich zum Vorgänger bietet Gravity Rush 2 deutlich mehr Umfang, die Story-Missionen fallen jedoch recht zäh aus. Viel zu oft muss man Botengänge erledigen oder kämpft sich erst durch scheinbar unwichtige Fülleraufgaben. Andere Titel bieten bei ähnlichem Umfang deutlich mehr Tiefe und einen besseren Spielfluss. Die optionalen Nebenaufgaben machen dafür mehr Spaß, denn sie nutzen Kats Fertigkeiten clever aus. Mal bestreiten Sie kleine Rennen und schlittern mit Kat an Wänden entlang, ein anderes Mal steigen Sie tief in die Minen hinab und kämpfen mit Monstern.

Die Kraft der Kristalle

Wie in vielen anderen Actionspielen rüstet man auch in Gravity Rush 2 die Talente der Heldin mit der Zeit auf. Neue Fertigkeiten kaufen Sie mit wertvollen Kristallen ein, die Sie entweder in der Spielwelt aufsammeln oder als Belohnung für erledigte Aufgaben erhalten. Ganz ohne Kämpfe kommt das Abenteuer aber nicht aus. Kat nimmt es wie schon im Vorgänger mit den schwarzen Nevi auf. Die Schleimwesen verfügen über überdeutlich markierte Schwachstellen, die man mit Attacken gezielt bearbeiten muss. Neben Tritten greift die Protagonistin zu Sprungangriffen oder schleudert Objekte per Stasis-Feld durch die Luft. Wirklich rund spielen sich die Gefechte allerdings nicht: Im Nahkampf fehlt eine vernünftige Zielerfassung, die Kameraführung ist insgesamt zu unruhig, und den Aktionen mangelt es an Wucht.

Deutlich besser gefallen uns die clever integrierten Online-Optionen. Spieler treten nicht direkt gegeneinander an, stattdessen absolviert man Herausforderungen und vergleicht anschließend die Rekorde miteinander. Noch besser: In Schatzsuchen muss man mithilfe eines kleinen Fotos den Standort der Wertgegenstände finden. Das macht Spaß und bringt Ihnen Kristalle, Deko-Gegenstände und Gesten für die Kamerafunktion ein.

Was uns gefällt 

Im direkten Vergleich zum Vorgänger ist Gravity Rush 2 deutlich größer und überzeugt mit einem Spielumfang von weit über 20 Stunden. Die meiste Freude bereitet das zwanglose Erkunden der Welt - das Experimentieren mit der Gravitation und den damit verbundenen Möglichkeiten sorgt für ein ungewöhnliches Spielerlebnis. Die Nebenmissionen strotzen vor guten Ideen, und das Fortschrittssystem motiviert ebenfalls.

Was uns nicht gefällt

Leider passt bei Gravity Rush 2 längst nicht alles zusammen. Das Kampfsystem fühlt sich wie eine einzige Baustelle an. Die Kloppereien mit den Nevi steuern sich extrem unpräzise und gehören zu den größten Schwächen im Spiel. Aufgrund der ständigen Flugeinlagen geht zudem häufig die Übersicht flöten. Man muss also ständig die Kamera manuell nachjustieren. Ferner mangelt es gerade den Hauptmissionen an Tempo und Spannung.

Fazit

Größer und abwechslungsreicher, aber nicht zwangsläufig auch besser als der Vorgänger: Gravity Rush 2 stellt die Videospielwelt zwar nicht auf den Kopf, ist aber ein willkommener Ausflug in kreative Anime-Gefilde. Freunde etwas andersartiger Action-Adventures dürfen allen Schwächen zum Trotz einen längeren Blick riskieren. 

Infos zum Spiel

Titel: Gravity Rush 2
Genre: Action-Adventure
Hersteller: SIE Japan Studio
Publisher: Sony
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 40 Euro
System: PS4
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Gut

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