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Basketball-Profiliga NBA: Eintritt in schmutzige Phase

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Basketball - NBA  

NBA-Arbeitskampf tritt jetzt in seine schmutzige Phase

16.11.2011, 11:51 Uhr | dpa, t-online.de, sid

Basketball-Profiliga NBA: Eintritt in schmutzige Phase. Lachnummer NBA: Die Gesichter der Basketball-Profis Carmelo Anthony (l.) und Chris Paul sprechen Bände (Foto: Reuters)

Lachnummer NBA: Die Gesichter der Basketball-Profis Carmelo Anthony (l.) und Chris Paul sprechen Bände (Foto: Reuters)

Die Tarifverhandlungen in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA sind gescheitert. Die Profis lehnten das Angebot der Teameigner zur Teilung der Gesamteinnahmen ab. Beide Seiten sehen sich nun vor Gericht wieder - die Saison scheint verloren. NBA-Boss David Stern spricht von einem "nuklearen Winter".

Die Hoffnungen auf einen baldigen NBA-Start sind endgültig geplatzt. Wann Dirk Nowitzki und Co. endlich wieder aufs Parkett zurückkehren, liegt nun in den Händen von Anwälten und Gerichten. Nachdem die Spielergewerkschaft NBPA am Montag das "nachgebesserte Angebot" der Liga abgelehnt und sich danach selbst aufgelöst hatte, tritt der Arbeitskampf nun in seine schmutzige Phase.

Schon 304 Saisonspiele ausgefallen

Ein Totalausfall der Spielzeit 2011/12 ist damit so "nah wie nie", wie die "New York Times" analysierte. Die NBA strich am Dienstag weitere Spiele. Wie "Yahoo Sports" berichtete, sagte die Liga alle Partien bis zum 15. Dezember ab. Damit fallen dem Lockout insgesamt bereits 304 Begegnungen zum Opfer.

Die Fronten zwischen Profis und Liga sind nach der Absage der Spieler am 137. Tag des Lockouts verhärteter denn je. "Billy Hunter hat sich entschieden, die Saison in Gefahr zu bringen", schimpfte Stern. NBPA-Geschäftsführer Hunter schob den Schwarzen Peter dagegen der Liga zu. "Wir bereiten uns momentan darauf vor, die NBA kartellrechtlich zu belangen. Nur so haben die Spieler eine Chance auf ein gerechtes Verfahren."

Spieler wollen NBA verklagen

Die Spielergewerkschaft wandelte sich nach ihrer Auflösung in eine Handelsgesellschaft um. Somit ist die NBPA nicht mehr Repräsentant der mehr als 430 Profis, die nun in Einzelklagen gegen den Lockout kartellrechtlich vorgehen können. Hunter kündigte bereits an, dass die Spieler eine Sammelklage vor einem Gericht einreichen werden. Verantwortlich für die Profis sind nun die beiden Anwälte Jeffrey Kessler und David Boies. Beide waren schon in den Arbeitskampf der Football-Liga NFL in diesem Jahr verwickelt. Auch die Footballer hatten ihre Gewerkschaft aufgelöst und die NFL vor Gericht gezerrt. Am Ende einigten sich beide Seiten aber doch noch auf einen neuen Tarifvertrag, so dass die Saison starten konnte.

Die Profis hatten sich am Montag nach dreistündigen Beratungen in New York entschieden, das Angebot der Teambesitzer zur Teilung der Gesamteinnahmen von rund 4,3 Milliarden Dollar abzulehnen. NBPA-Präsident Derek Fisher hob hervor, dass die Abstimmung unter den Spieler-Repräsentanten der 30 Teams "einstimmig" ausgefallen sei.

NBA-Boss Stern: "Unverantwortliche Aktion"

Stern kritisierte dagegen, die NBPA habe den Vorschlag den Profis nicht einmal zur Abstimmung vorgelegt. "Wenn ich Spieler wäre, würde ich mich sehr darüber wundern, was Billy Hunter hier gerade getan hat", sagte Stern, der von einer "unverantwortlichen Aktion zu diesem späten Zeitpunkt" sprach.

Der 69-Jährige hatte am Wochenende betont, dass es vonseiten der Teambesitzer nichts mehr zu verhandeln gebe. Hätten die Spieler das 50:50-Angebot angenommen, hätte die Saison am 15. Dezember mit einem 72 Partien umfassenden Vorrunden-Spielplan pro Team beginnen sollen. Doch die Spieler sind sauer und ließen den Deal platzen. "Der Vertrag hätte längst abgeschlossen sein können. Wir haben gegeben, gegeben und gegeben. Es ging so weit, dass sie zu viel gefordert und die Spieler sie zurückgestoßen haben", betont Hunter.

Der erste Komplettausfall in der NBA-Geschichte droht

Liga und Gewerkschaft streiten seit knapp zweieinhalb Jahren um ein neues Arbeitspapier. Die NBA gibt an, in der vergangenen Saison 300 Millionen Dollar Verluste gemacht zu haben. Sie wollte die Einnahmen der Spieler daher für die vorgesehene zehnjährige Vertragslaufzeit von den bisherigen 57 Prozent um mindestens sieben Prozent kürzen.

Alle Partien im November waren wegen des Streits bereits abgesagt worden. Einen Komplettausfall einer Saison hat es bisher in der NBA noch nicht gegeben. In der Spielzeit 1998/99 stritten beide Seiten schon einmal erbittert um einen neuen Kontrakt. Damals fand eine verkürzte Saison mit 50 Partien pro Team statt. Doch selbst davon sind beide Seiten dieses Mal weit entfernt. Das Ansehen der Liga sinkt bereits. In einer Umfrage gaben 76 Prozent der Befragten an, die NBA nicht zu vermissen.

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