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Test zu Hitman: Die komplette erste Staffel | Stealth-Action | PC, PS4, Xbox One  

Der Krawatten-Killer ist zurück

31.01.2017, 14:50 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Der Krawatten-Killer ist zurück. Die Hauptgeschichte von Hitman weiß - je nach Vorgehensweise - zwischen acht bis vierzehn Stunden zu unterhalten.  (Quelle: Square Enix)

Die Hauptgeschichte von Hitman weiß - je nach Vorgehensweise - zwischen acht bis vierzehn Stunden zu unterhalten. (Quelle: Square Enix)

Mit "Hitman" wagte IO Interactive im März 2016 ein großes Experiment. Statt Teil sechs der weltberühmten Meuchelmörder-Saga als Komplettpaket auf den Markt zu bringen, entschied man sich für eine Veröffentlichung im Form einzelner Download-Episoden. Zunächst war die Skepsis groß, die hohe Qualität des Gebotenen und das positive Feedback der Community gab den Dänen jedoch Recht.

Einmal um die halbe Welt

Zum 31. Januar erscheinen alle Episoden und Bonus-Inhalte nun gebündelt als Disk-Fassung für PC, PS4 und Xbox One - ein wirklich dicker Brocken, der nicht nur Hitman-Kenner Dutzende Stunden beschäftigen wird.

Die Geschichte spielt etwa sieben Jahre nach dem Vorgängerspiel "Hitman: Absolution“. Protagonist Agent 47 ist gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere und wird von seiner Koordinatorin Diane Burnwood mit einer Vielzahl komplexer Auftragsmorde beauftragt, die alle thematisch zusammenhängen. Doch bevor der Killer mit der blutroten Krawatte sein Talent in Paris, Sapienza, Marrakesch, Colorado, Bangkok und Hokkaido unter Beweis stellen kann, gilt es zunächst, eine umfangreiche Trainingsmission abzuschließen. Letztere wird der eigentlichen Geschichte vorgeschaltet und führt behutsam an die Grundlagen von Steuerung und Spielmechanik heran.

Faszinierendes Sandkasten-Design

Während Hitman: Absolution einen sehr linearen Leveldesign-Ansatz wählte (und damit viele Fans vor den Kopf stieß), setzt das neue Hitman wieder auf ein Sandkasten-Konzept, wie man es beispielsweise aus "Hitman: Blood Money" kennt. Im Gegensatz zum eben genannten Publikumsliebling von 2006 sind die meisten Story-Level diesmal jedoch um ein Vielfaches größer und gefüllt mit bis zu 300 Nichtspieler-Charakteren. Letztere wiederum folgen vielfach einer eigenen Agenda - die Hitman natürlich im Optimalfall zu seinem Vorteil nutzt.

Eine Zielperson, dutzende Möglichkeiten

Reizvollstes Gameplay-Element: Wie, wann und wo Agent 47 Zielpersonen aus dem Verkehr zieht, wird in keiner Storymission konkret vorgegeben. Vielmehr geht es darum, einen ganz eigenen, teuflischen Attentatsplan zu schmieden. Anfangs müssen Sie zum Beispiel herausfinden, wo sich ein Opfer überhaupt befindet und wie Sie unbemerkt in seine Nähe gelangen. Auch sollten Sie sich Gedanken machen, wie Sie Leichen am geschicktesten beseitigen und wo sie untertauchen können, falls das Wachpersonal doch mal Alarm schlägt. Nicht zu vergessen eine elegante Exit-Strategie. Denn erst, wenn Sie ein Szenario auch lebend verlassen, gilt der Auftrag als Erfolg.

Hausmeister bei der Arbeit

Im Bangkok-Level etwa könnten Sie Rockmusiker Jordan Cross liquidieren, indem Sie zunächst einen Mitarbeiter der Unkraut-Vernichtungsfirma "Bug Swat" überwältigen und dann dessen Outfit stibitzen. So verkleidet ist es nun ein Leichtes, die Managerin des Luxushotels davon zu überzeugen, Cross und seine gesamte Entourage ins Atrium der Anlage zu beordern. Was die gute Frau nicht ahnt: Statt den Hochsicherheitsbereich des Superstars zu desinfizieren, kippt Agent 47 in Wirklichkeit Insektenvernichtungsmittel in das Lüftungssystem des Atriums. Ergebnis: Ein halbes Dutzend Personen liegt benommen am Boden. Darunter Cross, dem Sie nun völlig unbemerkt eine Kugel verpassen können. 

Die KI denkt mit

Wohlgemerkt, das eben skizzierte Beispiel ist nur einer von unzähligen kreativen Lösungswegen. Viele weitere ergeben sich, wenn Sie die Umgebung des jeweiligen Levels aufmerksam sondieren, Nichtspieler-Charaktere geduldig belauschen und situationsbedingt handeln. Sich als Hausmeister zu tarnen macht beispielsweise wenig Sinn, wenn unzählige Zeugen zuvor beobachten konnten, wie Sie in genau diesem Outfit eine Wache über den Haufen geschossen haben.

Überhaupt reagiert die KI in der Mehrzahl der Fälle recht aufmerksam. Das gilt im Speziellen für Wachpersonal, welches verdächtigen Personen auf Schritt und Tritt folgt und sehr entschlossen handelt, wenn der Held Absperrungen passiert, eine Waffe zückt oder sich anderweitig seltsam verhält.

Praktische Einsteigerhilfen

Hitman mag ein komplexes Spiel sein, durch zwei besonders nützliche Hilfefunktionen fuchsen sich allerdings auch Einsteiger erstaunlich schnell rein. Da wäre zum einen die Instinkt-Sicht. Sie zeigt auf Knopfdruck wichtige Interaktionsobjekte sowie den Aufenthaltsort von Wachen und Zielpersonen selbst durch Wände hindurch an.

Ähnlich praktisch sind die sogenannten "Gelegenheiten" - spannende Story-Brotkrumen, die einem in jedem Level Schritt für Schritt sieben bis acht besonders raffinierte Meuchel-Methoden aufzeigen. Sie wollen lieber alles selbst herausfinden? Kein Problem. Im Optionsmenü konfigurieren Sie alle unterstützenden Spielmechaniken ganz nach Ihren Wünschen. 

Abwechslungsreiche Szenarien 

Sowohl das Tutorial-Level als auch alle sechs Story-Szenarien sind mit unglaublich viel Herzblut in Szene gesetzt und wie schon angerissen ziemlich großflächig. Im italienischen Küstenort Sapienza etwa dürfen Sie nicht nur die malerische Altstadt unsicher machen, sondern obendrein eine Luxusvilla, einen Hafen, eine Kirche, einen Friedhof und ein Forschungslabor erkunden. Oder Marrakesch: Nebst einem wuseligen Zentralmarktplatz und vielen angrenzenden Händlergassen, erwecken die Entwickler hier eine mehrstöckige Botschaft samt angrenzendem Versammlungsplatz zum Leben.

Aber auch das schwer bewachte Aprikosenfarm-Gelände in Colorado, das Himmapan Luxus-Hotel in Bangkok sowie die Pariser Modenshow sind echte Leveldesign-Schmuckstücke und bieten viel Platz und Möglichkeiten für fiese Meuchelmörder-Experimentiere. Lediglich das abschließende Japan-Level fällt kompakter aus, ist dafür aber mindestens genau liebevoll designt.

Was uns gefällt

Die Hauptgeschichte weiß - je nach Vorgehensweise - zwischen acht bis vierzehn Stunden zu unterhalten. Da IO Interactive unzählige Zusatz-Herausforderungen und mehrere spannende Sonderspiel-Modi spendiert, ist Hitman damit aber noch längst nicht abgehakt. Im "Escalation"-Modus etwa gilt ein Level erst dann als geschafft, wenn man ihn fünf Mal unter immer schwieriger werdenden Bedingungen meistert.

Noch fordernder sind die sogenannten "Elusive Targets". Das sind eigens inszenierte, zeitlich limitierte Spezialaufträge in bekannten Umgebungen, für die aber nur ein einziger Versuch zur Verfügung steht. Scheitern Sie, macht sich das Ziel für immer aus dem Staub. Hochspannung garantiert! Daumen hoch zudem für den "Contracts"-Modus, mit dem jeder Spieler ganz einfach eigene Aufträge erstellt und dann mit der Community teilt.

Was uns nicht gefällt

Leider endet die Geschichte mit einem klassischen Cliffhanger, sprich sie bricht ab, bevor sich wichtige Fragen aufklären. Das macht natürlich einerseits große Hoffnung auf Staffel zwei. Für ein Vollpreis-Spiel wirkt den Schluss dennoch ziemlich unbefriedigend. Dass Square Enix dem Ganzen keine deutsche Sprachausgabe spendiert und die Künstliche Intelligenz in unregelmäßigen Abstände kleinere Aussetzer zeigt, sind weitere Kritikpunkte. Ebenfalls ärgerlich: Viele Zusatz-Spielmodi lassen sich - obwohl man streng genommen alleine spielt - nur mit laufender Online-Verbindung angehen.

Fazit

Größer, vielfältiger, langlebiger. Wirklich fantastisch, was IO Interactive hier auf die Beine gestellt hat. Vor allem die Kombination aus liebevoll gestalteten Sandkasten-Szenarien und vielfältigen Möglichkeiten, mit diesen zu interagieren, machen den unglaublichen Reiz des Spiels aus. Fügt man nun noch die unzähligen Zusatzherausforderungen, den Escalation-Modus, den Contracts-Editor und einige nette Disk-Boni wie den Soundtrack hinzu, bleibt ein Angebot, welches Genre-Liebhaber kaum ablehnen können. 

Infos zum Spiel

Titel: Hitman
Genre: Stealth-Action
Publisher: Square Enix
Hersteller: IO Interactive
Release-Termin: 31. Januar 2017 
Preis: zirka 50 Euro (PC) / zirka 60 Euro (Konsolen)
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren  

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