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Regina Halmich über den Boxkampf Wladimir Klitschko gegen Tony Thompson

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"Wladimir ist derzeit unschlagbar"

09.03.2011, 16:14 Uhr | dpa

Wladimir Klitschko verteidigt seine WM-Gürtel (Foto: Reuters)Wladimir Klitschko verteidigt seine WM-Gürtel (Foto: Reuters) Wladimir Klitschko hat seine WM-Titel erfolgreich verteidigt. SPIEGEL-ONLINE-Boxkolumnistin Regina Halmich erklärt, warum der Ukrainer so viel Mühe mit Gegner Tony Thompson hatte, wer Klitschko noch gefährlich werden kann und was ihr Sitznachbar am Ring, Otto Rehhagel, von ihr wissen wollte.

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Box-Show voller Überraschungen

Schön, dass es auch für mich immer wieder Überraschungen gibt. 13 Jahre habe ich als Profikämpferin im Ring gestanden, aber dass eine Gegnerin es nicht schafft, während ihrer Einlaufmusik das Seilgeviert zu erreichen, habe ich in dieser langen Zeit nicht einmal erlebt. Doch der marathonartige Einmarsch von Tony Thompson war nicht das Einzige, was mich gestern beim Kampf des Amerikaners gegen Wladimir Klitschko überrascht hat.

Thompson sehr gut eingestellt

Ich war froh, dass sich schnell ein sehr offensiver Fight zwischen den beiden Schwergewichten entwickelte. Der Kampf war wesentlich attraktiver als Klitschkos Sieg im Februar in New York gegen Sultan Ibragimov. Das lag auch daran, dass Thompson sehr gut eingestellt war. Vor fast genau einem Jahr hatte der siebenfache Familienvater ja Luan Krasniqi an selber Stelle ziemlich vermöbelt und trotzdem eine eklatante Schwäche offenbart: seine Deckung.

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Wladimir Klitschko drängt Tony Thompson in die Defensive. (Foto: dpa)Wladimir Klitschko drängt Tony Thompson in die Defensive. (Foto: dpa)

Lange Zeit gute Deckungsarbeit gegen Klitschko

Thompsons Fäuste sind normalerweise über große Teile seiner Defensivarbeit nur selten oberhalb seines Brustbeines zu sehen. Doch das war gestern ganz anders. Schon nach der ersten Runde hat er gemerkt, dass er gegen Wladimir nur bestehen kann, wenn er die Hände hoch nimmt. Ich saß inmitten seiner zahlreichen Betreuer, die immer wieder in den Ring gerufen haben, dass er die Fäuste zur Deckung hochnehmen soll. So oft hört man "Hände hoch" wohl sonst nur in Western.

Mit dem Kopf in den Gegner

Da Wladimir sehr früh seine Rechte eingesetzt hat, war diese Art der Deckung Thompsons einzige Überlebenschance. Er wusste genau, dass er gegen Wladimir nicht alles mit dem Kopf ausrichten kann, auch wenn er ab und an trotzdem wie ein Stier in seinen Gegner gerannt ist. Das hat dann ja auch am Ende der zweiten Runde bei beiden zu den Cuts geführt, die den Kampf jedoch kaum beeinflusst haben.

Der Tiger mit Nehmerqualitäten

Ganz im Gegensatz zu Thompsons Team. Ich sage es ganz ehrlich: Mich hätte es eher verwirrt, wenn zwölf Leute pausenlos unterschiedliche Anweisungen in den Ring brüllen. Thompson aber schien seine Ecke zu beflügeln. Zudem hat man deutlich gemerkt, dass er sich intensiv per Video auf das Duell vorbereitet hat. Er hat am Anfang sehr viel Druck gemacht und war bis zur Mitte des Kampfes ein sehr unangenehmer Gegner. Wenn Wladimirs Schläge bis zu seinem Kopf durchkam, hat er Nehmerqualitäten bewiesen. Dem Publikum hat das gefallen.

Wladimir Klitschko (li.) und sein Herausforderer Tony Thompson (Foto: ddp)

Fehler Thompsons eiskalt ausgenutzt

Am Ende habe ich eine richtige Gänsehaut bekommen. Es kribbelt sowieso schon immer ganz besonders doll, wenn ich in der Heimat meines ehemaligen Boxstalls Universum bin. Als die 15.000 Zuschauer in der elften Runde aufsprangen, war die Stimmung kaum noch zu toppen. Wladimir hatte genau im richtigen Moment die Unkonzentriertheit seines Gegners eiskalt ausgenutzt – und so den Kampf mit einem perfekten Schlag beendet.

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Rehhagel ist begeisterter Boxfan

Am Ende hielt es selbst Otto Rehhagel nicht auf seinem Stuhl. Der griechische Nationaltrainer saß direkt vor mir in einer Reihe mit den HSV-Stars Vincent Kompany und Rafael van der Vaart. Ob van der Vaart in Hamburg bleibt, habe ich nicht herausfinden können. Dafür konnte ich mich gestern davon überzeugen, dass Rehhagel ein begeisterter Boxfan ist. Er hat mich immer wieder zwischen den Runden gefragt, was Wladimir anders machen muss, warum der Gegner so stark ist und welches Rezept man braucht, um Thompson auf den Boden zu schicken. Nach dem Kampf guckte Rehhagel jedenfalls wesentlich zufriedener als bei der Europameisterschaft.

Nächster Gegner heißt Powetkin

So hatte jeder seine Freude an dem Abend. Ich freue mich schon auf Wladimirs Titelverteidigung im Herbst gegen Alexander Powetkin. Zugegeben, das Schwergewicht ist derzeit sicher nicht mit attraktiven Namen gespickt. Trotzdem verspricht der Kampf gegen Powetkin Spannung. Der Olympiasieger von 2004 ist sicherlich als einer der wenigen in der Lage, Wladimir einiges abzuverlangen. Wenn Wladimir seine Titel verteidigt – wovon ich ausgehe – trifft er hoffentlich endlich auf den Sieger des Duells zwischen Ruslan Tschagajew und Nikolai Walujew.

Wladimir derzeit unschlagbar

Auch wenn beide Gegner ihm sicher nichts schenken würden: Der Sieger wird am Ende Klitschko heißen. In der Form ist Wladimir einfach der beste Schwergewichtsboxer der Welt und derzeit einfach unschlagbar. Da bleibt nur wenig Platz für Überraschungen.

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