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Boxen - Cruisergewicht: Huck bezahlt bitteres Lehrgeld

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IBF-WM im Cruisergewicht  

Huck bezahlt bitteres Lehrgeld

17.02.2010, 14:50 Uhr | t-online.de, dpa

Marco Huck (Foto: imago)Marco Huck (Foto: imago) Das zerbeulte Gesicht von blauen Flecken übersät, das linke Ohr seit der siebten Runde blutig, die Fans enttäuscht: Marco Hucks erster Griff nach einer WM-Krone geriet zur "bitteren Lehrstunde", wie es sein Promoter Wilfried Sauerland anschließend bei ARD-Moderator Waldemar Hartmann formulierte. IBF-Titelträger Steve Cunningham aus den USA überließ dem 23-jährigen Herausforderer und seiner überschäumenden Energie vor 4.000 Zuschauern in der Bielefelder Seidensticker-Halle die Anfangsphase. Etwa ab Runde vier offenbarte sich jedoch die Überlegenheit des cleveren und erfahreneren Mannes: Cunningham enteilte dem verkrampft und limitiert agierenden Huck auf den Punktzetteln. Dem hätte in der letzten Runde nur noch ein K.o. geholfen. Vor dem aber musste ihn schließlich sein eigener Trainer bewahren. Ulli Wegner warf nach 1:56 Minuten das Handtuch.

Es fehlt noch viel

"Er hat heute taktisch versagt", resümierte der sichtlich enttäuschte Trainer-Routinier. Der vierte WM-Titel eines seiner Schützlinge scheint trotzdem nur aufgeschoben: "Marco hat heute gesehen, was für ganz oben noch fehlt", so Sauerland. "In ein, zwei Jahren" werde er sicher wieder um die WM boxen. Bis dahin gilt es nicht nur, an den boxerischen Fähigkeiten zu feilen. Vor allem müssen der ehemalige Kickbox-Weltmeister und sein Coach die erste Niederlage im 20. Profikampf zunächst mental gemeinsam aufarbeiten.

Ecken-Geflüster

"Was machst Du denn? Das ist eine Blamage, das ist kein Boxen", herrschte Wegner sein Talent vor der Schlussrunde an. So oder so ähnlich hatten die Ansprachen des Ausbilders auch schon in den Minuten davor geklungen. Ganz anders die Stimmung auf der Gegenseite, wo Steve Cunningham von seinem Stab immer wieder zu hören bekam, dass er vorne liege, ruhig bleiben könne und solle und ohnehin wie der Champ agiere und aussehe.

Erfahrungsvorsprung des Weltmeisters

Fürwahr: Kein Gramm Fett belastete den auffallend austrainierten Body des Gastes aus Übersee, der ab Runde sieben zwar mit dem einen oder anderen Mätzchen auffiel, aber völlig verdient gewann. Zu seiner größeren Variabilität in den Schlägen gesellte sich zu Hucks Ungunsten auch die Gabe, sich rechtzeitig Verschnaufpausen zu verschaffen: durch Klammern, Halten und Wegducken. Die Erfahrung von 31 Lebens- und sieben Profijahren war nicht zu übersehen.

Huck senior weint

Zig richtig harte Schläge Hucks landeten deswegen in der Luft, und weil es der Lokalmatador besonders gut machen wollte und dabei jede Lockerheit und taktische Disziplin verlor. "Es tut mir Leid, dass ich Euch enttäuscht habe", begann der gebürtige Serbe seine Kampfanalyse. Er habe aber nur seine erste Chance vergeben und versprach, wiederzukommen: in den enttäuschendsten Minuten seiner bisherigen Laufbahn schon wieder voller Kampfeslust und Tatendurst. Insbesondere bei seinem schluchzenden Vater entschuldigte sich der 90-Kilo-Athlet via Hallenmikrofon.

Dem K.o. knapp entgangen

In der Schlussrunde kulminierte der sportliche Unterschied zwischen Titelhalter und Herausforderer in einer Serie schwerer Kopftreffer, die Huck in den nächsten Sekunden die ultimative Bestrafung zugefügt hätten - hätte es nicht Wegner gegeben und dessen "sehr schwere", aber auch weise Entscheidung, zu werfen: "Er war hilflos, hoffnungslos unterlegen. Ich musste ihn schützen, er soll sich doch nicht abschlachten lassen. Dafür hat dieser Junge zu viel Potenzial."

Planvoll

Cunningham war es, der zu Boden ging, vor Freude. Er hatte selbst das eine oder andere Mal gewackelt, dann aber Huck rechtzeitig wieder durch geschickte Aktionen "abgekühlt". Der Sieger zollte dem Verlierer, der schon zum Ende der elften Runde unübersehbar in Nöte geraten war, seinen Respekt, sprach beim obligatorischen Shakehands auffallend lange mit Huck. "Er hat sich selbst geschlagen. Er ist in meine Schläge reingelaufen." Von seinem Erfolg aber, einem seines gesamten Teams und Jesus Christus', wie er unterstrich, war Cunningham immer überzeugt gewesen. Er hatte einen ausgeklügelten Plan für seinen 21. Sieg im 22. Fight, guckte seinen Gegner aus. Diese Gabe muss Huck noch entwickeln.

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