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Halmich tritt als bestverdienende deutsche Sportlerin ab

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Frauen-Boxen  

Halmich tritt als bestverdienende deutsche Sportlerin ab

09.03.2011, 16:16 Uhr | dpa

Regina Halmich (Foto: imago)Regina Halmich (Foto: imago) Als unbekannte Rechtsanwaltsgehilfin ist Regina Halmich in den Ring gestiegen, als "Million Dollar Baby" hängt sie ihre Boxhandschuhe an den Nagel. Die WIBF-Fliegengewichts-Weltmeisterin will mit einem Sieg gegen die Israelin Hagar Shmoulefeld Finer an diesem Freitag in ihrer Heimatstadt Karlsruhe eine glanzvolle Abschiedsgala feiern. Die erfolgreichste Faustkämpferin überhaupt, die das Frauenboxen salonfähig gemacht hat, war in den vergangenen Jahren auch die bestverdienende deutsche Sportlerin. Auf insgesamt etwa fünf Millionen Euro brutto schätzen Insider ihre Preisgelder und Werbeeinnahmen. Im Rückblick auf die 13 Jahre dauernde Laufbahn sagte Halmich freimütig, es sei ein Ziel gewesen, "richtig gut Geld zu verdienen".

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Niederlage ausgeschlossen

Ein Monatsgehalt von 3500 Euro sowie 1000 Euro pro Kampf bekam sie nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zu Beginn ihrer Profizeit. Zum Schlussgong ihrer Karriere darf Halmich noch einmal mit einer Börse von etwa 500.000 Euro rechnen. Ihr 56. Kampf wäre nur dann nicht ihr letzter, wenn sie überraschenderweise verlieren würde. "Mit einer Niederlage könnte ich nicht abtreten. Das wäre wirklich die größte sportliche Katastrophe." Ein Comeback in späten Jahren, wie es so mancher Kollege aus finanziellen Gründen gewagt hat, schließt die Vorreiterin aus dem Universum-Boxstall kategorisch aus. "Es ist für alle schwierig, mal eine Ende zu finden. Das sieht man ja an meinen männlichen Kollegen", meinte Halmich.

Halmich vor Finer-Kampf "Ich werde nicht verlieren"

Lukrative Webeverträge erarbeitet

So verliert das Frauenboxen seine Protagonistin - und das Fernsehen eine "Quotenqueen". Jeweils zwischen fünf und sechs Millionen Menschen schauten seit 2004 die Übertragungen an. Dementsprechend gestiegen ist Halmichs Marktwert: Sie wirbt für Käse, einen Dessous-Hersteller, Impfstoffe und einen Kabelnetzbetreiber. Sechsstellige Summen erhält sie für ihre Verträge. Seit Tennis-Ikone Steffi Graf und Schwimm-Star Franziska van Almsick abgetreten sind, ist keine deutsche Sportlerin so gut im Geschäft wie die Boxerin.

Inszenierte Auftritte gehören zum Geschäft

Van Almsicks Manager Werner Köster hatte ihr einst die ersten Verträge und die Einsicht vermittelt, "dass eine gewisse Öffentlichkeitsarbeit notwendig ist." Längst hat Halmich, die mit dem Justizvollzugsbeamten Andreas Jourdan zusammenlebt, gelernt, nicht mit ihren Reizen zu geizen: "Die Menschen wollen unterhalten werden." Bei ihren letzten beiden Pressekonferenzen im Karlsruher Schloss fuhr sie einmal mit der Kutsche, einmal in der schwarzen Stretchlimousine vor. Im ZDF-"Sportstudio" trat sie vergangenen Samstag in auffällig geschnürten Lederstiefeln auf.

Auftritt im "Playboy"

Halmich wäre gerne ein bisschen größer als nur 1,61 Meter: "Ich bin weit entfernt von Model-Maßen". Sie verehrt Madonna, ist meist sorgfältig geschminkt, sagt aber auch: "Beim Boxen haben Eitelkeiten nichts zu suchen." Die blonde Sportlerin hat sich 2004, als sie sich längst einen Namen in der Szene gemacht hatte, für den "Playboy" ausgezogen. "Schön sein allein ist nichts. Ich hätte nie solche Bilder gemacht, um auf mich aufmerksam zu machen", so Halmich.

Ein Show-Kampf mit Folgen

Ihren größten PR-Coup landete die Karlsruherin - absichtlich oder nicht - mit dem Jux-Kampf vor sechs Jahren gegen Stefan Raab. Dem Lästermaul brach sie das Nasenbein. Heute sagt Halmich über den bekanntesten Fight ihres Lebens: "Er ist vom Ehrgeiz zerfressen, der Mann. Ein schlechter Verlierer. Wenn er gekonnt hätte, dann hätte er mich ausgeknockt."

Gegenwind aus der Szene

Auch diese Showeinlage hat Halmich jede Menge Respekt verschafft. Mit jedem Schlag kämpfte sie all die Jahre auch um ein weiteres Stück Anerkennung bei ihren Kollegen, die oft Sprüche klopften wie Super-Macho Graciano Rocchigiani ("Die Frauen gehören an den Kochtopf und ins Bett, nicht in einen Boxring"), bei den meist älteren Funktionären und Promotern mit ihrem traditionellen Rollenverständnis und auch bei den Medienvertretern.

"Boxen ist eine Kunst"

"Boxen ist eine Kunst. Das hat nichts mit Schlägerei zu tun", sagt die frühere Kickboxerin. Es sei eine Karriere mit Etappenzielen gewesen. Weltmeisterin wollte sie einmal werden, jetzt ist sie in 44 WM-Kämpfen seit 1995 unbesiegt. Dann wollte Halmich einen Kampf im öffentlich-rechtlichen Fernsehen haben, dann auch dafür belohnt werden. "Früher habe ich oft für ein Taschengeld gekämpft. Aber in den vergangenen Jahren habe ich gut verdient", sagt sie.

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