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Nintendo Switch kaufen oder nicht? Wir haben die Konsole ausprobiert

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Hands-on-Preview  

Nintendo Switch ausprobiert

28.01.2017, 11:02 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Nintendo Switch kaufen oder nicht? Wir haben die Konsole ausprobiert. Nintendo Switch: Eine Konsole für daheim und unterwegs (Quelle: dpa/Nintendo)

Nintendo Switch: Eine Konsole für daheim und unterwegs (Quelle: Nintendo/dpa)

Am 3. März 2017 drängt Nintendos neue Hybrid-Spielkonsole Switch in Deutschland für knapp 330 Euro auf den Markt. Die Redaktion hat der Hardware auf einer Presseveranstaltung in München ganz genau auf den Zahn gefühlt und stellt das System im Detail vor. Darüber hinaus skizzieren wir erste Fakten zum geplanten Online-Service und widmen uns dem bisher bestätigten Spiele-Lineup.

Der Handheld-Modus

Um das Grundkonzept der Nintendo Switch zu verstehen, sollte man sich zunächst die einzelnen Komponenten vor Augen führen. Kernelement des Systems ist ein handliches, sehr wertig verarbeitetes Tablet mit 6,2 Zoll großem Touchscreen-Display, das mit 1280 x 720 Bildpunkten auflöst und intern von einem maßgeschneiderten Tegra-Chip von Grafikkarten-Spezialist Nvidia befeuert wird. Links und rechts von dieser Zentraleinheit docken zwei sogenannte Joy-Cons an - die Controller des Systems. Steckt man alle drei Teile zusammen, hält man ein klassisches Handheld mit kontrastreichem Display und wiederaufladbarem Lithium-Ionen-Akku (4310 mAh), der je nach Spiel zwischen zweieinhalb und sechs Stunden durchhält, in der Hand.

Der Tabletop-Modus

Auf der Rückseite des Geräts befindet sich ein aufklappbarer Standfuß. Er sorgt dafür, dass das Gerät auf einer waagerechten Oberfläche sicher steht. Wie genau man anschließend im sogenannten Tabletop-Modus spielt, hängt ganz vom jeweiligen Spiel ab. Bei Einzelspieler-Titeln zum Beispiel können Sie die beiden Joy-Cons entfernen und mit der ebenfalls mitgelieferten Joy-Con-Halterung verbinden, wodurch ein sehr ergonomischer Controller mit typischen Griffhörnchen entsteht. Ebenfalls möglich: Sie halten einen Joy-Con in jeder Hand.

Spiele-Videos 
Nintendo Switch: Hybrid-Konsole zeigt sich offiziell

Das neue Geräte ist eine Mischung aus Handheld und stationärer Konsole. Video

Richtig spannend wird’s, wenn das Switch-Spiel Multiplayer-Modi anbietet. Dann nämlich können Sie einer weiteren Person eines der beiden Joy-Cons, die beide jeweils als vollwertige Funkcontroller agieren, in die Hand drücken und gemeinsam loslegen. Im Falle des Fun-Racers "Mario Kart 8 Deluxe" etwa teilt sich der Bildschirm nun vertikal in zwei gleichgroße Bereiche. Nintendo Switch ermöglicht also klassisches Splitscreen-Gaming unterwegs - und zwar direkt ab Werk, denn jedem System liegen stets zwei Joy-Cons bei.

Einziges Manko: Wird der Bildschirm zweigeteilt, man müssen beide Spieler schon recht nah am Switch-Display sitzen, um alles optimal zu erkennen. Dafür reichen vier Exemplare von Mario Kart 8 Deluxe aus, um bei vernetzten Splitscreen-Rennen trotzdem zu acht gegeneinander antreten zu können.

Der TV-Modus

Weil jede Nintendo Switch mit einer Dock-Station und einem HDMI-Kabel ausgeliefert wird, können Sie das Gerät außerdem problemlos mit einem Fernseher verbinden. Dazu einfach die Switch in den Halteschlitz der Docking-Station schieben, und los geht’s. Die Umschaltzeit? Nicht mehr als drei Sekunden. Rechnet man das Entfernen der Joy-Cons hinzu, kommen noch mal fünf Sekunden obendrauf.

Sobald sich die Switch im TV-Modus befindet, wird das Bild in einer Auflösung von bis zu 1080p ausgegeben. Möglich macht das die Tatsache, dass die Konsole aufgrund der höheren Stromzufuhr in einen Performance-Modus umschaltet, der höhere Taktraten und demzufolge eine höhere Auflösung als nur 720p erlaubt. Schade: Entgegen ursprünglicher Vermutungen sind in der Docking-Station keine Zusatz-Komponenten verbaut, die dem Gerät leistungstechnisch unter die Arme greifen.

Bewegungssensoren und HD-Rumble

Eine weitere Besonderheit der Nintendo Switch sind die zahlreichen Funktionen der Joy-Con-Controller. Den Anfang machen präzise Beschleunigungs- und Lagesensoren - jeder Joy-Con kann also wie ein klassischer Motion-Controller genutzt werden. Im farbenfroh inszenierten Prügelspiel "ARMS" etwa repräsentiert jeder Controller eine Hand der Spielfigur. Schlägt man nun nach vorn, tut dies auch die Spielfigur. Hält man die Hände schützend vors Gesicht, blockt der Held, und so weiter. Durch die mitgelieferten Joy-Con-Handgelenkschlaufen ist außerdem sichergestellt, dass sich die Eingabegeräte auch bei hektischen Bewegungen nicht selbstständig machen.

Weiter geht’s mit den brandneuen Vibrationsmotoren. Sie sind in jedem Joy-Con verbaut und sorgen für deutlich nuanciertere Rütteleffekte als bei herkömmlichen Gamepads. Besonders deutlich wird dies in der Minispiel-Sammlung "1-2-Switch", wo man unter anderem erfühlen muss, wie viele Murmeln sich in einer virtuellen Holzschachtel befinden. Das Erstaunliche: Was auf dem Papier seltsam klingt, funktioniert in der Praxis tatsächlich richtig gut und dürfte vielen spannenden neuen Spielideen Tür und Tor öffnen.

Infrarot-Kamera und Screenshot-Taste

Leider nicht in Aktion gezeigt, aber ebenfalls vielversprechend: Im rechten Joy-Con befindet sich eine Infrarot-Kamera, die laut Nintendo nicht nur den Abstand eines Objekts zum Sensor erkennen kann, sondern obendrein in der Lage, ist die Handgesten einer Person auszulesen. Als Anwendungsbeispiel wurde "Schere, Stein, Papier" genannt.

Bliebe noch die neue Quadrat-Taste auf dem linken Joy-Con. Mit ihr können Benutzer Screenshots vom Spielgeschehen aufnehmen und in sozialen Netzwerken teilen. Auch das Aufnehmen von Videos soll zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein. Wann genau, konnte Nintendo bisher allerdings nicht konkret sagen.

Eine Switch für alle Fälle

Nachdem die Mehrzahl bisheriger Nintendo-Konsolen über eine Regionalsperre verfügte, schafft Nintendo diese Kunden-Gängelei mit der Switch endlich ab. Heißt: Egal, in welchem Land der Erde Sie ein Nintendo Switch-Modul kaufen - es wird garantiert auf Ihrer Hardware funktionieren. Die Zusatzkonsole, um US- oder Japan-Importe spielen zu können, fällt also weg.

Das Spiele-Angebot zum Start

Das bisher skizzierte Software-Angebot pünktlich zum Start am 3. März ist leider noch etwas mager. Mit "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" haben die Japaner zwar einen richtigen Kracher am Start. Davon abgesehen vermissen wir jedoch echte Triple-A-Blockbuster. Zugegeben, 1-2-Switch ist äußerst unterhaltsam, für 50 Euro in unseren Augen allerdings überteuert. Gleiches gilt für "Super Bomberman R": Tolles Partyspiel, aber zum derzeit gelisteten Preis von 49,99 Euro eher etwas für beinharte Fans. "Just Dance 2017" und "Skylanders Imaginators"? Machen viel Laune, dürften jedoch für die meisten Serienkenner ein alter Hut sein. Deutlich interessanter: Downloadspiele wie der Koop-Puzzler "Snipperclips", der pfeilschnelle "Wipeout"-Klon "Fast RMX" oder das Aufbaustrategiespiel "Constructor" von System 3.

Noch ist das Lineup für den 3. März allerdings nicht final. Mit "Mario Kart 8 Deluxe" (28. April) sowie "ARMS" im Frühjahr stehen zudem zwei weitere potenzielle Switch-Hits von Nintendo vor der Tür. Für den Sommer sollten sich Fans darüber hinaus den Mehrspieler-Shooter "Splatoon 2" vormerken, für das Weihnachtsgeschäft hingegen das Jump’n’Run "Super Mario Odyssey" sowie das Japan-Rollenspiel "Xenoblade Chronicles 2". Außerdem rechnen wir mit vielen spannenden Switch-Neuankündigungen zur diesjährigen Spielemesse E3 im Juni.

Neuer Onlinedienst 

Obwohl das Gerät bereits in sechs Wochen erscheint, wurden die Online-Funktionen nur kurz angerissen, nicht jedoch vor Ort gezeigt. Das Wichtigste zusammengefasst: Direkt zum Start geht ein Switch-eigener Onlinedienst an den Start, der Multiplayer-Matches im Internet erlaubt. Im Herbst soll dann eine maßgeschneiderte Smartphone-App erscheinen, die weitere Komfortfunktionen bereitstellt, darunter das Verwalten von Unterwegs-Spieleinladungen sowie Sprach-Chats.

Während der einführenden Testperiode, die im Herbst 2017 endet, sind diese Funktionen kostenfrei. Danach muss man - genau wie auch auf Xbox Live und im Playstation Network - monatlich für den Dienst zahlen. Ein monatliches NES- oder Super-Nintendo-Gratisspiel sowie ein vergleichsweise niedriger Abo-Preis sollen Interessierten die Entscheidung jedoch leichtmachen. Weniger schön: Der Zugriff auf die erwähnten Gratis-Games gilt nach aktuellem Stand immer nur für einen Monat. Ist dieser abgelaufen, muss man das entsprechende Spiel kaufen.

Viele offene Frage

Mittlerweile wurden viele Fragen zur Nintendo Switch beantwortet. Allerdings bleiben auch noch jede Menge Fragezeichen. Wie viel genau wird der Online-Service monatlich kosten? Kann ich bereits erworbene Virtual-Console-Spiele von anderen Systemen auf die Switch übertragen? Welche Funktionen bietet die bisher nur kurz in Videoform gezeigte Menüoberfläche? Welche Jugendschutzfunktionen werden angeboten? Wann wird es erste Streaming-Apps wie Netflix, Amazon Video oder Spotify geben? Können wir die Video-Aufnahme-Funktion noch dieses Jahr nutzen? Taugt das Gerät auch als mobiler Media-Player, etwa zum Abspielen MP3-Musik oder MP4-Videos? Sie sehen schon, die Liste der zu klärenden Punkte ist lang.

Ausblick

Ob unterwegs, im Tisch-Modus oder am Fernseher - die Nintendo Switch ist ein wirklich durchdachtes Gaming-Gerät mit klarem Konzept, innovativen Controllern, interessanten Spielen und überraschend starkem Multiplayer-Fokus. Leider fällt der Startpreis mit zirka 330 Euro vergleichsweise hoch aus. Rechnet man noch ein Modulspiel wie das neue "Zelda" obendrauf, sind knapp 400 Euro fällig. Ganz zu schweigen von den ziemlich deftigen Zubehörpreisen. Der Pro-Controller etwa schlägt mit 70 Euro zu Buche, ein neues Zweier-Set Joy-Cons kostet 80 Euro. Nicht zu vergessen: eine MicroSD-Karte, denn der magere interne Speicher von gerade mal 32 GigaByte dürfte sich mit dem ein oder anderen Downloadspiel schnell füllen.

Sorge bereitet darüber hinaus die Performance im TV-Betrieb. Im Direktvergleich mit PS4 und Xbox One zieht die Hardware jedenfalls klar den Kürzeren, was wiederum Umsetzungen von grafisch aufwändiger Games auf Dauer erschweren dürfte. Dennoch: Sofern Nintendo für einen steten Software-Nachschub sorgt, Dritthersteller bei Laune hält, die Online-Features überzeugen und der Markt die Preise noch etwas ins Lot bringt, dürfte sich die Switch in eine gute Richtung entwickeln.

Infos zur Konsole

Name: Nintendo Switch
Hersteller: Nintendo
Release-Termin: 3. März 2017
Preis: zirka 330 Euro (ohne Spiel)

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