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Herbers Rückblick: "Posterboys der verlorenen Generation"

02.04.2014, 13:08 Uhr | dpa

Herbers Rückblick: "Posterboys der verlorenen Generation". Johannes Herber spielte jahrelang für die Basketball-Nationalmannschaft.

Johannes Herber spielte jahrelang für die Basketball-Nationalmannschaft. Foto: Robert Ghement. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - An das Büroleben hat sich Johannes Herber noch nicht ganz gewöhnt.

Jahrelang spielte der frühere Basketball-Profi neben Superstar Dirk Nowitzki im Nationalteam, startete schon währenddessen als Schriftsteller durch und sieht sich nun in seiner dritten Karriere ganz neuen Herausforderungen ausgesetzt.

Office-Protokolle lesen, Formulare ausfüllen - "im Vergleich zum Schreiben ist es doch etwas bürokratischer", berichtet der 31-jährige Berliner schmunzelnd über den Beginn seiner Arbeit für einen internationalen Dachverband von Gewerkschaften. "Ich bin quasi Lobbyist für Belange für Sportler."

Die Leidenschaft Basketball lässt den gebürtigen Hessen dabei auch anderthalb Jahre nach seinem frühen Karriereende nicht los. In seiner nun erschienenen Biografie "Almost Heaven" skizziert "Joe" Herber die Faszination - und noch eindrücklicher die Schattenseiten - des Profisports. "Es ist schwieriger über gute Sachen zu schreiben als das Negative", berichtet der langjährige Kolumnist von Fachblättern wie "Five" oder "BIG". "Wie erzählt man über sich - am Besten mit einem Augenzwinkern."

Schon Zitatgeber wie David Foster Wallace oder Anleihen bei der spieltheoretischen Parabel der Hirschjagd von Jean-Jacques Rosseau zeigen, dass Herber anders tickt, als es das übliche Bild eines Athleten vermuten lässt. Gleichzeitig nimmt er Anleihen an der Hip-Hop-Sprache, bringt dem Leser Vokabeln wie "Swag" (lässige Ausstrahlung) bei. "Er hat sicher einen anderen Horizont gehabt als der ein oder andere gewöhnliche Profi", charakterisiert der Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann seinen früheren Musterschüler und hebt dessen Einsatz, Einstellung und Arbeitsethos hervor. "Ohne ihn hätten wir die Olympia-Qualifikation nicht geschafft."

Bei der EM 2007 kam im letzten Zwischenrundenspiel Herbers große Stunde im deutschen Trikot. Gegen Italien trumpfte der Shooting Guard wie Nowitzki mit 15 Punkten als Co-Topscorer auf und erhielt so den Traum des Würzburger NBA-Stars von Sommerspielen maßgeblich aufrecht. Als Herber nach zahllosen Interviews endlich als letzter Spieler in die Kabine kam, erhob sich die komplette Mannschaft und applaudierte. "Das habe ich ganz selten erlebt", erinnert sich Bauermann.

Doch wie der Titel seines Buches bereits suggeriert, schrammte Herber stets knapp am Basketball-Himmel vorbei. Die Olympia-Teilnahme verpasste er nach dem ersten von zwei Kreuzbandrissen, und auch danach bremste ihn sein eigener Körper aus. Kurz vor Beginn der Saison 2012/13 verkündete er den überraschten Verantwortlichen der Skyliners in Frankfurt wegen einer chronischen Fersenentzündung schon im Alter von 29 das Ende seiner aktiven Laufbahn. "Ich könnte wahrscheinlich immer noch spielen", beschreibt Herber den körperlichen "Zermürbungsprozess." "Aber es wäre sicher eine große Quälerei gewesen, oder nochmal eine OP mit langer Reha."

Der 74-malige Nationalspieler habe "seine besten Jahre wohl noch vor sich" gehabt, glaubt Bauermann. Als Herber dies hört, fast er sich ans Herz und meint: "Das ist ein kleiner Stich hier." Doch sein Blick zurück ist ohne Ärger. Selbstironisch berichtet er von der Dominanz ausländischer Profis in der Liga vor einigen Jahren und nennt sich und seinen Nationalmannschaftskollegen Philip Zwiener angesichts der geringen Einsatzzeit bei ALBA Berlin "Posterboys der verlorenen Generation".

Während der Karriere machte Herber seinen Master in internationalen Beziehungen (Abschlussthema: "Demokratisierung in Kasachstan im Zusammenhang mit dem OSZE-Vorsitz"). Heute wohnt er mit seiner Familie in Berlin, pendelt für die Arbeit vorerst für die kommenden vier Monate immer wieder nach Brüssel. Und auch das Schreiben will er nicht aufgeben: "Es wäre schade die Erfahrungen, die ich gewonnen habe, nicht weiterzuverwerten."

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