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Basketball-WM: Wundenlecken nach dem Debakel

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Wundenlecken nach dem Debakel

12.10.2010, 14:58 Uhr | dpa, dpa

Basketball-WM: Wundenlecken nach dem Debakel. Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat den Achtelfinaleinzug noch in eigener Hand. (Foto: imago)

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat den Achtelfinaleinzug noch in eigener Hand. (Foto: imago)

Ausschlafen, pflegen lassen, Kopf frei kriegen: Am Tag nach dem 43:78-Debakel gegen Australien war bei Deutschlands Basketballern Kraft tanken angesagt. Nach drei kräftezehrenden Partien zum WM-Auftakt hatten die "jungen Wilden" die Pause dringend nötig, um vor dem wahrscheinlich entscheidenden Duell gegen Angola an diesem Mittwoch die Akkus wieder aufzuladen. "Drei Spiele in drei Tagen sind schon ein hartes Programm. Unsere Freunde vom Fußball bräuchten dafür zwei Wochen", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann. (zum WM-Spielplan)

Rückendeckung kam auch von Superstar Dirk Nowitzki. Das deutsche Team sei noch sehr jung und könne nicht in allen Spielen seine Leistung halten, zitierten türkische Medien den 32-Jährigen. Der Würzburger weilte in Istanbul, um dort ein Dirk-Nowitzki-Basketball-Zentrum zu eröffnen. Bei der WM pausiert er erneut, um sich auf seinen NBA-Klub Dallas Mavericks zu konzentrieren.

Nowitzki kommt zurück

Zugleich erneuerte der 32-Jährige seine Ankündigung, im kommenden Sommer wieder für Deutschland spielen zu wollen. "Meine Karriere in der Nationalmannschaft ist nicht beendet. Bei der Europameisterschaft will ich wieder spielen", sagte Nowitzki.

Bauermann ist "hoch zufrieden"

Der Nationalcoach war nach dem kraftlosen Auftritt gegen Australien sofort bemüht, sein junges Team wieder aufzurichten. "Ich bin mit den ersten drei Tagen bei der WM trotzdem hochzufrieden", sagte Bauermann. "Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir gegen Argentinien und Serbien so stark spielen und gegen die Serben sogar gewinnen, den hätte ich für verrückt erklärt", sagte der 52-Jährige.

Debakel bereits abgehakt

Vor allem mit den vielen jungen Spielern im Kader führte Bauermann zahlreiche Einzelgespräche. "Viele stehen erstmals bei der WM in so einer Drucksituation, da kann ich mit meiner großen Erfahrung sicher dem einen oder anderen helfen", sagte er. Beim Training in der Kadir Has Arena war die Stimmung bereits wieder gelöst. Mit lautem Klatschen wurden die Dunking-Versuche türkischer Jugendlicher begleitet, es wurde viel gelacht und geflachst - die Niederlage gegen Australien war abgehakt.

Ein Sieg gegen Angola könnte reichen

Schließlich hat es die jüngste deutsche Mannschaft, die je bei einer Weltmeisterschaft dabei war, nach wie vor selbst in der Hand, das Achtelfinale zu erreichen. Mit zwei Siegen in den beiden abschließenden Partien gegen Angola und Jordanien ziehen die deutschen Riesen definitiv in die K.-o.-Runde ein. Wahrscheinlich reicht bereits ein Sieg gegen den Afrikameister, wenn Jordanien danach erwartungsgemäß gegen die noch ungeschlagenen Argentinier verliert. Selbst eine Niederlage gegen Angola müsste noch nicht das Aus bedeuten.

Doch daran verschwendet im deutschen Lager niemand einen Gedanken. "Jetzt kommen die Spiele, von denen wir von Beginn an wussten, dass wir sie gewinnen müssen", sagte Co-Kapitän Jan-Hendrik Jagla. "Unser Ziel ist Istanbul und der Weg führt über Angola und Jordanien. Wir werden es packen", sagte Mitspieler Demond Greene.


Für ihn, Jagla und den dritten Routinier Steffen Hamann begann das Regenerationsprogramm bereits in der zweiten Halbzeit des Australien-Spiels, als Bauermann das Trio angesichts des hohen Rückstandes schonte. "Sie müssen die Mannschaft gegen Angola tragen. Alle drei haben schon oft in solchen Entscheidungsspielen auf dem Parkett gestanden, von daher brauchen wir sie jetzt ganz besonders."

Angola ist eine Wundertüte

Die Angolaner, gegen die sich Deutschland bei der WM vor vier Jahren selbst mit Nowitzki erst nach dreimaliger Verlängerung durchsetzen konnte, haben in der Türkei bislang zwei Gesichter gezeigt. Gegen Serbien (44:94) und Argentinien (70:91) waren die Afrikaner chancenlos. Als es für sie gegen Jordanien aber darauf ankam, waren sie beim 79:65 zur Stelle.

"Wer weiß, was sie im Schilde führen", warnte Bauermann, der von seinem Team weiter total überzeugt ist. "Ich bin mir sicher, dass wir gegen Angola stark zurückkommen. Wenn wir stabil und geduldig spielen, werden wir das Ding gewinnen."

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