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Die Rückkehr des NBA-Königs Dirk Nowitzki

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Dirk Nowitzki: Heute ein König

29.06.2011, 12:45 Uhr | t-online.de

Aus Würzburg berichtet Patrick Rutishauser

"MVP, MVP...", schallte es über den Platz der Würzburger Residenz. Auf dem Balkon des UNESCO-Weltkulturerbes steht ein Mann mit blauem Shirt, er lächelt und winkt freundlich herunter, wie der König seinem Volke. Es handelt sich um Basketball-Star Dirk Nowitzki, der als frisch gebackener NBA-Champion in seiner Heimatstadt gefeiert wurde. (Foto-Show: Nowitzki zurück in Würzburg)

Dabei betreibt Nowitzki eine Sportart, die in Deutschland nur Randbedeutung hat. Der Würzburger hat auch keinen WM- oder EM-Titel geholt. Seine Liga, die NBA, wird nicht einmal im Fernsehen übertragen. Zudem hat sein gesamtes Team, die Dallas Mavericks, die Meisterschaft errungen, nicht er allein. Trotzdem wird er umjubelt wie ein Popstar. Denn Nowitzki steht sinnbildlich für diese NBA-Meisterschaft.

"Hätte schon auf dem Sterbebett liegen müssen"

Der Triumph ist auch sein ganz persönlicher. Es ist die Geschichte eines Verlierers, der immer wieder Rückschläge wegstecken musste, es aber durch harte Arbeit bis ganz nach oben geschafft hat. Er hat sich durchgebissen. Als der Forward in der Finalserie gegen Miami krank war und Fieber hatte, dachte er nie daran, nicht aufzulaufen.

Sport 
Würzburg feiert Basketballstar Dirk Nowitzki

Rauschender Empfang für den 33-Jährigen. Video

"Da hätte ich schon auf dem Sterbebett liegen müssen", sagte er. Deshalb wollte die Stadt ihren Sohn, der zum Superhelden wurde, gebührend empfangen. (Der Nowitzki-Empfang in der Foto-Show)

Kein klares Bekenntnis zur EM

Mittags ging es zur Pressekonferenz mit 3000 Fans in der Halle seines Ex-Klubs DJK Würzburg. Deutschlands bekanntester Basketball-Journalist Frank Buschmann stellte die Fragen und bemühte sich um eine freundschaftliche und lustige Atmosphäre. Nowitzki plauderte über seine Karriere, die Feiern nach der Meisterschaft und die bevorstehende EM in Litauen.

Bei letzterem Thema schallten "Dirk Nowitzki"-Rufe durch die Halle. Der EM gab er aber keine klare Zusage. "Der Plan war, in Litauen zu spielen", sagte er. Es mache jedoch nur Sinn, wenn er in Form sei. Und er brauche jetzt erst einmal Urlaub. Dann werde man sehen. Daneben schwärmte Big D aber von den Olympischen Spielen und sagte, dass er diese Erfahrung den jungen Spielern gerne ermöglichen würde.

"Ringe, weil wir eigentlich Männer sind"

Als er gefragt wurde, ob es denn nun die traditionellen NBA-Meisterschaftsringe oder, wie von Mavericks-Besitzer Marc Cuban angedacht, Armbändchen für die Spieler geben werde, sagte Nowitzki: "Ich habe Cuban erklärt, dass wir Ringe wollen, weil wir eigentlich Männer sind." Nowitzki ist gut drauf. Immer wieder reagierte er humorvoll auf Rufe der Fans. 

Nowitzki steht nicht gern im Rampenlicht

Dabei mag der 33-Jährige die großen Auftritte außerhalb des Basketballfeldes eigentlich gar nicht so gern. Er wirkt verlegen, wenn er auf ein Podest gestellt wird. Bei Vergleichen mit den NBA-Legenden Michael Jordan und Larry Bird wiegelt er ab.

König von Würzburg

Im Rathaus, der nächsten Station am "D-Day" in Würzburg, wurde das noch deutlicher. Der Eintrag in das Goldene Buch der Stadt stand an. Nowitzki marschierte über den roten Teppich, schüttelte fleißig Hände und schrieb die folgenden Worte in das Buch: "Vielen Dank für den tollen Empfang. In meinem Herzen werde ich immer Würzburger bleiben."

Bei diesem Akt wirkte der 2,14-Meter-Mann ein wenig verlegen, da dieser mit viel Herumsitzen und nichts tun verbunden war. Oberbürgermeister Georg Rosenthal will erfahren haben, dass Nowitzkis Schwester und Managerin Silke den Final-MVP erst überzeugen musste, den Hype mitzumachen.

Buschmann: "Er ist Mensch geblieben"

Danach ging es zum Höhepunkt der Feierlichkeiten. Nowitzki fuhr auf einem Lkw mit Polizei-Eskorte zum Platz der Residenz. Die Beamten machten Fotos von ihrem Helden. Entlang der Strecke standen Fans, andere schauten aus den Fenstern und jubelten ihm zu. "Früher habe ich in der gleichen Halle trainiert, wo auch er war", sagte einer. "Er ist Mensch geblieben", kommentierte Buschmann später treffend. "Jawohl", rief ein Zuschauer. Nowitzki ist einer von ihnen.

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