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Resident Evil 7: Biohazard im Test: Der erhoffte Horror-Schocker

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Test zu Resident Evil 7: Biohazard | Survival-Horror | PC, PS4, Xbox One  

Der erhoffte Horror-Schocker

25.01.2017, 15:07 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Resident Evil 7: Biohazard im Test: Der erhoffte Horror-Schocker. Mit "Resident Evil 7" gelingt es Capcom, der Serie wieder zu alter Stärke zu verhelfen. (Quelle: Capcom)

Mit "Resident Evil 7" gelingt es Capcom, der Serie wieder zu alter Stärke zu verhelfen. (Quelle: Capcom)

Community und Kritiker sind sich einig: "Resident Evil 6" war beim besten Willen kein schlechtes Spiel. Aufgrund seiner klaren Action-Orientierung entfernte es sich jedoch viel zu stark von den Survival-Horror-Ursprüngen der traditionsreichen Spiele-Marke. Dieses Wissen im Hinterkopf, wundert es nicht, dass Capcom mit dem jetzt für PS4, Xbox One und PC erhältlichen Resident "Evil 7: Biohazard" eine drastische Kehrtwende vollzieht. Das Ergebnis? Ein Horror-Erlebnis, das diesen Namen auch wirklich verdient hat.

Auf der Suche nach Mia

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist das Schicksal der Eheleute Ethan und Mia Winters. Kurz nach Spielbeginn erfahren wir, dass Mia spurlos verschwunden ist. Als jedoch - knapp drei Jahre später - ein Lebenszeichen in Form einer mysteriösen E-Mail auftaucht, macht sich Ethan sofort auf den Weg nach Dulvey in Louisiana. Sein Ziel: Eine verlassene Plantage samt riesigem Anwesen. Von dort wurde die Nachricht allem Anschein nach abgesetzt. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt: Schon bald ist er der nächste auf der Abschussliste der psychopathischen, hier lebenden Baker-Familie. Ein je nach Spielweise knapp zehn- bis 15-stündiger Überlebenskampf beginnt.

Herzrasen im Horrorhaus

Spielmechanisch orientiert sich Resident Evil 7 ganz klar am ersten Teil aus dem Jahr 1996. Das beginnt schon beim Einstiegsszenario: Genau wie damals wählt Capcom ein heruntergekommenes Herrenhaus. Knarzende Dielen, tropfende Wasserleistungen, blutverschmierte Keller, verstörende Wandgemälde, verrottete Kühlschränke, von Maden übersäte Tier- und Menschenkadaver - bereits in der ersten Spielstunde lassen die Japaner wirklich keine Gelegenheit aus, eine atmosphärisch unglaublich dichte Welt zu inszenieren. 

Weil Sie das Spielgeschehen diesmal allerdings nicht aus der Third-Person-Ansicht sondern aus Ego-Perspektive erleben, wirkt das Setting deutlich beklemmender, unmittelbarer und bedrohlicher als in jedem bisherigen Serienteil. Das gilt im Speziellen für den hervorragend umgesetzten VR-Modus, der derzeit exklusiv Besitzern eines Playstation-VR-Headsets vorbehalten ist.

Zurück zu den Wurzeln

Gemeinsamkeit Numero zwei: Spieldirektor Koshi Nakanishi und sein Team setzen auf viele altbewährte Survival-Horror-Mechanismen. Den Anfang macht die allgegenwärtige Munitionsknappheit. Egal ob nun für Pistole, Shotgun, Maschinengewehr, Flammen- oder Granatwerfer – neue Projektile, um sich gegen die garstigen Bewohner des Hauses zur Wehr zu setzen, sind rar gesät. Zwar kann Ethan auch mit einem Taschenmesser ums nackte Überleben kämpfen, gegen größere Feinde sieht er dabei jedoch ziemlich alt aus. 

Der Ausweg aus dieser Misere: Gewissenhaftes Absuchen der Umgebung nach Munitionsschachteln und Crafting-Ressourcen. Aus Schwarzpulver und chemischer Flüssigkeit etwa lassen sich neue Patronen herstellen. Kräuter in Kombination mit derselben Flüssigkeit ergeben ein Heilmittel und so weiter. Im Gegensatz zu vielen anderen Genrevertreter erfordert der Herstellungsprozess neuer Gegenstände übrigens keine umständlichen Abstecher zu weit entfernten Werkbänken, sondern kann immer und überall durchgeführt werden.

Erst aufräumen, dann angreifen

Genau wie vor 21 Jahren ist natürlich auch der Platz im Heldeninventar streng limitiert. Das mag in heutiger Zeit störend klingen, unterstreicht das Survival-Feeling jedoch gekonnt und bringt unterm Strich eine interessante taktische Komponente rein. Wer beispielsweise auf Nummer sicher gehen will und den gesamten Rucksack mit Munition und Medkits vollstopft, muss sich nicht wundern, wenn er keinen Platz mehr für wichtige Puzzlegegenstände und wertvolle Sammelobjekte hat. Unnötiges Backtracking und die Gefahr, Gegnern in die Arme zu laufen, sind die Folge.

Sie müssen also stets abwägen, wie Sie Ihre Ausrüstung optimal zusammenstellen und welche Objekte in den über die gesamte Spielwelt verteilten Depotkisten verbleiben und welche nicht. Aber: Augen offenhalten lohnt sich auch hier, denn hin und wieder findet Ethan einen neuen Rucksack, der sein Inventar um jeweils vier Plätze erweitert.

Schweißtreibende Bosskämpfe

Wie genau sich die Geschichte entwickelt, sei an dieser Stelle freilich nicht verraten. Im Vergleich zum sechsten Teil wird sie allerdings deutlich stringenter erzählt und packender inszeniert. In wohliger Erinnerung bleiben dabei insbesondere verschiedene Bosskämpfe. Im ersten Spieldrittel etwa lockt sie Hausherr Jack in seiner Garage in die Falle. Das Interessante hierbei: Das nun folgende Duell auf Leben und Tod können Sie - wie zahlreiche andere große Kämpfe auch - auf vielfältige Art und Weise lösen. Wir wollen nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber die Interaktion mit Umgebungsobjekten wirkt nicht nur in diesem Fall wahre Wunder.

Chronologische Einordnung

Im Vorfeld der Veröffentlichung hatten viele Fans Sorge, ob das hier überhaupt noch etwas mit dem klassischen Resident Evil-Universum zu tun hat. In diesem Punkt können wir beruhigen. Ja, die Verbindungen sind da - nicht zuletzt weil das hier chonologisch gesehen nach den Ereignissen von Resident Evil 6 spielt. Um Verknüpfungen zu erkennen und richtig einordnen zu können, sollte man sich jedoch ausreichend Zeit nehmen, um die überall auffindbaren Dossiers, Zeitungsausschnitte und Notizzettel zu studieren.

Der Virtual Reality-Modus: Wenn Dich die Furcht anspringt

Bereits am normalen TV-Bildschirm lässt einen Resident Evil 7 in schöner Regelmäßigkeit schaudern. Richtig gruselig und teils schockierend wird’s allerdings erst im gratis mitgelieferten VR-Modus auf der Playstation VR. Da nämlich springen Ihnen die Feinde tatsächlich ins Gesicht, und die Umgebungsobjekte kommen einem oft so nahe, dass man sich instinktiv wegduckt. Adrenalin pur und nichts für Zartbesaitete!

Lob zudem für das vorgeschaltete VR-Tutorial und die Vielzahl an Feintuning-Optionen. Von der Art der Kameradrehung bis hin zur Laufgeschwindigkeit des Helden können Sie zahlreiche Parameter bis ins Detail konfigurieren und die berüchtigte Motion Sickness so auf ein sehr erträgliches Minimum reduzieren. In unserem Fall allerdings sind wir bereits mit den Standard-Einstellungen sehr gut gefahren.

Deutlich störender: Weil das Spiel einen in VR im wahrsten Sinn des Wortes mitfiebern lässt, atmet man meist etwas hektischer als sonst, wodurch oft Atemluft auf die Linsen strömt. Die Folge, vor allem in gut beheizten Räumen: Die Linsen des Playstation VR Headsets beschlagen, und man muss das Spiel in regelmäßigen Abständen unterbrechen, um sie zu putzen.

Was uns gefällt 

Dank packender Atmosphäre, grandioser VR-Unterstützung, gelungener deutscher Sprachausgabe, famoser Sounduntermalung und einem klaren Fokus auf klassisches Survival-Horror-Gameplay motiviert die Geschichte von Anfang bis Ende.

Doch auch danach gibt es noch einiges zu tun. Ausdauernde Spieler können sich zum Beispiel den dann freigespielten Schwierigkeitsgrad "Irrenhaus" vorknüpfen. Besonderheit hier: Sie benötigen Audiokassetten, um einen neuen Spielstand anlegen zu können. Gleichzeitig wird die Zahl der automatischen Speicherpunkte spürbar reduziert. Ausdauernde Spieler können den zweiten Spieldurchlauf außerdem dazu nutzen, das alternative Ende freizuschalten, welches während einer bestimmten Entscheidungssituation ausgelöst wird.

Weitere Herausforderungen gefällig? Dann nehmen Sie doch zum Beispiel mal die Trophäe "Ich will doch nur hier raus!" in Angriff, wo es darum geht, das Spiel innerhalb von vier Stunden abzuschließen.

Was uns nicht gefällt

Insgesamt hätten wir uns noch etwa mehr Abwechslung in Sachen Feindtypen gewünscht. Die Molded, der primäre Gegnertyp im Spiel, sind für sich gesehen äußerst faszinierend, tauchen aber lediglich in fünf verschiedenen Varianten auf. Dazu gesellen sich riesige Stechmücken, ein paar an Schränken und Wänden wuselnde Spinnen sowie einige, zugegebenermaßen sehr beeindruckende Bosse.

Nicht komplett überzeugen können darüber hinaus die Rätsel. In einer Szene konfrontiert Sie das Spiel mit einem wirklich famosen Escape-Room-Puzzle, welches die grauen Zellen ordentlich in Schwung bringt. Darüber hinaus gelingt es den Entwickler jedoch nicht, Rätsel-technisch echte Akzente zu setzen. Ebenfalls ärgerlich: Auf der Xbox One und der Standard PS4 hat das Spiel immer wieder mit aufploppenden Texturen zu kämpfen. Außerdem ziehen sich die Ladezeiten nach einem Bildschirmtod auf allen Systemen hin wie Kaugummi. .  

Fazit

Herausforderung bestanden! Mit "Resident Evil 7" gelingt es Capcom, der Serie wieder zu alter Stärke zu verhelfen. Treibender Motor hierbei sind vor allem der Wechsel hin zur Ego-Perspektive und die Rückbesinnung auf klassische Survival-Horror-Elemente wie Munitionsmangel, Inventarmanagement und fordernde Kämpfe. Nervenstarken Gemütern sei außerdem ein Durchspielen mit Playstation VR empfohlen. Denn nur hier erleben Sie die nächste Evolutionsstufe des virtuellen Horrors am eigenen Leib. Kostprobe gefällig? Dann am besten die kostenlose „Beginning Hour“-Demo herunterladen, die Sie sowohl im Playstation Store als auch auf dem Xbox Live Marktplatz und bei Steam finden.  

Infos zum Spiel 

Titel: Resident Evil 7 Biohazard 
Genre: Survival-Horror 
Publisher / Hersteller: Capcom 
Release-Termin: 24. Januar 2017 
Preis: zirka 45 Euro (PC) / zirka 55 Euro (Konsole)
System: PC, PS4 (inklusive Playstation VR), Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut 

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