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FC Bayern München: Basketballer schreiben Sportgeschichte

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Bayern-Basketballer haben große Zukunft vor sich

21.02.2011, 16:18 Uhr | t-online.de, t-online.de

FC Bayern München: Basketballer schreiben Sportgeschichte. Die Fans haben die Basketballer des FC Bayern auf ihrer Seite. (Foto: imago)

Die Fans haben die Basketballer des FC Bayern auf ihrer Seite. (Foto: imago)

Aus München berichtet Thomas Tamberg

Wenn der FC Bayern etwas macht, dann richtig. Davon konnten sich am 20. Februar 2011 sage und schreibe 12.200 Zuschauer in der restlos ausverkauften Münchner Olympiahalle überzeugen. So viele Fans lockte das Spitzenspiel der 2. Basketball-Bundesliga, der sogenannten Pro A, zwischen dem FC Bayern und den Baskets Würzburg an. Der FC Bayern gewann 82:75 (45:28) und hat damit den Aufstieg in die Elite-Klasse quasi unter Dach und Fach gebracht. Doch das war längst nicht das Wichtigste an diesem Nachmittag. Was vor allem zählte, war die Tatsache, dass der FC Bayern der Rudi-Sedlmayer-Halle einen gewaltigen Schritt näher gekommen ist. Der Rudi-was-für-eine-Halle? Der Reihe nach.

Letzte Saison fristeten die Basketballer des FC Bayern ein völlig normales, tristes Dasein, fernab jeglichen öffentlichen Interesses. Rund 800 Liebhaber verloren sich bei den Heimspielen. Selbst langjährigen Mitgliedern war eher die Kegelabteilung ein Begriff, weil Ex-Profikicker Mehmet Scholl dort zuweilen aushalf. Doch im vergangenen Jahr hatte Bernd Rauch, 2. Vize-Präsident des FC Bayern die Idee, Basketball in der Stadt München zu etablieren. Rauchs erster Gang war zu Uli Hoeneß. Und der hatte Glück. Dem Neu-Präsidenten gefiel die Idee.

Fans sind genauso wichtig wie sportlicher Erfolg

Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr. Rauch und Hoeneß: Zwei absolute Macher des alten Schlags, frei nach dem Motto: Ein Mann, ein Wort. Gemeinsam holten sie mit Dirk Bauermann nicht irgendeinen Trainer, sondern den Coach der deutschen Nationalmannschaft und erfolgreichsten deutschen Basketball-Trainer überhaupt. Dieser wiederum stellte ein Team zusammen, dass jetzt schon locker in der Bundesliga mithalten könnte. Aufstieg und Meisterschaft hießen die Vorgabe, die nach dem jüngsten Sieg gegen den ärgsten Rivalen aus Würzburg nur noch Formsache zu sein scheint.

Doch vor allem Hoeneß wollte nicht nur den sportlichen Erfolg, sondern auch die Gewissheit, dass die Sportart Basketball von den Fans angenommen wird. Daher war dieses einmalige Spiel vor der grandiosen Kulisse so wichtig. Nur einmal war in Deutschland ein Basketballspiel besser besucht. 14.917 Zuschauer sahen am 12. Februar 2006 in der Kölnarena die Partie RheinEnergie Köln gegen ALBA Berlin (61:58).

Bayern ruft und die Stars kommen

„Wir sind alle sehr gespannt auf die Reaktionen. Und zwar nicht nur, was die Atmosphäre angeht. Es haben ja viele Sponsoren und Vorstände zugesagt. Auf diese Reaktionen sind wir gespannt“, gab Hoeneß vor der Partie zu, dass der Auftritt in der Olympiahalle auch über das Wohl und Wehe der Basketball-Zukunft beim FC Bayern entscheiden wird. Da wollte auch der BR nicht fehlen und übertrug erstmals ein Zweitliga-Spiel live.

Und so karrte der Klub alles an, was bei drei nicht auf den Bäumen war. Stefan Effenberg erinnerte im Gespräch mit dem hochmotivierten Hallenmoderator noch einmal an die Spiele gegen Manchester United und übermittelte den Bayern-Basketballern „wertvolle Tipps“. Auch Edmund Stoiber mit Gattin Karin gaben mit den vom Sponsor verteilten Klatschhänden alles. Ebenso wie Paul Breitner, der in der Halbzeitpause eine fachliche Analyse nach der anderen abgab. Und Louis van Gaal mit Ehefrau Truus leisteten wie alle anderen Zuschauer nach mehrmaliger Aufforderung des Moderators Standing Ovations.

Eventveranstaltung und ehrlicher Sport

Fairerweise muss man sagen, dass der FC Bayern von Beginn an formuliert hatte, dass es ein Event werden würde. Da wunderte sich auch keiner über die komplett grüne Fan-Kurve. Der Hauptsponsor der FCB-Basketballer, der auch für den durch die Halle fliegenden Mini-Zeppelin verantwortlich war, hatte zuvor T-Shirts verteilt. Überhaupt war dieser Nachmittag für einen Event-Fan, der gleichzeitig auch noch Bayern-Anhänger ist, der Himmel auf Erden. Schließlich konnte er aus der Nähe beobachten, wie Hoeneß Frau van Gaal zum Abschied liebevoll busselte und sich auch sonst sehr um den Fußballtrainer bemühte. Oder wie sich die mitten unter den Zuschauern sitzenden Profis Jörg Butt, Mario Gomez (Riesenbratwurst im Brötchen) und Holger Badstuber (Fladenbrot) endlich auch mal der typischen Nahrung bei Sportveranstaltungen hingeben konnten. Badstuber stach mit seinem Outfit sogar Modell Sarah Brandner aus und ihren Freund Bastian Schweinsteiger, dessen Kollegen Andreas Ottl und Philipp Lahm sowieso. Badstuber kam stilecht im Basketballtrikot des Bayern-Centers Darius Hall.

Aber auch die rund 2000 mitgereisten Fans aus Würzburg trugen dazu bei, dass dieses Zweitliga-Match in die Bastketball-Geschichte einging. Insbesondere als ihr Team kurz vor Schluss den bis dahin stets hoch führenden Bayern bis auf einen Punkt auf die Pelle rückten. In diesem Moment wurde aus dem Event sogar für einen Moment eine ehrliche Sportveranstaltung. So das letztlich für jeden etwas dabei war. "Ich habe so etwas nicht für möglich gehalten", sagte ein sichtlich begeisterter Hoeneß nach der spannenden Partie und legte sich gleich fest: "Das war der endgültige Beweis dafür, dass Basketball in München etabliert ist".

Heimat für die Bayern-Basketballer gesucht

Doch dafür brauchen die Bayern-Basketballer eine feste Heimat. Die Olympiahalle ist zu oft ausgebucht, die Eishalle, in der bis dato die Spiele stattfanden ist zu klein. Daher bemüht sich der Klub um die Rudi-Sedlmayer-Halle, die für 7000 Zuschauer ausgelegt ist. Allerdings steht diese seit zwei Jahren leer und wird nicht mehr genutzt. Um die Sicherheitsstandards zu erfüllen, bedarf es allerdings riesiger Anstrengungen. Hier muss sich auch die Stadt München engagieren. Um Druck auf die Verantwortlichen ausüben zu können, war der Erfolg dieses Events so wichtig. Jetzt dürfte der Hallenbezug nur noch Formsache sein.

Bei diesem Gedanken bekommen wahre Basketball-Fans feuchte Augen. Schließlich ging hier 1972 das dramatischste Basketballspiel in der Geschichte der Sportart über die Bühne. Zu Zeiten des kalten Krieges führte die USA im olympischen Finale gegen die Sowjetunion mit 50:49. Die Spielzeit auf der Hallenuhr war abgelaufen. Der Jubel war riesig, die US-Boys wurden von den Fans auf Händen getragen. Erst langsam drang im Trubel die Entscheidung der Schiedsrichter durch, dass laut der offiziellen Uhr noch drei Sekunden zu spielen sind. Der Rest ist große olympische Geschichte: Ein weiter Ball nach vorne, ein perfekter Fang und ein letzter Korb: 51:50 für die Sowjetunion.

Nach knapp 40 Jahren könnte jetzt der Basketball an diese historische Stätte zurückkehren. Wenn der FC Bayern etwas macht, dann eben richtig.

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