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Basketball  

ALBA verliert erneut Thriller in München

15.06.2014, 21:54 Uhr | dpa

ALBA verliert erneut Thriller in München. Der Berliner Reggie Redding (l) kommt nicht an den Bayern Deon Thompson (M.

Der Berliner Reggie Redding (l) kommt nicht an den Bayern Deon Thompson (M.) und Bryce Taylor vorbei. Foto: Nicolas Armer. (Quelle: dpa)

München (dpa) - ALBA Berlin hat in München erneut die Chance auf einen Auswärtssieg in der Finalserie um die deutsche Meisterschaft verpasst. Trotz langer Führung des Pokalsiegers im dritten Spiel der Best-of-Five-Serie gelang den Bayern der 92:86 (39:48)-Comeback-Sieg.

Die Truppe von Coach Svetislav Pesic hat nun gleich zwei Chancen zum ersten Titel in der Basketball-Bundesliga.

Mit dem atemberaubenden Spiel auf dem Court und der 2:1-Führung hielt sich der Trainer dann aber auf der Pressekonferenz nicht lang auf. In einer Schimpftirade gingen der Serbe und sein Sohn Marko - Sportdirektor bei den Bayern - auf ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi los. Dieser fahre seit langem eine Kampagne gegen die Münchner, missbrauche seine Stellung im Präsidium der Bundesliga und beschädige den guten Ruf des Vereins ALBA Berlin.

Marko Pesic sprach von Attacken "unter der Gürtellinie" und bezog sich dabei vor allem auf die Vorwürfe nach dem ersten Finale dieser Playoff-Serie. Baldi hatte den Bayern-Profis um Topscorer Malcolm Delaney Schauspielerei und sogenanntes Flopping - ähnlich der Schwalbe im Fußball - unterstellt. Der Berliner Funktionär war für eine Reaktion am Sonntagabend zunächst nicht zu erreichen.

ALBA sei dank Pesic und dessen jetzigem Assistenten Emir Mutapcic ein großer Verein geworden - beide hatten ALBA zwischen 1996 und 2003 zu sieben Meistertiteln geführt. Damals war Pesic noch im selben Verein wie Baldi, dem er nun Undankbarkeit vorwarf. Baldi beiße in die Hand, die ihn gefüttert habe, zitierte Pesic auf Serbisch ein Sprichwort.

Vor der denkwürdigen Pressekonferenz hatten schon Pesics Schützlinge eine famose Vorstellung gezeigt und in einem Basketball-Thriller die Nerven behalten. Am Mittwoch in Berlin oder in einem Showdown vier Tage später wieder daheim können die Münchner nun den ersten Gewinn des Bundesliga-Pokals nach 59 Jahren Durststrecke perfekt machen.

Angeführt vom einmal mehr überragenden Delaney und dessen 26 Punkten nutzten die Münchner vor 6700 Zuschauern den Heimvorteil - und das auch ohne Schiedsrichter-Debatte wie noch eine Woche zuvor im ersten Aufeinandertreffen. Die Berliner, bei denen Clifford Hammonds 15 Zähler beisteuerte, sind nun zu zwei Siegen in zwei Spielen verdammt.

"Bayern war stärker und cleverer", fand Berlins Coach Sasa Obradovic nachdenklich, "der Sieg war verdient. Das war ein sehr gutes Finale, eine gute Werbung für das Basketball."

Im ausverkauften Audi Dome bot sich den Fans ein hoch emotionales und enges Match. Weil die Hausherren zu Beginn überraschende Schwächen im Abschluss zeigten, lag ALBA zur Halbzeit mit neun Punkten in Front. An der Defensive hatte der Hauptrundenprimus aus Bayern arbeiten wollen. "Wir müssen einfach wieder besser auf den Ball aufpassen und besser verteidigen", hatte John Bryant gefordert. Das gelang erst nach der Pause unter dem frenetischen Beifall der Zuschauer besser. Die Aufholjagd verdankten die Münchner vor allem ihrer Stärke beim Rebound und den schwach werfenden "Albatrossen".

Die Partie wurde immer hitziger, die Mannschaften begegneten sich zusehends mit dem sprichwörtlich offenen Visier. Mit zwei umstrittenen Foul-Entscheidungen gegen Delaney, der noch vor dem ersten Sprungball als "Wertvollster Spieler" der BBL-Hauptrunde ausgezeichnet worden war, und dem früheren Berliner Bryce Taylor brachten die Schiedsrichter die Halle gegen sich auf.

Cool blieben in der Phase die Münchner und schafften zum Ende des dritten Abschnitts den 66:66-Ausgleich. ALBA war geknickt, die Pesic-Mannen zogen davon und ließen sich nicht mehr stoppen. Kapitän Steffen Hamann ließ sich nach der Schlusssirene wild hüpfend von den Fans feiern - nach einer Party war Pesic dagegen nicht zumute. Dessen großer Auftritt folgte dann erst auf der Pressekonferenz.

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