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FC Bayern Basketball: Wie der FC Bayern den deutschen Basketball aufmischt

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Aufrüsten à la Hoeneß  

Wie der FC Bayern den deutschen Basketball aufmischt

10.10.2013, 08:29 Uhr | t-online.de

FC Bayern Basketball: Wie der FC Bayern den deutschen Basketball aufmischt. Nationalspieler Robin Benzing (li.) jubelt mit Neuzugang Nihad Djedovic. (Quelle: dpa)

Nationalspieler Robin Benzing (li.) jubelt mit Neuzugang Nihad Djedovic. (Quelle: dpa)

Von Björn Wannhoff

Einen ersten Eindruck der neuen Bayern bekam Serien-Meister Brose Baskets Bamberg beim Besuch im Audi Dome. Nach langer Dominanz und nur etwas Spannung im letzten Viertel gewannen die Bayern mit 84:74. Natürlich besitzt ein Sieg zu Beginn einer Saison nicht unbedingt Aussagekraft. Dennoch könnte es ein Erfolg mit Signalwirkung sein, zumindest aus Sicht der Münchner. Die Wachablösung soll kommen, möglichst schon in diesem Jahr.

"Der FC Bayern kann es sich nicht leisten, eine durchschnittliche Mannschaft zu unterhalten, die irgendwo im Mittelfeld herumturnt", erklärte Vereinspräsident Uli Hoeneß. Diese Ankündigung darf durchaus als Drohung an die Konkurrenz aus Bamberg und Berlin verstanden werden. Der FC Bayern tut zwei Jahre nach dem Aufstieg in die Bundesliga alles für den maximalen Erfolg.

Hochkarätige Verstärkungen

In der Sommerpause reifte nach dem Aus im Playoff-Halbfinale gegen Bamberg die Erkenntnis, dass man für den Großangriff mit Trainer Svetislav Pesic dringend neues Personal braucht. Fündig wurde man vor allem bei ALBA Berlin. Der einstige Platzhirsch verlor mit Heiko Schaffartzik, Yassin Idbihi, Deon Thompson und Nihad Djedovic gleich vier Stammkräfte an das neue Schwergewicht. Dass man damit zumindest indirekt einem Konkurrenten das Leben schwerer macht, nimmt man in München gerne in Kauf. "Es gibt veränderte Bedingungen in der Liga", kommentierte Berlins Manager Marco Baldi, "aber wir machen das Wettrüsten nicht mit."

Dazu kam Boris Savovic, der sich mit Brose Baskets fast einig war, sich aber dann doch für den FC Bayern entschied. Auch den wertvollsten Spieler der vergangenen BBL-Saison, den Ulmer John Bryant, gönnte man sich. Insgesamt stießen neun Neue zu den Münchnern. Auf einer anderen Position hat man sich ebenfalls hochkarätig verstärkt: Andreas Burkert, langjähriger Journalist bei der "Süddeutschen Zeitung" und vor allem bekannt durch zahlreiche Reportagen zum Thema Doping, konnte als Pressesprecher verpflichtet werden.

Von Münchner Seite wird immer wieder betont, dass der Verein eine außergewöhnliche Strahlkraft besitzt und die Spieler vom Projekt fasziniert sind. Ihnen sei klar, dass sie bei einem "besonderen Verein" spielen, erklärte Manager Marko Pesic. Bei den Profis habe sich herumgesprochen, "dass München ein guter Standort ist: eine Weltstadt mit Flair und tollen Publikum", ergänzte Hoeneß.

Größter Etat der Liga

Daneben wird mit harter Währung Überzeugungsarbeit geleistet. Die Münchner haben den größten Etat der BBL. Insgesamt bestreitet man die Saison mit geschätzten zwölf Millionen Euro, davon bleiben nach Angaben von Hoeneß rund fünf bis sechs Millionen für den Spielerkader.

Der Bayern-Boss wird nicht müde zu betonen, dass keine es Querfinanzierung vom Fußball zum Basketball gibt. Dennoch braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass die Marktmacht der Marke FC Bayern beim Aufbau des Basketballteams zuträglich ist. So besitzt Audi etwa neun Prozent an Profifußball-AG. Nebenbei engagierten sich die Autobauer beim Umbau der Spielstätte von der Rudi-Sedlmayer-Halle zum Audi-Dome. Auch adidas, Allianz, MAN und die Deutsche Telekom treten sowohl bei den Fußballern als auch bei den Korbjägern als Sponsoren auf.

Nationalspieler im Visier

Natürlich ist die spielerische Klasse erste Voraussetzung für einen Platz bei den Bayern. Vermehrt scheint man aber auf ein Beuteschema zurückzugreifen, dass man schon vom Fußball her kennt: Deutsche Nationalspieler sollen auch die Gesichter des FC Bayern sein. Wenn sie jung und entwicklungsfähig sind, umso besser.

Heiko Schaffartzik führte beispielsweise in diesem Jahr das DBB-Team als Kapitän zur EM, Robin Benzing ist dort schon seit langem gesetzt. Mit Demond Greene, Lucca Staiger und Steffen Hamann weiß man noch weitere ehemalige oder aktuelle Auswahlspieler in seinen Reihen. Dass versucht wurde, Nationalmannschafts-Center Tibor Pleiß von Laboral Kutxa loszueisen, passt ins Bild. Der Unterschied zum Fußball ist allerdings momentan noch, dass den Bayern so ein Coup nicht zwangsläufig gelingt. Pleiß entschied sich, in Spanien zu bleiben.

"Die Bayern sind Segen und Fluch zugleich"

Die deutsche Konkurrenz verfolgt das Ausrüsten der Münchner mit gemischten Gefühlen: "Die Bayern sind für uns Segen und Fluch zugleich", erklärte Braunschweigs Sportdirektor Oliver Braun wohl stellvertretend für viele in der Branche. Einerseits hat man Angst vor einem übermächtigen FC Bayern, der alles in Grund und Boden spielt, jedes Jahr den Meistertitel holt und zu allem Überfluss noch alle Talente wegkauft.

Andererseits lenkt der FCB endlich die gewünschte Aufmerksamkeit auf die Liga. Nicht nur, dass die Einschaltquoten im Fernsehen um etwa 30 Prozent gestiegen sind. Auch sind die Münchner ein gern gesehener Gast in den deutschen Hallen: Wer will nicht den großen FC Bayern schlagen? "Egal wo wir antreten, jeder ist gegen uns", beschrieb Neuzugang Bryant die Atmosphäre. Ein Gefühl, dass die Münchner Fußball-Stars nur zu gut kennen. "Die Medienlandschaft ist dort einfach eine andere. Ich bin froh, dass sie da sind", ergänzte Bambergs Trainer Chris Fleming.

Spanische Verhältnisse?

Gegen die Angst vor einer einseitigen Dominanz der Bayern hat Hoeneß sogar schon ein Rezept: "Mir wäre am allerliebsten, wenn Borussia Dortmund auch eine Basketball-Abteilung aufbauen würde." Damit wären im Übrigen die zuletzt viel zitierten "spanischen Verhältnisse" in Deutschland perfekt. Dort beherrschen Real Madrid und der FC Barcelona seit Jahrzehnten die Ligen – im Fußball und Basketball.

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