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Nowitzkis Bundesliga-Gastspiel unwahrscheinlich

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Nowitzki: Bundesliga eher nicht, EM eher ja

01.07.2011, 16:46 Uhr | dpa

Nowitzkis Bundesliga-Gastspiel unwahrscheinlich. Superstar Dirk Nowitzki: Die Gerüchteküche brodelt. (Foto: imago)

Superstar Dirk Nowitzki: Die Gerüchteküche brodelt. (Foto: imago)

Bamberg, Bayern, Berlin - alle wollten sie ihn plötzlich haben. Je näher der Lockout - der Ausschluss der Spieler durch die Klubs - in der NBA rückte, desto heftiger brodelte die Gerüchteküche über einen möglichen Wechsel von Dirk Nowitzki zu einem deutschen Verein.

Klang ja auch logisch, Nowitzki selbst hatte im Vorfeld angekündigt: "In meinem Alter kann ich nicht ein Jahr rum sitzen und dann wieder anfangen zu spielen". In einer derart aufgeheizten Situation reicht so ein Satz, um den Spekulationskessel zum Überkochen zu bringen.

"Hausaufgaben nicht gemacht"

"Da haben einige Leute ihre Hausaufgaben nicht richtig gemacht. Auch wenn Dirk umsonst spielen würde, müsste ein Verein doch erst mal seine immensen Versicherungskosten stemmen können", sagt Holger Geschwindner. Und der muss es wissen, schließlich ist keiner näher an Nowitzki dran als sein langjähriger Trainer, Berater und Mentor in Personalunion. Müsste Nowitzki aufgrund einer Verletzung seine Karriere beenden, wären immerhin 20 Millionen Euro fällig. "Dirk genießt jetzt erstmal seinen Urlaub. Wir haben für alle Eventualitäten geplant, aber entschieden wird im Moment noch nichts", fügt der 65-Jährige hinzu.

Genug Zeit haben die Verantwortlichen in den Staaten ohnehin noch. Die nächste Saison würde erst im November starten, vier Monate sind eine lange Zeit für Verhandlungen. Bis dahin macht es für Nowitzki wenig Sinn, sich für einen Verein festzulegen. "Es gibt ja keinerlei Planungssicherheit. Man kann nicht einfach in Deutschland zwei Bälle werfen und dann wieder in die NBA verschwinden", sagt Geschwindner. "Außerdem ist die Nationalmannschaft Option Nummer eins. Und nicht einmal da kann Dirk bis jetzt fest zusagen."

"Was bringt uns ein Zauberkünstler?"

Auch in den meisten Vereinen sieht man die Situation realistisch. "Wir erwarten keine Flut von NBA-Spielern, das ist völlig unrealistisch", sagt Wolfgang Heyder. Der Manager der Brose Baskets Bamberg fügt hinzu: "Wenn man die NBA-Gehälter mit denen der Bundesliga vergleicht, erkennt man schnell, dass das nicht marktgerecht wäre." Und wenn die Titelverteidiger diese Hürde nehmen könnten? "Wir sind nur als Team so stark, der Spieler müsste also genau zu uns passen. Was bringt uns ein Zauberkünstler, der sich nicht in die Mannschaft integriert?"

In Berlin bewertet man die Situation allerdings ein wenig anders. ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi sieht eine Chance in der schwachen Position der spanischen und griechischen Vereine. Falls es bei dem Lockout bleiben sollte, ist er sicher: "Viele Spieler, die versuchen würden, in die NBA zu kommen, würden sich in dem Fall auf dem europäischen Markt anbieten." Und auch in der Causa Nowitzki ist er zuversichtlich: "Wir werden versuchen, in dem Fall da zu sein und ihm zu zeigen, wie es gehen könnte", und fügt vorsichtig hinzu: "Es wäre ein Traum, aber die Wahrscheinlichkeit ist aus tausenden Gründen gering." Aber Träumen darf man ja.

Bauermann: EM-Chancen steigen

Je länger sich die beim letzten Treffen in Manhattan gescheiterten Vertragsverhandlungen zwischen den Klubbesitzern und der Spielergewerkschaft NBPA hinziehen, umso mehr steigen die Chancen, dass Nowitzki bei der Ende August beginnenden Europameisterschaft für die DBB-Auswahl auf Korbjagd geht. “Der Lockout wird uns und Dirk helfen. Man kann davon ausgehen, dass er nicht, wie sonst, Anfang Oktober wieder in den USA sein muss. Er könnte also eine Pause in zwei Teilen nehmen - vor und nach der EM. Das hilft den Chancen, dass er in Litauen spielen wird, schon sehr“, erklärte Bauermann in seiner Funktion als Bundestrainer.

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