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NBA: Hohn und Spott für James und die Heat

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LeBron James - Ein König ohne Kleider

30.06.2011, 14:39 Uhr | sid, t-online.de

NBA: Hohn und Spott für James und die Heat. Der enttäuschte LeBron James (re.) mit seinen Mitspielern Mike Bibby (li.) und Mike Miller. (Foto: Reuters)

Der enttäuschte LeBron James (re.) mit seinen Mitspielern Mike Bibby (li.) und Mike Miller. (Foto: Reuters)

Bei der Team-Vorstellung der Miami Heat im Sommer erklärten LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh, dass sie mindestens fünf Meisterschaften holen werden. Eher sieben. Nach der Niederlage gegen Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks steht vor allem "King James" als großmäuliger Angeber da, als ein König ohne Kleider.

Mit dem selbstbewussten, mitunter auch arroganten Auftreten schafften es die Heat, innerhalb kürzester Zeit zu einer der meistgehassten Mannschaften in der amerikanischen Sportgeschichte zu werden. Dementsprechend groß war die Freude und die Genugtuung fast überall im Land, als die Superstars James, Wade und Bosh sich geschlagen vom Platz schlichen.

"Es gibt keine Abkürzungen"

Schadenfreude ist bekanntlich die schönste Freude, und wohl keinem kam sie nach dem historischen Triumph der Mavericks über den "King" mit größerer Genugtuung über die Lippen als Dan Gilbert, dem schwer gekränkten Besitzer der Cleveland Cavaliers. Im vergangenen Sommer hat James ihn sitzenlassen.

Die Mannschaft sei nicht gut genug für den Titel, er könne ja nicht alles alleine machen, er müsse gehen. James flüchtete unter großem Tamtam nach Miami, zu den Heat. Der Titel, er schien ihm nun sicher, ohne weitere Wartezeit. Denkste! "Eine alte Lektion für alle: Es gibt keine Abkürzungen!", twitterte Gilbert keine Viertelstunde nach dem vierten und entscheidenden Sieg der Mavs.

Die Genugtuung war selbst aus diesen wenigen Zeichen zu lesen, sie spiegelte eine Grundstimmung in Amerika wider. "Dauernd sind Leute gekommen und haben gesagt: Hey, da sind Milliarden von Menschen für euch. Und wir konnten es fühlen. Es war wichtig, dass wir diese Serie aus diesen Gründen gewonnen haben, für all das, worauf es in diesem Spiel ankommt", sagte Dallas-Coach Rick Carlisle.

Das Etikett der arroganten Neureichen

James bekam es am Ende richtig ab. Er sei ja weiter königlich, schrieb die "Los Angeles Times", aber nur in einem Sinne: James ist ein "König ohne Kleider". Die Amerikaner haben ihn ziemlich dick, seit er im vergangenen Juli in einer einstündigen TV-Sendung, die bezeichnenderweise "Die Entscheidung" hieß, die Entscheidung zum Verlassen von Cleveland zu erklären versuchte.

Weil Dwyane Wade, zunächst der alleinige Superstar der Heat, damals auch noch Chris Bosh aus Toronto in den Süden lockte, haftete dem Trio und dem Klub von jetzt auf gleich das Etikett der arroganten Neureichen an. Und bisweilen verhielten sich die Heat auch so. Sie boten guten Sport, sie spielten entschlossen Verteidigung, was harte Arbeit ist und ihnen den Respekt auch der Kritiker einbrachte. Abseits des Courts machten sie sich durch dumme Aktionen alles zunichte.

"Who the fuck is James?"

Vor dem fünften Spiel der Finalserie wurden James und Wade von einer Kamera dabei eingefangen, wie sie mit gespieltem Hüsteln den zuvor erkrankten Nowitzki nachäfften. "Das war ein wenig kindisch", sagte Nowitzki in einem beinahe historischen Anfall von Kritik: "Ich bin seit 13 Jahren in dieser Liga. Ich habe nie eine Verletzung oder eine Krankheit vorgetäuscht."

Mark Cuban, der Eigentümer der Mavericks, brachte die Ablehnung vor allem von James auf gewohnt drastische Weise zum Ausdruck. Gefragt, was er denn von den Heat und ihrem abgetauchten Superstar halte, sagte er nur: "Who the fuck is James?" Konnte er voller Genugtuung sagen, nachdem Nowitzki vor der Saison nicht einfach zu einem anderen Klub gewechselt war, sondern für weniger Geld, als ihm zustünde, bei den Mavericks blieb. Der öffentliche Nowitzki ist der Gegenentwurf zum öffentlichen James. Er hat nach der Final-Niederlage 2006 durchgehalten, er hat sich verbessert, er hat keine Abkürzung genommen.

Ein König ohne Demut

James, der König ohne Kleider und ohne Titel, der 2007 mit den Cavaliers in den NBA-Finals gegen die San Antonio Spurs untergegangen war (0:4), behauptete in einem eigenartigen Anflug von Weisheit, die Öffentlichkeit ließe ihn ja kalt: "Am Ende des Tages müssen all die Menschen, die mich scheitern sehen wollen, im selben Leben aufwachen, das sie zuvor hatten, mit denselben persönlichen Problemen, die sie haben. Ich kann weiter die Dinge machen, die ich tun will. Sie müssen irgendwann in die reale Welt zurückkehren." Könnte sein, dass die Amerikaner den "Auserwählten", wie er sich nennt, auch jetzt nicht verstehen. Auch von ihren Königen wollen sie bisweilen Demut sehen.

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