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Frauen-Boxen  

Halmich tritt als Weltmeisterin ab

09.03.2011, 16:15 Uhr | dpa

Jubel bei Regina Halmich (Foto: Reuters)Jubel bei Regina Halmich (Foto: Reuters) Weltmeisterin Regina Halmich ist bei ihrem Abschiedskampf mit einem sprichwörtlich blauen Auge und einer wahrhaftig blutigen Nase davongekommen. Nach einem ihrer härtesten Kämpfe überhaupt besiegte die WIBF-Fliegengewichts-Titelträgerin in ihrer Heimatstadt Karlsruhe die israelische Herausforderin Hagar Shmoulefeld Finer nur knapp. In der neunten Runde wankte die Protagonistin des Frauenboxens gar, fiel aber nicht. "Manche hätten sich einen leichteren Gegner für einen letzten Kampf gewählt. Ich habe das Recht, mich jetzt zurückzuziehen. Es war eine wundervolle Karriere", sagte Halmich nach einer Mehrheitsentscheidung der Punktrichter.

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7500 Zuschauer in der seit Wochen ausverkauften Arena feierten die 31-Jährige bei ihrem Abgang begeistert. "Ich war absolut beeindruckt vom Tempo und von der Dynamik. Es war schon imponierend, ein offener Schlagabtausch. Vor vielen Jahren hat man noch gesagt, dass ist nur ein bisschen Show-Kampf! Aber heute hat man gesehen: Das ist schon ein Wettkampf auf hohem Niveau", sagte DFB-Bundestrainer Joachim Löw, einst als Spieler und Trainer in Karlsruhe beschäftigt.

Wildes Trommelfeuer der Herausforderin

Wenn Blicke töten könnten, hätte die in einem schwarz-rot goldenen Outfit angetretene Halmich jedoch nicht einmal den Beginn ihres 56. Fights erlebt: Shmoulefeld Finer eröffnete die Auseinandersetzung mit martialischem Getöse und riss nach jeder Ringpause siegessicher die Arme hoch. Von der zweiten Runde an ließ die 23-Jährige aus Tel Aviv einen Hagel an Schlägen auf Halmich niederprasseln. "Boxen, boxen! Nicht fighten!", rief Ex-Profi Luan Krasniqi immer wieder aus seiner Loge Halmich zu. Und Trainer Torsten Schmitz brüllte: "Ruhig bleiben, Regina, ganz ruhig!"

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Sorgen in Runde neun

Nach dem dritten Durchgang blutete sein Schützling aus einem kleinen Cut an der Nasenwurzel. Nur mühsam bekam Halmich ihre Gegnerin einigermaßen in den Griff. Doch in der vorletzten Runde mobilisierte die Israelin noch einmal alle Kräfte und brachte ihre Gegnerin an den Rand einer Niederlage. "Wenn da der Ringrichter nicht ein paar Mal unterbrochen hätte, wäre sie gefallen. Für sie ging's nicht ums Gewinnen, sondern ums Überleben", sagte Shmoulefeld Finer später. Halmich behauptete hingegen: "Ich hab zu keiner Zeit getaumelt, aber die neunte Runde, die hab ich auf jeden Fall abgegeben."

Knappes Punkturteil

Am Ende war ihr nicht nur die Freude, sondern auch die Erleichterung anzusehen. "Es war ein hochklassiger Kampf, spannend bis zur letzten Minute, so wie es mir immer gewünscht hatte. Aber ich bin froh, dass ich gewonnen habe", sagte die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin. Sie ist nun in 45 WM-Kämpfen seit 1995 unbesiegt. Der finnische Kampfrichter Esa Lehtosaari sah als einziger ein Unentschieden. Seine beiden Kollegen Robin Dolpierre aus Frankreich und der Engländer Dave Parris werteten einen Sieg Halmichs. "Ich glaube, Regina hatte einen leichten Vorteil. Sie hat verdient gewonnen", meinte Krasniqi.

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Der Dank an alle Unterstützer und die Heimatstadt

"Es war ein ganz enges Ergebnis", räumte auch Halmich ein und bedankte sich bei "jedem einzelnen, der irgendwann etwas für mich getan hat. 1994 fing hier alles an. Es war mein Wunsch, hier in meiner Heimatstadt alles zu beenden."

Eltern ergreifen nervös die Flucht

Minutenlang umarmte die Faustkämpferin ihren Trainer Schmitz. Am Ende standen sogar ihre Eltern mit im Ring: Vater Günter, der bei den anderen Kämpfen als Sanitäter im Einsatz war, gar in der Uniform des Malteser Hilfsdienstes. Sie hatten es nervlich doch wieder nicht geschafft, den Kampf in der Halle anzusehen und sich wie in den letzten Jahren in solchen Momenten ins Auto gesetzt und waren - ohne das Radio einzuschalten - durch Karlsruhe gefahren. "Sie wollten sich das nicht antun und ich denke, das war auch besser so", sagte Halmich.

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