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Dirk Nowitzki: "Miami ist das neue Powerhouse"

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Nowitzki: "Ich will noch einmal Olympia erleben"

17.01.2012, 11:31 Uhr | t-online.de, t-online.de

Dirk Nowitzki: "Miami ist das neue Powerhouse". In Aktion: Dallas-Star Dirk Nowitzki (Foto: imago)

In Aktion: Dallas-Star Dirk Nowitzki (Foto: imago)

Das Gespräch führten Sebastian Schlichting und André Hofmann
Dirk Nowitzki hat jetzt einen Stern. In Anlehnung an den "Hollywood Walk of Fame" wurde von seinem Ausrüster Nike in der Berliner Innenstadt auf dem Gehweg ein Stern mit Nowitzkis Namen enthüllt. Im Anschluss sprach der Star der Dallas Mavericks, der jüngst seinen Vertrag um vier Jahre verlängert hat, mit t-online.de über seinen Traum, noch einmal bei Olympia dabei zu sein sowie über das neue "Powerhouse" in der NBA, die Miami Heat mit LeBron James. Und Nowitzki kann sich ein Karriereende in Deutschland vorstellen - vielleicht sogar beim FC Bayern München.


t-online.de: Herr Nowitzki, Sie haben an diesem Wochenende vom Deutschen Olympischen Sportbund die IOC-Trophy überreicht bekommen. Was bedeutet das für Sie?
Ich denke, ich werde dafür geehrt, wie ich den Sport in den letzten zehn, zwölf Jahren vertreten habe. Das freut mich natürlich, aber die größte Ehre war die Fahne 2008. Etwas Größeres gibt es nicht. Der DOSB kann mir keinen größeren Gefallen mehr tun.

2008 haben sie bei den Olympischen Spielen in Peking die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier getragen.
Sie müssen wissen, dass ich, seit ich acht Jahre alt bin, alle vier Jahre wie gebannt Olympia geschaut habe. Dann führe ich Deutschland ins Stadion. Das ist noch größer als zum MVP (wertvollster Spieler in der NBA, d. Red.) gewählt zu werden.

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Wäre es 2012 noch einmal so schön wie 2008?
Es ist beim zweiten Mal nie mehr so wie beim ersten Mal. Wir hatten 2000 Sydney verpasst, 2004 Athen verpasst – und dann haben wir es 2008 geschafft. Das hat mich emotional zerlegt. In Peking habe ich mich gefühlt wie ein kleines Kind. Ich bin rumgelaufen und habe nur gestaunt: „Da ist das brasilianische Haus, da sind die Amis…“

Das wollen Sie in London noch einmal erleben?
Ich selber möchte es erleben. Aber wir haben jetzt so viele junge Leute im Nationalteam. Denen das auch zu ermöglichen, wäre unglaublich.

Da muss die anstehende WM in Ihrer Prioritätenliste zurückstehen?
Die Entscheidung war nicht leicht. Aber ich habe mir gesagt, ich konzentriere mich diesmal komplett auf die Saison mit Dallas. Und unsere jungen Spieler sollen bei der WM Erfahrung sammeln. Wir sollten ihnen noch ein Jahr Zeit geben und dann wollen wir bei der EM in Litauen mit einer guten Mischung aus jung und alt angreifen und uns für Olympia qualifizieren.

Was ist bei der WM für das deutsche Team drin?
Ich hoffe, dass sie jetzt den einen oder anderen Sieg holen und in die Zwischenrunde kommen. Da ist dann vieles möglich.

Letztes Jahr hat Heiko Schaffartzik bei der EM ein sensationelles Turnier gespielt. Wer überrascht diesmal?
Heiko kam aus dem Nichts. Er hat Verantwortung übernommen und alle überzeugt. Hoffentlich gelingt ihm das wieder. Sehr interessant ist Tibor Pleiss…

…der jetzt von den Oklahoma City Thunder gedraftet wurde …
Er ist noch ein Stück länger als ich. Ich habe mich gewundert, als ich letztens gesehen habe, wie groß er wirklich ist. Ich habe zu ihm hoch geschaut.

Was bei Ihrer Körpergröße von 2,13 Metern eher selten vorkommt.
Eigentlich nie. Tibor bewegt sich für seine Größe gut und hat einen guten Wurf, er wird seinen Weg gehen.

Machen in diesen Größendimensionen wenige Zentimeter noch einen Unterschied?
Die paar Zentimeter an sich ändern nichts. Aber oft sind dann auch die Arme länger. Nehmen sie Pau Gasol (der Power Forward der Los Angeles Lakers, d. Red.). Er hat meine Größe, aber zehn Zentimeter längere Arme. Das macht viel aus beim Blocken und in der Verteidigung. Wenn der springt, ist er so verdammt lang. Da hätte ich schon gerne auch noch ein paar Zentimeter mehr in den Armen. Aber dafür ist es wohl zu spät.

Sie haben sich nach längerer Überlegung entschieden, bei den Mavericks zu bleiben. Was hat den Ausschlag gegeben?
Vieles. Das Umfeld stimmt, ich fühle mich seit zwölf Jahren wohl. Mit Mark Cuban (dem Klubbesitzer, d. Red.) verbindet mich inzwischen fast eine Freundschaft. Ich wäre nur weggegangen, wenn etwas Unglaubliches passiert wäre.

Zum Beispiel?
Mit Dwyane Wade und LeBron James hätte ich gern zusammen gespielt, aber da gab es nie etwas halbwegs Konkretes. Mir war wichtig, dass Mark gesagt hat, er versucht weiter alles,  um die Meisterschaft zu holen. Wenn ich jetzt woanders hingegangen wäre, hätte sich das angefühlt wie mittendrin weggerannt.

Würden Sie den Satz unterschreiben, dass Sie in der NBA nur in Dallas spielen?
Das sieht so aus. Aber ich weiß nicht, was in vier Jahren ist. Wenn sich mit 36 eine Super-Gelegenheit ergibt, und wir bis dahin den Titel nicht geholt haben, ist alles denkbar. Aber ich hoffe, dass wir ihn holen.

Wie haben Sie den Wechsel von LeBron James miterlebt?
Das war Wahnsinn. Auf ESPN kamen ständig Updates. Das war eine unglaublich heiße Phase. Dass Chris Bosh nach Miami geht, war fast klar. Aber dass sie jetzt James, Bosh und Wade haben, ist der Hammer. Da kann man nur gratulieren. Was soll man sonst sagen?

Vielleicht, dass es jetzt für Sie persönlich noch schwerer wird, Meister zu werden?
Klar, keine Frage. Nachdem die Lakers so stark waren und sind, gibt es jetzt noch ein „Powerhouse“ im Osten. Es wird wohl nie mehr so leicht wie 2006, den Titel zu holen. Da hätten wir es packen müssen.

Auf welchen Positionen müssen sich die Mavericks noch verstärken?
Mit Tyson Chandler haben wir einen sehr guten Mann dazu bekommen. Sollte jetzt niemand weiteres mehr kommen, werden wir sicher vor dem Ende der Wechselfrist im Februar noch zuschlagen. Spieler, die gefährlich unter dem Korb sind, kann man nie genug haben. Nur mit einer Super-Mannschaft ist der große Wurf möglich. Eine Meisterschaft gewinnt keiner mehr allein, dafür ist die Liga zu stark.

Dass Dallas noch groß einkaufen kann, liegt auch mit an Ihnen. Sie haben beim Vertragsabschluss auf eine zweistellige Millionensumme verzichtet.
Das gehört ein bisschen dazu. Wenn man mehrere Superstars holen will, kann nicht jeder das Maximum verdienen.

Wie hat Mark Cuban darauf reagiert, dass sie freiwillig Abstriche machen?
Er wollte mich noch billiger haben (lacht). Aber ich kann mich nicht wahnsinnig unter meinem Marktwert verkaufen. Wir haben einen guten Deal für alle Seiten gefunden.

In Deutschland will der FC Bayern München in die Bundesliga. Dirk Bauermann ist dort jetzt Trainer, dazu kommen mehrere Hochkaräter wie Demond Greene. Ein Projekt mit Chancen?
Die Bayern haben auf jeden Fall richtig aufgerüstet. Es hieß ja immer, Uli Hoeneß will keine andere Sportart, also keine Konkurrenz zu den Fußballern. Aber jetzt hat ein Umdenken eingesetzt. Ich finde das Projekt interessant. Abzuwarten bleibt, wie es in München angenommen wird. Mich würde es freuen, wenn es klappt. Von den Namen her dürfte nichts schief gehen. Aber sie müssen erst spielen. Das gilt übrigens auch für Miami. 

Blicken wir in die Zukunft: Wäre der FC Bayern in der Bundesliga ein interessanter Klub für Sie?
Schauen wir mal, wie die nächsten vier Jahre laufen. Für mich stand immer der Spaß im Vordergrund, nie das Geld und der Ruhm. Wenn ich den Spaß verliere und beim Aufstehen sage, ich gehe zur Arbeit, höre ich auf. Wenn ich aber mit 37 noch Freude am Basketball habe, mir aber 90 Saisonspiele zu viel werden, sage ich vielleicht: Hey, in Europa geht noch was. Dann könnte ich mir das überlegen. Ich will da jetzt keinen Deckel draufhauen.

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