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Dirk Nowitzki im Interview

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"Ich glaube nicht, dass die Clippers Kaman zur EM lassen"

05.02.2011, 09:30 Uhr | Patrick Brandenburg, Jens Bistritschan, t-online.de

Dirk Nowitzki im Interview. Dirk Nowitzki hat den NBA-Titel im Visier. (Foto: imago)

Dirk Nowitzki hat den NBA-Titel im Visier. (Foto: imago)

Das Interview führten Patrick Brandenburg und Jens Bistritschan

Basketball-Superstar Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks gehören in dieser Saison nicht zu den Topfavoriten auf den Meistertitel der NBA, der besten Basketball-Liga der Welt. Trotzdem hält der Forward an seinem Traum fest - eine Farbkopie der Meistertrophäe in seinem Spind erinnert den 32-Jährigen bei jedem Heimspiel an das große Ziel. Im Interview erzählt Nowitzki, warum er trotz nicht ganz ausgeheilter Knieverletzung aufs Parkett zurückkehrte, was bei seinem Team besser werden muss, und warum er den FC Bayern gut findet.

Herr Nowitzki, wir haben gehört, Sie sind diese Woche in einer fremden Sportart schwer angeeckt?

Stimmt. Wir hatten eine private Feier und beim Pool-Billard habe ich mir den Zeh gestoßen. Das hat weh getan. Ganz schön dämlich von mir, oder?

Beim Billard? Was war das für ein Stoß?

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(Lacht) Das war der Game Winner!

Wie geht‘s denn dem lädierten Knie, das Sie sich Ende Dezember verstaucht hatten und das Sie zu einer dreiwöchigen Pause zwang?

Gut! Das Wichtigste ist jetzt, dass ich den Rhythmus wiederfinde und dass die Kondition zurückkommt. Die Beine sind noch ein bisschen schwer, aber das wird schon wieder.

Bei wie viel Prozent Ihrer Leistungsstärke befinden Sie sich aktuell?

Das Knie ist fast wieder bei hundert Prozent, da kann ich mich nicht beschweren. In Sachen Rhythmus erreiche ich knapp 90 Prozent.

War es ein kalkuliertes Risiko, vielleicht ein, zwei Wochen zu früh nach der Verletzung wieder in den Spielbetrieb einzusteigen?

Ja, klar. Aber ich konnte einfach nicht mehr zuschauen. Als ich draußen war, haben wir schlecht gespielt, Partien verloren, und dann fiel Caron Butler auch noch aus, der ein guter Ersatz gewesen wäre. Bei einer Siegesserie hätte ich mich vielleicht länger geschont. Aber so konnten wir uns die Pause nicht leisten, ich musste so schnell wie möglich wiederkommen. Auch wenn die ersten Spiele danach ein bisschen hässlich waren.

Haben Sie keine Angst, dass diese Entscheidung sich irgendwann rächt?

Nein, auch durch die Belastung kann es nicht schlimmer werden, haben unsere Ärzte gesagt. Solange ich mit den Schmerzen spielen kann, ist das ungefährlich und okay.

Überlegen Sie, beim All-Star-Spiel der NBA am 20. Februar eine Pause einzulegen?

Das geht leider nicht. Wer nominiert ist und nicht verletzt, muss auch spielen, sonst droht sogar eine Sperre. Außerdem war es mir immer eine Ehre, die Mavericks zu vertreten. Wenn ich von den Trainern gewählt werde, bin ich auch in Los Angeles am Start.

Sind Sie denn sicher, dass Sie gewählt werden?

Nein. Es gibt mehrere gute Power Forwards in unserer Western Conference. Kevin Love von den Minnesota Timberwolves zum Beispiel. Oder Blake Griffin von den Los Angeles Clippers. Er ist einer der neuen, jungen Stars, die fast jeden Abend Double-Doubles schaffen, also in zwei Kategorien zweistellig punkten.

Wäre es schlimm, nicht dabei zu sein?

Ich war jetzt neun Mal in Folge nominiert, die Enttäuschung würde sich also in Grenzen halten. Ich habe nur noch ein großes Ziel in der NBA, und das ist die Meisterschaft.

Die Playoffs sind noch ein gutes Stück entfernt, aber: Was müssten die Mavs erreichen, damit Sie von einer erfolgreichen Saison sprechen?

Ob wir in der ersten Runde ausscheiden oder erst das Finale verlieren - das macht am Ende keinen Unterschied. Der Titel ist das Ziel, alles andere eine Enttäuschung.

Was muss bei Dallas besser werden, um dieses Ziel zu erreichen?

Als erstes müssen wir jetzt erst einmal wieder gesund werden. Nicht nur ich, auch Peja Stojakovic - und Rodrigue Beaubois mit seiner Explosivität. Bislang fehlt uns in der Offensive ein wenig Bewegung. Wenn wir noch einen weiteren Spieler haben, der in die Zone reingehen und unterm Korb abschließen kann, dann sind wir ganz oben mit dabei. Das hat sich schon zuletzt wieder gebessert, einige von uns sind was die Punkte anbelangt im zweistelligen Bereich. Das gibt Selbstvertrauen.

Es geht jetzt darum, eine gute Ausgangsposition für die Playoffs zu sichern. Wer sind im Westen die härtesten Konkurrenten?

Nur San Antonio ist weit weg, alle anderen Teams sind zu kriegen. Es sollte eine spannende zweite Saisonhälfte werden.

Der NBA droht zur kommenden Saison ein Streik, weil sich Klubs und Spielergewerkschaft bislang nicht über einen neuen Vertrag einigen können. Geht das gut?

Noch sind ja einige Monate Zeit, aber im Moment sieht es wirklich nicht gut aus. Rund ums All-Star-Spiel sind sogar einige Treffen abgesagt worden. Das habe ich ja alles schon mal mitgemacht, in meinem Debütjahr in der NBA 1998. Da hieß es erst, es wird einige Monate nicht gespielt. Und dann ging doch alles ganz schnell und wir mussten antreten.

Hätten Sie Interesse daran, im Falle eines Streiks in Deutschland zu spielen?

Diese Gedankenspiele habe ich jetzt schon mehrfach gelesen, aber dafür ist die ganze Geschichte noch zu weit weg. Außerdem glaube ich nicht, dass es in der NBA erlaubt ist, plötzlich irgendwo anders zu spielen.

Das heißt, Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat noch nicht angerufen?

(Lacht) Nee, der hat sich noch nicht gemeldet.

Was sagen Sie denn zu dem Projekt Basketball beim FC Bayern? Dort wird gerade mit viel Geld und Engagement ein großes Ding aufgezogen.

München ist eine tolle Stadt und bietet das richtige Umfeld. Die Kohle stimmt und Basketball wird von den Fans angenommen. Zum Spitzenspiel der 2. Liga gegen mein früheres Team Würzburg Mitte Februar wurden schon 11.000 Karten verkauft. Was sich dort entwickelt, finde ich wirklich gut.

Wäre München eine Option für Ihren Karriere-Ausklang?

Wenn mein Vertrag bei den Mavericks in knapp vier Jahren ausläuft, bin ich 36 Jahre alt. Das ist noch so weit weg, bis dahin kann so viel passieren. Wenn mir Basketball dann noch Spaß macht, vielleicht. Mal schauen.

Wie sieht es denn mit der EM 2011 in Litauen aus. Sind Sie dabei?

Dazu kann ich leider auch noch nichts sagen. Ich war jetzt drei Wochen verletzt und kann den Mavericks nicht gleich wieder mit einer EM-Teilnahme für Deutschland kommen. Ich muss erst sehen, wie ich durch die Saison komme, und wie lange wir im Rennen bleiben. Im Idealfall erreichen wir die Playoffs und stehen im Juni im Finale. Was danach ist, müssen wir sehen. Auch Chris Kaman war lange verletzt, und ich glaube nicht, dass die Clippers ihn zur EM lassen, wenn er vorher fast die komplette NBA-Saison verpasst hat.

Würde Kamans Zu- oder Absage ihre Entscheidung beeinflussen?

Wir müssen uns im Sommer mit dem Deutschen Basketball Bund zusammensetzten und für alle Beteiligten die beste Entscheidung treffen.

Werden Sie sich eigentlich am Sonntag den Super Bowl anschauen? Das große Endspiel der National Football League steigt in Dallas?

(Lacht) Ein Ticket würde ich wohl noch bekommen, hier in meiner Heimatstadt. Aber ich bin mir noch nicht sicher, ob ich hingehe. Wir kommen Samstagnacht erst wieder vom Auswärtsspiel in Charlotte zurück und Montag haben wir schon das nächste Heimspiel. Von daher weiß ich nicht, ob ich mir den Zirkus antun muss mit über 100.000 Zuschauern. Aber vielleicht entscheide ich mich kurzfristig um, denn das wird sicher ein tolles Spiel: Green Bay Packers gegen Pittsburgh Steelers - das muss man gesehen haben, und wenn‘s nur im Fernsehen ist.

Wer ist Ihr Favorit beim Super Bowl?

Ich würde mich sehr für Spielmacher Aaron Rodgers und die Packers freuen, aber ich glaube nicht, dass sie eine Chance haben gegen die Defensive der Steelers.

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