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Boxen: Klaus-Peter Kohl glaubt an einen Sturm-Sieg gegen Abraham

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Boxen  

Kohl glaubt an einen Sturm-Sieg gegen Abraham

17.02.2010, 13:50 Uhr | t-online.de

Das Interview führte Jörg Runde

Felix Sturm und Klaus Peter Kohl sind guter Dinge. (Foto: imago)Felix Sturm und Klaus Peter Kohl sind guter Dinge. (Foto: imago) Vergangenen Sonntag feierte Klaus-Peter Kohl seinen 65 Geburtstag. Und es ist nicht das einzige Jubiläum, das der Box-Promoter in diesem Jahr beging. Er blickt nun bereits auf 25 Jahre als Chef des Universum-Boxstalls zurück.

Im Interview mit t-online.de erzählt Kohl über seine schönsten Kampfabende und analysiert zudem die Zukunftschancen seiner Zugpferde Ruslan Chagaev und Felix Sturm.

Herr Kohl, Sie haben große Boxer betreut und gesehen, wie sie ihre Titel gefeiert haben. Sie haben die Qualen und Freuden der Sportler erlebt. Haben Sie es eigentlich bedauert, dass ihre eigene Box-Karriere so früh endete?

Wenn man merkt, dass man nur Mittelmaß ist oder sogar darunter, dann sollte man nicht boxen. Man sollte den Boxsport betreiben, wenn man das Talent hat, ein Großer zu werden. Ich bin auf die richtige Schiene gekommen und habe boxen lassen.

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Ihre Frau hat Ihnen einst, als der erste Kampfabend zum 150.000-Mark-Minusgeschäft wurde, geraten, sich ein anderes Betätigungsfeld zu suchen. Sind Sie froh, dass Sie nicht auf sie gehört haben?
Sie kennt mich und weiß, dass, wenn ich irgendwelche Ziele verfolge, dass ich die auch erreichen will und kaum davon abzubringen bin. Dass meine Karriere in diesem Bereich mit einem Verlust anfing, das war schon hart. Ich hatte verloren und zwar viel Geld. Ich bin ein schlechter Verlierer, das Geld wollte ich wiederholen.

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Boxer gelten oft als schwierige, weil aggressive Charaktere. Was ist ihr Erfolgsgeheimnis?
Entscheidend ist, gemeinsam den Erfolg zu suchen. Boxen ist, auch wenn es ein Individualsport ist, auch ein Teamsport. Das Umfeld muss stimmen. Und genau da kann ich gut helfen.

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Michalczewski, die Klitschkos, Sturm. Welcher Kämpfer bedeutet Ihnen am meisten?
Das kann man so nicht sagen. Besonders aufgeregt bin ich eigentlich bei den Anfängern. Wenn Neulinge ihre erste Kämpfe machen. Mir ist es wichtig, dass die ihren eigenen Weg gehen, ihren eigenen Stil finden.

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Aber einem sind Sie doch emotional sicherlich besonders nahe?
Am Anfang war ich noch dichter dran. Mit Dariusz Michalczewski verbindet mich mit Sicherheit besonders viel. Er hat vier Jahre mit seiner Familie in meinem Gästehaus gewohnt. Wir waren wie Opa und Oma für die Kinder. Auch für Dariusz war ich eine Art Vater-Ersatz. Da war ich natürlich ganz nah dran. Heute denke ich, wenn man etwas mehr Distanz hat, ist das besser. Man sieht mehr. Wenn man zu dicht dran ist, deckt man vieles mit dem Mantel der Liebe zu. Mit mehr Distanz ist man kühler.

Welche waren ihre drei schönsten Kämpfe?
Herausragend war sicherlich der erste Weltmeistertitel mit Markus Bott. Das war ein tolles Gefühl.

Und welcher Kampf noch?
Natürlich der Kampf Dariusz gegen Virgil Hill. Hill hatte kurz zuvor Henry Maske besiegt. Der Kampf Maske gegen Hill hatte ja nie stattgefunden und deshalb war dieses Fernduell besonders spannend. Da konnten wir zeigen, wie gut Dariusz wirklich ist, er hat Hill wirklich klar beherrscht. Und er war damit der erste und bisher einzige Boxer in Deutschland der drei Weltmeistergürtel besaß. Das war natürlich eine außergewöhnliche Sache.

Und welcher Fight ist der Dritte?
Natürlich der erste Schwergewichtsweltmeister. Das war Vitali Klitschko.

Welchen Kampf möchten Sie am liebsten aus ihrem Gedächtnis streichen?
Das kann man so nicht sagen. Enttäuschungen und Niederlagen gehören dazu. Nur, wenn man verlieren kann, kann man auch richtig gewinnen.

In Deutschland wird Boxen vor allem von Universum und Sauerland beherrscht. Wie ist ihr Verhältnis?
Wir sind gesunde Konkurrenten. Wir akzeptieren uns und sind nicht verfeindet. Aber wir machen uns das Leben schon mal gegenseitig schwer.

Maske, Ottke, Valuev: Welchen Boxer aus der Sauerland-Mannschaft hätten Sie gerne gehabt, oder hätten Sie gerne?
Das kann man so nicht sagen. Man konzentriert sich auf seine Boxer. Aber ich habe mit Sven Ottke verhandelt. Valuev hat bei mir geboxt, da hat Sauerland noch gar nicht an den Russen gedacht. Wenn man einen Boxer nicht hat, schreibt man das schnell ab.

Zuletzt gab es Misstöne wegen des gescheiterten Kampfes Sturm gegen Abraham. Ihnen wurde vorgeworfen, Sie seien nicht auf das Angebot eingegangen. Wie war es wirklich?
Die Wirklichkeit ist ganz klar. Wir haben ja einige Kämpfe gemeinsam veranstaltet. Wenn man einen Kampf wirklich will, dann ruft er mich an, oder ich rufe ihn an. Wenn man Angebote in der Presse lanciert, dann ist das kein ernstgemeintes Angebot. Solche Angebote nehme ich eigentlich nicht ernst. Winfried Sauerland hat mir den Kampf nie persönlich angeboten, deshalb glaube ich auch, dass er den Kampf gar nicht wollte.

Experten sagen, Sturm habe Angst. Das muss Ihnen ein müdes Lächeln entlocken?
Wer in Las Vegas gegen Oscar De la Hoya in den Ring steigt, der muss nun wirklich keine Angst vor Artur Abraham haben. Artur ist ein toller Boxer, den wir respektieren, der seine Stärken hat, aber auch seine Schwächen. Artur ist kein kompletter Boxer. Er hat einen großen Punch, und damit macht er seine Gegner müde. Ich würde den Kampf gerne sehen. Und ich bin sicher, Felix würde gewinnen. Die Chancen für Felix Sturm sind viel größer als für Artur Abraham.  

Wie groß sind die Chancen noch auf einen solchen Kampf?
Ich hoffe, dass der Kampf irgendwann stattfindet, weil ich den Kampf selber gerne sehen möchte.

Der Kampf Ruslan Chagaev gegen Nikolai Valuev steht unmittelbar bevor. Wie stehen die Chancen den WBA-Titel zu verteidigen?
Ich glaube, dass Ruslan der bessere Boxer ist. Er hat das im ersten Kampf gezeigt. Er hat gezeigt, wie man Valuev besiegt. Und Valuev hat ein paar Mal Glück gehabt mit seinen Punkturteilen und das wird er nicht immer haben. Ruslan ist der bessere, der weit bessere Boxer.

Was macht sie so sicher?
Ruslan hat als Amateur den überragenden Kubaner Felix Savon zweimal bei der WM geschlagen. Er hat die besten Boxer bereits als Amateur geschlagen. Das hat Valuev gar nicht vorzuweisen. Er hat bloß die große Masse.

Ist im Falle eines Sieges ein Kampf gegen einen der Klitschkos denkbar?
Ja natürlich. Wenn Ruslan gegen Valuev gewinnt, dann werden wir auch über einen Kampf gegen einen der Klitschkos nachdenken. Das wäre ein Box-Highlight, das Deutschland braucht.

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